Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 20:21 Niederlande planen Zwangsquarantäne +++

Die niederländische Regierung will eine Zwangsquarantäne für alle anordnen, die Kontakt mit dem Coronavirus hatten. Das berichtet der Sender NOS unter Berufung auf einen Brief ans Parlament. Die Niederlande verzeichneten in der vergangenen Woche einen Anstieg der Neuinfektionen um 55 Prozent im Vergleich zur Vorwoche auf 4036 Fälle.

+++ 19:34 Corona-Fälle bei sieben spanischen Profi-Clubs +++
Im spanischen Profifußball haben sieben Vereine mit Corona-Fällen zu kämpfen. Dabei handelt es sich um die Erstligisten Deportivo Alaves (3 Fälle), Betis Sevilla (1), FC Valencia (2) und SD Huesca (2) sowie die Zweitligisten Espanyol Barcelona (1), Real Mallorca (1) und CD Teneriffa (1). Die Testreihen wurden zum Start der Vorbereitung auf die neue Saison durchgeführt. Die Namen wurden nicht bekannt gegeben. Alle Personen seien bereits in häuslicher Quarantäne, teilen die Klubs mit. Getestet wurden neben Spielern auch Trainer, Betreuer und weitere Mitarbeiter aus dem Umfeld der Mannschaft. Am Sonntag war bekannt geworden, dass sich in Reihen von Liga-Konkurrent Atletico Madrid zwei Spieler mit Corona infiziert hatten. Dabei handelte es sich um Abwehrspieler Sime Vrsaljko und Stürmer Angel Correa.

+++ 18:58 Umstrittenes Großkonzert: Düsseldorfer Oberbürgermeister verteidigt Pläne +++
Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel hat ein für den 4. September geplantes Großkonzert mit 13.000 Zuschauern in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt verteidigt. In Anspielung auf die Kritik von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, das Konzert sei ein "katastrophales Signal", sagte Geisel der Süddeutschen Zeitung: "Eine katastrophale Signalwirkung wäre es nur gewesen, wenn meine Verwaltung sich nicht an Recht und Gesetz gehalten hätte." Der Oberbürgermeister verwies auf die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung. Es gälten ein Abstandsgebot und die Pflicht, den ganzen Abend einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Alkohol bleibe verboten, jeder Besucher habe einen festen Sitzplatz. Geisel sprach von einem "politischen Profilierungswettbewerb" zwischen Söder und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet. Die NRW-Landesregierung habe den Kommunen erst heikle Genehmigungen aufgebürdet, "aber wenn es politisch opportun erscheint, dann heißt es plötzlich, wir können das nicht entscheiden".

+++ 18:42 Französischer Premier will Maskenpflicht im Freien ausweiten +++
Der französische Premierminister Jean Castex hat für eine möglichst flächendeckende Maskenpflicht geworben. Es bestehe ein "großes Risiko" für ein Wiederaufflammen der Corona-Pandemie, sagt Castex. Er werde die lokalen Behörden deshalb auffordern, die Maskenpflicht im öffentlichen Raum "so weit wie möglich" auszudehnen. Die Franzosen müssten sowohl "individuell als gemeinsam" handeln, um zu verhindern, dass sich das Coronavirus erneut stark ausbreite, so der Premierminister. Eine Wiederkehr der Pandemie wäre "schwierig unter Kontrolle zu bringen" und würde "den Druck auf Krankenhäuser, unsere Wirtschaft, unser Bildungssystem sowie unser Zusammen- und Kulturleben" verstärken. Die Beschränkung für Großveranstaltungen auf maximal 5000 Teilnehmer verlängert der Premierminister bis Ende Oktober. Ursprünglich war eine Lockerung bereits für Ende August geplant.

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+++ 18:17 US-Pharmakonzern plant eine Milliarde Impfstoff-Dosen in 2021 +++
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) könnte nächstes Jahr eine Milliarde Dosen seines potenziellen Corona-Impfstoffs herstellen. Groß angelegte Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffes sollen Anfang Oktober beginnen. Mit Ergebnissen werde Ende des Jahres bis Mitte 2021 gerechnet, sagte Johan Van Hoof, Leiter der Impfstoffabteilung bei der belgischen J&J-Tochterfirma Janssen.

+++ 18:03 Corona-Monitor: 92 Prozent stufen Maskenpflicht als angemessen ein +++
Die weitaus meisten Deutschen messen der Corona-Pandemie weiterhin hohe Bedeutung bei. Dies legt eine Zwischenbilanz des seit Ende März in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Corona-Monitors des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nahe, wie das Institut in Berlin mitteilt. Demnach stufen 92 Prozent der Befragten die Maskenpflicht aktuell als angemessen ein. Während sie auch bei der Einführung eine hohe Akzeptanzrate aufwies, sank dieser Wert im Mai auf 73 Prozent. Ähnlich ist es mit den unterdessen gelockerten Kontaktbeschränkungen. In der Umfrage vom August werden sie von 80 Prozent der Befragten als angemessen eingestuft. Die schärferen Kontaktbeschränkungen zu Beginn der Pandemie waren sogar von 92 Prozent als angemessen empfunden worden. Anfang Mai hatte es jedoch einen Rückgang der Akzeptanz gegeben - damals hielten nur 67 Prozent der Befragten die Kontaktbeschränkungen für angemessen.

+++ 17:36 Buchung per App - Rio will Strandbesuche wieder erlauben +++
Die Stadtverwaltung von Brasiliens Metropole Rio de Janeiro will inmitten der grassierenden Corona-Pandemie den Aufenthalt an seinen Stränden wieder erlauben. Die Öffnung sieht zunächst vor, Flächen mit Bändern zu markieren, innerhalb derer kleine Gruppen den Strand besuchen können, wie Rios Bürgermeister Marcelo Crivella in einer Live-Übertragung in sozialen Medien am Montagabend (Ortszeit) bekanntgab. Demnach sollen 30 Prozent der Flächen über eine App vorbelegt, die anderen 70 Prozent nach der Reihenfolge der Ankunft vergeben werden. Crivella hatte im Juli angekündigt, den Verbleib am Strand wie beim Sonnen erst zu erlauben, wenn es eine Impfung gegen das Coronavirus gäbe. Zuletzt waren Mannschaftssport am Strand und das Baden im Meer wieder zugelassen worden. Brasilien ist das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land nach den USA, hat inzwischen mehr als drei Millionen Infizierte und mehr als 100.000 Tote. Nach Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro verzeichnete die Stadt Rio bis Montag 74.674 Infizierte, 8622 Patienten sind gestorben.

+++ 17:11 Gesundheitsministerium kritisiert Russlands Vorgehen bei Corona-Impfstoff +++
Das Vorgehen der russischen Behörden bei der Zulassung eines Coronavirus-Impfstoff stößt in der Bundesregierung auf Kritik. In Europa setze die Impfstoffzulassung "hinreichende Erkenntnisse aus klinischen Prüfungen zum Beleg von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit voraus", sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Dabei sei die dritte und letzte klinische Testphase "von besonderer Bedeutung". Russland hatte den Impfstoff vor dieser Phase zugelassen. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte zuvor die Entwicklung und Zulassung des nach seinen Worten wirksamen Impfstoffs "Sputnik V" gegen das Coronavirus verkündet. Unter anderem sei der Stoff einer seiner Töchter verabreicht werden. Am Mittwoch soll die dritte klinische Testphase beginnen; schon in wenigen Wochen sollen aber Personenkreise wie medizinisches Personal oder Lehrer geimpft werden. Die industrielle Produktion soll im September starten. Für die breite Bevölkerung soll das Serum ab Januar zur Verfügung stehen.

+++ 16:54 Berlin lockert Abstandsregeln im Kino +++
Kinobesucher müssen in Berlin weniger Abstand halten. Bisher sind 1,50 Meter vorgeschrieben, künftig soll jeder zweite Platz besetzt werden dürfen. Darauf verständigte sich der Senat, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mitteilt. Voraussetzung seien eine gute Belüftung und das Einhalten der Maskenpflicht. Für Theater und Konzerthäuser soll die Regelung zunächst nicht gelten. Kinobetreiber hatten gefordert, die Abstandsregeln zu ändern, um mehr Tickets verkaufen zu können. Die Neuregelung in Berlin sehe Auflagen vor, die sich in vielen europäischen Ländern bewährt hätten, hatte der Verband AG Kino vergangene Woche erklärt. Monatelang hatten die Kinos in Deutschland geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Nun gelten in jedem Bundesland andere Vorgaben. Zudem sind viele Filmstarts verschoben. Das gilt etwa für die Neuverfilmung des Disney-Klassikers "Mulan". Der Start ist auf unbestimmte Zeit vertagt. In den USA soll der Film gleich bei einem Streamingdienst erscheinen.

+++ 16:38 China startet Phase-III-Studie mit Sinovac-Impfstoff in Indonesien +++
Ein in China entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus ist nach Brasilien nun auch in Indonesien in die dritte und damit entscheidende Testphase für eine mögliche Zulassung gegangen. Staatspräsident Joko Widodo sagte zum Start, falls der Impfstoff des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac Biotech die sechsmonatige Testphase erfolgreich bestehe, solle er von Januar 2021 an vom indonesischen Staatsunternehmen Bio Farma produziert und sofort landesweit verteilt werden. Bio Farma habe derzeit Kapazitäten, jährlich 100 Millionen Dosen des Impfstoffes herzustellen, sagte Widodo. Geplant sei aber, diese auf jährlich 250 Millionen Dosen auszubauen. In der dritten Testphase, die auf die Zulassung eines Wirkstoffs abzielt, wird jetzt die Wirksamkeit an einer großen Gruppe von Menschen ermittelt. In Indonesien wird das Präparat an 1620 Probanden getestet. Dort stieg die Zahl der bisher bestätigten Infektionen auf mehr als 128.700, nachdem in der Nacht zum Dienstag fast 1700 neue Fälle dazugekommen waren, wie das Gesundheitsministerium meldet.

+++ 16:06 Ärztepräsident nennt russischen Impfstoff "hochriskantes Experiment" +++
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Russland scharf kritisiert. "Die Zulassung eines Impfstoffs ohne die entscheidende dritte Testreihe halte ich für ein hochriskantes Experiment am Menschen", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post". Es dränge sich der Eindruck auf, dass es sich um eine populistische Maßnahme eines autoritär regierten Staates handele, der der Weltgemeinschaft seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit demonstrieren möchte, so Hartmann. "Es ist unverantwortlich, ganze Bevölkerungsgruppen bereits in diesem Stadium der Entwicklung zu impfen." Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien - ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht. Erst wenige Menschen haben den Impfstoff im Rahmen einer Studie erhalten.

+++ 15:48 Kulturveranstalter fordern klare Öffnungsperspektiven +++
In Berlin fordern die Kulturveranstalter rasche weitere Finanzhilfen sowie verbindliche Öffnungsperspektiven. "Ansonsten ist die gesamte private Kulturlandschaft unserer Stadt dem Untergang geweiht", heißt es in einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, den zahlreiche Unternehmen der Branche unterzeichnet haben. "Damit stirbt ein großer, wenn nicht sogar der größte Wirtschaftszweig Berlins, der weit in alle anderen Branchen sichtbar sein wird." Die Unterzeichner dringen auf einheitliche Hygienekonzepte, um den Spielbetrieb wieder in reguläre Bahnen zu lenken. Damit soll ermöglicht werden, die Zuschauerkapazitäten ab Beginn kommenden Jahres schrittweise wieder auf 100 Prozent hochzufahren.

+++ 15:33 Niederlande melden deutlichen Anstieg bei Neuinfektionen +++
In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche erneut kräftig gestiegen. Sie erhöhte sich um 55 Prozent auf 4036, wie die Gesundheitsbehörden mitteilen. In der Woche zuvor waren 2588 Fälle gemeldet worden. Damit setzt sich der deutliche Anstieg seit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen im Juli fort.

+++ 15:03 China findet Coronavirus auf Verpackung von importierten Meeresfrüchten +++
In China haben die Behörden das neuartige Coronavirus auf der Verpackung von tiefgefrorenen Meeresfrüchten gefunden, die aus dem Ausland importiert worden seien. Die Meeresfrüchte seien aus der Hafenstadt Dalian nach Yantai in der östlichen Provinz Shandong gekommen, teilte die Stadtverwaltung mit, ohne das Land zu nennen, aus dem die Meeresfrüchte stammen. Im Juli hatten Zollbeamte in Dalian das Virus in der Verpackung von gefrorenen Garnelen gefunden, die aus Ecuador importiert worden waren. China setzte daraufhin die Importe von drei Garnelenanbietern aus dem südamerikanischen Land aus.

+++ 14:39 Biontech peilt weiter Impfstoffzulassung im Oktober an +++
Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen bei einem Erfolg der aktuellen klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff weiterhin im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Die Biontech-Mitarbeiter hätten es geschafft, die Studie "in Rekordzeit zu starten", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin bei der Vorlage der Unternehmenszahlen für das zweite Quartal. Ende Juli hatte eine weltweite Studie zu dem möglichen Impfstoff mit bis zu 30.000 Teilnehmern begonnen. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III - mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit, der Bestimmung der geeigneten Dosis und schließlich dem Nachweis der Wirksamkeit - war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden. Falls der Wirkstoff zugelassen wird, haben Biontech und Pfizer bereits Liefervereinbarungen mit Großbritannien, den USA, Japan und Kanada über mehr als 250 Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Zusätzlich gibt es eine Option über weitere 500 Millionen Dosen. Biontech ist seit Oktober 2019 an der der US-Tech-Börse Nasdaq notiert. Der Kurs legte seitdem erheblich zu.

+++ 13:57 Russland nennt Impfstoff "Sputnik V" +++
Russland feiert die Zulassung des ersten Impfstoffs als nationalen Erfolg. Das russische Staatsfernsehen tauft das Vakzin mit dem komplizierten Namen "Gam-Covid-Vac Lyo" kurzerhand "Sputnik V" in Anlehnung an den ersten Satelliten im All - damals hatte ebenfalls die Sowjetunion als Rechtsvorgänger des heutigen Russlands die Nase vorn. Der Chef des russischen Investmentfonds Kirill Dmitrijew sprach ebenfalls kürzlich von einem "Sputnik-Moment". "Die Amerikaner waren überrascht, als sie Sputniks Piepen hörten. Mit diesem Impfstoff ist es genauso", sagte er CNN.

+++ 13:46 Sachsen überlässt Maskenfrage den Schulen +++
Am 31. August beginnt das neue Schuljahr in Sachsen. Und die Landesregierung verzichtet auf eine allgemeine Verpflichtung zum Tragen von Masken. Schulen können jedoch eine Maskenpflicht selbst anordnen, wie das sächsische Kultusministerium mitteilte. Das Kultusministerium empfiehlt Lehrern und Schülern jedoch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung außerhalb des Unterrichts. Wer sich innerhalb der vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufhielt, darf die Einrichtungen nur mit einem negativen Coronatest betreten. Eltern und andere Externe müssen beim Betreten von Schulen und Kitas stets eine Maske tragen.

+++ 13:30 Mecklenburg-Vorpommern erhöht Bußgelder +++
In Mecklenburg-Vorpommern gelten künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier nach einer Kabinettssitzung in Schwerin bekannt gab. Bei Verstößen gegen Quarantäne-Anordnungen steigt das Mindest-Bußgeld demnach von 100 auf 500 Euro.

+++ 13:14 Corona beschert Krankenkasse deutlichen Überschuss +++
Kuriose Entwicklung: Corona tut den Krankenkassen gut. Wie die AOK meldet, gibt es im ersten Halbjahr einen deutlichen Überschuss zu verzeichnen – ein Plus von 320 Millionen Euro. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete, Ursache für den Einbruch bei den Ausgaben sei ein bisher noch nie da gewesener Rückgang bei den medizinischen Leistungen: Viele planbare Operationen wurden verschoben, aus Angst vor Ansteckung vermieden Patienten den Gang zum Arzt oder Therapeuten.

+++ 12:48 Corona-Ausbruch in überfülltem Flüchtlingslager in Syrien +++
Im überfüllten Flüchtlingslager Al-Hol im Nordostens Syriens gibt es den ersten Coronavirus-Fall unter den Bewohnern. "Eine unserer schlimmsten Befürchtungen hat sich bewahrheitet", teilte die Hilfsorganisation Save the Children mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte das UN-Nothilfebüro Ocha berichtet, drei Mitarbeiter des Gesundheitspersonals hätten sich in Al-Hol mit Corona infiziert. Nach Angaben von Save the Children leben in dem Lager rund 65.000 Menschen, unter ihnen 43.000 Minderjährige.

+++ 12:05 Neuseeland meldet wieder lokalen Ausbruch +++
Nach mehr als drei Monaten ist das Coronavirus zurück in Neuseeland, es wurden erstmals wieder lokale Infektionen gemeldet. Es handele sich um vier Fälle in einer Familie in Auckland und die erste Ansteckung in dem Land seit 102 Tagen, teilt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern mit. Die Ansteckungsquelle sei bislang unbekannt. Am Mittwoch sollen deswegen die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden. Die Menschen in Auckland sollen dann zu Hause bleiben und nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen. Auswärtigen sei eine Reise in die Stadt vorerst verboten.

+++ 11:44 Hunderte Tote durch Corona-Unsinnsinfos im Netz +++
Über das Coronavirus, mögliche Heilmittel und die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ist allerhand Unsinn im Umlauf. Ein Team internationaler Wissenschaftler hat nun die Auswirkungen von Corona-Fehlinformationen im Netz erforscht, das Ergebnis ist im "American Journal of Tropical Medicine an Hygiene" nachzulesen: Demnach seien so weltweit Hunderte Menschen zu Tode gekommen, Tausende mussten im Krankenhaus behandelt werden. Beispiele? In Indien sei Menschen empfohlen worden, Kuhurin oder -dung zu verzehren, um sich gegen eine Ansteckung zu wappnen. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Limone als Wunderwaffe gegen Sars-CoV-2 beworben. Der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur vermeintlichen Desinfizierung des Körpers kostete weltweit sogar 800 Menschen das Leben. Rund 5900 landeten nach dem Trinken von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten.

+++ 11:05 Corona-Krise macht Kinobetreibern zu schaffen +++
Die mittelständischen Kinobetreiber bangen in der Corona-Krise um die Existenz. "Ohne staatliche Finanzhilfen kann ein großer Teil der deutschen Filmtheater die aktuelle Krise nicht überleben", teilten die Kinobetreiber mit. Durch die Schließung der Kinos Mitte März und die nur zögerliche Wiedereröffnung seit Mitte Mai verzeichneten alle Kinobetreiber massive Umsatzeinbrüche und befänden sich in einer teils dramatischen Liquiditätssituation. "Zahlreiche mittelständische und familiengeführte Filmtheaterunternehmen sehen deshalb ihr Lebenswerk bedroht", hieß es weiter. In einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordern sie deshalb wirtschaftliche Hilfen sowie einen Kinogipfel.

+++ 11:01 Putin verkündet Coup im Rennen um Impfstoff +++
Der Wettlauf zum Mond unserer Zeit ist nach den Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin entschieden: Das Land habe den weltweit ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Das Mittel, das das Moskauer Gamaleja-Institut entwickelt hatte, habe die Freigabe des Gesundheitsministerium erhalten, sagt Putin. Seine Tochter sei bereits geimpft worden. Er hoffe, dass die Massenproduktion bald gestartet werden könne. Der Impfstoff wurde nach weniger als zwei Monaten Erprobung am Menschen zugelassen. Das Verfahren widerspricht international anerkannten Kriterien.

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+++ 10:04 Laschet will Großkonzert in Düsseldorf abwenden +++
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will das in Düsseldorf geplante Konzert mit Stars wie Bryan Adams und Sarah Connor vor bis zu 13.000 Zuschauern verhindern. Vor einer Kabinettssitzung sagte der CDU-Politiker: "Ich halte das für kein gutes Signal." Es sei ein ungewöhnlicher Vorgang, dass ein solches Großereignis von der Stadt Düsseldorf genehmigt und angekündigt wird, ohne Rücksprache mit der Landesregierung zu halten. "Ich hätte hier etwas mehr Sensibilität vom Oberbürgermeister erwartet." Er wolle "zu einer einvernehmlichen Lösung" kommen. Laschet verteidigte zudem die Maskenpflicht für Schüler auch im Unterricht. "Im Moment haben wir steigende Zahlen in sehr dicht besiedelten Räumen wie dem Ruhrgebiet. Und bei uns kommen jetzt die Reiserückkehrer. Deshalb wollen wir jetzt besonders vorsichtig sein." Das Kabinett werde die Pflicht für einen befristeten Zeitraum beschließen. Alle weiteren Verordnungen zum Umgang mit der Pandemie würden ohne weitere Öffnungen verlängert. Trotz der gebotenen Vorsicht sagte Laschet: "Panik und Angst sind genauso falsch wie Corona-Leugnung."

+++ 09:31 Curevac plant Impfstoff-Tests in Brasilien +++
Die deutsche Firma Curevac will - genauso wie viele andere Biotech-Firmen - einen Impfstoffkandidaten in Brasilien testen. Durch die starke Ausbreitung des Coronavirus ist das Land zum Testlabor der Welt geworden. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, sagte, plant das Unternehmen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen. Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

+++ 09:03 Senatorin: Kein allgemeines Alkoholverbot in Berlin geplant +++
Gedankenspiele von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci haben gestern viel Wirbel ausgelöst. Sie hatte gesagt, in der Hauptstadt könne ein Alkoholverbot helfen, häufige Corona-Verstöße in der Gastronomie zu verhindern. Der Aufschrei war groß. Jetzt sagt die SPD-Politikerin im RBB-Inforadio: "Es geht hier nicht um ein allgemeines Alkoholverbot." Und weiter: "Das wäre ja auch Quatsch." Wenn jemand gepflegt am Tisch sitze, die Abstandsregeln einhalte und Wein trinke, könne man nichts dagegen haben. Problematisch seien trotz der frischen Luft hingegen Straßenzüge, wo sich Menschenmassen aufhielten und beim Trinken Partyatmosphäre entstehe.

+++ 08:49 Bruttolöhne sinken in Coronakrise +++
In der Coronakrise sinken die Bruttolöhne der Beschäftigten in Deutschland. Vor allem der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit und die damit verbundenen geringeren Arbeitszeiten (-4,7 Prozent) drückten auf die Bruttoeinkommen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Die Einkommen sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 Prozent. Allerdings glich das Kurzarbeitergeld für die Betroffenen einen Großteil der Einkommensverluste netto wieder aus. Auf die Arbeitsstunde gerechnet waren die Bruttoverdienste im zweiten Quartal sogar 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

+++ 08:04 Zahl der Kreise ohne Neuinfektionen nimmt weiter ab +++
In Deutschland gibt es immer weniger Gegenden, in denen das Coronavirus nicht aktiv ist. Die Infektionskarte weist nur noch 46 Landkreise aus, in denen es in den letzten sieben Tagen keine Neuinfektion gegeben hat - gestern waren es noch 51. Vor zwei Monaten, am 15. Juni, waren es in der Spitze 158 coronafreie Kreise. Nach wie vor gibt es einen roten Fleck: der Landkreis Dingolfing-Landau mit 85,2 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hier der Überblick in Karten- und Tabellenform:

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+++ 07:39 Gates moniert "Test-Wahnsinn" in den USA +++
Ein CNN-Interview mit Bill Gates vom Wochenende erregt Aufsehen. Der Milliardär kritisiert darin den Umgang der USA mit der Coronavirus-Pandemie. Eine seiner zentralen Aussagen: "Kein anderes Land hat diesen Test-Wahnsinn." Gemeint ist, dass die USA täglich zwar mehr als 700.000 Bürger auf das Virus testen, die Labore jedoch damit überlastet seien, die Ergebnisse zu liefern. Damit verstrichen zu viele Tage, bis Erkrankte identifiziert sind. Die Behörden können damit lokalen Ausbrüchen immer nur hinterherlaufen, so Gates' These. "Sie [die US-Behörden] zahlen Milliarden von Dollar auf diese sehr ungerechte Weise, um die wertlosesten Resultate der Welt zu erhalten", kritisiert Gates. Trump rühmt sich damit, dass die USA die "beste Test-Strategie aller Zeiten" habe. Sie ist auf Masse ausgerichtet. Gates dazu: "Es ist unglaublich, dass man die Regierung nicht dazu bringen kann, die Tests zu verbessern, weil sie nur sagen wollen, wie großartig sie sind."

+++ 07:16 Forscher finden Indikator für schwere Covid-19-Verläufe +++
Wissenschaftler aus Frankfurt am Main und dem britischen Kent haben einen Indikator gefunden, der schwere Covid-19-Verläufe vorherzusagen helfen könnte. Die Kurzfassung: Das Team um den Virologen Jindrich Cinatl hat dafür laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Aktivität bestimmter Gene analysiert. Schwere Covid-19-Fälle gehen oft mit Thrombosen und Blutgerinnseln einher. Daher machten sich die Forscher auf die Suche nach Molekülen, die an Blutgerinnung beteiligt sind und je nach Geschlecht und Alter der Patienten und bei Corona-Infektionen in unterschiedlichem Maße aktiv sind. Gestoßen sind sie dabei auf das Glykoprotein Transferrin. Die Konzentration dieses Stoffs im Blut könne demnach Hinweise auf das Risiko für schwere Krankheitsverläufe geben.

+++ 06:51 Glühwein nur to go? Städte planen Weihnachtsmärkte +++
Draußen über 30 Grad, doch in den kommunalen Amtsstuben geht der Blick schon in die kalte Jahreszeit. Viele Großstädte wie Dresden, Nürnberg, Mainz oder Düsseldorf wagen schon, erste Pläne für die Weihnachtsmarktsaison zu fassen. Klar ist jedoch auch, dass die Märkte unter anderen Bedingungen stattfinden werden als in den Vorjahren, wie Sprecher der einzelnen Städte mitteilten. Während mancherorts über räumliche Entzerrungen beraten wird, um den Mindestabstand leichter einhalten zu können und Massen zu vermeiden, denken andere Städte über Essen nur zum Mitnehmen nach. Auch Einlasskontrollen und Maskenpflicht seien denkbar. "Das macht den Weihnachtsmarkt unlauschiger", räumte ein Mainzer Sprecher ein. Doch am "unlauschigsten" sei gar kein Weihnachtsmarkt.

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Wenn es Weihnachtsmärkte geben sollte, werden sie sicher ein wenig anders aussehen als gewohnt.

(Foto: dpa)

+++ 06:21 RKI meldet fast 1000 Neuinfektionen an einem Tag +++
Hier kommen die Coronavirus-Zahlen des Robert-Koch-Instituts (sie unterscheiden sich leicht von den Daten, die ntv.de auf Basis der Meldungen aus den Ländern errechnet): Demnach wurden gestern 966 Neuinfektionen an das RKI gemeldet - die Marke von 1000 ist also nach der Wochenenddelle wieder in Sicht. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

ntv.de hatte für gestern 681 Neuinfektionen gemeldet - viele der beim RKI nun berücksichtigten Fälle waren dann aber schon am Wochenende erfasst. Hintergrund: ntv.de greift die Meldedaten direkt bei den Ländern ab. Die Wege von den Landesbehörden zum RKI sind - besonders am Wochenende - etwas träger.

+++ 05:35 Steuerzahler-Bund fordert Pauschale für Arbeitsecke im Homeoffice +++
Der Bund der Steuerzahler fordert vom Fiskus großzügigere Regelungen für das Homeoffice. "Als Bund der Steuerzahler haben wir uns schon früh dafür eingesetzt, dass die Homeoffice-Kosten steuerlich besser berücksichtigt werden - denn bisher kann nur ein häusliches Arbeitszimmer abgesetzt werden. Aber auch diejenigen, die nur eine provisorisch eingerichtete Arbeitsecke haben oder am Küchentisch tätig werden und ihre Firma am Laufen halten, sollten hier eine steuerliche Anerkennung bekommen", sagt Verbandspräsident Reiner Holznagel der "Rheinischen Post". "Deshalb plädieren wir für eine Werbungskostenpauschale von monatlich 100 Euro."

+++ 05:02 Jeder zweite Gastro-Betrieb ist in seiner Existenz bedroht +++
Rund 60 Prozent der Betreiber von Kneipen, Bars, Restaurants und Hotels in Deutschland sehen einem Medienbericht zufolge die Corona-Krise inzwischen als Existenzbedrohung an. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga unter 7200 Gastronomen und Hoteliers. Demnach gaben 59,6 Prozent aller teilnehmenden Betriebe an, dass sie wegen Corona um ihr Überleben kämpften. Von Januar bis Juli beklagten die Betriebe laut der Umfrage im Durchschnitt Umsatzverluste von 60,1 Prozent.

+++ 04:37 Trump: Pandemie beendete "wahrscheinlich" Zweiten Weltkrieg +++
US-Präsident Donald Trump sorgt mit einer gleich mehrfach falschen Behauptung über den vermeintlichen Einfluss einer Pandemie auf den Zweiten Weltkrieg für Spott. Trump versprach sich vermutlich, als er bei einer Pressekonferenz sagt: "1917, so heißt es, war die große Pandemie sicherlich eine schreckliche Sache, bei der sie zwischen 50 und 100 Millionen Menschen verloren haben - sie beendete wahrscheinlich den Zweiten Weltkrieg, alle Soldaten waren krank."

+++ 04:11 Mexiko meldet 5558 Neuinfektionen +++
Mexiko meldet 5558 Neuinfektionen, damit sind es jetzt insgesamt 485.836 Fälle. 705 weitere Personen sterben in Verbindung mit dem Virus, insgesamt liegt die Zahl der Toten damit bei gut 53.000.

+++ 03:22 Singapurs Wirtschaftsleistung bricht ein +++
Die Rezession in Singapur ist im zweiten Quartal noch verheerender ausgefallen als ohnehin schon gedacht. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte um 13,2 Prozent zum Vorjahr, nachdem in einer ersten Schätzung von einem Minus von 12,6 Prozent die Rede war. Im Gesamtjahr rechnet die Regierung des Stadtstaates nun mit einem Rekord-Rückgang um fünf bis sieben Prozent.

+++ 02:32 Mehr als 20 Millionen verzeichnete Infektionen weltweit +++
Die Zahl der weltweit verzeichneten Infektionen mit dem Coronavirus steigt über die Schwelle von 20 Millionen. Das geht aus einer auf Behördenangaben beruhenden Zählung der Johns-Hopkins-Universität hervor. Mehr als 40 Prozent der insgesamt 20.002.577 Fälle sind in den USA und Brasilien registriert, den beiden am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern.

+++ 01:53 USA wollen infizierte US-Bürger nicht mehr nach Hause lassen +++
Die US-Regierung erwägt einem hochrangigen Mitarbeiter zufolge Maßnahmen, um mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierte US-Bürger die Heimreise aus anderen Ländern zu untersagen. Es gebe dazu einen Entwurf für entsprechende Regelungen. Diese seien aber noch nicht final abgestimmt und könnten sich noch ändern.

+++ 01:04 Brasilien meldet mehr als 22.000 Neuinfektionen +++
In Brasilien steigt die Zahl der bekannten Infektionen um mehr als 22.000 auf insgesamt 3,057 Millionen. Das Gesundheitsministerium gibt zudem 703 weitere Todesfälle - damit insgesamt 101.752 - bekannt.

+++ 00:26 Grenzübergang zwischen Gaza und Ägypten wird vorübergehend geöffnet +++
Erstmals seit zwei Monaten wird der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wieder für den Personenverkehr geöffnet. Die Maßnahme gelte bis Donnerstag, teilt die palästinensische Vertretung in Ägypten unter Berufung auf die dortigen Behörden mit. Die Grenzöffnung soll es rund 2000 wegen der Corona-Krise in Ägypten gestrandeten Palästinensern ermöglichen, in den Küstenstreifen zurückzukehren. Zugleich soll so Dutzenden bislang dort festsitzenden Palästinensern erlaubt werden, nach Ägypten oder in andere Länder zu reisen. Rafah ist der einzige Übergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten.

+++ 23:55 ECDC warnt vor Wiederaufleben von Coronavirus in Europa +++
Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt in vielen Ländern Europas wieder zu. Das liegt zum einen an der Zunahme von Tests, zum anderen aber auch an der Lockerung von Corona-Maßnahmen - zu diesem Schluss kommt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in ihrer jüngsten Risikobewertung für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zuzüglich Großbritannien. Viele Staaten testeten jetzt bereits milde Verdachtsfälle ohne Symptome, was zu der Zunahme der Fallzahlen beitrage, erklärt das in Solna bei Stockholm ansässige Zentrum. Zum anderen gebe es in einigen Ländern "ein echtes Wiederaufleben an Fällen", das eine Folge davon sei, dass die Maßnahmen zum Abstandhalten gelockert worden seien. Weitere Anstiege der Infektionszahlen und mit ihnen zusammenhängenden Krankenhausaufenthalten und Todesfällen könnten vermindert werden, indem ausreichende Kontrollmaßnahmen rechtzeitig wiedereingeführt oder verstärkt würden. Zugleich sei es natürlich, dass die Menschen weniger achtsam bei der Einhaltung der Maßnahmen geworden seien. Dem müsse mit der richtigen Kommunikation entgegengewirkt werden.

+++ 23:22 Finnland kündigt Testpflicht für Reisende aus Risikostaaten an +++
Finnland will Pflicht-Tests und Zwangsquarantänen für Reisende aus gewissen Risiko-Staaten einführen. Das kündigt die zuständige Ministerin für Soziales, Krista Kiuru, an. Am Samstag war bei freiwilligen Tests auf dem Flughafen Turku bei 24 von 157 Flugpassagieren einer Maschine aus Skopje eine Corona-Infektion nachgewiesen worden.

+++ 22:16 Kuba meldet Rekord bei Corona-Neuinfektionen +++
In Kuba haben die Behörden einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Seit Sonntag seien 93 neue Infektionsfälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Laut Berichten von Staatsmedien kündigte die Regierung als Reaktion die Schließung von Stränden und Bars an. Restaurants und Cafés dürften zudem nur noch Gerichte zum Mitnehmen anbieten. Laut dem Epidemiologen Francisco Duran seien in Kuba landesweit inzwischen mehr als 3000 Infektionsfälle nachgewiesen worden, 88 Menschen seien an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben. Im Vergleich zu anderen Ländern in der Karibik und Lateinamerika sind sowohl die Sterbe- als auch die Infektionsrate in Kuba relativ niedrig.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, jog/bad/rts/dpa/AFP