Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 19:50 London meldet 5700 neue Fälle +++

Großbritannien verzeichnet 5693 Corona-Neuinfektionen und damit etwas weniger als die 6042 Ansteckungen vom Vortag. Die Londoner Sonntagszeitung "The Observer" kritisierte den Umgang der britischen Regierung mit der Corona-Krise: "In Anbetracht sowohl der wirtschaftlichen Kosten als auch der mentalen Gesundheit wäre es besser, jetzt härtere Maßnahmen zu ergreifen, als zu spät und dann in einigen Wochen in eine Situation zu geraten, in der die Regierung gezwungen ist, einen vollständigen Lockdown zu verhängen. Das Risiko wird durch die schiere Inkompetenz und den eklatanten Mangel an Strategie im Kern der Regierung von Boris Johnson noch verstärkt."

+++ 19:22 Berliner Gesundheitsämter fordern Soldaten an +++
Berlin setzt auf mehr Soldaten im Kampf gegen Corona. Für die Nachverfolgung von Kontakten bei Infizierten und weitere Testteams bekommen die Gesundheitsämter zusätzliche Unterstützung von Seiten der Bundeswehr. Bisher sind bereits 60 Soldaten dafür im Einsatz. Nun sollen laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" 180 weitere folgen. Die Soldaten sollen bei der Nachverfolgung bei Kontakten von Infizierten und in Abstrich-Teams eingesetzt werden. "Ich freue mich, dass die zusätzlichen Bundeswehr-Soldaten die Bezirksämter tatkräftig bei der Eindämmung der Pandemie unterstützen werden", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci der Zeitung. Die Soldaten werden in elf Bezirken eingesetzt, nicht aber in Friedrichshain-Kreuzberg, obwohl die Zahl der Neuinfektionen dort sehr hoch ist. Der Bezirk lehnt laut dem Bericht den Einsatz von Soldaten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ab.

+++ 18:45 Frankreichs Ärzte schlagen Alarm +++
Französische Ärzte fordern angesichts der angespannten Corona-Lage "drastische Maßnahmen". Ohne diese Maßnahmen würde es Frankreich mit einer zweiten Welle zu tun bekommen, die für Krankenhäuser und Intensivstationen viel schwieriger zu bewältigen sein werde als die erste, hieß es in einem offenen Brief, der im "Journal du Dimanche" veröffentlicht wurde. "Wir müssen jetzt schnell und entschlossen handeln." Die Experten fordern, dass Masken ab sofort immer getragen werden müssen. Spanien, Israel, Großbritannien und Italien setzten bereits seit fast zwei Wochen strikte Maßnahmen um. "Die Gesundheitssituation in Frankreich unterscheidet sich nicht von der in diesen Ländern."

+++ 18:19 Niederlande melden Rekordzuwachs +++
Die Niederlande melden 2995 Corona-Neuinfektionen und damit einen frischen Rekordanstieg. Zuletzt hatte das Land am Freitag mit 2777 bestätigten Ansteckungen einen Rekord verzeichnet.

+++ 17:45 Israel sperrt Rekruten ein +++
Israelische Soldaten in Ausbildung dürfen wegen der Corona-Krise ihre Stützpunkte von Dienstag an nicht mehr verlassen. Das Verbot soll bis zu einem Monat gelten, wie das Militär mitteilte. Begründet wird es mit den hohen Infektionszahlen in dem Land. Die Einsatzbereitschaft der Armee aufrechtzuerhalten, sei eine der wichtigsten Aufgaben, erklärte Generalstabschef Aviv Kochavi. Eine zweite Corona-Welle hat Israel voll erfasst. In dem Land mit etwa neun Millionen Einwohner erreichten die täglichen Infektionszahlen zuletzt Rekordwerte. Mit einem kompletten Lockdown will die Regierung eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

+++ 17:12 In Madrid liegen die Nerven blank +++
In Madrid haben hunderte Demonstranten gegen die Corona-Auflagen demonstriert, die über Teile der spanischen Hauptstadtregion verhängt wurden. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Regionalparlament im südlichen Stadtbezirk Vallecas und forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso. "Das sind keine Beschränkungen - das ist Aussonderung", skandierten die Demonstranten. "Den Reichen erlegen sie keine Beschränkungen auf" stand auf einem Spruchband. In einer höchst umstrittenen Entscheidung hatte die Regionalregierung am 21. September strikte Corona-Auflagen für die rund 850.000 Bewohner von ärmeren Stadtvierteln vor allem im Süden der Hauptstadtregion verhängt. Von Montag an gelten die Auflagen für weitere 167.000 Einwohner, so dass mehr als eine Million Menschen betroffen sind.
Mehr dazu lesen Sie hier

+++ 16:20 Hamm verbietet vier Feste +++
Die Stadt Hamm in Westfalen hat nach einem Corona-Ausbruch und einhergehenden strengeren Regeln für private Feiern am Wochenende vier Feste untersagt. Wie ein Stadtsprecher sagte, handelte es sich dabei um ein sogenanntes Henna-Fest, eine Verlobung und zwei - nicht runde - Geburtstage. Elf größere private Veranstaltungen habe man genehmigt, so der Sprecher. Bei allen habe man kontrolliert, ob sich alle an die Vorgaben halten. Es habe keine Auffälligkeiten gegeben - "es musste keine Feier abgebrochen oder aufgelöst werden." Aktuell gebe es in Hamm 207 akut Infizierte - die Zahl sei damit erstmals seit Bekanntwerden des Ausbruchs gesunken, so die Stadt. Von 15 Neuinfektionen stünden nach aktuellem Stand sieben im direkten Zusammenhang einer Großhochzeit, die als Auslöser für den Ausbruch gilt.

+++ 15:45 Corona-Fälle bei polnischem Club: Auch Nationaltrainer infiziert  +++
Beim polnischen Fußball-Erstligisten Pogon Szczecin (Stettin) sind 30 Spieler und Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Ekstraklasa-Club mit. Unter den Betroffenen seien 21 Profis sowie zwei Mitglieder des Trainerstabes. Sie befänden sich in häuslicher Quarantäne. Die Tests waren vorgenommen worden, nachdem mehrere Spieler grippeähnliche Symptome gezeigt hatten. Auch Polens Fußball-Nationaltrainer Jerzy Brzeczek hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er befinde sich ebenfalls in Quarantäne, teilte der Fußballverband PZPN mit. Für die polnische Auswahl steht als nächstes am 7. Oktober in Danzig (Gdansk) ein Freundschaftsspiel gegen Finnland auf dem Programm, am 11. Oktober trifft sie dort in der Nations League dann auf Italien.

imago0048121902h.jpg

Polens Nationaltrainer Jerzy Brzeczek hat das Coronavirus.

(Foto: imago images/Newspix)

+++ 15:19 Ärztekammer verwarnt sieben Mediziner wegen falscher Atteste +++
Die Ärztekammer Nordrhein hat sieben Mediziner im Visier, die falsche oder nicht ordnungsgemäße Atteste angeboten oder ausgestellt haben, um Patienten von der Maskenpflicht zu befreien. Bei der Kammer laufen laut einer Sprecherin entsprechende berufsrechtliche Verfahren. Laut der Kammer wurde in ihrem Gebiet beispielsweise "ein Mitglied, das Bescheinigungen ausschließlich auf der Basis von Videokontakten angeboten hatte", auf den ärztlichen Pflichtenverstoß hingewiesen. "Die Ärztekammer Nordrhein ist der Auffassung, dass ein solches Vorgehen nicht der von Ärztinnen und Ärzten geschuldeten Sorgfalt entspricht", so eine Sprecherin. Das Mitglied habe inzwischen eine Verzichtserklärung abgegeben. "In einem anderen Fall wurde das betroffene Mitglied aufgefordert, die Werbung für ein Angebot zur Erteilung einer Befreiung auf Wunsch unverzüglich einzustellen und hierüber eine Erklärung abzugeben. Diese Erklärung wurde abgegeben und die Werbung entfernt", so die Ärztekammer.
Mehr dazu lesen Sie hier

+++ 14:45 Grenzwert überschritten: Bundeswehr muss in Remscheid aushelfen +++
Die Bundeswehr schickt zehn Kräfte nach Remscheid, um dort bei Corona-Tests und der Kontakt-Nachverfolgung von Infizierten zu helfen. Wie die Stadt am Wochenende mitteilte, hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sich vorher telefonisch bei Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gemeldet und entsprechende Hilfe angeboten. "Die Kräfte werden voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche ihren Dienst in Remscheid antreten", so die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Die Zahl infizierter Menschen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen lag am Sonntag laut Robert Koch-Institut bei einem Wert von 72,1 - und damit immer noch weit über der kritischen Marke von 50. Die Stadt hatte am Mittwoch unter anderem eine Maskenpflicht an Schulen auch im Unterricht sowie strengere Regeln für private Feiern eingeführt.

*Datenschutz

+++ 14:17 Victoria lockert Lockdown und verschärft Geldstrafen +++
Der strenge Corona-Lockdown in Australiens Bundesstaat Victoria und dessen Hauptstadt Melbourne wird gelockert. Die seit fast zwei Monaten geltende nächtliche Ausgangssperre werde am Montag aufgehoben, teilte Victorias Premierminister Daniel Andrews mit. Zugleich kündigte er neue hohe Geldbußen für Verstöße gegen die Corona-Regeln in dem am stärksten von der Pandemie getroffenen Bundesstaat an. Unerlaubte Menschenansammlungen im Freien oder in geschlossenen Räumen sollen künftig mit umgerechnet rund 3000 Euro bestraft werden. Eindringlich warnte Andrews davor, im Kampf gegen das Virus leichtsinnig zu werden. "Es wird mit Wucht zurückkommen. Wenn wir nachlässig werden und so tun, als sei es vorbei, wird es aus dem Ruder laufen." Zwar können nun 130.000 Menschen zurück an ihre Arbeitsplätze. Für sportliche Aktivitäten dürfen die Einwohner sich aber weiterhin nur zwei Stunden am Tag und im Umkreis von fünf Kilometern zu ihrer Wohnung bewegen.

+++ 13:44 Schüler müssen zum Massentest auf Parkplatz +++
In Flensburg sind mehrere Schulklassen auf einem Parkplatz auf Corona getestet worden. Oberbürgermeisterin Simone Lange wies auf Facebook auf eine starke Staubildung hin und bat alle Testpersonen, "erst zu der Ihnen zugeteilten Uhrzeit zu erscheinen". Hintergrund des Massentests mit mehr als 160 Menschen, für den die Kassenärztliche Vereinigung ihr mobiles Testzentrum zur Verfügung stellte, sind die gestiegenen Corona-Zahlen in Flensburg. Ein Sprecher der Stadt sagte, die Stadt habe 26 neue Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen registriert. Alle Fälle gingen auf eine große private Feier in Dänemark zurück, an der auch viele Gäste aus Flensburg teilgenommen hätten. Es seien auch Schulkinder betroffen, weshalb jetzt ganze Klassen getestet würden. Außer dem Massentest am Sonntag solle voraussichtlich noch eine weitere Testung am Dienstag erfolgen.

+++ 13:16 Zwei Bundesländer sind gegen strengere Regeln +++
Kurz vor der Ministerpräsidentenkonferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie haben sich die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Sachsen, Reiner Haseloff und Michael Kretschmer, gegen strengere Regeln ausgesprochen. Haseloff sagte der "Bild am Sonntag", "in Sachsen-Anhalt verfolgen wir weiter unseren eigenen Weg". Die Infektionen in seinem Bundesland würden zwar leicht nach oben gehen, sie seien aber noch nachverfolgbar. Deshalb gebe es keinen Grund für Verschärfungen. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte dem Blatt, er setze auf Freiwilligkeit statt Zwang. "Ich setze auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen, die sich jetzt im Herbst verstärkt disziplinierter verhalten werden und müssen." Am Dienstag beraten die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten untereinander sowie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

+++ 12:42 Wahl-Kurierdienst für Menschen in Quarantäne +++
Die von einem Corona-Ausbruch betroffene Stadt Hamm in Westfalen hat zur Kommunalwahl am Sonntag einen besonderen Service für Menschen in Quarantäne eingerichtet: Ruft man bei der städtischen Wahl-Hotline an, werden die Briefwahlunterlagen zu Hause vorbeigebracht - und auch wieder mitgenommen. Wie die Stadt am Wochenende mitteilte, kann der oder die Betroffene auch einer weiteren Person eine persönliche Vollmacht ausstellen und die entsprechenden Wahlunterlagen abholen lassen - und hinterher die versiegelten Stimmzettel abgeben lassen. Mit Stand Samstag waren laut Stadtverwaltung in Hamm 2757 Menschen in Quarantäne. Der Corona-Ausbruch steht nach Erkenntnissen der Behörden im Zusammenhang mit einer Großhochzeit mit mehreren Hundert Gästen und damit verbundenen weiteren Festen.

+++ 11:40 Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht +++
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Städte- und Gemeindebund eine Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes solle überall dort vorgeschrieben werden, "wo im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden kann - etwa bei Weihnachtsmärkten oder belebten Plätzen - und wo das Infektionsgeschehen die kritische Grenze von mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner erreicht hat oder überschreitet", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

+++ 10:55 RKI-Chef: Ansteckungen vor allem im privaten Umfeld +++
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat den Eindruck bestätigt, dass viele der aktuellen Corona-Infektionen in Deutschland auf private Zusammenkünfte zurückzuführen sind. "Die Menschen stecken sich derzeit hauptsächlich im privaten Umfeld an, also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst", sagte er der "Welt". Der private Bereich spiele "die große Rolle". Dagegen sei das Risiko einer Ansteckung in Betrieben bisher nicht so hoch, sagte Wieler. Es habe zwar sehr spektakuläre Ausbrüche gegeben, aber nicht sehr viele. "Die meisten Betriebe scheinen die Pandemie gut zu managen." Auch in Geschäften gebe es bislang ganz wenige Ansteckungen, sagte der RKI-Chef. An Schulen gebe es mittlerweile einige Ausbrüche. Dies müsse gut analysiert werden.

+++ 10:15 Tschechien meldet 1985 neue Corona-Fälle +++
Die Zahl der Corna-Neuinfektionen in Tschechien ist wieder leicht gesunken. Das Gesundheitsministerium teilte mit, 1985 Menschen hätten sich neu mit dem Coronavirus infiziert. Am Tag davor lag die Zahl der Neuinfektionen bei 2946, allerdings wird am Wochenende weniger getestet. Die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen liegt damit bei 63.294. Neun Menschen sind innerhalb der vergangenen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, insgesamt steigt die Zahl der Todesopfer auf 591.

+++ 09:22 RKI-Chef Wieler warnt vor Risiko durch Stadionbesuch +++
Der Präsident des Robert Koch-Institutes in Berlin, Lothar Wieler, würde in der momentanen Situation nicht in ein Fußball-Stadion gehen. "Ich werde sicher nicht unter so viele Menschen gehen, wenn ich nicht muss", sagte der 59-Jährige der "Welt am Sonntag". Der RKI-Chef ist bekennender Fan des 1. FC Köln. In der Bundesliga sind die Zuschauer teilweise wieder in die Stadion zurückgekehrt. Vor Saisonbeginn hatte die Politik beschlossen, bundesweit in einem Probebetrieb bis zu 20 Prozent der Stadien in der ersten und zweiten Bundesliga wieder zu füllen. Am Samstag war beim Erstligaspiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen (1:3) der Besuch der Zuschauer wieder verboten worden. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Gelsenkirchen lag zum entscheidenden Zeitpunkt wieder über 35. Laut Robert Koch-Institut (RKI) hatten sich 39,5 von 100.000 Menschen in der Stadt infiziert. Damit war der entscheidende Warnwert überschritten worden.

+++ 08:35 Demonstranten verstoßen gegen Lockdown in Israel +++
Trotz verschärfter Corona-Lockdown-Maßnahmen haben am Samstag nach Sonnenuntergang Tausende Menschen in verschiedenen Städten gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu demonstriert. Seine Kritiker werfen ihm vor, er nutze den erneuten Anstieg von Coronavirus-Infektionen aus, um einen Angriff auf Israels demokratische Grundsätze, einschließlich des Demonstrationsrechts, zu legitimieren. Die meisten Demonstranten, die sich in Jerusalem und anderen Städten kurz vor dem wichtigsten jüdischen Feiertag, dem am Sonntag beginnenden Fest Jom Kippur, versammelten, trugen Masken und hielten Abstand. Zuvor hatte Netanjahu die Proteste als "Brutstätten" des Virus bezeichnet. Am Freitag hatte die Regierung nach Rekordzahlen von Infektionen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land für zunächst rund zwei Wochen verschärft.

+++ 07:46 RKI: mehr als 1400 Neuinfektionen +++
Das Robert-Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1411 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekannt gab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

+++ 06:55 USA melden mehr als 45.000 Neuinfektionen +++
In den USA sind nach einer Reuters-Zählung binnen 24 Stunden 45.851 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt haben sich damit 7,11 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um mindestens 742 auf 204.538.

+++ 06:18 Galeria Karstadt Kaufhof fordert Möglichkeit von Sonntagsöffnungen +++
Der Chef der Kauhaus-Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof, Miguel Müllenbach, plädiert für mehr Sonntagsöffnungen in Pandemie-Zeiten. "Wir sind mit vielen Städten, aber auch den Kirchen zu diesem Thema im Gespräch und bekommen viel Unterstützung", sagt Müllenbach der "Bild"-Zeitung. "Die Gewerkschaften sollten ihre Position in dieser Frage noch einmal überdenken."

+++ 05:34 Virus erreicht die Provinzen Argentiniens +++
In Argentinien sind in bislang mehr als 700.000 Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die genaue Zahl wird vom Gesundheitsministerium mit 702.484 angegeben. 15.543 Menschen starben. Zuletzt gab es im Sieben-Tage-Zeitraum durchschnittlich 11.082 neue Positiv-Tests am Tag. Damit liegt das Land weltweit an Platz fünf hinter Indien, den USA, Frankreich und Brasilien - trotz deutlich geringerer Bevölkerungszahl. Das bereits zuvor unter einer Wirtschaftskrise leidende Argentinien hat als eines der ersten Länder in Lateinamerika strikte Quarantäneregeln eingeführt. Es folgten schrittweise Lockerungen. Das Virus breitete sich allmählich von der Hauptstadt Buenos Aires in die Provinzen aus.

+++ 04:18 Brief von Corona-Leugner landet im Museum +++
Das Historische Museum der Pfalz in Speyer hat den anonymen Brief eines Kritikers der Corona-Schutzmaßnahmen in die laufende "Medicus"-Ausstellung eingebunden. Da diese auch Verschwörungstheorien thematisiere, zeige man den Brief an die Institution als Beispiel, hieß es. Die Leitung habe das Schreiben als Zeitdokument eingestuft. Der Autor des anonymen Briefs hatte unter anderem geschrieben, es sei keine Ansteckungsgefahr mehr vorhanden, und Hygiene-Maßnahmen seien unnötig. "Mit Maske und Abstand ins Museum? Nein Danke!", hieß es. Man solle sich nicht "für dumm verkaufen" lassen. "Lieber anonymer Verfasser dieser Botschaft, hättest Du Dich überwunden und mit Maske unsere Ausstellung besucht, wäre dieser Rundgang vielleicht für Dich erhellend gewesen", antwortete das Museum in einer Mitteilung. "Wir zeigen zum Beispiel, wie schon vor 100 Jahren in Zeiten der Spanischen Grippe das Tragen von Masken ein wesentliches Mittel war, um der damaligen Pandemie Herr zu werden."

+++ 03:14 Bund hält Milliardenreserven für Corona-Maßnahmen +++
Der Bund hält gewaltige Liquiditätsreserven zur weiteren Bekämpfung der Corona-Krise bereit. Auf einem Konto bei der Deutschen Bundesbank liegen rund 148 Milliarden Euro, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium berichtet. Damit solle sichergestellt werden, dass die Handlungsfähigkeit des Bundes bei Umsetzung der Hilfspakete und Sonderprogramme stets gewährleistet ist. Erst am Ende des Jahres sei bekannt, welche Beträge zur Abwehr der Corona-Krise tatsächlich benötigt würden.

+++ 02:31 Grüne empört über auslaufende Studenten-Hilfen +++
Die Grünen im Bundestag bemängeln, dass Studenten nur noch bis Ende des Monats Corona-Finanzhilfen vom Staat beantragen können. "Es ist unverantwortlich und unsozial, die ohnehin miserabel ausgestattete Überbrückungshilfe für Studierende trotz steigender Infektionszahlen zum Semesterstart einzustellen", erklärte ihr Hochschul-Experte Kai Gehring. Das Krisenmanagement von Bildungsministerin Anja Karliczek von der CDU nannte er ein "Stück aus dem Tollhaus". "Die soziale Notlage vieler Studierender, die sich pandemiebedingt verschärft hat, ist der Bundesbildungsministerin offenbar schnuppe. Das macht fassungslos und ist zukunftsvergessen", erklärte Gehring. Eine "Generation Corona", die ihr Studium abbricht oder sich verschulden muss, dürfe es nicht geben.

+++ 01:28 Lauterbach will kostenlose Grippeimpfung für alle +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert wegen der Corona-Pandemie in diesem Herbst und Winter kostenlose Grippeschutz-Impfungen für bundesweit alle Versicherten. Der Bundestagsabgeordnete sprach in der "Welt am Sonntag" von einer "sehr sinnvollen Maßnahme mit geringen Kosten". Wegen der Pandemie raten Ärzte in diesem Jahr besonders zur Impfung gegen Grippe. Allerdings übernehmen viele Anbieter die Kosten nur für Patienten, die zu einer Risikogruppe zählen. Dass der Impfstoff knapp werden könnte, fürchtet Lauterbach nicht: "Auch dieses Jahr wird der Impfstoff reichen - wir können es uns leisten, diesen allen Versicherten kostenfrei zur Verfügung zu stellen", sagte Lauterbach.

+++ 01:05 Tunesien kommt erstmals auf über 1000 neue Fälle +++
Erstmals seit Beginn der Pandemie hat Tunesien mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines einzigen Tages registriert. Binnen 24 Stunden seien 1087 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Tunis mit. 11 Menschen seien gestorben. Das Ministerium warnte vor einer "gefährlichen Situation" im Oktober. Insgesamt registrierten die Behörden in dem nordafrikanischen Land bislang mehr als 14.000 Corona-Fälle und 191 Tote in Verbindung mit Covid-19. Das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit ist mittlerweile wieder Pflicht. Gesundheitsminister Fausi Mehdi kündigte an, jeder positiv Getestete müsse sich zur Quarantäne in ein Hotel begeben. Für den Anstieg sollen insbesondere auch größere Hochzeitsfeiern verantwortlich sein. Tunesien leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft.

+++ 00:21 Portugiesen wollen höheren Mindestlohn +++
Tausende Arbeiter haben in Portugal für höhere Löhne protestiert. Bei Kundgebungen in verschiedenen Städten des Landes forderten sie eine Anhebung des Mindestlohns auf 850 Euro. Derzeit liegt er mit 635 Euro so niedrig wie nirgendwo sonst in Westeuropa. Die Demonstranten forderten von der Regierung zudem, mehr zur Sicherung von Arbeitsplätze zu tun, die wegen der Corona-Pandemie gefährdet sind. Die Zahl der Arbeitslosen in Portugal war zuletzt um ein Drittel auf rund 400.000 gestiegen. Aufgerufen zu dem Protest hatte die größte Dachgewerkschaft des Landes, die CGTP. Die Regierung von Ministerpräsident Antonio Costa hat verschiedene Projekte auf den Weg gebracht, die Unternehmen durch die Zeit der Virus-Krise bringen soll. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

+++ 23:15 Baden-Württemberger zahlen fast 50 Millionen Corona-Hilfen zurück +++
Von den mehr als 2,2 Milliarden Euro Corona-Soforthilfe für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige in Baden-Württemberg sind knapp 48 Millionen Euro schon wieder zurückgezahlt worden. Dieses Geld sei durch insgesamt 5500 Rückzahlungen zusammengekommen, teilte das Landeswirtschaftsministerium mit. Die Corona-Soforthilfe hatte sich an Solo-Selbstständige gerichtet sowie - in verschiedenen Stufen - an Unternehmen mit maximal 50 Beschäftigten. Antrage dafür konnten bis Ende Mai gestellt werden. Grundsätzlich handelte es sich um einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Es gibt jedoch bestimmte Fallkonstellationen, bei denen das anders aussieht, etwa, wenn sich bei einem Unternehmen der Umsatzrückgang als weniger gravierend als befürchtet erwiesen hat. Obendrein bekamen manche Firmen durch die Kombination verschiedener Hilfsprogramme mehr Geld als gedacht. In solchen Fällen seien die Antragsteller verpflichtet, dies mitzuteilen und zu viel gezahltes Geld zurückzuzahlen, hatte das Wirtschaftsministerium mitgeteilt.

+++ 22:07 Slowakei verzeichnet Rekordzuwachs +++
Die Slowakei meldet mit 552 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg. Die Gesamtzahl der Ansteckungen in dem Land mit 5,5 Millionen Einwohnern liegt bei 8600. 44 Menschen starben seit Beginn der Pandemie im März.

+++ 21:30 Ein Drittel der Ansteckungen allein in NRW +++
Nordrhein-Westfalen verzeichnet mit 625 neuen Fällen fast ein Drittel der bundesweiten Neuinfektionen. Die Hälfte der zwölf Bundesländer mit Datenangaben kommt auf dreistellige Zuwachsraten: Bayern (380), Baden-Württemberg (251), Niedersachsen (186), Hessen (175) und Berlin (143) kämpfen ebenfalls gegen ein dynamisches Ansteckungsgeschehen.

+++ 21:13 Deutschland meldet fast 2000 Neuinfektionen +++
Obwohl nur 12 von 16 Bundesländern zum Wochenende Daten liefern, verzeichnet Deutschland abermals fast 2000 neue Infektionen. Ohne Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt melden die Gesundheitsämter deutschlandweit 1981 Neuinfektionen und 7 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden.

+++ 20:25 Mehr als 14.000 neue Fälle in Frankreich +++
Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich bleibt hoch. Binnen 24 Stunden gab es 14.412 neue Fälle, nach 15.797 am Freitag und dem Rekordhoch von 16.096 am Donnerstag. Die Gesamtzahl klettert damit auf 527.446. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 39 auf 31.700.

*Datenschutz

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, mau/mra/rts/dpa/AFP/dj