Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 20:17 Todesfälle in den USA nehmen wieder stärker zu +++

In den USA steigt die Zahl der Virus-Toten den zweiten Tag in Folge wieder stärker an. Das Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) meldet 1128 neue Fälle, womit die Gesamtzahl der bestätigten Toten, die Covid-19 erlegen sind, auf nun 108.064 steigt. Am Freitag hatte der Zuwachs 1035 Todesfälle betragen, am Donnerstag waren es 827, am Mittwoch 1045 und Dienstag 761. Auch die Zahl der Neu-Infizierten legt demnach erneut deutlicher zu - um 29.034 auf 1.891.690. Am Freitag hatte es 20.555 bestätigte Neuinfektionen gegeben, am Donnerstag 14.676, am Mittwoch 24.955 und am Dienstag 14.790.

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+++ 19:12 Bisher 300 Hochhausbewohner in Göttingen getestet +++
Nach den ersten beiden Tagen des Massentests unter den Bewohnern eines Hochhauses in Göttingen steigt die Gesamtzahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in der Stadt vorerst nur geringfügig. Die Auswertung der meisten Tests liege noch nicht vor, sagt Sozialdezernentin Petra Broistedt. Bisher wurden 300 der 600 offiziell gemeldeten Bewohner untersucht. Nach den vorliegenden Ergebnissen seien drei davon positiv getestet worden.

Der Gebäudekomplex am Rande der niedersächsischen Innenstadt gilt als Schwerpunkt des Corona-Ausbruchs. Die Stadt geht davon aus, dass Regelverstöße bei Privatfeiern von Großfamilien zum muslimischen Zuckerfest die Ursache sind. Im Zusammenhang damit waren bis zum Freitag bei 120 Menschen Infektionen bekannt geworden, darunter bei 39 Schulkindern. Der "Roma Center e.V." in Göttingen beklagt unterdessen eine zunehmende Hetze. Es habe zum Zuckerfest eine behördlich genehmigte Zusammenkunft der Familien in einer Moschee gegeben, heißt es in einer Mitteilung. Dort seien die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten worden. Weitere Feierlichkeiten habe es nicht gegeben.

+++ 17:49 Iran verkündet Lockerungen - trotz steigender Fallzahlen +++
Trotz steigender Infektionszahlen im Iran will Präsident Hassan Ruhani weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen vornehmen. "Es bleibt uns nichts anderes übrig, als gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Pandemie den Menschen auch die Aufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen", sagt er. Daher sollen ab Mitte Juni auch Kitas und Kinos wieder öffnen, eingeschränkt und unter Beachtung von Hygieneauflagen. Konzerte sollen ebenfalls wieder möglich sein. Auch die Moscheen sollten aufmachen und Freitagsgebete wieder veranstaltet werden, kündigt Ruhani auf seiner Webseite an.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es am Samstag im Vergleich zum Vortrag erneut mehr als 2260 registrierte Neuinfektionen und 75 neue Todesfälle. Damit sind im Iran seit Ende Februar 8209 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, die Zahl der nachweislich Infizierten liegt bei fast 170.000. Mehr als 132.000 Patienten gelten als geheilt. Für Experten und auch für das Gesundheitsministerium sind die Lockerungen der Hauptgrund für den neuerlichen Anstieg der Infektionen.

+++ 17:25 Weitere 204 Corona-Todesfälle in Großbritannien +++
In Großbritannien steigt die Zahl der Corona-Todesfälle weiter an. Laut Gesundheitsministerium kommen weitere 204 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 hinzu. Damit starben in dem Land insgesamt 40.465 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion.

+++ 16:53 Kreis Vorpommern-Rügen schickt Hunderte in Quarantäne +++
Nach den bisher acht bekannten Corona-Infektionen nach Gottesdiensten in Vorpommern schickt der Landkreis Vorpommern-Rügen rund 350 Personen in häusliche Isolation. Sie hätten am Pfingstsonntag oder -montag an insgesamt vier Gottesdiensten in Stralsund und Grimmen teilgenommen, begründet Landrat Stefan Kerth die sogenannte Allgemeinverfügung. Ein katholischer Priester war nach seinen Gottesdiensten am Dienstag positiv auf Corona getestet worden. Unter Beobachtung der Behörden ist auch ein Fest-Gottesdienst zur Verabschiedung eines anderen Priesters am Pfingstmontag in Stralsund mit möglicherweise etwa 250 Teilnehmern.

Wie Landrat Kerth mitteilt, sind unter den positiv Getesteten auch Personen, die keinen unmittelbaren Kontakt zu dem Priester hatten. Keiner der Infizierten müsse derzeit in einem Krankenhaus behandelt werden. Die unter Quarantäne stehenden Personen dürfen in den kommenden 14 Tagen ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes ihre Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch empfangen.

+++ 16:22 108-Jährige übersteht Corona-Infektion +++
Die 108 Jahre alte Fatima Negrini hat eine Coronavirus-Infektion überstanden. Die Norditalienerin wohnt seit vielen Jahren in einem Pflegeheim in Mailand. "Gott hat mich vergessen", zitiert die Zeitung "Corriere della Sera" Negrini.

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Gerade erst feierte Negrini ihren 108. Geburtstag.

(Foto: dpa)

Die Frau habe sich im April mit dem Coronavirus infiziert, sei aber asymptomatisch gewesen und Mitte Mai negativ getestet worden, teilt das Pflegeheim mit. In der Einrichtung starben laut "Corriere della Sera" mehrere Bewohner. "Fatima hat noch nicht begriffen, wer nicht mehr da ist", sagt eine Pflegerin der Zeitung.

+++ 15:42 Chef des Lehrerverbands fordert Maskenpflicht im Unterricht +++
In der Debatte um eine Rückkehr zum Normalbetrieb in Schulen fordert der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht. Wenn wieder alle Schüler einer Klasse in einem Raum säßen, sei eine Maskenpflicht "auch während des Unterrichts" sinnvoll, sagte er der "Bild"-Zeitung. "Allerdings erschwert das ordentlichen Unterricht", räumt er ein. Die Kultusminister der Länder hatten am Freitag eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen gefordert.

+++ 15:19 Schloss Versailles und Prado öffnen unter Auflagen +++
Zwei berühmte Touristenmagnete haben wieder geöffnet: Schloss Versailles, Residenz des französischen "Sonnenkönigs", empfängt erstmals seit fast drei Monaten wieder Besucher. Allerdings gelten wegen der Coronavirus-Pandemie strenge Auflagen. So ist die Zahl der Besucher pro Tag auf 4500 beschränkt und in den Räumen gilt eine Maskenpflicht. Die Besucher müssen zudem markierten Wegen folgen, um Ansammlungen zu vermeiden. Das Museum im Louvre öffnet am 6. Juli seine Pforten. Für den Eiffelturm steht noch kein Termin fest.

In Madrid ist derweil im Prado nach fast dreimonatiger Corona-Zwangspause die Sonderausstellung "Reencuentro" (Wiederbegegnung) wieder zu sehen. Zugänglich ist zunächst nur ein Drittel der Ausstellungsfläche und es dürfen nur 1800 Besucher zugleich und unter strengen Sicherheitsauflagen hinein. Der Prado war wegen der Pandemie am 12. März geschlossen worden.

+++ 14:54 Dortmunder SPD tagt wegen Corona im Autokino +++
Kommunikation per Lichthupe: Die SPD in Dortmund hat einen Parteitag in einem Autokino veranstaltet. Die ungewöhnliche Versammlung der Sozialdemokraten zu Corona-Zeiten sollte die Kommunalwahl im September vorbereiten. Etwa 80 bis 90 Autos seien am Vormittag vor Ort gewesen, berichtete ein dpa-Reporter.

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Die Delegierten kamen im Auto.

(Foto: dpa)

Auf der Bühne mit Industriekulisse im Hintergrund standen die örtliche SPD-Vorsitzende Nadja Lüders und der Kandidat der Partei für das Amt des Oberbürgermeisters, Thomas Westphal. Reden wurden über das Autoradio übertragen. Delegierte meldeten sich per Hupe zu Wort und bekamen dann ein Mikrofon gebracht. Abgestimmt wurde mit roten und gelben Karten, die aus dem Autofenster gehalten wurden. Als Beifallsbekundung wurden Lichthupen eingesetzt. In einem Wagen sollten maximal zwei Personen sitzen.

+++ 14:32 Deutsche Bürger dürfen wieder nach Ungarn reisen +++
Ungarn hebt alle Beschränkungen im Personenverkehr mit Deutschland auf, die das mitteleuropäische Land im März wegen der Corona-Pandemie verhängt hat. Dies gab der ungarische Außenminister Peter Szijjarto auf seiner Facebook-Seite bekannt. Deutsche Staatsbürger können ab Sonntag, dem 7. Juni, 8 Uhr, ohne Auflagen in Ungarn einreisen. Ungarn, die aus Deutschland zurückkehren, brauchen sich nicht mehr einer 14-tägigen Heimquarantäne zu unterziehen. Mitte März hatte Ungarn ein Einreiseverbot für alle Ausländer verhängt. Ausgenommen waren lediglich EU-Bürger mit festem Wohnsitz in Ungarn sowie Lastwagenfahrer, Diplomaten und Transitreisende.

+++ 13:50 Experten warnen vor zweiter Infektionswelle in Großbritannien +++
Führende Ärzte und Wissenschaftler haben die britische Regierung eindringlich dazu aufgerufen, das Land auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Winter vorzubereiten. Großbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im "Guardian" veröffentlichten Schreiben. "Besonders schlimm sind die Armen und bestimmte ethnische Minderheiten betroffen." Zu den 27 Unterzeichnern gehört auch der Mediziner Anthony Costello, der früher Spitzenbeamter der Weltgesundheitsorganisation WHO war. Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums sind bereits mehr als 40.000 Corona-Infizierte gestorben - kein anderes Land in Europa verzeichnet so viele Opfer. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Angesichts der Lage im Land halten viele von ihnen die Lockerung von Maßnahmen gegen die Pandemie für verfrüht. So wurde am Samstag wieder die Öffnung von Schulen für einige Jahrgangsstufen kritisiert.

 

+++ 12:46 Niederländische Nerze wegen Corona-Infektionen getötet +++
Nach dem Ausbruch von Corona bei Nerzen werden alle Pelztiere auf den betroffenen Farmen in den Niederlanden getötet. Als erster wurde ein Betrieb in Deurne im Osten des Landes mit etwa 1500 Nerzen und ihren Jungen geräumt, sagte eine Sprecherin der zuständigen Behörde. Mindestens acht Farmen sind betroffen. Sie befinden sich in der südöstlichen Provinz Brabant unweit der deutschen Grenze. Das Landwirtschaftsministerium hatte die Räumung beschlossen, nachdem mindestens zwei Menschen durch Nerze mit dem Virus infiziert worden waren. Tierschützer hatten versucht, die Räumung mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Ein Gericht hatte jedoch am Freitagabend grünes Licht gegeben. Das Ministerium befürchtet, dass die Pelztier-Farmen ein bleibender Infektionsherd sein könnten.

+++ 12:14 Russland meldet 8855 Neuinfektionen und 197 weitere Todesfälle +++
In Russland steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um 8855 auf 458.689. Nach Behördenangaben legt die Totenzahl um 197 auf 5725 zu.

+++ 11:36 Frankreichs Corona-Warn-App knackt Millionen-Marke  +++
Frankreichs Coronavirus-Warn-App "StopCovid" hat nach Angaben der Regierung die erste Millionen-Marke übertroffen. Innerhalb von drei Tagen sei die App eine Million Mal aktiviert worden, schrieb der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, auf Twitter. Die kostenlose Anwendung steht seit Dienstag zum Herunterladen auf das Handy bereit. Die Regierung hatte zuvor erklärt, damit die App aber wirksam sei, müsste sie von mehreren Millionen Französinnen und Franzosen genutzt werden. "StopCovid" soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen dann gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben.

 

+++ 10:57 Polen verlängert Verbot von Auslandsflügen bis zum 16. Juni +++
Polen verlängert das Verbot von Auslandsflügen bis zum 16. Juni, wie die staatliche Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf ein Regierungsdekret meldet. Inlandsflüge der staatlich kontrollierten Fluggesellschaft LOT gibt es seit dem 1. Juni wieder. In Polen wurden bislang 25.410 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 1137 Todesfälle festgestellt.

+++ 10:36 Indien meldet 9887 neue Infektionen +++
Indien meldet einen Anstieg der festgestellten Infektionen um 9887 auf mehr als 236.000. Damit überholt das Land Italien und liegt weltweit auf Rang sechs hinter den USA, Brasilien, Russland, Großbritannien und Spanien. Die offiziell angegebene Totenzahl in Indien liegt mit 6642 allerdings relativ niedrig. Die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi will die seit März geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens ab Montag lockern. Dann dürfen Einkaufszentren, Restaurants und Gebetsstätten wieder öffnen.

 

+++ 10:05 Ex-Ifo-Chef: Bei Konjunkturpaket Maß und Mitte verloren +++
Der Ökonom Hans-Werner Sinn hält die Konjunkturprogramme der Bundesregierung für überzogen. "Man hat des Guten schon zu viel getan, und wir beginnen Maß und Mitte zu verlieren", kritisiert der frühere Chef des Münchner Ifo-Instituts im Onlinemagazin "Tichys Einblick". "Diese Zahlen können schon Angst machen." Er ergänzt, die wirtschaftliche Erholung in China "lässt hoffen, dass es auch für Deutschland wieder einen schnellen Aufstieg gibt, allerdings nicht auf das Ursprungsniveau. Es wird kein V, sondern ein umgekehrtes Wurzelzeichen."

+++ 09:33 Dreyer nimmt RKI in die Pflicht: Bessere Beratung notwendig +++
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat eine bessere Koordinierung der wissenschaftlichen Politik-Beratung zum Thema Corona gefordert. Dabei sehe sie das Robert Koch-Institut (RKI) in der Pflicht, sagte Dreyer der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Aufgabe des RKI müsse es sein, Erfahrungen aus den Bundesländern aufzunehmen und immer wieder auch mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen abzugleichen. "Dadurch kann das Wissen besser gebündelt werden als bisher", ist Dreyer überzeugt. "Das ist notwendig, damit Politiker und Politikerinnen in Bund, Ländern und Kommunen gute und abgestimmte Entscheidungsgrundlagen bekommen." Das Robert Koch-Institut ist die Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten. In der Corona-Pandemie wird dort unter anderem die bundesweite Statistik der Fallzahlen geführt. Anfangs gab es täglich, dann noch mehrfach wöchentlich Pressebriefings des RKI, bei denen auch Fragen zu anderen Aspekten gestellt werden konnten. Inzwischen gibt es die Informationsveranstaltung nur noch anlassbezogen, zuletzt vor mehreren Wochen.

+++ 09:04 Seehofer glaubt an Bundesliga mit Zuschauern in neuer Saison +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer macht der Fußball-Bundesliga und ihren Fans Hoffnungen, dass trotz der Corona-Krise noch in diesem Jahr wieder Spiele mit Zuschauern möglich sein werden. "Ich habe schon die Zuversicht im Herzen, dass wir in der neuen Saison nach und nach wieder Publikum zulassen können", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe. Seehofer geht allerdings von reduzierten Zuschauerzahlen aus. Auch müssten die Abstände zwischen den Stadionbesuchern eingehalten werden. "Wir werden hier - wie in anderen Bereichen auch - kluge Lösungen finden, bei denen wir Lebensfreude und Infektionsschutz miteinander vereinen", erklärte der Minister.

+++ 08:35 Trotz Corona mehr Organspender +++
Trotz der Corona-Pandemie ist die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland nicht gesunken, mit Ausnahme von Hessen Hessen. Das berichtete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zum Tag der Organspende. Von Januar bis Ende April 2020 gab es nach vorläufigen Zahlen bundesweit 330 postmortale Organspender. 2019 waren es im selben Zeitraum 296. "Damit weicht die Entwicklung von der in vielen anderen europäischen Ländern ab", sagt der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Aus Italien wurde ein Rückgang der Organspende um 30 Prozent, aus Spanien um über 50 Prozent gemeldet. In Hessen ist der Trend anders: In den ersten vier Monaten dieses Jahres zählte die DSO bisher 17 Spender. 2019 waren es im gleichen Zeitraum 20, 2018 sogar 30. Die Zahl der gespendeten Organe ging sogar noch stärker zurück: Januar bis April bis 2020 wurden in Hessen nur 54 Organe zur Transplantation freigegeben, 2019 waren es 64, 2018 sogar 104.

+++ 07:35 Region um Gardasee erklärt sich für "immun" und wirbt um Touristen +++
Der Tourismusbetrieb am Gardasee in Italien hofft in diesem Jahr trotz Corona auf zahlreiche Urlauber aus Deutschland. "Die Besucher können sich hier absolut sicher fühlen. Wir hatten hier nur einen einzigen Corona-Fall", sagte der Bürgermeister der Kommune Limone sul Garda, Antonio Martinelli. "Unser Ort ist immun." Hotels, Attraktionen und Fähren würden nun nach und nach den Betrieb aufnehmen. Urlauber müssten auch nicht mit Atemschutzmasken am Strand liegen oder im Restaurant sitzen, dafür gelte aber auch beim Urlauben ein Sicherheitsabstand. Limone sul Garda ist vor allem bei ausländischen Touristen beliebt, etwa 70 Prozent kämen aus Deutschland, sagte Martinelli. Letztes Jahr habe der kleine Ort insgesamt 1,3 Millionen Übernachtungen gezählt - mehr habe in der Region Lombardei nur die Metropole Mailand. "Wir wollen eine Botschaft an unsere geliebten deutschen Freunde senden, dass wir sie sehnsuchtsvoll erwarten." Die Saison geht üblicherweise von März bis Oktober, bis jetzt sei sie wegen Corona komplett ins Wasser gefallen, sagt Martinelli.

+++ 07:01 Cyberkriminelle nutzen Corona-Krise aus +++
Die Corona-Pandemie verschafft Cyberkriminellen und Geheimdiensten mehr Möglichkeiten für Angriffe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung. "Hinzu kommt, dass sich die weniger gut geschützte IT-Oberfläche, seitdem Millionen von Menschen kurzfristig von zu Hause aus arbeiten, vergrößert hat", heißt es in dem Papier der CDU-nahen Stiftung, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Anders als bei großen Unternehmen, Behörden und Organisationen fehle dort in der Regel professioneller Schutz für das IT-System. Die Pandemie biete zudem die Gelegenheit, Verunsicherung, Neugierde und Informationsbedürfnis von Menschen gezielt für kriminelle oder heimtückische Aktivitäten zu nutzen, so der Autor. Krankenhäuser oder andere Einrichtungen im Gesundheitssektor würden zudem zum Ziel von Erpresser-Software. Private Unternehmen und öffentliche Stellen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO rückten in den Fokus mutmaßlicher staatlicher Spionage.

+++ 06:30 Traumfabrik Hollywood setzt Produktionen ab Mitte Juni fort +++
Rund drei Monate nach dem plötzlichen Drehstopp wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der Film- und Fernsehbetrieb in Hollywood wieder anlaufen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom gab grünes Licht für einen Produktionsbeginn ab dem 12. Juni. Laut Mitteilung der Gesundheitsbehörde des Westküstenstaates müssen an den Drehorten aber zahlreiche Auflagen erfüllt werden. Etwa darf eine kritische Schwelle von Covid-19-Fallzahlen in den Bezirken nicht überschritten werden, es muss ausreichende Testkapazitäten geben und die Produktionsteams müssen strikte Hygieneregeln befolgen. Eine Task Force der Unterhaltungsindustrie mit Vertretern von Filmstudios und Gewerkschaften hatte am Montag einen detaillierten Entwurf für die Rückkehr an die Drehsets vorgelegt.

+++ 06:11 Zuschüsse für Studenten in Not sollen bald fließen +++
Nach längeren Anlaufschwierigkeiten sollen Studierende in Notlage noch in diesem Monat Corona-Zuschüsse des Bundes in Höhe von bis zu 500 Euro monatlich beantragen können. Das Deutsche Studierendenwerk habe rückwirkend zum 15. Mai die Bewilligung zur Auszahlung erhalten, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Michael Meister. "Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Überbrückungshilfe noch im Juni starten kann." Die Hilfen könnten zunächst für die Monate Juni, Juli und August über die Studierendenwerke beantragt werden und müssten nicht zurückgezahlt werden, sagte Meister.

+++ 05:46 Weltärztebund-Chef rät von Parteitagen bis Jahresende ab +++
Wegen der nicht gebannten Corona-Gefahr dürfen aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, in diesem Jahr keine Parteitage mehr abgehalten werden. Dies würde auch den CDU-Parteitag Anfang Dezember betreffen, auf dem der Vorsitz neu gewählt werden soll. Montgomery sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir müssen unbedingt weiter Abstand zueinander halten, die Hygieneregeln beachten, und Massenevents dürfen auf gar keinen Fall wieder zugelassen werden." Diese gelte "natürlich" auch für Parteitage. "Die wären riskant und sollten in diesem Jahr abgesagt oder nur online abgehalten werden", sagte er.

+++ 04:41 Deutsche befürchten starke Polarisierung durch Corona +++
Eine Mehrheit der Deutschen glaubt laut einer neuen Studie, die Corona-Pandemie könne das Land stärker spalten als die Flüchtlingskrise. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" hervor. Demnach gaben knapp 60 Prozent der Befragten an, sie glaubten, die Corona-Krise könne zur stärksten Polarisierung der Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren führen. Nur rund 27 Prozent glaubten das nicht oder eher nicht, gut 13 Prozent waren in der Frage unentschieden.

+++ 04:07 Bolsonaro droht mit WHO-Austritt +++
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat mit einem Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gedroht. Bolsonaro sagte vor Journalisten, seine Regierung analysiere gerade den WHO-Austritt der USA, den US-Präsident Donald Trump vor einer Woche verkündet hatte. "Entweder die WHO arbeitet ohne ideologische Voreingenommenheit oder wir gehen auch", sagte Bolsonaro. Trump hatte am Freitag vergangener Woche den Bruch seines Landes mit der WHO verkündet. Im Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie hatte er bereits Mitte April die US-Zahlungen an die WHO eingestellt. Trump wirft der UN-Unterorganisation "Missmanagement" sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor, das als Herkunftsland des neuartigen Coronavirus gilt. Bolsonaro und Trump pflegen ein enges Verhältnis. Sie ähneln sich in ihrer harschen und aggressiven Rhetorik sowie in manchen politischen Ansichten, weshalb Bolsonaro oft auch als "Tropen-Trump" bezeichnet wird. Bolsonaro steht wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie massiv in der Kritik.

+++ 02:30 NATO wappnet sich für mögliche zweite Welle +++
Die Nato treibt nach Angaben ihres Generalsekretärs konkrete Planungen voran, um sich für eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie zu wappnen. Das sagte Jens Stoltenberg der "Welt am Sonntag". Ziel sei dabei ein koordiniertes Vorgehen im Kampf gegen das Virus. "Wir müssen unsere Planungen so abstimmen, dass den Nato-Mitgliedern und den Partnerländern, die eng mit dem Bündnis verbunden sind, bei der Bekämpfung des Corona-Virus noch besser und schneller geholfen werden kann", betonte Stoltenberg. Die Pläne sollten nach seinen Worten bereits in Kürze fertig gestellt und den Verteidigungsministern des Bündnisses Mitte Juni bei ihrem virtuellen Treffen zur Beratung vorgelegt werden. Die Pläne beinhalten Maßnahmen wie etwa die Bereitstellung von ausreichend Transportkapazitäten für medizinisches Material und das Anlegen von Vorratslagern, die einen schnellen Zugriff auf medizinische Ausrüstung ermöglichen.

+++ 01:22 Seehofer rechnet mit Corona-Impfstoff bis Jahresende +++
CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer nährt die Hoffnung auf einen noch im Laufe des Jahres entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus: "Am wichtigsten ist ein Impfstoff. Es heißt, das könne bis Jahresende gelingen. Ich habe die Hoffnung, dass es vielleicht auch schneller geht", sagte Seehofer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er sei davon überzeugt, dass die große Mehrheit der Bürger geimpft werden möchte. "Ich bin nicht dafür, eine Impfung vorzuschreiben", stellte Seehofer klar.

+++ 00:20 Lehrer befürworten Maskenpflicht im Schul-Normalbetrieb +++
Ein Normalbetrieb der Schulen trotz der weiter schwelenden Corona-Pandemie erfordert aus Sicht des Deutschen Lehrerverbandes einige neue Hygieneregeln. Wenn wieder alle Schüler der Klasse in einem Raum sitzen, sei natürlich eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts sinnvoll, so wie in asiatischen Ländern, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung". Er räumte zugleich ein: "Allerdings erschwert das ordentlichen Unterricht." Am Donnerstag hatten die Kultusminister der Länder noch einmal offiziell ihr Ziel bekräftigt, so bald wie möglich wieder zu einem normalen Schulbetrieb zurückzukehren.

+++ 22:33 Argentinien verlängert Kontaktsperre für Großstädte +++
In Argentinien verlängerte Staatschef Alberto Fernández die Ausgangssperre für die Hauptstadt Buenos Aires und andere Großstädte. In anderen, weniger von der Pandemie betroffenen Gegenden müssen lediglich die Abstandsregeln eingehalten werden. Nach Behördenangaben wurden in Argentinien seit Anfang März mehr als 20.000 Corona-Infektionen nachgewiesen, 608 Infizierte starben. 85 Prozent der Fälle betreffen den Ballungsraum Buenos Aires mit seinen 14 Millionen Einwohnern.

+++ 21:50 WHO gibt veränderte Masken-Empfehlung heraus +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Richtlinien zum Tragen von Atemschutzmasken aktualisiert. Sie rät nun zum Gebrauch von Masken besonders an Orten, an denen das Coronavirus weit verbreitet ist sowie in Situationen, in denen Abstand halten nur schwer möglich ist. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte als Beispiele den öffentlichen Nahverkehr, Geschäfte sowie andere geschlossene und stark frequentierte Bereiche. "Überall dort, wo es zu Übertragungen in der Öffentlichkeit kommen kann, raten wir Menschen über 60 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen zudem, eine medizinische Maske zu tragen", fügte er hinzu. Ghebreyesus warnte zugleich davor, sich ausschließlich auf Masken zu verlassen. Diese seien nur eine von mehreren Maßnahmen und könnten Abstandhalten und Handhygiene nicht ersetzen. "Masken alleine werden Sie nicht vor Covid-19 schützen", sagte er. Zudem müssten weiterhin Infizierte konsequent isoliert, Kontaktpersonen gefunden und Verdachtsfälle getestet werden. "Das ist für jedes Land die beste Verteidigung gegen Covid-19", sagte Ghebreyesus.

+++ 21:34 Spanien meldet: Ausbruch weitgehend unter Kontrolle +++Die Ausbruchswelle ist im zeitweise besonders hart betroffenen Spanien der Behörde für Gesundheitliche Notfälle zufolge inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press den Chef der Behörde, Fernando Simón. Inzwischen stellten eher importierte Infektionsfälle ein Risiko dar, sagte Simón. Deshalb sei es wichtig, die Kontrollen bei der Einreise "so gut wie möglich" vorzunehmen. Dies dürfte vor allem ab dem 1. Juli relevant werden, wenn Europas wichtigstes Urlaubsland wieder ausländische Touristen einreisen lassen will. Anfang April zum Höhepunkt der Pandemiewelle in Spanien wurden mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Inzwischen befindet sich das Land in einer Phase der Öffnung.

+++ 21:01 Bundesländer registrieren 418 Neuinfektionen +++
Die Zahl der bislang in Deutschland nachgewiesenen Coronavirus-Fälle ist bis Freitagabend auf 183.506 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Länderangaben hervorgeht, kamen damit im Lauf des Freitags bundesweit insgesamt 418 Neuinfektionen hinzu. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Ansteckung ums Leben kamen, erhöhte sich um 23 auf 8654. Damit entwickeln sich die Meldedaten in der ersten Juni-Woche insgesamt weiter rückläufig. Der mehrtägige Durchschnitt der Neuinfektionen liegt mittlerweile bei 341 gemeldeten Fällen pro Tag. Zum Vergleich: Am Osterwochenende das Sieben-Tage-Mittel noch bei rund 4000 neu entdeckten Ansteckungen.

+++ 20:31 Superspreader steckte mehrere Menschen in MV an +++
Ein mit dem Coronavirus infizierter katholischer Priester in Vorpommern hat mehrere weitere Menschen angesteckt. Bei sechs Tests von Kontaktpersonen ist der Erreger bislang nachgewiesen worden, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte. 120 Abstriche seien bisher untersucht worden. Danach sind fünf Personen aus dem Landkreis-Vorpommern-Rügen und eine Person aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte infiziert. Insgesamt gehören somit acht infizierte Personen zu diesem Corona-Geschehen. Die zuständigen Gesundheitsämter leiten laut Mitteilung alle weiteren notwendigen umgehend Maßnahmen ein.

+++ 20:10 Washington erlaubt China wieder Flüge in die USA +++
Im Streit mit China um die Beschränkung von Passagierflügen haben nun auch die USA ein Zugeständnis gemacht. Chinesische Airlines dürften künftig pro Woche zwei Passagierflüge in die USA durchführen, erklärte das Verkehrsministerium in Washington. Zuvor hatte Peking seine Beschränkungen gelockert - nachdem die USA angekündigt hatten, ab Mitte Juni bis auf Weiteres keine chinesischen Passagierflüge mehr zuzulassen. Seit März waren US-Fluggesellschaften praktisch alle Passagierflüge nach China unmöglich, obwohl chinesische Airlines weiter in die USA fliegen konnten. Aus diesem Grund hatten die USA ein Ende der chinesischen Passagierflüge angekündigt. Am Donnerstag verfügte Pekings Luftverkehrsbehörde dann, dass ausländische Airlines maximal zweimal pro Woche ein Ziel in China anfliegen könnten. Vor der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus hatte es pro Woche nach Angaben des US-Verkehrsministeriums noch mehr als 300 Flüge zwischen den beiden Staaten gegeben.

+++ 19:35 Vermeintliches Heilmittel fällt in Studie durch +++
Das Medikament Hydroxychloroquin, das unter anderem in den USA als Hoffnungsträger im Kampf gegen das Corona-Virus gilt, ist bei britischen Wissenschaftlern durchgefallen. "Es funktioniert nicht", sagte der Mediziner Martin Landray von der Universität Oxford, der an einer groß angelegten Studie dazu mitgewirkt hat. "Dieses Ergebnis sollte weltweit zum Umdenken in der medizinischen Praxis führen. Wir können nun aufhören, ein Medikament zu benutzen, das untauglich ist." Es habe die Todesrate bei Infizierten, die in Kliniken behandelt wurden, nicht senken können. Die britische Studie wurde ausgesetzt. Vor allem die USA haben sich viel von Hydroxychloroquin versprochen. Das Mittel ist unter anderem zur Behandlung von Malaria gedacht und seit Jahrzehnten auf dem Markt. US-Präsident Donald Trump hatte es gleichwohl als möglicherweise bahnbrechend im Kampf gegen das Coronavirus bezeichnet, für das es noch keine Therapie gibt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung für das Mittel zur Behandlung von Covid-19 erteilt und an verschiedenen Orten laufen Studien zur möglichen Wirksamkeit. Das Medikament hat gefährliche Nebenwirkungen. So kann es Herzprobleme verursachen oder zum Verlust der Sehkraft führen.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP/sid