Panorama

ETA-Mitglieder verurteilt 2.775 Jahre Haft

Der oberste spanische Gerichtshof hat zwei Mitglieder der baskischen Separatistenorganisation ETA zu einer Haftstrafe von insgesamt 2.775 Jahren verurteilt. Einen von den Männern geplanten Bombenanschlag auf einen Zug nach Madrid an Heiligabend 2003 hatte die Polizei vereitelt.

Nur einer Reihe glücklicher Umstände sei es zu verdanken gewesen, dass eine der Kofferbomben in dem Zug nicht explodiert sei, befanden die Richter. Sie verhängten für jeden der 184 Insassen des Zuges eine Strafe von 15 Jahren sowie weitere Haftstrafen für andere Verstöße. Nach spanischem Recht können sie jedoch höchstens 40 Jahre im Gefängnis bleiben.

Die Polizei hatte im Dezember 2003 einen der beiden Männer mit einem Koffer voll Dynamit in der nordspanischen Stadt Irun festgenommen, bevor er den Zug besteigen konnte. Durch den Sprengstofffund misstrauisch geworden, ließen die Beamten seinerzeit den Zug stoppen und evakuieren. Bei der Durchsuchung wurde ein zweiter Koffer mit Sprengstoff gefunden.

Wegen des vereitelten Attentats machte die damalige spanische Regierung zunächst die ETA für die verheerenden Anschläge am 11. März 2003 auf Züge in Madrid verantwortlich, bei denen 191 Menschen getötet wurden. Hinter den Anschlägen steckten jedoch Moslemextremisten.

Die ETA ist von der Europäischen Union (EU) und den USA als Terror-Organisation eingestuft. Sie kämpft für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes, das sich nördlich und südlich der französisch-spanischen Grenze erstreckt. Seit Beginn des Kampfes im Jahr 1968 hat die Gruppe mehr als 800 Menschen bei Anschlägen getötet.

Quelle: ntv.de

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