Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 22:30 Berlin holt alle Schüler vor Ostern zurück +++

Berlin stellt die Weichen dafür, dass noch vor den Osterferien die Schüler sämtlicher Jahrgangsstufen in den Unterricht zurückkehren können. Aus den Fraktionen von Grünen und Linken erfuhr der „Tagesspiegel“, dass die Schulöffnung für alle Klassen unterstützt werde. Allerdings solle das im Wechselunterricht und wahrscheinlich auch bei ausgesetzter Präsenzpflicht geschehen, berichtete die Zeitung mir Verweis auf die SPD-geführte. Bildungsverwaltung. Während andere Länder forscher vorgehen – so öffnet Nordrhein-Westfalen die Schulen ab dem 15. März wieder komplett - kündigte der Sprecher von Bildungssenatorin Sandra Scheeres laut dem Bericht an: "Wir bleiben bei der Politik der vorsichtigen Öffnung." Zuvor hatte Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst bereits erklärt, es sei Konsens aller Mitglieder der von ihr geleiteten Kultusministerkonferenz, sämtliche Schüler "noch im März" zurück in die Schulen zu holen.

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Sophie-Scholl-Schule in Berlin Schöneberg: Nach den Sommerferien nahmen es die Schüler mit der Maskenpflicht nicht so genau. Das müsste jetzt besser werden.

(Foto: imago images/Fotostand)

+++ 22:05 Belgien verlängert Verbot für Auslandsreisen +++
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Belgien wird das Verbot von Auslandsreisen bis über die Osterferien hinaus verlängert. Statt bis zum 1. April gelte das Verbot nicht notwendiger Reisen ins Ausland nun vorerst bis zum 18. April, teilte der belgische Regierungschef Alexander De Croo am Freitag in Brüssel mit. Für Berufspendler gilt das Verbot nicht. Die EU-Kommission hatte die Maßnahme als "unverhältnismäßig" kritisiert.

+++ 21:35 Nur drei Bundesländer ohne steigende Zuwächse +++
Spitzenreiter im Ländervergleich in absoluten Fallzahlen ist Nordrhein-Westfalen (2212), gefolgt von Bayern (1844) und Baden-Württemberg (1070). Die geringsten Zuwächse melden Bremen (69) und das Saarland (82). In 13 von 16 Bundesländern verzeichnen die Behörden vor dem Wochenende eine steigende Tendenz bei den Fallzahlen. Die Zahl der Neuinfektionen liegt dort teils deutlich über dem mehrtägigen Mittel. Lediglich in Bremen, im Saarland und in Sachsen liegt die gemeldete Zahl neuer Coronavirus-Fälle unter dem Durchschnitt der zurückliegenden sieben Tage.

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+++ 21:10 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 10.000 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.486.787 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 10.044 neue Fälle hinzu. Der Zuwachs liegt leicht über dem Niveau vor einer Woche, als die Länder 158 Fälle weniger meldeten. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 278 auf 71.680. Das sind deutlich weniger als in der Vorwoche mit 424 gemeldeten Sterbefällen. Als aktuell infiziert gelten rund 123.600 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,02 angegeben (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass im Durchschnitt hundert Infizierte 102 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,04 (Vortag: 0,99). Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland sinkt derweil weiter. In deutschen Kliniken werden derzeit 2765 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Rückgang um 48 Patienten, wie aus dem aktuellen Divi-Intensivregister hervorgeht. Demnach müssen 1582 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 12 weniger als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 4581 Betten in den deutschen Kliniken frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 20:45 Infizierte Arzthelferin bringt 270 Menschen in Quarantäne +++
270 Menschen sind wegen eines Kontakts mit der mit dem Coronavirus infizierten Düsseldorfer Arzthelferin in Quarantäne. Sie gelten als Kontaktpersonen der Kategorie I, teilte die Stadt mit. Die Arzthelferin war mit bis zu 600 Personen in Kontakt gekommen. Die Frau soll zeitweise ohne Schutzmaske und trotz Krankheitssymptomen gearbeitet haben. Zwar seien einige Kontaktpersonen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bislang lägen aber keine Informationen vor, dass sie sich bei ihr angesteckt haben. Die Arzthelferin ist mit der britischen Virus-Variante B.1.1.7 infiziert, die als deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus gilt.
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+++ 20:30 Impfen wirkt: Weniger Tote in Großbritannien +++
Das Impfprogramm in Großbritannien macht sich nach den Worten von Gesundheitsminister Matt Hancock durch einen immer stärkeren Rückgang der coronabedingten Todesfälle bemerkbar. Demnach ist die Zahl der Sterbefälle allein in der vergangenen Woche um 41 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ging im gleichen Zeitraum nur um 29 Prozent zurück, die der Neuinfektionen um 34 Prozent. Das zeige, dass die bislang untrennbare Verbindung zwischen Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen dank des Impfprogramms nun unterbrochen sei, so Hancock bei einer Pressekonferenz im Londoner Regierungssitz Downing Street am Abend.
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+++ 20:05 CDU-Generalsekretär empört über Masken-Dealer +++
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat Unions-Bundestagsabgeordnete scharf kritisiert, die an der Beschaffung von Corona-Masken Geld verdienen haben sollen. "Ich empfinde es als zutiefst unanständig, dass sich Parlamentarier mit der Masken-Beschaffung in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg bereichert haben", schrieb Ziemiak auf Twitter. "Das entspricht nicht den moralischen Maßstäben der Union. Als Generalsekretär der CDU erwarte ich, dass dieses Fehlverhalten aufgeklärt und vollständig aus der Welt geschafft wird. Nicht irgendwann, sondern jetzt." Zuvor hatte die SPD Konsequenzen gefordert. Ziemiak reagierte damit auf Vorwürfe gegen den CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein und den CDU-Abgeordneten Niklas Löbel.
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+++ 19:25 Kliniken überfüllt: Tschechien bittet um Hilfe +++
Tschechien bittet Deutschland, Polen und die Schweiz um Hilfe bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. Grund sei, dass die Situation in den eigenen Krankenhäusern inzwischen kritisch sei, teilt das Gesundheitsministerium in Prag mit. "Die große Zahl neu infizierter Patienten hat den Druck auf das Gesundheitssystem erhöht und die Zahl der Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen, wächst", hieß es in einer Erklärung. Tschechien hat bezogen auf die Bevölkerungszahl eine der höchsten Infektionsraten weltweit. Vor allem die besonders ansteckende britische Virusvariante breitet sich in dem Land rasant aus. Die Bundesregierung hatte deswegen erst kürzlich die Kontrollen an der Grenze zu Tschechien bis zum 17. März verlängert.

+++ 18:50 Italien zählt über drei Millionen Infizierte +++
In Italien wurden 2020 mehr Todesfälle amtlich erfasst als in jedem anderen Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Demnach starben im vergangenen Jahr 746.146 Menschen, teilt die Statistikbehörde ISTAT mit. Das sind 15 Prozent mehr Todesfälle als im Mittel der Jahre 2015 bis 2019. Die Statistik legt nahe, dass mehr Menschen wegen der Pandemie gestorben sein könnten als offiziell angegeben. Offiziell sind 2020 knapp 76.000 Menschen wegen der Seuche gestorben. Das macht aber nur 70 Prozent der Übersterblichkeit aus. Bei der Gesamtzahl der offiziell mit Corona infizierten Menschen überschreitet Italien inzwischen die Drei-Millionen-Schwelle. Die Gesundheitsbehörden in dem Mittelmeerland zählten am Freitag über 24.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Damit gibt es in Italien, wo die Pandemie seit Februar 2020 mit einer ersten großen Welle um sich gegriffen hatte, bisher offiziell 3,02 Millionen Virus-Infizierte.
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+++ 18:15 "Coronagoebbels": Schmäh-Mail gegen Drosten kostet Monatslohn +++
Eine beleidigende E-Mail an den Virologen Christian Drosten hat für einen 58-Jährigen eine Geldstrafe nach sich gezogen. "Der Verurteilte hatte im Mai 2020 in einer E-Mail an das Virologische Institut der Charité unter dem Betreff "Coronagoebbels" dessen Leiter, Prof. Dr. Christian Drosten, beleidigt", twitterte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Eine Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehalts gegen den "mutmaßlichen Verschwörungstheoretiker" sei mittlerweile rechtskräftig, hieß es. Wann der Strafbefehl erwirkt wurde und um welche Summe es geht, blieb auf Anfrage offen. Drosten selbst hatte in der Vergangenheit wiederholt von massiven Anfeindungen und Morddrohungen gegen sich gesprochen.

+++ 17:45 Illegale Ausreise aus England kann teuer werden +++
Reisende, die England ohne triftigen Grund verlassen wollen, riskieren hohe Geldstrafen. Passagiere müssen ab dem kommenden Montag in einem Formular den Grund ihrer Ausreise angeben und dieses mit sich führen, wie das britische Verkehrsministerium mitteilte. Die akzeptierten Gründe für Auslandsreisen sind unter den aktuellen Corona-Beschränkungen nur wenige - dazu gehören Arbeit, Bildung oder Beerdigungen. Die Beschränkungen gelten für Briten und Ausländer, die sich derzeit in England aufhalten. Fluglinien sollen die Formulare kontrollieren. Passagieren könne gegebenenfalls die Beförderung verweigert werden, hieß es. Auch die Polizei kontrolliere stichprobenartig an Häfen und Flughäfen. Die Geldstrafen wegen des Bruchs der Lockdown-Regeln reichen von 200 bis zu 6400 Pfund (umgerechnet mehr als 7400 Euro). Bis Ende März gilt in England noch die strikte "Stay at Home"-Regel: Bürger sollen ihr Zuhause nur zum Einkaufen, Sport und aus wenigen anderen Gründen verlassen.

+++ 17:15 Insider verraten: Totenstatistik von New Yorker Pflegeheimen frisiert +++
Nach den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gerät New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo auch wegen seiner Handlungen in der Corona-Krise weiter unter Druck. Die "New York Times" berichtete, dass Berater des Gouverneurs einen Bericht der Gesundheitsexperten der Regierung wegen schlechter Zahlen umgeschrieben hätten. Unter Berufung auf sechs anonyme Quellen und Dokumente berichtet die Zeitung von einer Statistik aus dem Juni 2020, die damals 9000 Tote in Pflegeheimen ausgewiesen habe - deutlich höher als von der Regierung öffentlich angegeben. Durch das Umschreiben wurde die Statistik demnach aus dem Bericht entfernt. Der "New York Times" zufolge startete die Beschönigung der Zahlen Toter in Pflegeheimen damit schon deutlich früher als bislang bekannt.
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+++ 16:45 Astrazeneca wirkt auch gegen brasilianische Mutante +++
Der Impfstoff des schwedisch-britischen Konzerns Astrazeneca ist nach einer Studie der Universität Oxford auch gegen die aus Brasilien stammende, hochansteckende Mutante des Coronavirus wirksam. Das sagt eine mit der Untersuchung vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach muss das Vakzin nicht auf den neuen Virustyp abgestimmt werden, der aus der Amazonas-Stadt Manaus stammen soll und sich rasch weltweit verbreitet. Dagegen könnte der Impfstoff Coronavac des chinesischen Herstellers Sinovac gegen die brasilianische Virusvariante zu schwach sein. Untersuchungen des Blutplasmas von acht mit dem Wirkstoff geimpften Patienten hätten gezeigt, dass das Vakzin es nicht geschafft habe, die neue Virus-Variante effektiv zu neutralisieren, heißt es in einer vorab veröffentlichten Studie der Universität von Sao Paulo und der Washington University School of Medicine sowie anderer Institutionen. Coronavac wird unter anderem bereits bei Massenimpfungen in China, Brasilien, Indonesien und der Türkei eingesetzt.

+++ 16:24 Russland verzeichnet hohe Übersterblichkeit +++
In Russland sind nach Angaben des Statistik-Amtes im Januar mit 219.769 Toten knapp 34 Prozent mehr Menschen gestorben als im Vorjahresmonat. Demnach sind im vergangenen Januar rund 55.700 mehr Menschen aus dem Leben geschieden als im Januar 2020. Einen Zusammenhang mit der Pandemie sehen die Statistiker aber nur bei 37.107 Todesfällen.

+++ 15:58 EU verteidigt Exportstopp für Astrazeneca +++
Die EU-Kommission hat die Export-Blockade Italiens für den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca verteidigt. Wenn ein EU-Land einen Exportantrag blockiere, "bedeutet dies, dass das Unternehmen sehr weit davon entfernt ist, seine Verpflichtungen einzuhalten", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Der Schritt sei eine Ausnahme, die EU "bleibt ein großer Impfstoff-Exporteur". Die italienischen Behörden hatten am Donnerstag die Ausfuhr von 250.000 für Australien bestimmte Impfdosen des in Italien hergestellten Astrazeneca-Mittels gestoppt. Begründet wurde dies mit der anhaltenden Impfstoff-Knappheit in der EU und den Lieferverzögerungen bei dem für die EU bestimmtem Astrazeneca-Impfstoff. Die EU-Kommission stimmte der Anordnung aus Rom zu.

+++ 15:35 Sechstes Berliner Impfzentrum startklar +++
Ab Montag sind alle Berliner Impfzentren in Betrieb. Als letztes startet das in Tempelhof, allerdings soll es zunächst nur nachmittags geöffnet sein. Für die Startphase seien zunächst 200 Corona-Impfungen pro Tag vorgesehen, sagte die Sprecherin der Impfzentren, Regina Kneiding. Das letzte von sechs Berliner Impfzentren ist im Hangar 4 des ehemaligen Flughafens untergebracht. Wochenlang stand es ungenutzt leer. Künftig gibt es für die drei bisher in Berlin genutzten Corona-Impfstoffe dann jeweils zwei Impfzentren, wie Kneiding erläuterte: In der Arena-Halle in Treptow und auf dem Messegelände in Charlottenburg kommt der Impfstoff von Biontech-Pfizer zum Einsatz, im Erika-Heß-Eistadion in Wedding und im Velodrom in Pankow der Impfstoff von Moderna. In Tempelhof und im Terminal C des ehemaligen Flughafens Tegel ist es der des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. Die Impfzentren galten schon im Dezember als startklar, allerdings fehlte es an Impfstoff.

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Am Montag geht in der Hauptstadt Impfzentrum Nummer sechs an den Start: In Tempelhof wird das Vakzin von Astrazeneca verimpft.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 15:00 Eine Packung pro Kunde: Ab morgen verkauft Aldi Selbsttests +++
Ab dem morgigen Samstag nimmt Aldi Corona-Selbsttests für den Hausgebrauch ins Sortiment auf. Im Interview mit RTL/ntv erläutert Nicolás de Lope, verantwortlich für das Deutschland-Geschäft von Aldi Nord, dass die Tests in Kassennähe bereitstünden. Sie seien zunächst pro Kunde auf eine Packung begrenzt, damit auch möglichst viele Menschen zum Zuge kämen. Eine Packung beinhalte jeweils fünf Tests. "Wir sind alle coronamüde, Selbsttests spielen eine wichtige Rolle in der Öffnungsstrategie der Regierung und da möchten wir als Grundversorger auch unseren Beitrag leisten - insbesondere mit unseren dichten Verkaufsstellen", sagte de Lope und fügte hinzu, mit dem Verkauf der Tests mache der Discounter kein Geschäft. 25 Euro seien zwar ein hoher Preis. "Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir das zum Selbstkostenpreis verkaufen und dass wir daran so gut wie nichts verdienen", sagte er den Sendern.
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+++ 14:25 Österreich erwägt Kauf russischer und chinesischer Vakzine +++
Österreich hat Interesse an Impfstoffen gegen das Coronavirus aus Russland und China. Das bestätigte Kanzler Sebastian Kurz von der ÖVP. "Es laufen Gespräche mit unterschiedlichen Herstellern." Sollte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zum Beispiel für den russischen Impfstoff Sputnik eine Zulassung erteilen, dann "ist es natürlich auch eine Option für viele europäische Länder, unter anderem auch für Österreich", so Kurz.

+++ 13:55 "Mit Abstand bester Wert": Söder hält an Inzidenz als Richtwert fest +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Rufen nach einer Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als entscheidende Messgröße zur Beurteilung der Lage in der Corona-Pandemie eine Absage erteilt. "Die Inzidenz ist nach wie vor der mit Abstand beste und verlässlichste Wert", sagte der CSU-Chef in seiner Regierungserklärung im Landtag in München. Es mache aus seiner Sicht keinen Sinn zu warten, bis die Zahl der Corona-Toten wieder steigt. "Wer auf Todesraten wartet, hat die Zeit verpasst zu handeln", sagte Söder.

+++ 13:37 Virus-Ursprung: WHO verzichtet auf Zwischenbericht aus Wuhan +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will nach Informationen des "Wall Street Journal" keinen Zwischenbericht zu ihrer Mission zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie im chinesischen Wuhan vorlegen. Das Interesse der Menschen sei so groß, dass ein kurzer Zwischenbericht die "Neugier der Leser" nicht befriedigen könne, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Leiter der Expertengruppe, Peter Ben Embarek. Die Expertengruppe werde daher gleich ihren Abschlussbericht vorlegen.

+++ 13:25 Aktuelle Pandemie-Lage: Rheinland-Pfalz liegt bei Impfquote vorn +++
Wie hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen entwickelt? Wie ist die Lage auf den Intensivstationen? Mit aktuellen Fakten zum Infektionsgeschehen ordnet das ntv-Moderatorenteam Daniel Schüler und Doro Steitz mit dem Epidemiologen Karl Lauterbach die Corona-Lage in Deutschland und der Welt ein.

+++ 12:52 Lauterbach: So können Tausende Todesfälle verhindert werden +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist überzeugt, dass Deutschland mit den am Mittwoch gefassten Beschlüssen die falsche Strategie verfolgt. "Die Reihenfolge, die wir jetzt haben, ist falsch rum", sagte er im ntv-Interview. Man hätte stattdessen zuerst mehr testen und dann den R-Wert senken müssen, anschließend hätte man Öffnungen beschließen können. Auch den Ansatz, der Bevölkerung flächendeckend Selbsttests zu ermöglichen, hält er für falsch. Denkbar wäre das zwar in Schulen und Betrieben, wenn Ergebnisse auch kontrolliert werden könnten. Dass sich aber "jeder beim Einkauf schnell noch einen Test dubioser Qualität macht", führe zu nichts. Die Bevölkerung unterschätze, "wie viele Menschen unter der Gefahr leben, in der dritten Welle schwer zu erkranken." Wenn diese erst einmal angerollt sei, "haben wir noch ganz andere Sterbezahlen", als die nun täglich rund 400. Für geeignet erachtet er hingegen die Überlegung, die Intervalle zwischen zwei Impfungen zu vergrößern. Dadurch könnten mehr Menschen früher eine Erstimpfung bekommen: "Dann ergeben Berechnungen, dass man damit in dieser dritten Welle zwischen 8000 und 14.000 Todesfälle verhindern kann."

+++ 12:24 Schnelltests vom Arbeitgeber? Merkel-Treffen mit Unternehmen abgesagt +++
Wirtschaft und Politik ringen darum, wie allen Beschäftigten in den Betrieben in Deutschland Corona-Schnelltests angeboten werden können. Eine für Freitagnachmittag angesetzte Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und einzelnen Ministern mit Spitzenvertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften wurde abgesagt, wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sagte. Die Bundesregierung erwarte, "dass die Unternehmen in Deutschland als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren Beschäftigten das Angebot von mindestens einem Schnelltest pro Woche machen", sagte Seibert. Es gebe bereits Unternehmen, die das täten. "Das zeigt: Es ist absolut möglich." Aber: "Bei Vorbereitung des Termins hat sich gezeigt, dass im Vorfeld weitere Abstimmungen notwendig sind." Seibert erläuterte: "Es gibt noch zu klärende Fragen, es ist vielleicht auch eine Frage an die Wirtschaft, wir haben konkrete Erwartungen, dass da ein gesamtgesellschaftlicher Beitrag zu machen ist."

+++ 11:59 Tschechen bekommen für Quarantäne jetzt Geld vom Staat +++
Tschechien führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Quarantäne-Bonuszahlung ein. Präsident Milos Zeman unterzeichnete am Freitag ein entsprechendes Gesetz. Arbeitnehmer erhalten umgerechnet bis zu 14 Euro täglich, solange sie sich in behördlich angeordneter häuslicher Quarantäne befinden. Die Auszahlung erfolgt zusätzlich zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in Höhe von 60 Prozent des Durchschnittsverdiensts. Nach Darstellung der Regierung gaben bisher viele Infizierte ihre Risikokontakte nicht an - aus Sorge, damit Freunden und Verwandten finanzielle Nachteile zu verursachen. Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie hierzulande.

+++ 11:51 Infektionsrisiko und Stress in "Frauenberufen" besonders hoch +++
Die Corona-Pandemie führt besonders in solchen Berufen zu Problemen, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden. Darauf hat das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltfrauentags am kommenden Montag (8. März) hingewiesen. Hohe Infektionsrisiken und Dauerbelastung träfen beispielsweise den Einzelhandel (Frauenanteil 80,8 Prozent), die Altenpflege (84,2 Prozent) sowie den Bereich Erziehung und Sozialarbeit (83,5 Prozent). Unter den Krisenbranchen ragen das Gastgewerbe (64,6 Prozent) sowie die über Monate geschlossenen Friseur- und Kosmetiksalons (86,5 Prozent) beim Frauenanteil heraus.

+++ 11:28 Verfassungsgericht: Krebskranker hat kein Recht auf sofortige Impfung +++
Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines älteren krebskranken Mannes aus Bayern abgewiesen, der vor seiner Chemotherapie sofort gegen das Coronavirus geimpft werden wollte. Der Mann, der eigentlich erst in der zweiten Impfgruppe an der Reihe ist, habe "nicht hinreichend nachvollziehbar vorgetragen", warum ihm durch das Abwarten ein schwerer Nachteil entstehe, heißt es in der Entscheidung. Zuvor hatte bereits der Verwaltungsgerichtshof in München seinen Eilantrag am 10. Februar mit der Begründung abgewiesen, dies sei "kein atypischer Einzelfall". Auch die Verfassungsrichter schreiben, der Mann habe nicht dargelegt, warum er nicht auch in Gruppe zwei eine erste Impfung "alsbald erhalten könne". Außerdem habe er "nicht hinreichend vorgetragen, dass ihm eine risikoverringernde Isolation unmöglich sei".

+++ 11:01 Frankreich warnt: Sputnik V nicht vor EU-Zulassung verimpfen +++
Frankreich warnt die EU-Länder davor, die Impfstoffe aus China und Russland bereits vor einer Genehmigung durch europäische Behörden einzusetzen. Ein solcher Einsatz wäre mit Blick auf die Solidarität der Staatengemeinschaft und der Gesundheitsrisiken ein Problem, sagt Frankreichs Europa-Minister Clement Beaune dem RTL Radio. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien ist der russische Impfstoff Sputnik V bereits zugelassen oder steht vor der Zulassung. Die EU-Arzneibehörde EMA hatte am Donnerstag erklärt, sie starte mit einer fortlaufenden Daten-Prüfung von Sputnik V. Dies kann eine spätere EU-weite Zulassung beschleunigen.

+++ 10:43 NRW holt noch vor Ostern alle Schüler in Klassen zurück +++
Nordrhein-Westfalen holt ab 15. März auch alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassen zurück. Geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus, schrieb das NRW-Schulministerium in einer Mail an die Schulen. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht zu Hause lernen müssen.

+++ 10:27 Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten" +++

+++ 10:04 Spahn: "Wir sind doch Logistik-Weltmeister!" +++
Gesundheitsminister Spahn sieht Deutschland bestens gerüstet, die Herausforderung der Beschaffung und Verteilung von Millionen Selbst- und Schnelltests zu bewältigen. "Wir sind doch Logistik-Weltmeister", wie der "Kollege Scheuer", mit dem er die neu eingerichtete Taskforce zur Organisation der Logistik leitet, zu Recht festgestellt habe. "Wenn ein Land sagt, wir haben 5000 oder 1000 Schulen, das ist die Adresse, bitte liefert jede Woche so und so viele Tests dorthin, das kriegt doch jeder deutsche Logistiker hin." Die Organisation dieses Prozesses müsse daher nicht zentral vom Bund übernommen werden, er wiederholte aber sein Angebot, die Vermittlung zu übernehmen.

+++ 09:46 Spahn: "Vielleicht bin ich auch zu kreativ in meinen Gedanken" +++
Gesundheitsminister Spahn erteilt einem eigenen digitalen Angebot des Bundes zur Erfassung von Tests eine Absage. Es gäbe bereits viele Anbieter, da könne der Bund nicht noch selbst ein Angebot machen. Für die Organisation von Einlässen, etwa in Restaurants und Theater, solle man vielmehr auf die Innovationskraft der Anbieter vertrauen. "Vielleicht bin ich da auch zu kreativ in meinen Gedanken", sagte Spahn. Er stelle sich etwa in Restaurants die Möglichkeit vor: "Tisch 15 mit fünf Leuten kommt um 19:15 Uhr, draußen ist ein Tisch aufgebaut, jeder kriegt dann ein Getränk und geht dann rein. Das muss der Bund ja nicht alles en détail regeln."

+++ 09:36 Wieler: Alle Impfstoffe in Deutschland schützen sehr gut vor Mutationen +++
RKI-Chef Lothar Wieler warnt erneut eindringlich, dass sich insbesondere die britische Virus-Mutation B1.1.7 weiter stark in Deutschland ausbreite. Er blickt bei der Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Spahn besorgt auf die daraus resultierende Gefahr einer dritten Welle. Gleichzeitig ruft er dazu auf, sich, wenn möglich, impfen zu lassen. Alle Impfstoffe, die derzeit in Deutschland zur Verfügung stehen, schützten "sehr gut vor einer Erkrankung mit B1.1.7" und auch den anderen bekannten Virus-Mutationen. Er hebt hervor, dass neue Studien auch zeigten, dass das in Verruf geratene Astrazeneca-Vakzin "auch bei über 65-Jährigen eine hohe Schutzwirkung" habe, die sich "nicht wesentlich von den mRNA-Impfstoffen" unterscheide.

+++ 09:11 Spahn: Lager sind voll mit Tests, biete mich als "ministerielle Kontaktbörse" an +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigt auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler erneut die Beschlüsse des Gipfels vom Mittwoch. Man gehe damit "an die Grenze dessen, was aus Sicht des Gesundheitsschutzes verantwortbar ist." Gleichzeitig betonte er, dass die Möglichkeiten vorhanden seien, nun schnell die Testkapazitäten hochzufahren. Die Kommunen müssten organisieren, dass die ab kommenden Montag einmal wöchentlich für jeden Bürger kostenlosen Schnelltests zugänglich gemacht würden - etwa in Testzentren und Apotheken. Verfügbar seien genug Tests, die Hersteller berichteten, ihre Lager seien voll, ein Hersteller habe ihm etwa gesagt, er könne wöchentlich 20 Millionen Tests liefern. Spahn selbst biete sich den Ministerpräsidenten der Länder als "ministerielle Kontaktbörse" an, um die Bestellungen zu vermitteln.

+++ 08:47 Angebot an Merkel: Große Unternehmen wollen Mitarbeiter selbst impfen +++
Die deutsche Wirtschaft bietet der Bundesregierung ihre Hilfe beim Impfen an. Mehrere Großunternehmen und Verbände schlagen vor, angesichts des bisher langsamen Impftempos in Deutschland mit eigenen Kräften Beschäftigte sowie Familien und zum Teil sogar Nichtmitarbeiter zu impfen, wie die "Welt" berichtet. Der Vorschlag solle heute Thema bei einem Treffen zwischen Wirtschaft und Bundeskanzlerin Angela Merkel sein. Viele Fragen seien noch ungeklärt, zitierte die "Welt" aus Wirtschaftskreisen. Dabei gehe es etwa um die Haftung oder die Dokumentation. Zu den Initiatoren gehören neben der Deutschen Bank auch die Konzerne Allianz, Adidas, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Siemens und Axel Springer. Die Allianz etwa plane, bis zu 25 Impfstraßen auf ihren Betriebsgeländen einzurichten, sagte Konzernchef Oliver Bäte der Zeitung.

+++ 08:27 Anzahl der Regionen über "Notbremse"-Schwelle steigt +++
Für zahlreiche deutsche Regionen gibt es mit Blick auf die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz vorerst keine Grundlage für zeitnahe Öffnungsschritte: Von den 412 Regionen, die das Robert-Koch-Institut ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), überschreiten 63 die von Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Notbremse" bezeichnete 100er-Marke (Vortag: 60) - sie sind also von den bei den Bund-Länder-Beratungen vom vergangenen Mittwoch vereinbarten Lockerungen weit entfernt. Dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge liegen von den 20 Regionen mit den höchsten Werten allein zehn in Bayern und acht in Thüringen.

+++ 08:09 Erstes Bundesland meldet mehr als eine halbe Million Genesene +++
Als erstes deutsches Bundesland zählt Nordrhein-Westfalen insgesamt eine halbe Million Personen, die von einer laborbestätigten Infektion mit dem Coronavirus als genesen gelten. Das NRW-Gesundheitsministerium gibt die Zahl der Genesenen aktuell mit 501.100 an. Hierbei handelt es sich allerdings um eine grobe Schätzung, da die Behörden keine offiziellen Daten zu überstandenen Infektionen erheben. In dem einwohnerstärksten Bundesland liegt die Gesamtzahl der bisher laborbestätigten Sars-CoV-2-Ansteckungen seit Pandemiebeginn bei 540.416. Insgesamt zählt NRW seit Beginn der Pandemie 13.310 Todesfälle.

+++ 07:55 Krise trifft Gering- und Normalverdiener am härtesten +++
Die Corona-Pandemie trifft einem Bericht zufolge vor allem die unteren Einkommensschichten. Bis Ende August 2020 mussten bereits 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland Einkommenseinbußen hinnehmen, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den Entwurf des sechsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung berichtete. Darunter zu leiden hätten vor allem Gering- und Normalverdiener. Bei einer Unterteilung der Bevölkerung in fünf gleich große Teile würden gut 30 Prozent der Befragten im untersten Teil von Problemen bei der Deckung der laufenden Ausgaben berichten, hieß es in dem Bericht. Besonders betroffen seien Selbstständige. Auch auf dem Arbeitsmarkt trifft die Pandemie die Schwächeren in der Gesellschaft dem Bericht zufolge härter. Wer eine geringere Qualifikation habe, habe ein größeres Risiko, seinen Job zu verlieren.

+++ 07:31 Weiter nur zwei Bundesländer unter 50er-Inzidenz, zwölf Länder über 60 +++
In der aktuellen Virus-Lage bleibt es bei zwei Bundesländern, die sich mit ihrem Fallaufkommen unter der Obergrenze von 50 neu registrierten Corona-Infektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner bewegen. Dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge liegt nun Schleswig-Holstein (47,0) am deutlichsten unter der 50er-Schwelle, gefolgt von Rheinland-Pfalz (47,5). Das höchste Fallaufkommen im Ländervergleich weist den RKI-Daten zufolge weiterhin Thüringen auf. Dort ist der Wert von 127,5 auf 128,9 angewachsen. Der Freistaat liegt somit weiter als einziges Bundesland über der 100er-Marke. Besser sieht es in Baden-Württemberg und Niedersachsen aus, die sich im 50er-Bereich bewegen. Alle übrigen Bundesländer bewegen sich zwischen 60 und 100 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner.

+++ 07:19 Lockdown wegen eines Falls: Neuseeland öffnet Auckland langsam wieder +++
Neuseeland will nach einem rund einwöchigen Lockdown die Corona-Beschränkungen in der größten Stadt Auckland von Sonntag an wieder lockern. Das kündigte Premierministerin Jacinda Ardern an. Dann dürften unter anderem Schulen und Geschäfte regulär öffnen. Zudem seien Versammlungen von bis zu 100 Menschen unter Einhaltung von Abstandsregeln erlaubt. Nach der Meldung einer einzigen Corona-Neuinfektion wurde in Auckland am vergangenen Sonntag ein Lockdown verhängt. Die neuen Regelungen in der rund 1,6 Millionen-Einwohner-Stadt sollten zunächst mindestens fünf Tage lang gelten. Im Rest des Landes wurden die Corona-Maßnahmen bis auf eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr aufgehoben.

+++ 06:42 Bundesweite Inzidenz entfernt sich weiter von 50er-Schwelle +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter angewachsen und befindet sich wieder auf dem Niveau vom Wochenbeginn. Laut aktuellem RKI-Datenstand nahm das Fallaufkommen am Donnerstag von 64,7 auf 65,4 neu registrierten Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu.

+++ 06:28 FDP-Politiker fordert Aussetzung der Semesterbeiträge für Studierende +++
Der FDP-Wirtschaftspolitiker Gerald Ullrich hat gefordert, wegen der Corona-Pandemie die Studiengebühren für das Sommersemester 2021 auszusetzen. Diese machten ja nach Universität und Studiengang mehrere Hundert Euro aus, sagte Ullrich. "Den Großteil der Semestergebühren macht das Ticket für den ÖPNV aus. Dies bleibt aber derzeit meist ungenutzt, da die Hörsäle geschlossen sind", sagte er dazu. Vorlesungen würden wegen der Corona-Pandemie hauptsächlich digital gehalten, es werde mehr Selbststudium eingefordert als sonst. Ullrich plädierte auch dafür, die Ausbildungsförderung Bafög um jeweils zehn Prozent zu erhöhen, um Studenten bei der nächsten Nebenkosten-Abrechnung "vor der Schuldenfalle zu schützen".

+++ 06:06 "Wenig durchdacht": Hausärzte kritisieren Corona-Beschlüsse und Test-Chaos +++
Der Deutsche Hausärzteverband hat die Bund-Länder-Beschlüsse zu möglichen Öffnungsschritten nach monatelangem Corona-Lockdown als schwer nachvollziehbar kritisiert. Der vorgelegte Stufenplan sei "teilweise unverständlich und wenig durchdacht", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der "Rheinischen Post". Nach langer Perspektivlosigkeit erwarteten die Bürger konkret umsetzbare Strategien und praktikable Maßnahmen, um aus der Pandemie rauszukommen. Dass aber etwa bei lokal begrenzten Virusausbrüchen weiter ganze Landkreise Beschränkungen unterliegen sollten, sei "weder erklärlich noch tauglich." Mit Blick auf die Schnelltests bemängelte Weigeldt, es sei viel zu spät und zu wenig bestellt worden. Und niemand wisse derzeit, wann diese Tests in welchem Umfang und an welche Stellen geliefert würden. Es sei ein Ansturm auf die Hausarztpraxen zu befürchten, "der dann in Enttäuschung endet, weil keine Tests vorhanden sind."

+++ 05:28 RKI meldet 10.580 Neuinfektionen +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10.580 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9997 Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 05:14 WHO lehnt Impfpässe ab +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lehnt die von der EU-Kommission geplanten Impfpässe ab. "Wir verstehen, dass Regierungen mit der politischen Realität konfrontiert sind. Trotzdem gibt es ernste Bedenken", sagt Europas WHO-Regionaldirektor Hans Kluge der Tageszeitung "Die Welt". Laut Kluge sei die für den Sommer angekündigte Einführung vermutlich unvermeidlich, aber keine Empfehlung der WHO. Es sei unsicher, wie lang eine Immunität anhält. Auch könne ein Impfstoff nicht unbedingt die Ansteckung anderer Menschen verhindern, so der WHO-Regionaldirektor. Seiner Ansicht nach ist die Corona-Pandemie in rund zehn Monaten zu Ende. Das würde nicht bedeuten, dass das Virus dann weg sei, aber es bräuchte wahrscheinlich keine störenden Interventionen mehr, erklärt Kluge dem Blatt.

+++ 04:21 Weniger Covid-19-Patienten - aber nicht mehr freie Intensivbetten +++
Trotz des rückläufigen Trends bei der Zahl der Covid-19-Patienten ist die Zahl freier Betten auf Intensivstationen in Deutschland seit Jahresbeginn ungefähr konstant geblieben. Operationen, die verschoben worden waren, würden derzeit wieder durchgeführt oder sogar verstärkt nachgeholt, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der dpa. "Entsprechend liegen die Patienten nach großen Herz-OPs oder schweren Tumor-Resektionen derzeit wieder in größerer Zahl auf den Intensivstationen."

+++ 03:32 PEI-Sicherheitsbericht: Keine Bedenken bei Astrazeneca-Impfstoff +++
Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält den Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca für ebenso gut wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Allerdings würden für den Vektorimpfstoff mehr Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet als für die beiden mRNA-Impfstoffe, berichtet das Institut in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Sicherheitsbericht. Die Melderate unerwünschter Reaktionen sei bei Astrazeneca "vergleichsweise höher", berichtete das PEI. Daraus könne aber "nicht zwangsläufig auf eine höhere Reaktogenität des Impfstoffes geschlossen werden, da die erhöhte Melderate auch mit der erhöhten medialen Aufmerksamkeit für den Impfstoff und den unterschiedlichen Altersgruppen der geimpften Personen zusammenhängen könnte".

+++ 02:16 Wissenschaftlerin für Astrazeneca-Impfstoff ausgezeichnet +++
Die federführende Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffs, Sarah Gilbert, erhält für ihren Beitrag zum Allgemeinwohl eine wichtige Auszeichnung. Die Royal Society of Arts verleiht der Immunologin die Albert-Medaille, die vor Gilbert bereits historische Größen wie Stephen Hawking, Marie Curie oder Winston Churchill erhalten haben. "Die Albert-Medaille zelebriert die Innovativsten, und der Oxford-Impfstoff ist ein großer Triumph für britische Kreativität, Forschung und Entwicklung", sagte der Chef der Royal Society of Arts, Matthew Taylor, laut einer Mitteilung. Die Uni Oxford und das Unternehmen Astrazeneca hatten den Impfstoff gemeinsam entwickelt.

+++ 01:17 Impfung verweigert - Altenheim entlässt Mitarbeiter +++
Ein kirchliches Altenheim im Westen der griechischen Halbinsel Peloponnes hat zwei Mitarbeitern gekündigt, weil sie sich nicht impfen lassen wollten. "Wir haben ihnen 15 Tage Zeit gegeben, sich impfen zu lassen oder ein Attest vorzulegen, warum eine Impfung nicht möglich ist - aber sie waren unnachgiebig und sagten, das käme für sie nicht in Frage", sagt Metropolit Germanos, Kirchenoberer des Bezirks Elis, dem Onlineportal Patrisnews. "Eine Impfung ist notwendig", sagt der 89-jährige Geistliche weiter. "Wir mussten die Mitarbeiter leider entlassen, damit die Gesundheit der Heimbewohner und des Personals nicht gefährdet wird." In Griechenland ist die Impfbereitschaft generell hoch - bei einer entsprechenden Umfrage gaben 80 Prozent der Teilnehmer an, sich impfen lassen zu wollen.

+++ 00:00 Fitnessstudios in Hessen öffnen am Montag +++
In hessischen Fitnessstudios darf ab Montag wieder trainiert werden. Die Studios würden "unter strengsten Hygienemaßnahmen" geöffnet, erklärt Ministerpräsident Volker Bouffier. Erlaubt ist demnach eine Person auf 40 Quadratmetern Trainingsfläche. Die Sportler müssen sich nach dem Prinzip "Click-and-Meet" vor dem Training für einen festen Zeitraum anmelden. Auch im Bereich Freizeit- und Amateursport sind in Hessen ab Montag Lockerungen vorgesehen. Demnach dürfen sich maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren dürfen auch in größeren Gruppen gemeinsam Sport unter freiem Himmel machen, öffentliche Sportanlagen dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Die Öffnung der Fitnessstudios und Geschäfte nach dem Prinzip "Click-and-Meet" sind bei einer landesweiten Inzidenz unter 100 Neuninfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner möglich. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen bei 68.

+++ 22:20 Mutanten-Anteil in Frankreich bei 60 Prozent +++
In Frankreich sind nach Regierungsangaben 60 Prozent der neuen Positiv-Tests inzwischen auf die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Mutation zurückzuführen. Deswegen habe sich die Verbreitung des Virus in den vergangenen zwei Wochen beschleunigt, sagt Ministerpräsident Jean Castex. In Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko solle nun verstärkt geimpft werden.

+++ 22:00 Bolsonaro zu Braslianern: Hört auf zu jammern +++
Trotz rekordhoher Totenzahlen fordert Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro seine Landsleute auf, das Jammern zu unterlassen. "Wie lange soll das Geheule noch weiter gehen?", fragt Bolsonaro bei einer Versammlung. Die Bevölkerung könne sich nicht länger verkriechen. Keiner könne das mehr ertragen. Er bedauere die Todesfälle. Es müsse aber eine Lösung gefunden werden. In Brasilien sterben derzeit so viele Menschen an Covid-19 wie noch nie. 1910 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben. Der bisherige Höchstwert lag am Dienstag bei 1641 Toten. Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

+++ 21:30 Neun Bundesländer mit starkem Anstieg +++
In neun Bundesländern zeichnet sich ein stärkerer Anstieg der Fallzahlen ab: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt melden jeweils Tageszuwächse deutlich über dem mehrtägigen Mittel. Spitzenreiter im Ländervergleich in absoluten Fallzahlen ist Nordrhein-Westfalen (2473), gefolgt von Bayern (1817), Baden-Württemberg (1276) und Niedersachsen (1191). Die geringsten Zuwächse melden Bremen (76) und das Saarland (104).

+++ 21:01 Deutschland meldet 11.700 neue Fälle +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.476.743 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 11.687 neue Fälle hinzu. Das sind 514 mehr als am Donnerstag vor einer Woche und zugleich der höchste Zuwachs seit Ende Januar. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 350 auf 71.402. Als aktuell infiziert gelten rund 122.600 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,89 angegeben (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass im Durchschnitt hundert Infizierte 89 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,99 (Vortag: 0,93).

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland sinkt derweil weiter. In deutschen Kliniken werden derzeit 2813 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Rückgang um zehn Patienten, wie aus dem aktuellen Divi-Intensivregister hervorgeht. Demnach müssen 1594 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 35 weniger als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 4638 Betten in den deutschen Kliniken frei.

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Quelle: ntv.de, mau/jpe/rts/dpa/AFP