Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 19:53 Kassel: Bayern meldet Infektionen von Reiserückkehrern verspätet +++

Der Stadt Kassel sind eigenen Angaben zufolge Corona-Infektionen von Reiserückkehrenden verspätet aus Bayern gemeldet worden. In der Stadt sei die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle binnen eines Tages um 26 deutlich angestiegen, hieß es. Im Landkreis Kassel sei die Zahl der aktuell Infizierten um 6 auf 24 gestiegen. "Ein Großteil der betroffenen Personen ist von Reisen aus der Balkanregion zurückgekehrt", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Nach bisherigen Erkenntnissen seien diese Personen bereits vor mehreren Tagen bei ihrer Einreise nach Deutschland an der Grenze in Bayern getestet worden. "Die positiven Testergebnisse sind der Stadt Kassel jedoch erst am Freitag, 14. August, mitgeteilt worden."

+++ 19:27 Rund 1000 Menschen demonstrieren in Hamburg gegen Corona-Politik +++
Rund 1000 Menschen haben am Samstag in der Hamburger Innenstadt gegen Maskenpflicht und die Corona-Politik von Bund und Ländern demonstriert. Die Polizei zählte auf dem Jungfernstieg rund 900 Protestler, doch auch auf den breiten Bürgersteigen rechts und links mischten sich Sympathisanten, Unterstützer, Gegner, Neugierige und unbeteiligte Passanten in großer Zahl. Gesichtsmasken trug kaum einer der Demonstranten, im Lauf der Veranstaltung wurden die Abstände zwischen ihnen kürzer. Schließlich bat die Polizei, die Kundgebung zu beenden, da die Auflagen nicht mehr eingehalten würden. Die Veranstalter reagierten darauf, indem sie die Demonstranten sich neu aufstellen ließen. Die Demo durfte fortgesetzt werden.

+++ 18:36 Test-Panne in Bayern noch immer nicht behoben +++
Die Gesundheitsbehörden in Bayern waren auch am Samstag nicht in der Lage, das Problem bei der Benachrichtigung von Urlaubsrückkehrern zu lösen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Zahlen, die unter anderem darüber Auskunft geben sollen, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis nun inzwischen erfahren haben, sollen nun am Sonntagnachmittag bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ursprünglich hatte die Staatsregierung erklärt, bis Donnerstagmittag soll jeder der positiv Getesteten sein Ergebnis kennen. Diese Deadline verstrich, weitere am Freitag und Samstag ebenfalls. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ergebnisse von 44.000 Tests noch nicht bei den Betroffenen gelandet waren, darunter sollen mehr als 900 positive Tests sein.

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+++ 18:10 Menschen in Deutschland halten sich an Quarantäne +++
Gegen die Anordnung zur Quarantäne beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus gibt es in Deutschland keine nennenswerten Verstöße. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" auf Grundlage einer Umfrage in Landkreisen mit besonders hohen Infektionszahlen. Die Ordnungsämter in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Herne, Unna, Duisburg, Gütersloh, Mönchengladbach, Düren und Wesel, in denen derzeit überdurchschnittlich viele Menschen zu Hause ausharren, haben demnach keinen Grund zur Klage. Auch in den Großstädten Berlin, im hessischen Offenbach und im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen stellten die Ordnungsämter dem Bericht zufolge kaum Verstöße fest. Da sie nicht alle Bürger an ihren Wohnorten überwachen könnten, nähmen die Beamten Stichprobenkontrollen vor und gingen Hinweisen von Nachbarn und Mitbürgern nach.

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+++ 17:47 Niederlande warnen vor Reisen nach Spanien, Frankreich und Belgien +++
Die Niederlande haben ihre Reisewarnungen für Spanien, Frankreich und Belgien verschärft. Von Reisen nach unter anderem Paris, die Region um Marseille, Brüssel, Ibiza und Mallorca wird abgeraten, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtet. Die Warnung gelte ab Mitternacht. Wer aus diesen Ländern in die Niederlande einreist, soll für 14 Tage in Heim-Quarantäne. Die Niederlande reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in den Ländern.

+++ 17:03 Lauterbach: "Wir müssen mit vielen infizierten Rückkehrern rechnen" +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßt die Entscheidung des Auswärtigen Amts, für fast ganz Spanien eine Reisewarnung auszusprechen. "Mallorca ist inzwischen klar ein Risikogebiet", sagte der Bundestagsabgeordnete der "Rheinischen Post" und warnte: "Wir müssen leider mit vielen infizierten Rückkehrern rechnen." Tests nach der Rückkehr seien daher "unbedingt notwendig". Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gilt schon seit einigen Wochen, dass sie sich beim Gesundheitsamt melden und Angaben zu Symptomen und einem eventuellen Corona-Test machen müssen. Seit dem vergangenen Wochenende greift zudem eine Testpflicht bei der Heimkehr.

+++ 16:13 Grünen-Chefin kritisiert Spahn: Tests kommen zu spät +++
Nach der Reisewarnung der Bundesregierung für den größten Teil Spaniens hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Fehler vorgeworfen. Es sei "ein fatales Versäumnis", dass die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikoländern erst mitten in der Reisewelle beschlossen worden sei, kritisiert Baerbock. "Das hätte am Anfang der Sommerferien stehen müssen und nicht kurz vor Ende." Inzwischen seien Tausende Urlauber bereits nach Deutschland zurückgekehrt. Falsch sei auch die Entscheidung der Europäischen Union, dass der Mittelplatz in Flugzeugen weiter besetzt werden dürfe. "Alle haben davor gewarnt, unterstrich Baerbock. "Das ist ein absoluter Beschleuniger der ganzen Krise." Mitten in der Pandemie sei weiterhin "absolute Vorsicht geboten".

+++ 15:37 Auch in Trier Verzögerungen bei Tests +++
In Rheinland-Pfalz kommt es nun ebenfalls zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen der Corona-Tests - etwa in Trier. Es sei schwer zu schaffen, alle negativen Befunde zeitnah herauszugeben, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels. Das liege auch daran, dass alles mit Papier gemacht werde. Alle positiven Fälle seien aber sofort informiert worden - "da sind wir ganz nah an den Leuten", meint Michels. "Das ist hier nicht so wie in Bayern. Wir schaffen es nur nicht, die negativen Befunde zeitnah rauszugeben." In Bayern hatte es drastische Verzögerungen gegeben: 44.000 Rückkehrer von Auslandsreisen warteten - Stand Mittwoch - nach Tests an den Autobahnen dort noch auf ihre Ergebnisse, darunter mehrere Hundert nachweislich Infizierte.

+++ 14:58 Verbraucherschützer: Spanien-Reisende sollten ihre Flugbuchungen prüfen +++
Verbraucherschützer raten Menschen, die ungeachtet der Reisewarnung der Bundesregierung individuell nach Spanien reisen wollen, zur sorgfältigen Prüfung der gebuchten Flüge. Zwar stehe es jedem zumindest von deutscher Seite aus frei, überall hinzureisen. Es könne jedoch sein, dass Airlines geplante Flugverbindungen nicht mehr anbieten, warnt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Dieses Risiko besteht auch für Reisende, die sich derzeit bereits in Spanien befinden. Während bei Pauschalreisenden der Veranstalter für die Organisation der Rückreise verantwortlich ist, steht es Individualreisenden grundsätzlich frei, ob sie ihren Urlaub wie geplant fortsetzen oder sich um eine frühere Rückreise bemühen möchten. Das Auswärtige Amt hatte am Freitagabend eine Reisewarnung wegen hoher Infektionszahlen für ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln ausgesprochen. Sie gilt also auch für Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln.

+++ 14:11 Spahn: "Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich" +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigt die Reisewarnung für Spanien. "Ich weiß, wie sehr die Deutschen Spanien als Urlaubsland lieben. Und ich weiß, was diese Entscheidung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeutet. Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark", sagt der CDU-Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag". "Wer trotz der Warnung nach Spanien fährt, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen. Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich." Wer aus dem Spanienurlaub komme, müsse in Quarantäne, solange er kein negatives Testergebnis habe.

+++ 13:32 Kinn, Hosentasche, Oberarm: So "parkt" sich die Maske am besten +++
Der Mediziner Andreas Podbielski rät dazu, Masken, die vorübergehend nicht im Gesicht getragen werden, über den Ellbogen auf den Oberarm zu schieben und auf diese Weise aufzubewahren. Im Gespräch mit der "Welt" sagt der Professor und Direktor am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Universitätsmedizin Rostock: "Stecke ich die Maske in meine Hosentasche, dann muss ich sie rein- und wieder rausfummeln und grapsche sie dabei ab." So gelangten die Stoffe auf der Oberfläche der Maske in die Hosentasche und umgekehrt. "Dann habe ich das im Gesicht, wenn ich sie wieder aufsetze." Auch die Maske unters Kinn zu ziehen, sei keine gute Lösung. "Das ist sicherlich eine ziemliche Schweinerei, weil das eher ein schmutzigerer Bereich des Gesichts ist." Außerdem gelangten so Aerosole und Tröpfchen aus der eigenen Atemluft und anderer Personen auf den Mund-Nasen-Schutz. Zwar gebe es keine "wissenschaftlichen Forschungsergebnisse" dazu, aber die Maske am Oberarm zu verstauen, sei "einfach plausibel". "Die Maske ist zwar nicht geschützt, aber so kontaminationsfrei aufbewahrt, wie nur irgend möglich." Und weiter: "Die Kontaktpunkte der Maske mit dem Oberarm sind nur an den Kanten. Der Teil, der an Mund und Nase aufliegen soll, bauscht dann vom Arm ab und kriegt keinen Kontakt mit irgendetwas."

+++ 13:07 Dänemark kündigt Maskenpflicht in Bus und Bahn an +++
In Dänemark gilt ab dem 22. August eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das teilt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit. Mit dieser Maßnahme reagiert sie auf eine Zunahme von positiven Corona-Tests im Land.

+++ 12:39 Maas: "Für Großveranstaltungen ist es definitiv noch zu früh" +++
Außenminister Heiko Maas erwartet wegen der Pandemie international noch eine lange andauernde Krise. "Die Infektionszahlen nehmen zu. Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Global wird die Bekämpfung der Corona-Krise noch lange ein beherrschendes Thema bleiben", sagt der SPD-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Maas warnt davor, die Lage zu unterschätzen. Es müsse in Deutschland alles getan werden, damit es keine zweite Corona-Welle gebe. "Für Großveranstaltungen etwa ist es definitiv noch zu früh. Und: Masken mögen gerade bei der Hitze lästig sein. Aber sie helfen, um die Ausweitung des Virus zu verlangsamen, und sind immer noch deutlich besser, als drastischere Einschränkungen."

+++ 12:17 Russland hat mit Impfstoff-Produktion begonnen +++
Russland hat mit der Produktion seines neuen Impfstoffs begonnen, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldet. Nach früheren offiziellen Angaben soll der Impfstoff als weltweit erster überhaupt bis zum Monatsende auf dem Markt gebracht werden. Manche Wissenschaftler befürchten, dass die Regierung in Moskau dabei Schnelligkeit vor Sicherheit setzt.

+++ 11:56 FDP-Fraktionsvize: Risikogebiet-Touristen sollten Tests selbst zahlen +++
Der stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionschef Michael Theurer plädiert dafür, dass Reisende den Pflichttest selbst bezahlen müssen, wenn sie bewusst in Risikogebiete fahren. "Wer sich eine Fernreise mitten in der Pandemie ausgerechnet in ein Risikogebiet leisten kann und trotz kostenloser Stornierungsmöglichkeiten nicht umbucht, muss auch das Geld für einen Pflichttest aufbringen", sagt er. Einreisende aus Risikogebieten mit sehr vielen Corona-Fällen sind seit einer Woche verpflichtet, sich testen zu lassen und sich bis zum Bescheid einer Nichtinfektion in Quarantäne zu begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohnern gegeben hat.

+++ 11:32 30.000 deutsche Pauschalurlauber auf Balearen +++
Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Mit geschätzt mehr als 90 Prozent dürften die meisten von ihnen auf Mallorca Urlaub machen, sagt DRV-Sprecher Torsten Schäfer. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollen. Am Vorabend hatte die Bundesregierung ihre bisher für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Inselgruppe Balearen ausgedehnt.

+++ 11:07 Kanzler Kurz will strengere Kontrollen an den Grenzen +++
Nach dem Anstieg der Infektionszahlen in Österreich will Bundeskanzler Sebastian Kurz schärfere Kontrollen von Urlaubsrückkehrern an den Grenzen. Bei einem kürzlichen Aufenthalt in einem von rund 30 Risikogebieten müssen Rückkehrer einen negativen Corona-Test mit sich führen, der nicht älter als 72 Stunden ist, oder sie müssen in eine zehntägige Quarantäne. "Hier muss strenger kontrolliert werden", sagt Kurz der Zeitung "Österreich". Er schloss auch Tests direkt an der Grenze nicht aus. Das liege in der Verantwortung der Gesundheitsbehörden. Risikogebiete sind unter anderem das spanische Festland, die Länder des Westbalkans, aber auch Rumänien, Bulgarien, Schweden, die USA und Russland.

+++ 10:39 Russland meldet mehr als 5000 weitere Fälle +++
In Russland sind in den vergangenen 24 Stunden weitere 5061 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steigt die Gesamtzahl auf 917.884. Das ist das vierthöchste Niveau weltweit. 729.411 Menschen werden als genesen registriert. Die Zahl der Toten, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, steigt um 119 auf 15.617.

+++ 10:03 Pandemie erschwert Arbeit von Rettungsschwimmern +++
Die Rettungsschwimmer an der Ostsee stecken in diesem Sommer in einem Dilemma. Die Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie erschwerten die Rettungseinsätze, sagt Hans-Jörg Andonovic-Wagner von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Lübeck-Travemünde. Außerdem seien viele der Wachstationen nicht mit der vollen Personalstärke besetzt, da eine Reihe von ehrenamtlichen Rettern aus Angst vor einer Infektion ihren Einsatz abgesagt hätten. Probleme bei Rettungseinsätzen habe es aber trotz der vollen Strände der vergangenen Tage nicht gegeben, so Andonovic-Wagner.

+++ 09:38 Indien startet digitalen Gesundheitsausweis +++
In Indien soll jeder Bürger einen digitalen Gesundheitsausweis bekommen. Ein entsprechendes Projekt für das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern hat Ministerpräsident Narendra Modi anlässlich des indischen Unabhängigkeitstages gestartet. Seinen Worten zufolge sollen unter individueller Kennung die Aufzeichnungen unter anderem zu jedem Gesundheitstest, jeder Erkrankung und jeder medikamentösen Behandlung festgehalten werden. "Technologie wird klug genutzt, um die Probleme bei Behandlungen zu reduzieren - ob es die Wahl von Ärzten, Geldzahlungen oder die Verfügbarkeit von Dokumenten in Krankenhäusern geht", sagt Modi. Zur aktuellen Corona-Krise ergänzt er, in Indien würden derzeit drei Impfstoffe gegen das Virus getestet. Das Land sei bereit für die Massenproduktion.

+++ 09:10 Südkorea meldet so viele neue Fälle wie zuletzt im März +++
Südkorea verzeichnet so viele neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden wie zuletzt Anfang März. Wie der "Guardian" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurden 166 Infektionen gemeldet. In dem Land sind bislang 15.039 Infektionen und 305 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert worden. Die Regierung sieht sich angesichts der jüngsten Zahlen zu strikteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Virus genötigt. In der Hauptstadt Seoul und den angrenzenden Regionen gelten nun wieder schärfere Kontaktbeschränkungen.

+++ 08:42 Woidke kritisiert andere Länderchefs für Vorpreschen bei Regeln +++
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ruft die Länder zu einer engen Zusammenarbeit bei Corona-Regeln auf und warnt sie vor Profilierungen. "Es war sehr wirkungsvoll für Deutschland, dass sich die Länder im März und April sehr eng mit der Bundesregierung abgestimmt haben", sagt der amtierende Bundesratspräsident in Potsdam. "Es war die Basis, um so bei uns bisher relativ glimpflich und moderat durch diese Corona-Krise zu kommen." Der SPD-Politiker kritisiert, dass einzelne Länder mit eigenen Vorschlägen nach vorn gingen, nennt aber keine Namen. "Das permanente Vorpreschen mancher Bundesländer hilft aber allen nicht, weil es die Menschen verunsichert und dann die Frage kommt, warum machen die etwas, was die anderen nicht machen."

+++ 08:11 Nur noch 24 von 412 deutschen Regionen ohne neue Infektionen +++
Die Gesamtzahl der Kreise und kreisfreien Städte (inklusive Berliner Bezirke), die in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Fälle gemeldet haben, nimmt weiter ab. Gab es gestern noch 29 Regionen (Donnerstag: 39) mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 0, so sind es jetzt nur noch 24. Damit ist ein neuer Tiefstwert im Berechnungszeitraum seit 6. Mai erreicht. Der bisherige Spitzenwert von 158 war vor zwei Monaten - am 15. Juni - verzeichnet worden. Das Robert-Koch-Institut weist neben den 400 Kreisen und kreisfreien Städten auch für die 12 Berliner Bezirke jeweils eine eigene 7-Tage-Inzidenz aus. Derweil ist auf der Infektions-Karte für Deutschland weiterhin ein roter Fleck zu sehen: Dem neuesten RKI-Datenstand zufolge überschreitet der Landkreis Dingolfing-Landau mit einem Wert von 95,6 (gestern: 100,8, vorgestern: 93,5) weiterhin die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Die kreisfreien Städte Herne, Wuppertal und Hagen im Ruhrgebiet nähern sich weiter der kritischen Marke, ebenso wie Offenbach mit Werten über 30.

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+++ 07:48 Ärztepräsident Reinhardt fordert bundesweit Testzentren +++
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, spricht sich in der Corona-Pandemie für Testzentren deutschlandweit aus. "Um eine Überforderung der niedergelassenen Ärzte zu vermeiden, sollten die Tests besser und einheitlicher organisiert werden", sagt Reinhardt der "Rheinischen Post". Auch mit Blick auf die im Herbst zu erwartenden saisonalen Infekte müssten die Corona-Tests von der Regelversorgung getrennt werden. "Wenn massenhaft Corona-Test-Patienten und Patienten mit saisonaler Grippe in den Hausarztpraxen aufeinandertreffen, wird das für die Kollegen nicht mehr zu schaffen sein", mahnt Reinhardt. "Reihentestungen zum Beispiel von Reiserückkehrern sollten deshalb ausschließlich und bundesweit in Testzentren durchgeführt werden", argumentiert der Ärztepräsident. Denn: "In den Zentren hat man Teams, die ständig Schutzkleidung tragen und nichts anderes tun, während die Tests in den Hausarztpraxen sehr aufwändig sind."

+++ 07:10 RKI: 1415 registrierte Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Zahl der bekannten Neuinfektionen in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis zum Morgen 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Krise haben sich mindestens 222.828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldet (Datenstand 15.8., 0 Uhr). Seit dem Vortag wurden 6 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Toten liegt nach RKI-Angaben nun bei 9231. Bis zum Morgen hatten 200.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

+++ 06:44 Baerbock fordert Tests für alle Lehrer und Erzieher nach dem Urlaub +++
Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert systematische Corona-Tests für Lehrer und Erzieher, die aus dem Urlaub zurückkommen. Bisher seien die Testangebote freiwillig und stichprobenartig, sagt Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die ersten Ausfälle von Schulen und Kitas nach den Sommerferien zeigen aus meiner Sicht, dass jede Lehrerin und jeder Erzieher, die aus dem Urlaub kommen, erstmal getestet werden sollten." Während Kinder und Jugendliche zum Infektionsschutz nach Jahrgängen getrennt würden, wechselten an vielen Schulen die Lehrer von Klasse zu Klasse, sagte Baerbock zur Begründung.

+++ 06:16 Mehr als 6 Millionen Infektionen in Lateinamerika +++
In Lateinamerika sind mittlerweile 6.000.005 Corona-Fälle bestätigt, wie aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht. Es ist die von der Pandemie am schlimmsten betroffene Region. Die Zahl der Toten kletterte auf 237.360.

+++ 05:47 Deutlich mehr Anrufe bei zentraler Hotline 116 117 +++
Die Corona-Krise hat zu einem großen Ansturm bei der bundesweiten Service-Telefonnummer 116 117 der Kassenärzte geführt. "Waren es im Gesamtjahr 2019 acht Millionen Anrufe, ist diese Zahl schon nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 mit 9,2 Millionen Anrufen deutlich getoppt worden", sagt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. In den Hauptmonaten der Corona-Krise März und April riefen demnach bis zu 3000 Menschen gleichzeitig an. Teilweise gab es bis zu 58.000 Anrufe stündlich. Derzeit können bei der Hotline unter anderem in mehreren Ländern Corona-Teststellen in der Nähe erfragt werden.

+++ 05:16 Wegen Corona - Verbraucherschützer fordern Gratis-Reservierungen bei der Bahn +++
Bahnreisende im Fernverkehr sollten aus Verbraucherschützer-Sicht in der Corona-Krise kostenlos einen Sitzplatz reservieren können. "Neben der Maskenpflicht ist Abstand einfach das Beste, was wir zur Zeit tun können", sagte Klaus Müller, der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Züge dürften nicht voll gedrängt sein. "Auf viel befahrenen Strecken muss die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen", sagte Müller. "Wobei die Reservierungsgebühren im Fernverkehr während Corona entfallen sollten." Wer zweite Klasse fährt, zahlt für die Reservierung derzeit 4,50 Euro.

+++ 04:56 Vietnam will russischen Impfstoff kaufen +++
Vietnam plant, den russischen Covid-19-Impfstoff namens "Sputnik" zu kaufen. Wie der "Guardian" berichtet, sei im Staatsfernsehen angekündigt worden, dass eine große Bestellung aufgegeben werden solle. Um wie viele Dosen es gehe, sei nicht gesagt worden. Wissenschaftler haben angesichts des hohen Entwicklungstempos der Russen Befürchtungen geäußert, es könnte nicht mit der erforderlichen Sorgfalt gehandelt worden sein.

+++ 03:43 Kalifornien meldet als erster US-Bundesstaat 600.000 Infektionen +++
Als erster Bundesstaat in den USA verzeichnet Kalifornien mehr als 600.000 bestätigte Corona-Fälle. Das ergibt eines Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters. Gouverneur Gavin Newsom verweist allerdings darauf, dass trotz der steigenden Fallzahlen Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in den vergangenen zwei Wochen um 20 Prozent zurückgegangen seien. Verlegungen auf Intensivstationen seien im selben Zeitraum um 14 Prozent zurückgegangen.

+++ 02:31 Brasilien registriert mehr als 50.000 Neuinfektionen +++
Brasiliens Gesundheitsministerium meldet 50.644 Neuinfektionen und 1060 weitere Tote. Insgesamt sind in dem Land somit nunmehr 3.275.520 Corona-Fälle bestätigt worden, 106.523 Menschen starben.

+++ 01:40 Dänemark kippt Sechs-Tage-Regel +++
Touristen müssen bei der Einreise nach Dänemark künftig nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Die Regierung und die Parlamentsparteien einigten sich am Freitag nach stundenlangen Verhandlungen darauf, die umstrittene Sechs-Tages-Regel abzuschaffen. Wie aus einer am späten Abend veröffentlichten Vereinbarung hervorgeht, wird die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen weiter bei 100 belassen. Über eine mögliche Lockerung soll demnach im September neu diskutiert werden. Restaurants, Kneipen und Cafés dürfen statt bis Mitternacht jetzt bis 2.00 Uhr öffnen, Nachtclubs und Diskotheken bleiben bis Ende Oktober weiter dicht.

+++ 00:31 Weltweit 21 Millionen Infizierte +++
Das Coronavirus ist laut einer Datenauswertung der Nachrichtenagentur Reuters weltweit inzwischen bei mehr als 21 Millionen Menschen nachgewiesen worden. 759.000 Menschen starben demnach.

+++ 23:46 Kroatien schließt Nachtclubs nach Mitternacht +++
Kroatien meldet 208 Neuinfektion mit dem Coronavirus und kündigt an, Nachtclubs nach Mitternacht zu schließen. Das sagte der Chef-Epedemiologe Krunoslav Capak bei einer Pressekonferenz. Das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 31. Sie hätten sich zumeist in den Nachtclubs angesteckt, die auch nach 0 Uhr noch geöffnet haben.

+++ 22:54 USA melden mehr als 50.000 Neuinfektionen +++
Die US-Seuchenzentren CDC geben 52.799 festgestellte Neuinfektionen und 1169 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt 5,228 Millionen Infektionen und 166.317 Tote verzeichnet.

+++ 22:31 Schulleiter stellt sich gegen Maskenpflicht - Behörde schreitet ein +++
Das Schulamt Neuruppin hat einen Schulleiter gestoppt, der sich in einem Schreiben an die Eltern gegen die Maskenpflicht in seiner Grundschule in Rathenow gewandt hatte. Das hat das brandenburgische Bildungsministerium bestätigt. "Das versandte Schreiben vom 12.08.2020 entspricht nicht den rechtlichen Bestimmungen und wird damit zurückgezogen", sagte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld in einem Bericht der "Berliner Zeitung" mit Blick auf den Vorstoß des Schulleiters. Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine" über den Fall berichtet. Zu möglichen Konsequenzen für den Schulleiter wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

+++ 22:15 Landesärztekammer warnt vor Anti-Masken-Demo in Hamburg +++
Die Ärztekammer Hamburg warnt die Menschen davor, sich an der für den morgigen Samstag in Hamburg angekündigten Anti-Masken-Demo "Querdenken 40" zu beteili­gen. "Allein der Besuch dieser Demonstration stellt aufgrund der nicht einzuhaltenden Mindestabstände eine Gefahr für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Gesundheit der Menschen unserer Stadt dar", sagte Präsident Pedram Emami. Er und Vizepräsidentin Birgit Wulff bezeichneten es als "besonders unverständlich", dass sich auch Ärzte an den Protesten gegen die Coronamaßnahmen beteiligten, und kündigten an, man werde genau beobachten, ob es zu Verstößen gegen die Berufsordnung komme, beispielsweise durch das Ausstellen falscher Atteste. "Konkreten Hinweisen da­rauf nachzugehen gehört zu unseren gesetzlichen Aufgaben", wird Emami in der Mitteilung der Ärztekammer zitiert.

+++ 21:43 New York lässt Museen noch im August wieder öffnen +++
In New York dürfen Museen unter Auflagen ab dem 24. August wieder öffnen. Dabei gelten Maskenpflicht und vorgeschriebene Laufwege, wie der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, sagte. Die Museen dürften zudem nur höchstens ein Viertel der üblicherweise erlaubten Zahl an Besuchern einlassen und müssten zeitgebundene Tickets verkaufen, hieß es weiter. Die Corona-Krise hat die Kulturbranche der Stadt hart getroffen. Unter anderem die Broadway-Theater und die Metropolitan Opera haben alle Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres abgesagt. Die Stadt war im März und April eines der weltweiten Epizentren der Pandemie, mit inzwischen rund 226.000 bestätigten Infizierten. Während seitdem landesweit die Fallzahlen stark anstiegen, bleiben diese bisher in New York weiter niedrig. Die Quote positiver Tests liegt unter zwei Prozent.

+++ 21:31 Weiterer Fall beim FC Barcelona: Verletzter Umtiti infiziert +++
Kurz vor dem Viertelfinalspiel in der Champions League gegen den FC Bayern München hat der FC Barcelona einen weiteren Corona-Fall bekannt gegeben. Der französische Fußball-Weltmeister Samuel Umtiti, der nicht zum Team beim Finalturnier in Lissabon gehört, sei positiv auf Covid-19 getestet worden, schrieb der katalanische Club auf seiner Internetseite. Der Abwehrspieler zeige keine Symptome und sei zu Hause isoliert. Der 26-Jährige ist aktuell verletzt und war daher auch nicht nach Lissabon mitgereist. Er ist der zweite Corona-Fall bei den Katalanen.

+++ 21:21 Stripclub-Besuch in Toronto endet für 550 Menschen in Quarantäne +++
Die Stripclubs in Toronto dürfen erst seit zwei Wochen wieder öffnen. Jetzt müssen 550 Menschen in Quarantäne, nachdem ein Mitarbeiter eines Strip-Lokals in der kanadischen Metropole positiv auf das Virus getestet worden ist. Laut Behördenangaben soll es sich um den ersten Fall dieser Art handeln, seit Toronto die Auflagen für Nachtclubs und Restaurants am 31. Juli wieder gelockert hatte. Das Strip-Lokal wird wegen Missachtung von Auflagen belangt.

+++ 21:04 Slowakischer Abgeordneter und "Corona-Leugner" infiziert +++
Zum ersten Mal ist in der Slowakei ein Parlamentsabgeordneter positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Betroffen ist ausgerechnet ein Mitglied der einzigen slowakischen Parlamentspartei, die die Existenz der Pandemie bezweifelt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur TASR berichtet, handelt es sich bei dem infizierten Abgeordneten um Eduard Kocis von der rechtsextremen Volkspartei Unsere Slowakei LSNS. Kocis bestätigte selbst gegenüber den Abendnachrichten des Senders TV Markiza, er habe sich gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn bei einem Familienurlaub in Bulgarien angesteckt. Die am Rande der Legalität agierende LSNS kritisierte Corona-Warnungen wiederholt als Teil einer internationalen Verschwörung. Ende Juli löschte Facebook nach Hinweisen slowakischer Medien eine Video-Botschaft von LSNS-Chef Marian Kotleba. Darin hatte der Rechtsaußen-Politiker behauptet, der Kampf gegen die "erfundene Pandemie" diene dazu, den Menschen ihre Freiheit zu nehmen.

+++ 20:46 Nordrhein-Westfalen meldet erneut die meisten Neuinfektionen +++
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland erneut gestiegen: Bundesweit werden 1491 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet (1455 am Vortag). Während die Zahl in Berlin mit 89 Fällen rückläufig ist, bleiben die Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen nahezu gleich mit 538 neuen Fällen. Abgesehen vom Corona-Ausbruch rund um den Schlachtbetrieb Tönnies (539 Infektionen am 21. Juni), meldet das bevölkerungsreichste Bundesland den höchsten Tageszuwachs seit dem 22. April.

Daneben verzeichnen noch drei weitere Bundesländer Zahlen im dreistelligen Bereich: Bayern (211 Fälle), Hessen (179) und Baden-Württemberg (152). Einzig Bremen verzeichnet momentan noch mit 7 Fällen Neuinfektionen im einstelligen Bereich. Auch der 7-Tage-Trend zeigt mit 1045,6 Fällen erneut eine Entwicklung nach oben - der höchste Wert seit dem 4. Mai (1008,1 am Vortag).

Aktuell sind 12.761 Menschen mit dem Virus infiziert. Damit steigt die Zahl der Infektionen in Deutschland insgesamt auf 221.896. Nach RKI-Schätzungen gelten 199.908 Menschen als genesen. Mit 15 Todesfällen innerhalb von 24 Stunden sind bislang 9227 Menschen in Deutschland nach einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben (Der Stadtkreis Potsdam hat seine Zahl um 2 Fälle nach unten korrigiert, weshalb es nur 13 Todesfälle in der Statistik sind).

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, cri/fzö/rts/dpa/AFP