Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 19:27 R-Wert fällt auf Allzeittief +++

Die vom Robert-Koch-Institut errechnete Reproduktionszahl des Coronavirus in Deutschland ist auf den bislang niedrigsten Wert gefallen. Die aktuelle Schätzung des RKI für den sensitiveren R-Wert beträgt 0,61. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch jeweils 61 weitere Personen anstecken. Der zuvor niedrigste tagesaktuelle Schätzwert für die Ansteckungsrate war am 6. Mai 2020 mit 0,65 angegeben worden. Am Mittwoch hatte der Wert 0,68 betragen. Eine leichte Steigerung gab es beim zweiten, stabileren R-Wert, den das RKI seit dem 14. Mai zusätzlich berechnet. Das sogenannte 7-Tage-R, das unempfindlicher gegen Tagesschwankungen bei den registrierten Neuinfektionen ist, zog von 0,73 auf 0,78 an. Die kritische Grenze für beide R-Werte beträgt 1.

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+++ 19:14 Franzosen bekommen mehr Freiheiten +++
In fast ganz Frankreich dürfen Restaurants und Bars wieder komplett öffnen. In allen Regionen, die von der Regierung als "grün" eingestuft werden, sei dies vom 2. Juni an wieder erlaubt, kündigt Premierminister Édouard Philippe in Paris an. Solche Gebiete sind weniger schwer von der Covid-19-Pandemie betroffen. In den "orange" eingestuften Gebieten - darunter auch Paris - gibt es weiterhin Einschränkungen. Dort dürfen Cafés und Restaurants zunächst nur ihre Terrassen wieder öffnen. Die Innenräume müssen geschlossen bleiben. Als weitere Lockerung entfallen zudem Reisebeschränkungen. Seit Ende der Ausgangssperre am 11. Mai konnten sich die Bürger mit wenigen Ausnahmen bislang nur im Radius von 100 Kilometern um ihren Wohnort bewegen. Auch das ändert sich ab nächsten Dienstag.

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+++ 19:00 Seehofer stellt Start der Corona-Warn-App in Aussicht +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die deutsche Corona-Warn-App etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen wird. Es habe dazu am Vorabend ein "sehr, sehr gutes Gespräch" mit den Projektträgern SAP und Deutsche Telekom gegeben, sagt der CSU-Politiker in einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Er sei zuversichtlich, "dass wir um Mitte Juni (...) diese berühmte Warn-App bekommen". Der CSU-Politiker weist darauf hin, dass sich in Deutschland und Frankreich das Infektionsgeschehen sehr positiv entwickelt habe. Sollte es dabei bleiben, würden die Grenzkontrollen zu Frankreich am 15. Juni komplett aufgehoben. "Gleichzeitig zum 15. Juni will die deutsche Regierung auch ihre Reisewarnungen und Reisehinweise neu gestalten." Dies werde das Bundeskabinett am kommenden Mittwoch beschließen.

+++ 18:42 Mediziner sieht Remdesivir-Zulassung wegen Nebenwirkungen kritisch +++
Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, steht einer baldigen eingeschränkten Zulassung des Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Corona-Erkrankten kritisch gegenüber. "Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen", sagt Ludwig der "Tagesschau". Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt habe, sei, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. "Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden." Eine baldige Zulassung des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments wird derzeit erwartet. Schon jetzt können Covid-19-Patienten in bestimmten Fällen damit behandelt werden.

+++ 18:19 Drosten nennt Bedingung, um zweite Welle zu verhindern +++
Eine heftige zweite Corona-Welle könnte nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten abgewendet werden. Er glaube so langsam, dass es eine Chance gebe, ohne Impfung glimpflich in Herbst und Winter zu kommen, "sprich: ohne eine tödliche neue zweite Welle", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité im NDR-Podcast. Dafür sei es nötig, bei den jetzigen Maßnahmen nachzujustieren. Abzielen solle man dabei nach dem Vorbild Japans stark auf das frühe Erkennen sogenannter Superspreading-Events: Fälle, in denen ein Infizierter überdurchschnittlich viele weitere Menschen ansteckt. Kontaktpersonen sollten dann ohne vorherige Diagnostik als infiziert betrachtet und isoliert werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Zeige sich zum Beispiel eine Infektion bei einem Lehrer, schaue man sich an, welche Klassen er zuletzt unterrichtete - diese Schüler müssten dann ein oder zwei Wochen zu Hause bleiben, aber man müsse nicht die ganze Schule schließen, so Drosten.

+++ 18:01 RKI: Aktuell 1,5 Prozent der wöchentlichen Tests positiv +++
Die Rate der positiven Coronavirus-Tests in Deutschland ist weiter gesunken. Sie lag in der Kalenderwoche 21 bei 1,5 Prozent, wie aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. 5116 von knapp 345.000 Tests, die in dem Zeitraum in 172 Laboren durchgeführt wurden, fielen demnach positiv aus. Die sogenannte Positivenrate sinkt damit seit Wochen immer weiter: In der ersten Aprilwoche hatte sie noch bei neun Prozent gelegen, bei damals insgesamt rund 408.350 wöchentlichen Tests. Seit Beginn der Corona-Testung sind laut RKI-Bericht knapp vier Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden. Manche Menschen wurden mehrfach getestet. Inzwischen geben die Labore eine Kapazität von mehr als einer Million Tests pro Woche an.

+++ 17:44 In Deutschland erklären überwiegend Männer Corona +++
Die Schauspielerin Maria Furtwängler fordert von Medien in Deutschland, mehr Frauen als Expertinnen in ihre Berichterstattung zu integrieren. Es gebe immer noch ein Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern, was sich in der Corona-Krise einmal mehr zeige. Furtwänglers Stiftung veröffentlichte zwei Untersuchungen. Die Grundlage: Nach Stiftungsangaben wurden in der zweiten Aprilhälfte 174 abendliche TV-Informationssendungen mit Corona-Bezug in öffentlich-rechtlichen wie privaten Fernsehsendern analysiert. Zudem wurden - bezogen auf denselben Zeitraum - rund 80.000 Artikel mit Corona-Bezug in Online-Ausgaben von 13 Printmedien ausgewertet. Eines der Ergebnisse: In den TV-Formaten seien 22 Prozent der Experten weiblich gewesen. In der Online-Berichterstattung seien Frauen zu rund sieben Prozent als Expertinnen erwähnt worden.

+++ 17:23 Mittlerweile 200 Infektionen nach Baptisten-Gottesdienst +++
Nach dem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt am Main am 10. Mai sind bislang 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. Von ihnen wohnen 57 in Frankfurt, die übrigen lebten in sieben umliegenden Landkreisen, sagt eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen in Krankenhäusern stationär behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch. Am vergangenen Wochenende waren die Infektionen in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde bekannt geworden. Ein Sprecher der Gemeinde hatte damals erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch ein Mund-Nasen-Schutz wurde offenbar nicht von allen Beteiligten getragen.

+++ 17:02 Zwei Länder wollen bei zweiter Welle keinen Lockdown mehr +++
Litauen und Estland wollen bei einer zweiten Welle keinen landesweiten Lockdown mehr verhängen und auch die Wirtschaft nicht komplett herunterfahren. In einem solchen Fall würden gezielte Maßnahmen an lokalen Epizentren ergriffen, sagen die Regierungschefs Saulius Skvernelis und Jüri Ratas in Rundfunk-Interviews. "Viele Länder würden sich ein wenig anders verhalten, da wir in ganz Europa und auf der ganzen Welt schmerzhafte Lektionen bei der Bewältigung der Pandemie hatten", sagt Skvernelis im litauischen Radio. Sollte es zu einem erneuten Ausbruch kommen, werde sich die Regierung auf die Brennpunkte konzentrieren. Dafür gebe es bereits einen Plan. Ähnlich äußert sich Ratas: "Das allgemeine Prinzip muss sein, dass nicht Estland zum Erliegen kommt, sondern das Virus."

+++ 16:40 72 UPS-Mitarbeiter nahe Hannover infiziert +++
Beim Logistikkonzern UPS in Langenhagen bei Hannover haben sich 72 Mitarbeiter des Verteilzentrums infiziert. Das teilen das Sozialministerium und die Region Hannover mit. 55 Mitarbeiter, deren Test zunächst negativ ausfiel, sollen erneut getestet werden. Auch Covid-19-Fälle in einer Kita und einer Schule in Hannover stünden im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen bei UPS. Familien mit einem beruflichen Bezug zum Unternehmen werden gebeten, auf eventuelle Krankheitssymptome zu achten. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind Paketzusteller nicht betroffen. Sendungen könnten daher risikolos in Empfang genommen werden.

+++ 16:29 Virologe Streeck zur Drosten-Studie: "Die Kritik kommt nicht von ungefähr" +++
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck schließt sich der Kritik an der Studie seines Kollegen Christian Drosten von der Berliner Charité an. "Die Methode ist von fünf Statistikern kritisiert worden, und diese Kritik kommt nicht von ungefähr", sagt der Wissenschaftler im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei jedoch schwierig, "zwischen berechtigter Kritik und dem, was dann medial daraus gemacht wird, zu trennen", sagt er mit Blick auf die umstrittene Berichterstattung der "Bild"-Zeitung. "Von der Art der Berichterstattung würde ich mich distanzieren." Letztlich stünden Drosten und er genauso wie jene Statistiker, die kritische Anmerkungen zur Studie der Charité veröffentlicht haben, "in einem Team, nämlich im Team Wissenschaft", so der Leiter der Heinsberg-Studie, die selbst öffentlich stark in die Kritik geraten war.

+++ 16:11 Trump twittert Beileid - 100.000 Tote in den USA +++
Mit inzwischen mehr als 100.000 Toten verzeichnen die USA mit Abstand die meisten Todesopfer durch die Pandemie. Präsident Donald Trump bezeichnet es als "sehr traurigen Meilenstein", dass inzwischen eine sechsstellige Zahl an Covid-19-Patienten verstorben ist. "Allen Familien und Freunden von denen, die gestorben sind, möchte ich mein tief empfundenes Mitgefühl und meine Liebe für all das ausdrücken, wofür diese großartigen Menschen standen und was sie repräsentieren. Gott möge mit Ihnen sein", twitterte der Staatschef.

+++ 15:44 WHO-Vertreter: Erhöhte Todesrate in Europa seit März +++
Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Todesrate in Europa und dem Coronavirus. Insgesamt seien in 24 europäischen Ländern etwa 159.000 Menschen mehr seit Anfang März gestorben als es in einem normalen Jahr zu erwarten gewesen wäre. Ein "signifikanter Anteil" davon habe mit der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu tun. "Wir haben klar gesehen, dass der Höhepunkt der Todesfälle mit dem Höhepunkt der Pandemie zusammenhängt", sagt Katie Smallwood vom Notfallteam der WHO.

+++ 15:23 Polizei: Johnson-Berater brach wohl Lockdown-Regeln +++
Der britische Regierungsberater Dominic Cummings bestreitet vehement, einen Regelbruch begangen zu haben. Premierminister Boris Johnson verteidigt ihn. Doch nach Einschätzung der Polizei verletzte Cummings möglicherweise doch die Lockdown-Regeln. Der Chefberater von Johnson habe mit einer Fahrt ins Ausflugsziel Barnard Castle am Ostersonntag eventuell einen geringfügigen Verstoß gegen die Corona-Ausgangsbeschränkungen begangen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei der nordostenglischen Grafschaft Durham. Mit Konsequenzen habe er aber nicht zu rechnen. Der Johnson-Berater steht in der Kritik, weil er Ende März von London ins rund 430 Kilometer entfernte Durham zu seinen Eltern reiste. Einen Rücktritt lehnt er ab. Cummings besteht darauf, im Rahmen der Regeln gehandelt zu haben. Er behauptet, keine andere Möglichkeit gehabt zu haben, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohns sicherzustellen, weil sowohl er als auch seine Frau mit einer Coronavirus-Infektion rechnen mussten.

+++ 15:01 Dänen und Finnen ziehen Bilanz nach Schulöffnungen +++
In Dänemark und Finnland hat die Öffnung der Schulen nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden nicht zu einer wieder stärkeren Ausbreitung des Coronavirus geführt. Die teilweise Rückkehr der Schüler habe nicht dafür gesorgt, dass es mehr Infektionen unter den Schülern gegeben habe, sagt Peter Andersen, Arzt am Dänischen Serum-Institut (SSI). "Man kann keine negativen Effekte der Wiedereröffnung der Schulen erkennen." In Dänemark ist der Unterricht nach einer vierwöchigen Pause ab dem 15. April mit Sicherheitsvorkehrungen wieder aufgenommen worden. Dort dürfen Kinder bis zur fünften Klasse wieder in der Schule lernen. Auch in Finnland scheint sich das Virus seit der Wiederaufnahme des Unterrichts nicht schneller auszubreiten als während der Zwangspause, sagt Mika Salminen vom finnischen Institut für Gesundheit und Soziales. "Die Zeit ist kurz, aber bislang haben wir keine Anzeichen dafür gesehen."

+++ 14:35 Minister vergleicht Coronavirus mit Frauen +++
Der indonesische Sicherheitsminister Mohammad Mahfud hat einen Vergleich zwischen dem Coronavirus und Frauen aufgegriffen und dafür harsche Kritik von Frauenorganisationen und Nutzern im Internet erfahren. Seine Bemerkung fiel, als er in einem auf Youtube veröffentlichten Video für die schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen warb, die die indonesische Regierung plant. "Wir können uns an die Situation anpassen und dennoch auf unsere Gesundheit aufpassen", sagte er. Und fügte dann den nun kritisierten Part hinzu: "Letztens bekam ich ein Meme von meinem Kollegen Luhut Pandjaitan, in dem es heißt: 'Corona ist wie Deine Frau. Am Anfang versuchst Du, sie zu kontrollieren, dann wirst Du gewahr, dass dies nicht geht. Danach lernst Du, damit zu leben'", sagte er auf Englisch. Die Reaktion folgte prompt: "Diese Erklärung spiegelt nicht nur die Inkompetenz der Regierung bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie wider, sondern zeigt auch die sexistische und frauenfeindliche Haltung von Beamten", teilte die indonesische Frauenorganisation Women's Solidarity Society dazu mit. "Witze, die Frauen zu Objekten machen, tragen nur dazu bei, die Kultur der Gewalt gegen Frauen zu normalisieren."

+++ 14:18 Casinos in Las Vegas öffnen wieder +++
Obwohl die USA gerade die Marke von 100.000 Corona-Toten durchbrochen haben, werden die Einschränkungen in den Bundesstaaten zunehmend gelockert. Die Glücksspielmetropole Las Vegas im Bundesstaat Nevada plant, am Donnerstag kommender Woche mehrere große Casinos wieder zu öffnen. Gouverneur Steve Sisolak sagt, er habe dies nach Konsultationen mit Gesundheitsexperten genehmigt. In Las Vegas seien "alle denkbaren Vorsichtsmaßnahmen" gegen die Ausbreitung des Virus getroffen worden, versicherte er. "Wir ermutigen Besucher, zu kommen, sich zu vergnügen und eine gute Zeit zu haben", so der Gouverneur. Die Casinos von Las Vegas sind seit mehr als zwei Monaten geschlossen.

+++ 13:47 Warnung vor "verlorener Generation" durch Kita- und Schulschließungen +++
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt mit drastischen Worten vor den langfristigen Folgen anhaltender Kita- und Schulschließungen in der Corona-Pandemie. "Wir bekommen es hier, wenn wir nicht schnell den Weg der vollständigen Öffnung von Schulen und Kitas gehen, womöglich mit einer verlorenen Generation zu tun", sagt Verbandspräsident Thomas Krüger in der "Welt". Bildungsforscher wiesen darauf hin, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf "schon jetzt überproportional abgehängt werden", sowohl in Bezug auf die schulischen Leistungen als auch beim sozialen Miteinander. Ökonomen zufolge werde die junge Generation auch auf dem Arbeitsmarkt mit größeren Nachteilen konfrontiert sein, sagt er weiter. "Das ist gravierend, denn das holt man nach Corona gar nicht mehr auf."

+++ 13:16 Bundestag segnet Mehrwertsteuersenkung für Gaststätten ab +++
Der Bundestag hat der Absenkung der Mehrwertsteuer für Essen in Restaurants zugestimmt. Befristet auf ein Jahr wird der Satz ab 1. Juli von bisher 19 auf 7 Prozent reduziert. Damit sollen die Wirte eine Chance bekommen, ihre monatelangen Ausfälle in der Corona-Krise teilweise wieder reinzubekommen. Der Mehrwertsteuersatz auf Getränke wird nicht gesenkt.

+++ 12:46 Fünfter Suizid: Crewmitglieder verzweifeln auf Kreuzfahrtschiffen +++
Bei den Besatzungsmitgliedern, die wegen der Corona-Pandemie auf Kreuzfahrtschiffen festsitzen, wächst offenbar die Verzweiflung. Die US-Küstenwache teilt mit, dass sich ein 32 Jahre alter Philippiner vergangene Woche mutmaßlich das Leben genommen hat. Er hatte auf dem Kreuzfahrtschiff "Scarlet Lady" als Reinigungskraft gearbeitet. Demnach gab es allein im Mai sechs Todesfälle unter Besatzungsmitgliedern von Kreuzfahrtschiffen, die nicht mit einer Infektion mit dem Coronavirus zusammenhängen. Fünf von ihnen begingen mutmaßlich Suizid. Die "Scarlet Lady" hätte im März zu ihrer Jungfernfahrt aufbrechen sollen, diese wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Seitdem liegt das Schiff vor der Küste Floridas vor Anker, die Crew sitzt an Bord fest.

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Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

+++ 12:21 Brandenburg: Normaler Schulbetrieb erst im Herbst +++
In Brandenburg gelten ab heute weniger Einschränkungen: Unter anderem dürfen sich öffentlich bis zu zehn Menschen treffen - ob drinnen oder draußen. Außerdem dürfen Fitnessstudios, Freibäder und Spielhallen öffnen. Kitas und Schulen werden aber frühestens im Herbst zum Normalbetrieb zurückkehren, davon geht Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke aus. "Wir werden alles dafür tun, dass dann alle Kinder wieder regelmäßig in die Schule gehen können", sagte Woidke dem RBB. Wenn das derzeit noch nicht möglich sei, liege es etwa an den einzuhaltenden Abständen sowie an der Zahl der Klassenräume und der zur Verfügung stehenden Lehrer. Die Maßnahme ist nicht unumstritten: Wie in allen anderen Bundesländern findet auch in Berlin seit dem 17. März kein Regelunterricht statt, obwohl unter den rund 360.000 Schülerinnen und Schülern kein Covid-19-Fall bekannt ist. Das hat die Senatsverwaltung für Bildung gegenüber ntv.de erklärt. In der Berliner Lehrerschaft gibt es drei aktive Coronavirus-Infektionen.

+++ 11:58 Neu gemeldete Todesfälle in Russland auf Höchststand +++
In Russland sind nach offiziellen Angaben inzwischen 4124 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Binnen 24 Stunden habe es 174 neue Todesfälle gegeben, teilt das Coronavirus-Krisenzentrum mit - der bisher höchste Zuwachs innerhalb eines Tages. Auch bei den Neuinfektionen scheint keine Besserung in Sicht: Nach Angaben des Krisenzentrums wurden 8371 weitere Fälle registriert. Damit infizieren sich in Russland seit beinahe vier Wochen täglich mindestens 8000 Menschen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle liegt bei 379.051 - hinter den USA und Brasilien der weltweit dritthöchste Wert.

+++ 11:43 Arzneimittelkommission warnt vor Schnellzulassung von Remdesivir +++
Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, hat vor einer schnellen Zulassung des Arzneimittels Remdesivir gewarnt. Das Medikament habe bisher lediglich gezeigt, dass es die Krankheitsdauer von Covid-19-Patienten um vier Tage verkürzt, sagt Ludwig. "Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden. Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen." Laut einer US-Studie verkürzt das antivirale Mittel die Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten. Weniger eindeutig war der Einfluss auf die Sterblichkeit. In den USA und in Japan hat Remdesivir eine Sonderzulassung erhalten.

+++ 11:19 Thüringer Kommunalpolitik kritisiert Ramelows Lockerungsplan +++
Kommunalpolitiker aus Thüringen haben in einem offenen Brief die weitreichenden Lockerungspläne der Landesregierung kritisiert. Eine komplette Aufhebung der Corona-Beschränkungen sei in einem Grenzgebiet wie diesem fatal, heißt es in einem Schreiben an Ministerpräsident Bodo Ramelow. Den Brief haben die Landräte aus Coburg, Kronach, Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie die Stadtoberhäupter von Coburg, Sonneberg, Neustadt bei Coburg und der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetages unterzeichnet. Sie befürchten einen Anstieg der Corona-Infektionen in der gesamten Region: Um Infektionswege nachvollziehen zu können, brauche es überregionale Maßnahmen.

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+++ 11:05 Österreichs Gesundheitsminister: "Bei Italien müssen wir vorsichtig sein" +++
Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht mögliche Grenzöffnungen zu Italien noch kritisch. "Italien ist noch ein Hotspot, obwohl die Lage in einigen Regionen schon besser wurde und man sich sehr engagiert", sagte Anschober den "Oberösterreichischen Nachrichten". "Ich bin ein großer Freund der Reisefreiheit, aber bei Italien müssen wir noch vorsichtig sein." Österreich will in den kommenden Wochen seine Grenzen zu zahlreichen Nachbarländern wieder öffnen. Hinsichtlich der Grenzen zu Italien und auch Slowenien äußerte sich die Regierung in Wien aber zuletzt sehr zurückhaltend. Auch die Schweiz hat angekündigt, dass sie ihre Grenze zu Italien voraussichtlich erst am 6. Juli öffnen wird.

+++ 10:44 Neuer Ausbruch: Südkorea fährt Beschränkungen wieder hoch +++
Es hat sich angedeutet: Südkorea hat seine Kontaktbeschränkungen nach einem neuen Corona-Ausbruch (07:17 Uhr) wieder verschärft. Gesundheitsminister Park Neung Hoo teilt mit, dass Museen, Parks und Kunstgalerien in der Metropolregion um Seoul ab Freitag für zwei Wochen geschlossen werden müssen. Unternehmen wurden aufgefordert, erneut auf flexible Arbeitsmodelle umzusteigen. Anwohnern von Seoul wird dringend empfohlen, größere Menschenansammlungen sowie Restaurants und Bars zu meiden. Südkorea hatte binnen 24 Stunden 79 neue Coronavirus-Infektionen festgestellt. Das ist der größte Tageszuwachs seit dem 5. April. 54 der Patienten konnten zu einem Logistikzentrum in der Stadt Bucheon bei Seoul zurückverfolgt werden.

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+++ 10:24 US-Soldat und Mutter sterben wenige Tage nacheinander +++
In den USA sind ein 34-jähriger Soldat und seine 70 Jahre alte Mutter wenige Tage nacheinander infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Simon Zumudio sei am 22. Mai gestorben, seine Mutter drei Tage später, berichten lokale Medien. Demnach brach die Krankheit bei dem 34-Jährigen neun Tage nachdem er seine Mutter ins Krankenhaus gebracht hatte aus. Er habe vorher keine Symptome gezeigt, heißt es von seiner Familie. Nächsten Monat hätte er zu einem Auslandseinsatz aufbrechen sollen. Der 34-Jährige hinterlässt eine Ehefrau und eine elf Monate alte Tochter.

+++ 09:56 UK weist höchste Übersterblichkeit weltweit auf +++
Das Vereinigte Königreich weist in der Corona-Krise die höchste Übersterblichkeitsrate der Welt auf. Zu diesem Schluss kommt die "Financial Times" nach einer Auswertung der Gesundheitsdaten von 19 Ländern, die "ausreichende Angaben machen, um einen aussagekräftigen Vergleich" anzustellen. Demnach gab es im Vereinigten Königreich seit dem 20. März 59.537 Todesfälle mehr, als in diesem Zeitraum üblich sind. Das deute darauf hin, dass das Coronavirus hochgerechnet auf eine Million Menschen direkt oder indirekt für 891 weitere Todesopfer verantwortlich ist, schreiben die britischen Journalisten. Den zweithöchsten Wert weist ihren Angaben zufolge Italien auf, dann folgen Belgien, Spanien und die Niederlande. Deutschland steht in dem Vergleich auf dem 13. Platz. Südafrika und Israel weisen weniger Todesfälle als üblich auf.

+++ 09:36 Bei Ansteckung im Urlaub: Zypern zahlt Aufenthalt +++
Wie viele andere Länder öffnet sich auch Zypern in der Corona-Krise vorsichtig für den Tourismus. Ab 9. Juni heißt der Inselstaat im Mittelmeer wieder internationale Flüge willkommen. Um Touristen anzulocken, wirbt die zyprische Regierung außerdem mit einem Versprechen: Sie will die Aufenthaltskosten aller Menschen decken, die während ihres Urlaubs positiv auf das Coronavirus getestet werden. Das geht aus einem Brief hervor, den die Regierung am Mittwoch veröffentlicht hat. Man werde für Unterkunft, Medizin und Essen der Patienten und ihrer Familien aufkommen, heißt es. Die betroffenen Urlauber müssten nur den Flughafen-Transfer und ihren Rückflug zahlen. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es auf Zypern 939 nachgewiesene Corona-Infektionen und 17 Tote.

+++ 09:10 Trump schweigt zu 100.000 Toten +++
US-Präsident Donald Trump hat sich bisher nicht dazu geäußert, dass die Zahl der Corona-Toten in den Vereinigten Staaten die Marke von 100.000 überschritten hat - weltweit die mit Abstand meisten. Während US-Medien großflächig über den traurigen Meilenstein berichten, attackierte Trump auf Twitter seinen demokratischen Herausforderer im Präsidentschaftswahlkampf, Joe Biden, und griff soziale Netzwerke an. Auch Trumps ältester Sohn Eric ignorierte die Totenzahl: Er jubelte stattdessen über den "großartigen Tag" an den Börsen.

+++ 08:46 Roche startet klinische Studie zu Covid-19-Mittel +++
Roche hat eine klinische Studie der Phase 3 mit seinen Medikamenten Actemra/Roactemra gestartet. Der Pharmakonzern will untersuchen, wie die Mittel in Kombination mit Remdesivir des Wettbewerbers Gilead bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung wirken, die durch das Coronavirus hervorgerufen wurde. Ergebnisse der Covid-19-Studie sollen im Sommer vorliegen, teilt das schweizerische Unternehmen mit. Mediziner sind überzeugt, dass das Coronavirus mit der richtigen Medikamenten-Kombination auch ohne Impfstoff eingedämmt werden kann. Remdesivir gehört zu den Hoffnungsträgern im Kampf gegen das Coronavirus. Einer Studie zufolge verkürzt das antivirale Mittel die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten um rund 30 Prozent. In den USA hat es bereits eine Notfallzulassung erhalten, einem Bericht zufolge bereitet sich auch die Bundesregierung auf diesen Schritt vor.

+++ 08:33 Landkreise: Bund muss Hartz-IV-Mehrkosten übernehmen +++
Der Deutsche Landkreistag hat die Bundesregierung aufgefordert, die Hartz-IV-Mehrkosten zu übernehmen, die durch die Corona-Pandemie anfallen. Es gehe um rund 2,7 Milliarden Euro, sagt Verbandspräsident Reinhard Sager. "Die Landkreise brauchen dieses Geld zum Ausgleich der unmittelbar entstehenden Mehrkosten in den Jobcentern und zur Aufrechterhaltung ihrer Investitionskraft." Einen Schuldenschnitt für überschuldete Kommunen, wie ihn Finanzminister Olaf Scholz vorgeschlagenen hatte, lehnt der Landkreistag dagegen ab. "Der Bund rechnet selbst vor, dass in der aktuellen Niedrigzinsphase bestehende Kreditverpflichtungen keine bedeutende Belastung seien", sagt Sager. "Durch eine Übernahme dieser Verbindlichkeiten entstünde demnach gerade kein Investitionsschub vor Ort."

+++ 08:01 Drosten attackiert Kekulé nach Methodenkritik +++
In der deutschen Wissenschaftsszene tobt ein neuer Streit, dieses Mal zwischen dem Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité und dem Arzt und Biochemiker Alexander Kekulé von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Anlass ist ein Gastbeitrag, den Kekulé für den Berliner "Tagesspiegel" geschrieben hat und in dem er die Studie Drostens kritisiert, die auch für den Streit zwischen dem Berliner Virologen und der "Bild"-Zeitung verantwortlich ist. Nachdem er mehrere (vermeintliche) Fehler der Studie aufzählt, kommt Kekulé zu dem Schluss: "Warum Drosten die Studie nicht einfach zurückzieht, ist schwer nachvollziehbar." Der Virologe wehrt sich auf Twitter und unterstellt Kekulé eine "tendenziöse" Darstellung. "Er kennt unsere Daten nicht und zitiert falsch", schreibt Drosten. "Kekulé selbst könnte man nicht kritisieren, dazu müsste er erst mal etwas publizieren."

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+++ 07:44 Internationales Rotes Kreuz: 208 Angriffe auf Gesundheitspersonal +++
Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) hat seit März 208 Angriffe im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf Gesundheitspersonal und -einrichtungen erfasst. Nach Angaben von IKRK-Präsident Peter Maurer stammen die Daten aus 13 Ländern im Nahen Osten, dem Asien-Pazifik-Raum, Nord- und Südamerika und Afrika. "Die tatsächlichen Zahlen sind wahrscheinlich viel höher ", sagte er Reportern der Nachrichtenagentur AP. Demnach reichen die Angriffe von verbalen Drohungen bis zum Anzünden von Einrichtungen, in denen Covid-19-Patienten untergebracht sind. In 23 Prozent der Fälle soll Gesundheitspersonal körperlich angegriffen worden sein.

+++ 07:17 Weiterer Ausbruch: Südkorea prüft neue Kontaktbeschränkungen +++
Südkorea hat binnen 24 Stunden 79 neue Coronavirus-Infektionen festgestellt. Das ist der größte Tageszuwachs seit dem 5. April. Der stellvertretende Gesundheitsminister Kim Gang Lip teilte mit, dass 68 der Infektionen lokal übertragen worden seien, mehrheitlich in Seoul, der Provinz, die die Hauptstadt umschließt und in der Stadt Incheon. Demnach konnten 54 der Patienten zu einem Logistikzentrum in der Stadt Bucheon zurückverfolgt werden, die fast übergangslos zwischen den Großstädten Seoul im Osten und Incheon im Westen liegt. Die südkoreanischen Behörden haben mehr als 4150 Menschen, die mit dem Ausbruch in Verbindung stehen, unter Quarantäne gestellt. Das südkoreanische Seuchenschutzzentrum (KCDC) prüft nach eigenen Angaben, ob neue Kontaktbeschränkungen eingeführt werden müssen.

+++ 07:02 Princeton-Ökonom unterstützt Aufbauplan von Merkel und Macron +++
Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier ist überzeugt, dass der EU-Wiederaufbaufonds eine positive Wirkung haben wird. "Der Vorschlag von Merkel und Macron ist ein gutes Zeichen. Ein Wiederaufbaufonds wirkt stabilisierend", sagt Brunnermeier im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten vergangene Woche einen 500 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds vorgeschlagen, der angeschlagene Staaten mit Zuschüssen aus dem EU-Haushalt unterstützen soll. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande wollen in einem Gegenvorschlag lieber Kredite statt Zuschüsse einsetzen.

+++ 06:38 Mit Mundschutz, ohne Toiletten: Flixbus nimmt Betrieb wieder auf +++
Reisende und Pendler können in Deutschland wieder Fernbus fahren. Nach zwei Monaten Corona-Pause nimmt Flixbus heute seinen Betrieb auf. Die grünen Busse steuern zunächst knapp 50 Ziele an. Vor der Krise waren es zehn Mal so viele. Das Unternehmen kündigt an, dass die Busse nach jeder Fahrt "gründlich desinfiziert" werden. Gleichzeitig gelten neue Regeln für die Passagiere: Sie dürfen vorerst nur über die hintere Tür ein- und aussteigen, müssen eine Mund-Nase-Abdeckung mitbringen und diese während der gesamten Fahrt tragen. Außerdem werden keine Snacks an Bord der Busse verkauft, die Toiletten bleiben geschlossen. Alle Sicherheitshinweise hat Flixbus hier aufgelistet. Wegen des Corona-Ausbruchs standen die Busse seit dem 18. März still. Konkurrenten wie Blablabus und Pinkbus haben noch nicht angekündigt, ob und wann sie den Betrieb wieder aufnehmen.

+++ 06:15 RKI meldet 353 weitere Infektionen +++
Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) um 353 auf 179.717. Binnen 24 Stunden sind demnach 62 weitere Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Deutschland beläuft sich demnach laut RKI auf 8411. Nach ntv-Berechnungen auf Grundlage der Daten der Bundesländer starben bis Mittwochabend 8429 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion. Die Gesamtzahl der seit Beginn des Coronavirus-Ausbruchs erfassten Infektionen stieg demnach um 656 Fälle auf 179.930 Fälle.

+++ 05:41 Wirtschaftsweisen-Chef lehnt Autoprämien strikt ab +++
Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, kritisiert Pläne der Bundesregierung für eine kommunale Altschuldenhilfe im Rahmen des geplanten Konjunkturpakets scharf. "Der Bund sollte keinesfalls eine kommunale Altschuldenregelung vornehmen. Dies setzt völlig falsche Anreize, weil die Länder damit ein Stück weit aus der Verantwortung entlassen werden", sagt Feld der "Rheinischen Post". "Eine solche Regelung wäre auch nicht zielgenau, weil sie nicht sicherstellt, dass die Mittel tatsächlich investiert werden", so der Vorsitzende des Wirtschafts-Sachverständigenrats der Bundesregierung.

Er lehnt auch einen Familienbonus von 300 Euro pro Kind ab, wie ihn die SPD fordert. Einen Familienbonus solle es "nur für bedürftige Familien geben, die am ehesten liquiditätsbeschränkt sind, und damit ihren Konsum erhöhen", sagt Feld. Andere Familien würden damit nicht mehr konsumieren.

Kritisch sieht der Freiburger Ökonomen auch die geplanten Kaufprämien für Autos. "Eine Autoprämie oder Innovationsprämie für Autos lehne ich strikt ab", sagt Feld. Dagegen "sollte das Konjunkturpaket eine deutliche Verbesserung des Verlustrücktrags in der Unternehmensbesteuerung enthalten." "Dies kann unmittelbar liquiditätswirksam werden und den Unternehmen branchenunabhängig helfen, diese schwierige Phase zu überstehen", sagt der Wirtschaftsweise.

+++ 05:28 Reul: Spuckattacken auf Polizei mit aller Schärfe ahnden +++
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul verurteilt Spuckattacken auf Polizisten in der Corona-Pandemie scharf. "Das Anspucken von Polizeibeamten ist strafrechtlich eine Beleidigung, in Corona-Zeiten möglicherweise sogar eine Körperverletzung oder eine gefährliche Körperverletzung", sagt der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". "Diese Spuckerei ist Ausdruck einer tief sitzenden Missachtung des Staates und seiner Institutionen. Dem müssen wir einen klaren Riegel vorsetzen, indem wir das mit aller Schärfe verfolgen und ahnden. Niemand muss sich anspucken lassen." Auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW, Erich Rettinghaus, sagt der Zeitung: "Wer andere gerade während der Corona-Krise absichtlich anspuckt, muss die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen."

+++ 05:17 Corona-Quarantäne rund um Santiago de Chile verlängert +++
Angesichts der weiter steigenden Infektionen mit dem Coronavirus verlängert die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen im Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago bis zum 5. Juni. "Alle Ortschaften in der Metropolregion bleiben unter Quarantäne", sagt Gesundheitsminister Jaime Mañalich. Insgesamt leben in der Region etwa acht Millionen Menschen - das entspricht gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles. Zuvor war die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen innerhalb von nur 24 Stunden um 4328 auf 82.289 gestiegen. Damit liegt Chile in Südamerika nach Brasilien und Peru an dritter Stelle. 841 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Zuletzt hatte die Ärztekammer gewarnt, dass die Intensivstationen des Landes fast ausgelastet seien.

+++ 05:06 Mexiko: mehr Corona-Todesfälle als in Deutschland +++
In Mexiko sind inzwischen mehr Menschen nach einer Infektion mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben als in Deutschland. Die Zahl der Todesopfer steigt in dem nordamerikanischen Land nach offiziellen Angaben auf 8597. Mexiko, das rund 130 Millionen Einwohner hat, ist damit das Land mit den achtmeisten Toten infolge des Coronavirus. Zuletzt kamen innerhalb von 24 Stunden 463 neue Todesfälle hinzu. In Deutschland starben nach den jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts innerhalb von 24 Stunden 47 nachweislich mit dem Virus Infizierte, wodurch sich die Gesamtzahl auf 8349 erhöhte.

+++ 04:51 Spahn warnt vor neuer Spaltung der Gesellschaft +++
Gesundheitsminister Jens Spahn warnt davor, dass die Corona-Krise zu einer ähnlichen Polarisierung wie die Debatte über die Flüchtlingspolitik führen könnte. "Wir haben ein Wir-Gefühl erlebt. Jetzt müssen wir aufpassen", sagt der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Dass Debatten über Gesundheit oder Freiheitsrechte stattfänden, finde er richtig und wichtig. Aber: "Wir alle haben die Verantwortung, dass es nicht wieder so polarisierend wird wie teilweise in der Diskussion über die Migration. Wir müssen sehr aufpassen, dass uns das nicht wieder passiert."

+++ 04:38 Hans: Saarland ist für Corona-Rückkehr gewappnet +++
Das Saarland ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Tobias Hans auf eine mögliche stärkere Rückkehr der Corona-Pandemie gut vorbereitet. Wenn die Schulen wieder geöffnet seien und wenn man sich spätestens ab Herbst wieder überwiegend in geschlossenen Räumen treffe, müsse man auch damit rechnen, "dass es erneut zu einem Ausbruchsgeschehen kommt". Dann sei es möglich, dass wir auch "regional Aktivitäten runterfahren" müssen, sagt Hans der Deutschen Presse-Agentur. "Dafür haben wir aber Vorsorge getroffen, darauf sind wir vorbereitet", betont Hans.

+++ 04:19 Chinese verteilt in Japan kostenlose Lunchpakete +++
Aus Dank an seine japanische Wahlheimat bietet ein chinesischer Restaurantbetreiber in Tokio wegen der Corona-Krise kostenlose Gerichte zum Mitnehmen an. Wie die japanische Tageszeitung "Tokyo Shimbun" berichtet, hat der 44-jährige Chinese seit Inkrafttreten des Notstands im vergangenen Monat mehr als 10.000 Lunchpakete an Gäste seines chinesischen Restaurants ausgegeben. Der Notstand wurde zwar inzwischen vorzeitig aufgehoben, dennoch wolle er seine Aktion bis nächste Woche fortsetzen. Japaner hätten ihm in schwierigen Zeiten geholfen, jetzt wolle er sich dafür revanchieren, heißt es. Der Chinese war 1996 nach Japan gekommen, um die Sprache zu lernen. Später eröffnete er eigene Restaurants für chinesische Küche.

+++ 03:55 Japan: Gemeinden bieten Studenten Aushilfsjobs an +++
In Japan bieten Gemeindeverwaltungen finanziell wegen der Corona-Krise in Not geratenen Studenten bezahlte Aushilfsjobs an. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtet, haben sieben der 23 Gemeinden in Japans Hauptstadt Tokio entschieden, Studenten vorläufig bis kommenden März als Aushilfskräfte bei sich einzustellen. Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums sind landesweit rund 13.000 Studenten davon betroffen, dass Einstellungszusagen, die sie für die Zeit nach der Uni erhielten, wieder gestrichen wurden. Anderen brachen die zum Leben notwendigen Arbeitsverhältnisse in Teilzeitjobs wegen der Pandemie weg. Dadurch seien viele Studenten in finanzielle Notlagen geraten, heißt es.

+++ 03:31 Großbritannien schließt Botschaft in Nordkorea +++
"Die britische Botschaft in Pjöngjang wurde am 27. Mai 2020 vorübergehend geschlossen und alle diplomatischen Mitarbeiter haben die DVRK vorerst verlassen", so Botschafter Colin Crooks auf Twitter unter Verwendung der Initialen des offiziellen Namens Nordkoreas, der Demokratischen Volksrepublik Korea. Die Entscheidung sei getroffen worden, da "Einreisebeschränkungen es unmöglich gemacht haben, unsere Mitarbeiter zu rotieren und den Betrieb der Botschaft aufrechtzuerhalten", teilt das britische Außenministerium mit. Die diplomatischen Beziehungen blieben bestehen und Großbritannien wolle so schnell wie möglich wieder in Pjöngjang präsent zu sein, heißt es.

+++ 03:07 Dolly Parton schreibt Krisenlied "When Life Is Good Again" +++
US-Sängerin Dolly Parton bringt einen neuen Song mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie heraus. Das Lied mit dem Titel "When Life Is Good Again" dreht sich um die derzeitigen Herausforderungen, die Krise zu bewältigen und um die Chance, daraus zu lernen und die Welt zu verbessern. "Das Leben wird wieder gut werden", schreibt der Country-Star auf Twitter. Parton, die mit dem Hit "Jolene" weltbekannt wurde, hat sich während der Pandemie bei verschiedenen Projekten engagiert. Anfang April gab sie bekannt, eine Million Dollar für die Corona-Forschung der Vanderbilt University in der Stadt Nashville zu spenden. Sie startete auch die Videoserie "Goodnight with Dolly", in deren Rahmen die Sängerin wöchentlich Gute-Nacht-Geschichten für Kinder vorlas.

+++ 02:41 Casinos in Las Vegas sollen wieder öffnen +++
Im US-Staat Nevada mit dem Glücksspielparadies Las Vegas sollen nach wochenlangen Corona-Schließungen die Casinos und Hotels wieder öffnen. Der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, gibt den 4. Juni als Termin bekannt. Nach Mitteilung der Behörden müssen die Casino-Betreiber Hygieneauflagen und Abstandsregeln befolgen und den Gästen Schutzmasken anbieten. Auch Fitnesszentren, Schwimmbäder und Wasserparks können ihren Betrieb mit Vorsichtsmaßnahmen wieder aufnehmen, allerdings nur mit Gruppen von maximal 50 Personen.

+++ 02:06 Linke drängen auf Kita- und Schulgipfel im Kanzleramt +++
In der Diskussion um den immer noch eingeschränkten Betrieb in Kitas und Schulen appellieren die Linken im Bundestag dringend an Bundeskanzlerin Angela Merkel, noch vor der Sommerpause zu einem Gipfeltreffen im Kanzleramt einzuladen. "Ein wesentliches politisches Ziel der kommenden Wochen sollte es sein, dass mit dem Ende der Sommerferien bundesweit Schulen und Kitas ihren Regelbetrieb wieder aufnehmen können. Eltern und Kinder brauchen eine klare Perspektive und größtmögliche Planungssicherheit", sagt Fraktionschef Dietmar Bartsch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Beim derzeitigen Infektionsgeschehen lasse sich dieses Ziel umsetzen.

+++ 01:27 Mehr als 25.000 Corona-Todesfälle in Brasilien +++
In Brasilien steigt die Zahl der Todesfälle auf über 25.000. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind in dem lateinamerikanischen Land binnen 24 Stunden weitere 1086 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, die Gesamtzahl beläuft sich auf 25.598 Todesopfer. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle steigt nach offiziellen Angaben um 20.599 auf 411.821.

+++ 00:40 Kinderhilfswerk fordert Öffnung von Schulen +++
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt vor gravierenden Folgen für Kinder und Jugendliche, wenn Schulen und Kitas nicht bald wieder vollständig öffnen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Kollateralschäden auswachsen", sagt Präsident Thomas Krüger der "Welt". Das Fehlen der gewohnten Lehr- und Lernumgebung wirke sich einschneidend auf das soziale Zusammenleben aus. "Es ist ein schwerer Eingriff in ihre Lebenswelt, in ihre Grundrechte und beeinträchtigt ihre psycho-soziale Entwicklung." Was derzeit an Unterricht laufe, sei einfach zu wenig. Bildungsforscher weisen Krüger zufolge darauf hin, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf schon jetzt überproportional abgehängt werden - sowohl was die schulischen Leistungen als auch was das soziale Miteinander betrifft.

+++ 00:02 Fed sendet positive Konjunktursignale +++
In den USA ist die Wirtschaft in den vergangenen Wochen nach Angaben der Notenbank Federal Reserve (Fed) massiv eingebrochen. Allerdings erwarteten viele Firmen, dass das Schlimmste der Corona-Krise hinter ihnen liege, geht aus dem Fed-Konjunkturbericht "Beige Book" hervor.

+++ 23:27 Zahl der Corona-Toten in den USA steigt über 100.000 +++
In der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten steigt die Zahl der erkannten Infektionen in der Zählung der "New York Times" auf 1.701.552 Fälle. Mindestens 100.046 Menschen sind in den USA im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

+++ 23:12 NRW-Landtag beschließt Verzicht auf Diätenerhöhung +++
Die Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtags verzichten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf eine Erhöhung ihrer Diäten. Das beschließt das Landesparlament einstimmig. Durch den Verzicht spart der Steuerzahler ab dem 1. Juli für zwölf Monate insgesamt rund 500.000 Euro. "Die Abgeordneten des Landtags Nordrhein-Westfalen setzen ein Zeichen und zeigen sich solidarisch mit den Menschen im Land, die um ihre Existenz bangen", heißt es in einem gemeinsamen Antrag der vier Fraktionen. Die AfD hatte in einer eigenen Vorlage noch weitergehende Kürzungen gefordert, erhält dafür aber keine Zustimmung.

+++ 22:35 Schweiz rät weiterhin von Reisen nach Italien ab +++
Die Schweiz rät weiterhin von Reisen nach Italien ab und lässt die Grenze zu dem Land vorerst geschlossen, wie Justizministerin Karin Keller-Sutter sagte. Italien hat die einseitige Grenzöffnung ab 3. Juni angekündigt. Keller-Sutter zufolge habe sich die Schweiz um ein koordiniertes Vorgehen bemüht. Die Grenzkontrollen zu Deutschland, Österreich und Frankreich sollen ab 15. Juni fallen. Bis 6. Juli werden Personenfreizügigkeit und Reisefreiheit dann im gesamten Schengen-Raum angestrebt.

+++ 21:58 Grünes Licht für Corona-Warn-App in Frankreich +++
Die französische Nationalversammlung hat grünes Licht für die Corona-App "StopCovid" gegeben. Die Parlamentarier billigten mehrheitlich eine entsprechende Erklärung der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe, wie das Unterhaus des französischen Parlaments berichtete. Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken - auch aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron.

Hinweis: Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, bad/chr/fzö/dpa/rts/AFP/sid