Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 19:58 Nach Opferfest: Höchstwert bei Neuinfektionen in Bangladesch +++

Nachdem Bangladesch einen strikten Lockdown mehr als eine Woche für das muslimische Opferfest Eid Al-Adha aufgehoben hatte, hat das Land seine höchste Zahl an Neuinfektionen seit Pandemiebeginn registriert. Mehr als 15.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden wurden in dem mehrheitlich muslimischen 160-Millionen-Einwohner-Land gemeldet. Zudem seien knapp 90 Prozent der Betten in Krankenhäusern belegt, sagte Gesundheitsminister Zahid Maleque. Während der zeitweisen Aufhebung des Lockdowns reisten Zehntausende Menschen mit überfüllten Fähren und Bussen aus großen Städten in ihre Dörfer, um dort das Opferfest am vergangenen Mittwoch zu feiern.

+++ 19:21 "Sehe das mit Sorge": Spahn kritisiert Gedränge bei Christopher Street Day +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert laut "Welt" die Missachtung von Hygieneregeln beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag. "Die Bilder vom CSD, wo Menschen ohne Maske innig auf der Straße tanzen, passen nicht zur aktuellen Pandemie-Lage. Ich sehe das mit Sorge", sagte Spahn dem Blatt zufolge in der heutigen Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern. "Die AHA-Regeln gelten für alle - unabhängig vom Anlass des Treffens", wird er zitiert.

+++ 18:50 Dobrindt: Geimpfte sollten von Quarantäne-Pflichten befreit werden +++
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt spricht sich dafür aus, Geimpfte von Quarantäne-Pflichten zu befreien. "Die Delta-Variante erhöht das Risiko für Nicht-Geimpfte, eine Infektion zu bekommen und sie weiter zu verbreiten", sagte er der "Welt". Deswegen müssten sich Quarantäne-Regeln von Nicht-Geimpften und Geimpften unterscheiden. Mittelfristig sollten Corona-Tests auch wieder selbst bezahlt werden, fügte der CSU-Landesgruppenchef hinzu.

+++ 18:17 New York: Mitarbeiter der Stadt müssen sich testen oder impfen lassen +++
Nach dem medizinischen Personal müssen in New York ab Mitte September auch alle städtischen Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Das teilte Bürgermeister Bill de Blasio mit. Unter die zum Schulanfang in Kraft tretende Regelung fallen rund 340.000 städtische Angestellte, darunter auch Polizisten und Lehrpersonal. Die US-Ostküstenmetropole will damit die sich rasch ausbreitende Delta-Variante bekämpfen.

+++ 17:44 Erstaunen über sinkende Zahlen in Großbritannien und Niederlanden +++
Mit einem kritisch beäugten "Freedom Day" feiert Großbritannien vor Kurzem die Aufhebung der Corona-Regeln. Mittlerweile stellen Experten wie Zivilbevölkerung erstaunt fest: Ein negativer Effekt bleibt aus. Auch in den Niederlanden sinken die Zahlen wieder.

+++ 17:14 Niederlande lockern Reiseregeln für Länder mit hohen Inzidenzen +++
Die Niederlande lockern die Regeln für Reisen in europäische Hochrisikogebiete. Ab Dienstag würden Reisewarnungen für EU-Länder mit hoher Inzidenz abgeschafft, teilt die Regierung mit. Zur Zeit wird noch von nicht notwendigen touristischen Reisen etwa nach Spanien, Portugal und Zypern abgeraten. Reisewarnungen nur aufgrund von Infektionszahlen seien nicht verhältnismäßig, erklärt die Regierung und verweist auch auf den hohen Impfgrad in Europa. In den Niederlanden sind den Angaben der Behörden zufolge 59 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft, mehr als 83 Prozent haben eine Dosis erhalten. Ab 8. August werden allerdings die Regeln für Heimkehrer aus Ländern mit hoher Inzidenz verschärft. Dann ist die Einreise in die Niederlande nur noch mit Impfnachweis oder negativem Test möglich.

+++ 16:50 Infektionsgeschehen sorgt für Unsicherheit in der Bevölkerung +++
Mit den erneut steigenden Infektionszahlen wächst bei den Deutschen die Sorge, sich anzustecken. Nur 53 Prozent der Menschen fühlten sich sicher oder sehr sicher, dass sie sich vor einer Infektion schützen könnten, teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit. Mitte Juni waren es noch 62 Prozent gewesen. Die große Mehrheit derjenigen, die das BfR für seinen "Corona-Monitor" befragte, achten weiterhin auf Sicherheitsmaßnahmen. So gaben 96 Prozent an, in den vergangenen zwei Wochen Maske getragen zu haben. Zwei Drittel der Befragten hielten weiter Abstand zu anderen Menschen. 88 Prozent befürworteten auch die von der Politik verhängten Regeln zu Abstand, Masken und Quarantäne als angemessen.

+++ 16:22 Biontech-Chef Sahin: Vakzin schützt auch bei Delta vor schwerem Verlauf +++
Die Schutzwirkung des Impfstoffs von Pfizer und Biontech verringere sich wegen der Delta-Variante, die Wirksamkeit gegen einen schweren Krankheitsverlauf sei aber bei den meisten Menschen weiterhin hoch, sagt Biontech-Chef Ugur Sahin dem "Wall Street Journal". Möglicherweise benötigten die meisten Menschen keine dritte Dosis des Impfstoffs. Sahin will sich nun aus der Debatte um eine Auffrischungsdosis heraushalten.

+++ 15:54 Israel überwacht Einhaltung von Quarantäne-Regeln mit SMS und GPS +++
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen überprüft Israel künftig die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrern aus "roten" Ländern mithilfe von SMS und GPS. "Rote" Länder haben besonders hohe Inzidenzen. Dorthin dürfen Israelis nur mit Sondergenehmigung reisen. Personen würden während der einwöchigen Quarantäne SMS mit einem Link erhalten, erklärt ein Sprecher des Ministers für innere Sicherheit. Sie müssten auf den Link klicken und würden damit ihre GPS-Koordinaten an die Behörden senden. Wer nicht auf den Link klicke, werde so wie bisher Kontrollbesuche von der Polizei erhalten, so der Sprecher. Ab kommender Woche werde es dann die Möglichkeit geben, auf den Link zu klicken und ein Selfie mit den GPS-Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes zu verschicken.

+++ 15:36 Spahn-Ministerium: Genügend Impfstoff für "unmittelbare" Impfangebote +++
Für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums inzwischen ausreichend Impfstoff, um allen Interessierten "unmittelbar" ein Impfangebot machen zu können. "Das zu Beginn der Impfkampagne ausgegebene Ziel, jeder impfwilligen Person bis Ende des Sommers ein Angebot einer Erstimpfung zu machen, wurde also bereits zu Anfang des Sommers und damit deutlich früher erreicht - und somit übererfüllt", heißt es in einem Bericht, mit dem Ressortchef Jens Spahn den Gesundheitsausschuss des Bundestags und seine Länder-Kollegen über den Stand informierte. "Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben", heißt es in dem Bericht weiter.

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+++ 15:11 Griechenland impft nun auch 12- bis 15-Jährige +++
In Griechenland öffnet in den kommenden Tagen eine Online-Plattform, auf der für 12- bis 15-Jährige ein Termin zur Impfung gebucht werden kann. Das sagt der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias dem Fernsehsender Skai. Erst vor Kurzem hat das Land mit der Impfung von 16- und 17-Jährigen begonnen. In dieser Altersgruppe sind bereits rund 30.000 Termine vergeben worden. Kikilias geht davon aus, dass die Zahl vor allem zum Beginn des neuen Schuljahres im September noch weiter steigen wird. Ein Termin für Minderjährige kann nur vereinbart werden, wenn die Eltern zustimmen. Die Neuinfektionen schnellten in den vergangenen Wochen in Griechenland in die Höhe, nachdem die Regierung Maßnahmen gelockert und das Nachtleben freigegeben hatte.

+++ 14:44 USA halten wegen Delta-Variante an strikten Einreiseregeln fest +++
Die USA werden Insidern zufolge vorerst keine Reisebeschränkungen aufheben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund sei die ansteckendere Delta-Variante, so ein Vertreter des US-Präsidialamtes. "Nach derzeitigem Kenntnisstand mit der Delta-Variante werden die USA an den bestehenden Reisebeschränkungen festhalten." Derzeit können unter anderem Ausländer, die sich zuletzt in den Schengen-Staaten, Großbritannien oder China aufgehalten haben, nicht in die USA einreisen.

UPDATE: Eine Sprecherin des Weißen Hauses äußerte sich später ähnlich. Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten", sagte Jen Psaki.

+++ 14:24 Wegen Delta-Variante: Fallzahl im Iran steigt auf Rekordstand +++
Der Iran hat einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen erreicht. Als Ursache wird von den Gesundheitsbehörden eine zunehmende Verbreitung der Delta-Variante angegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden trotz eines Lockdowns binnen eines Tages 31.814 Neuinfektionen registriert. Im selben Zeitraum starben 322 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Iran liegt nun bei über 3,7 Millionen, die der Corona-Toten bei fast 89.000. Der Iran ist von der Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen für das Land erheblich erschwert haben. Bislang wurden ungefähr 13 Prozent der Iraner mit hauptsächlich chinesischen Vakzinen geimpft.

+++ 13:59 Kretschmer: Nachteile für Ungeimpfte sind "keine Diskriminierung" +++
Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer von der CDU sieht bei einer möglichen vierten Corona-Welle im Herbst Menschen mit Impfschutz klar im Vorteil. "Sie dürfen keine Einschränkungen haben wie diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen. Das ist keine Diskriminierung", sagte er. Die Werkzeuge der Politik seien begrenzt: "Ich halte es für richtig, dass es keinen Impfzwang gibt. Das heißt aber auch, dass man ohne Impfung Nachteile wie das ständige Testen in Kauf nehmen muss." Man habe den Verlauf der Pandemie durch richtiges Verhalten selbst in der Hand.

+++ 13:38 Dr. Specht: Sinkende Zahlen in UK zeigen "Kontrollillusion" +++
Großbritannien verblüfft derzeit viele Forscher. Trotz der großen Lockerungen im Land steigen die Infektionszahlen nicht an. Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt das Phänomen der "Kontrollillusion" und spricht über Unterschiede zwischen Getesteten und Geimpften.

+++ 13:17 Bundesregierung erwägt wieder "zusätzliche Maßnahmen" +++
Die Bundesregierung will angesichts rasch steigender Corona-Infektionszahlen über ein stärkeres Gegensteuern beraten. Die aktuelle Lage biete trotz der niedrigen Inzidenzen durchaus Anlass zur Sorge, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Stand heute seien die Fallzahlen binnen einer Woche um 75 Prozent gestiegen. "Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, müssen wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen." Es gelte alles zu tun, um eine Situation wie im Frühjahr zu vermeiden, sagte sie mit Blick auf die zurückliegende dritte große Corona-Welle. Dies solle auch Thema einer Runde mit den Ministerpräsidenten sein. Einen Termin dafür nannte sie noch nicht. Im Fokus stünden Bemühungen für eine höhere Impfquote, der Umgang mit Reiserückkehrern und mögliche konkrete Maßnahmen gegen die steigenden Zahlen.

+++ 13:08 Irland öffnet Innengastronomie für Geimpfte +++
In Irland dürfen Restaurants und Cafés in Irland seit heute auch in geschlossenen Räumen wieder Gäste bedienen. Zugelassen sind pro Tisch bis zu sechs Erwachsene, die vollständig geimpft sein müssen, sowie maximal neun Minderjährige als Begleitung. Kurzfristig änderten die Behörden die Regeln für die Kontaktnachverfolgung: Aus jeder Gruppe muss nur eine Person ihre persönlichen Daten angeben. Erwartet wird, dass mehr als 3000 Pubs öffnen, die die bisher geltenden Abstandsregeln nicht erfüllen konnten oder wollten. Viele Kneipen hatten deshalb seit Beginn der Pandemie geschlossen. Bisher haben in dem EU-Staat knapp 2,4 Millionen Menschen - fast die Hälfte der Bevölkerung - zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten.

+++ 12:39 Baerbock hält Einschränkungen für Ungeimpfte für möglich +++
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schließt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen Einschränkungen für Ungeimpfte nicht aus. Das Wichtigste sei zunächst, jedem Menschen ein Impfangebot zu machen, sagte sie beim Wahlkampfauftakt der Brandenburger Grünen für die Bundestagswahl. "Und dann im nächsten Schritt, wenn das geleistet worden ist, darüber zu sprechen, dass in manchen Bereichen eben Leute, die geimpft sind, Dinge tun können und andere nicht", erklärte Baerbock. Kanzleramtsminister Helge Braun von der CDU hatte die Diskussion über Einschränkungen für Menschen ohne Corona-Impfung am Sonntag angestoßen. "Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist", sagte Braun der "Bild am Sonntag".

+++ 12:11 Höchster Fallanstieg seit Januar: China veranlasst Massentest +++
Erstmals seit Januar hat China 76 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages vermeldet. Der neue Höchstwert veranlasste das Land zu einer umfangreichen Testaktion bei Millionen von Einwohnern in der östlichen Provinz Jiangsu. Für Besorgnis sorgten besonders 40 inländische Ansteckungen, von denen 39 aus Jiangsu und eine aus Liaoning gemeldet wurden, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte.

+++ 11:35 Weil Kreuzimpfung Reisen erschwert: Dänen versprechen dritte Dosis +++
In Dänemark soll Menschen mit einer Kreuzimpfung zweier verschiedener Corona-Impfstoffe eine dritte Dosis angeboten werden. Das dänische Gesundheitsministerium teilte dem Rundfunksender DR mit, dass den Kreuzgeimpften das Angebot eines dritten Pikses gemacht werde, nachdem die nationale Impfkampagne abgeschlossen sei. Grund dafür ist laut DR, dass mehrere Länder außerhalb des EU- und Schengenraums eine Impfung mit unterschiedlichen Präparaten bei der Einreise nicht als vollständige Impfung anerkennen. Das kann Reiseprobleme für jene rund 150.000 dänischen Bürger mit sich bringen, die zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bekommen haben.

+++ 11:09 RKI-Zahlen: schwächstes Impf-Wochenende seit Februar +++
Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland ist inzwischen zwar vollständig gegen Corona geimpft, das Impftempo verlangsamt sich jedoch weiter deutlich. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden am Samstag 197.901 Dosen verabreicht, 119.376 weitere am Sonntag - In Summe also 317.277 Impfungen, was das schwächste Impf-Wochenende seit fünf Monaten bedeutet. Weniger waren es zuletzt am 27./28. Februar.

Insgesamt sind inzwischen 49,4 Prozent der Gesamtbevölkerung voll geimpft. Das sind rund 41,1 Millionen Menschen. 50,6 Millionen - 60,9 Prozent - haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,8 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 56,9 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,6 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,6 Prozent).

+++ 10:34 Sylt will sich eigenmächtig Lockerungen widersetzen +++
Viele Sylter Betriebe und Bewohner sehen die Lockerungen der Corona-Regeln in Schleswig-Holstein skeptisch und überlegen, über ihr Hausrecht an Corona-Tests festzuhalten. Konkret geht es um den Wegfall der Testpflicht beim Besuch von Innenräumen in Restaurants und im Beherbergungsbetrieb während des Aufenthaltes. "Sehr sehr viele auf Sylt sind gegen diese voreiligen Lockerungen, die ein großes Risiko bergen", schreibt der Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Nikolas Häckel, auf Facebook. Er appelliert, an der bisherigen Teststrategie für anreisende Gäste festzuhalten und über das Hausrecht Corona-Tests zu fordern. Diverse Betriebe haben nach Angaben Häckels bereits ihre Bereitschaft dazu mitgeteilt. "Sicher, es werden nicht alle begeistert sein - es geht aber um unsere Gesundheit, um unser Sylt und um die Vermeidung eines weiteren lokalen Lockdowns", schreibt Häckel weiter.

+++ 10:12 Dahmen: Ohne Impfung drohen "eine Million Long-Covid-Leidende" +++
Seit dem Vorstoß von Kanzleramtsminister Braun diskutiert Deutschland wieder hitzig über das Schlagwort der "Impfpflicht". Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen stellt im "ntv Frühstart" jedoch klar: Die Logik der Rechte-Rückgabe wird in der Debatte verdreht. Er schlägt stattdessen drei Maßnahmen vor.

+++ 09:38 Justizministerin: Impfpflicht ist rechtlich nicht möglich +++
Bundesfamilien- und Justizministerin Christine Lambrecht von der SPD lehnt eine Impfpflicht ab. "Es wird keine allgemeine Impfpflicht geben", sagt Lambrecht dem "Deutschlandfunk". Sie sei rechtlich auch nicht möglich. Eine Corona-Impfung könne ihrer Einschätzung nach auch keine Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sein. Sollte es in Heimen oder Krankenhäusern Impfverweigerer geben, habe man immer noch die Möglichkeit, dass diese regelmäßig getestet werden müssten. Dass Geimpfte, Genesene und Getestete etwa beim Zugang zu Veranstaltungen gleichgestellt seien, habe sich bewährt. Nachdem jeder eine Impfangebot erhalten habe, müsse man aber die Frage stellen, warum die Allgemeinheit diese Tests bezahlen müsse, sagt Lambrecht.

+++ 09:09 Fauci "sehr frustriert": USA auch unter Biden jetzt "auf falschem Kurs" +++
Der US-Virologe Anthony Fauci hat sich besorgt und frustriert über die Entwicklung der Corona-Lage in den USA geäußert. Fauci war als Berater des Weißen Hauses immer wieder prominent als Widersacher des Ex-Präsidenten Donald Trump aufgetreten. Mit Bidens Amtsübernahme schwenkten die USA in der Corona-Politik zwar um, das Impftempo zog rasant an, die Infektionszahlen gingen stark zurück. Inzwischen aber lahmt die Impfkampagne, die Fallzahlen schnellen in die Höhe. "Wir sind auf dem falschen Weg", sagte Fauci dem US-Sender CNN. Insbesondere unter Anhängern der Republikaner ist der Anteil von Impfgegnern weiter groß, unter Ungeimpften stecken sich weiter viele Menschen an. Fauci sei darüber "sehr frustriert", dass sich das Land nun in dieser "unnötigen Misslage" befinde.

+++ 08:34 Lindner: Testen und mobil impfen, statt Unterschiede bei Freiheiten +++
Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner hat sich dagegen ausgesprochen, Geimpften mehr Freiheiten zurückzugeben, als Ungeimpften. "Ich halte diesen Weg in Deutschland nicht für richtig, aber klar ist, dass wir handeln müssen", sagte er im ZDF und verwies auf die "steigenden, aber noch nicht bedrohlichen" Corona-Fallzahlen. Lindner forderte stattdessen unter anderem eine Fortsetzung der Test-Strategie. "Testbasierte Öffnungskonzepte haben sich in der Vergangenheit während der letzten Wellen schon bewährt", betonte der FDP-Chef. Es müsse eine "politische Garantie" geben, dass ein neuer Lockdown ausgeschlossen werde, forderte Lindner. Er schlug zudem vor, den Einsatz von mobilen Impfteams auszubauen und eine neue Bewertung des Pandemiegeschehens vorzunehmen. "Die Orientierung auf die Inzidenz, wie wir sie jetzt gerade auch wieder in der öffentlichen Debatte erleben, überzeugt schon lange nicht mehr", sagte er.

+++ 08:05 Weitere Region überschreitet Inzidenz von 50 +++
Mit dem Landkreis Berchtesgadener Land weist nun eine dritte deutsche Region eine 7-Tage-Inzidenz von über 50 auf. Der Kreis meldet 58,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der letzten Woche. Auch im Stadtkreis Solingen (67,2) und dem Landkreis Lüneburg (63,0) steigen die Inzidenzen weiter. Mit dem Stadtkreis Kaiserslautern liegt ein weiterer Kreis außerdem bei einer aufgerundeten Inzidenz von glatt 50 (49,985). Insgesamt verzeichnen zehn Kreise eine Inzidenz von über 35. Nur 12 Regionen melden keine Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen. Vor zwei Wochen traf das noch auf 45 Kreise zu.

+++ 07:38 Nach heftiger Delta-Welle: Südafrika lockert Maßnahmen +++
Angesichts fallender Infektionszahlen hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa die Aufhebung der meisten Corona-Maßnahmen angekündigt. Der Höhepunkt der dritten Corona-Welle sei "weitgehend" überschritten, sagte der Staatschef. Das Verkaufsverbot für Alkohol sowie die Einschränkungen für Reisen im Inland und Versammlungen würden aufgehoben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen habe in der vergangenen Woche bei durchschnittlich rund 12.000 gelegen, sagte Ramaphosa. Dies seien rund 20 Prozent weniger als im Vorwochen-Durchschnitt. Während die Zahl der Neuansteckungen in der bevölkerungsreichsten Provinz Gauteng deutlich zurückgegangen sei, gebe die Situation in den Provinzen Ostkap, Westkap sowie KwaZulu-Natal weiterhin Anlass zur Sorge, sagte Ramaphosa. Die nächtliche Ausgangssperre bleibe angesichts der Lage in Kraft, ebenso wie die Maskenpflicht.

+++ 07:03 Inmitten von Protesten: Frankreich verabschiedet teilweise Impfpflicht +++
In Frankreich hat das Parlament das Gesetz zur Schaffung einer Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und der Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses verabschiedet. Allein am Samstag hatten 160.000 Menschen dagegen demonstriert, im Parlament war um die letztendliche Kompromissfassung tagelang gerungen worden. Das nun verabschiedete Gesetz sieht eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor. Anders als von der Regierung vorgeschlagen, droht Impf-Verweigerern in diesen Berufen allerdings nicht die Entlassung, sondern nur eine Aussetzung des Gehalts. Mit der Ausweitung des Gesundheitspasses, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt, soll ab August erstmals eine Corona-Testpflicht für nicht Immunisierte in französischen Gaststätten und Fernzügen greifen. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit Mittwoch eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.

+++ 06:36 Experte: Herdenimmunität in Deutschland unerreichbar +++
Der Saarbrücker Pharmakologe Thorsten Lehr hält eine Herdenimmunität in Deutschland für unrealistisch. "Ich glaube nicht, dass sie erreichbar ist", sagte der auf Corona-Prognosen spezialisierte Professor. Hauptgrund dafür sei das zu langsame Impftempo und die noch immer zu geringe Impfbereitschaft. Seinen Berechnungen zufolge sieht er stattdessen eine neue Corona-Welle auf Deutschland zukommen. "Das exponentielle Wachstum ist voll im Gange", sagt er, die Zahlen würden nun weiter steigen. Bei einer Fortsetzung des aktuellen Trends erwartet er bis Ende September eine Verzehnfachung der gegenwärtigen Inzidenz.

+++ 06:13 Montgomery für mehr Geimpften-Freiheiten, FDP "versteht Freiheit nicht richtig" +++
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält es für richtig, wenn gegen das Coronavirus Geimpfte in Deutschland mehr Freiheiten bekommen als Nicht-Geimpfte. "Es gibt keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit stellte er sich hinter Kanzleramtsminister Helge Braun von der CDU, der am Wochenende Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ins Spiel gebracht hatte. "Helge Braun hat völlig Recht. Es geht ja nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um Grundrechtseinschränkungen", sagte Montgomery. Scharfe Kritik übte der Weltärztepräsident an der Haltung der FDP. Wer wie die Liberalen eine Impflicht "durch die Hintertür" vermute und mehr Rechte für Geimpfte ablehne, bediene "einen primitiven Populismus" und verstehe "den Begriff der Freiheit nicht richtig". Eine Impfung nutze nicht nur den Geimpften selbst, sondern der ganzen Gesellschaft, betonte Montgomery.

+++ 05:21 RKI registriert 958 Neuinfektionen - 412 mehr als in der Vorwoche +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 958 neue Positiv-Tests. Das sind 412 mehr als am Montag vor einer Woche, als 546 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 14,3 von 13,8 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Drei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.527. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,75 Millionen Corona-Tests positiv aus. Die Montagswerte sind meist weniger aussagekräftig als die an anderen Wochentagen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten an das RKI übermitteln und weniger getestet wird.

+++ 04:52 16 weitere Corona-Fälle bei den Olympischen Spielen +++
Drei weitere Athleten sind bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet worden, geben die Organisatoren bekannt. Insgesamt gab es 16 weitere Neuinfektionen im Umfeld der Sommerspiele. Damit stieg die Zahl der positiven Tests bei den Spielen seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf 148. Welche Athleten betroffen sind, teilten die Veranstalter nicht mit. Im deutschen Team hatte es am Eröffnungstag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.

+++ 03:49 FDP will mehr niedrigschwellige Impf-Angebote +++
In der Debatte um eine Corona-Impfpflicht fordert FDP-Generalsekretär Volker Wissing mehr niedrigschwellige Impfangebote. "Anstatt mit Impfpflichten oder erneuten Kontaktbeschränkungen zu drohen, sollten die Verantwortlichen lieber alle Hebel in Bewegung setzen, damit die eingeschlafene Impfkampagne wieder Fahrt aufnimmt", sagt Wissing der "Rheinischen Post". Konkret schlägt er etwa wohnortnahe mobile Impfteams und Impfstationen in Einkaufszentren und Fußgängerzonen vor. "Informationen und Anreize wirken besser als Zwang", sagt Wissing. "Die von CDU und Grünen angestoßene Debatte um erneute Restriktionen ist verfehlt und in ihrer Ideenlosigkeit bezeichnend."

+++ 02:30 Dehoga fordert positive Anreize für Geimpfte +++
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert die Bundesregierung auf, positive Anreize für Durchgeimpfte zu schaffen, um die Impfquote zu erhöhen. "Dies bedeutet, dass der Restaurantbesuch wie der Hotelaufenthalt auf jeden Fall für doppelt Geimpfte auch im Herbst und Winter weiterhin erlaubt sein muss", sagt Dehoga-Geschäftsführerin, Ingrid Hartges, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Auch brauche es außer Inzidenzen neue Entscheidungskriterien für die Beurteilung der Infektionslage. "Im 17. Monat der Pandemie und einer Impfquote von aktuell 50 Prozent ist es dringend geboten, andere Parameter zu definieren." Es müssten weitere Faktoren, wie zum Beispiel die Impfquote, die Entwicklung der Krankheitsverläufe, der Hospitalisierungsgrad sowie die Sterberate Berücksichtigung finden.

+++ 01:19 Türkei meldet 14.000 Neuinfektionen +++
Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen appelliert der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca an die Menschen, sich impfen zu lassen. "Wenn wir keine Maßnahmen ergreifen und uns nicht impfen lassen, könnte es sehr lange dauern, bis die Pandemie beendet ist", schreibt Koca auf Twitter. Zwischen Samstag und Sonntag wurden in der Türkei mehr als 14.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zuletzt hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Türkei im Mai so hoch gelegen. Noch Anfang Juli waren in dem Land täglich nur rund 4000 Neuansteckungen verzeichnet worden.

+++ 00:13 Hamburger Testzentrum bietet Impfungen ohne Termin an +++
Corona-Schutzimpfungen sind in Hamburg von Montag an ohne Termin möglich. Interessenten über 16 Jahren können ohne vorherige Terminvereinbarung in das Impfzentrum in den Messehallen kommen, wie die Gesundheitsbehörde ankündigt. Weil das Impfzentrum nur bis Ende August betrieben werde, könnten Erstimpfungen noch bis zum 10. August angeboten werden. Für ihre Zweitimpfung erhalten Spontanbesucher beim Verlassen des Impfzentrums einen Termin.

+++ 22:40 Südafrikas Präsident: Höhepunkt der dritten Welle wohl hinter uns +++
Südafrika hat nach Einschätzung von Präsident Cyril Ramaphosa den Höhepunkt der dritten Corona-Welle voraussichtlich überschritten. Deswegen würden bestimmte Beschränkungen von Reisen und beim Alkoholverkauf aufgehoben, sagt Ramaphosa im Fernsehen. Das am stärksten industrialisierte Land des afrikanischen Kontinents ist auch wegen der Delta-Variante besonders stark von der Pandemie betroffen.

+++ 21:53 Schwesig fordert Strategie für Impfung von Kindern und Jugendlichen +++
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert eine Strategie für die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren. Diese sollte vom Bund gemeinsam mit medizinischen Experten und der Ständigen Impfkommission (STIKO) entwickelt werden, sagt die frühere Familienministerin dem "Handelsblatt". Die aktuellen Empfehlungen "verunsichern viele Eltern von Kindern zwischen 12 und 16. Wir brauchen da klare Empfehlungen". Zudem müsse erst für Ende August geplante Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin vorgezogen werden.

+++ 21:21 Medaillenanwärter verpassen nach positiven Coronatests olympisches Golfturnier +++
Zwei Medaillenanwärter verpassen das olympische Golfturnier wegen Corona-Infektionen. Der Weltranglistenerste und amtierende US-Open-Gewinner Jon Rahm (Spanien) sowie der frühere Major-Gewinner Bryson DeChambeau (USA) sind vor ihrer Reise nach Tokio bei den obligatorischen PCR-Tests positiv getestet worden. Beide hatten zuletzt bei der British Open gespielt.

+++ 20:49 Suspendierter OB von Halle will trotz Impfaffäre bald zurück ins Amt +++
Der seit mehr als drei Monaten beurlaubte hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand fordert eine schnelle Rückkehr in sein Amt. "Der Schwebezustand wirft die Stadt zurück. Das ist eine Situation, die ich nicht gutheißen kann", sagte er der Mitteldeutschen Zeitung. Er sei bereit, mit dem Land eine Lösung zu suchen. Der 64-Jährige hatte sich schon im Januar vorzeitig gegen Corona impfen lassen und das erst auf Nachfrage der Presse öffentlich gemacht. Unter Druck steht der Jurist jetzt aber vor allem wegen seines Agierens in der Impfaffäre. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, Mitarbeiter unter Druck gesetzt und Protokolle gefälscht zu haben. Beim Landesverwaltungsamt läuft ein Disziplinarverfahren und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn.

+++ 20:12 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 1356 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.756.530 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen 1356 neue Fälle hinzu. Das sind 231 mehr als vergangenen Sonntag. Allerdings hatte an jenem Tag Berlin keine Daten übermittelt, heute fehlen die aus Sachsen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 2 auf 91.516.

Als aktuell infiziert gelten rund 20.396 Personen. Erstmals seit dem 24.06.2021 hat diese Zahl damit wieder die Schwelle von 20.000 überschritten, nachdem sie zwischenzeitlich bis auf 10.409 gefallen war.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,22 angegeben (Vortag: 1,28). Laut DIVI-Register werden in Deutschland derzeit 355 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 193 davon werden beatmet.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

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Quelle: ntv.de, hny/dpa/AFP/rts

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