Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 22:30 Lauterbach: Impfregister hinderlich, lieber auf Strafen setzen +++

Ein Impfregister hält Gesundheitsminister Karl Lauterbach für nicht nötig und auch hinderlich, da eine Einführung deutlich zulange dauern würde: "Wir wollen ja die Welle im Herbst verhindern. Das könnte erneut Omikron sein. Das könnte eine Delta-Welle sein. Das könnte auch eine Kombination sein, was noch viel gefährlicher wäre. Und wenn ich das erreichen will, dann müssen wir jetzt schnell handeln," sagte Lauterbach im ZDF heute journal. Auf die Frage, wie eine allgemeine Impfpflicht durchsetzbar wäre, sprach Lauterbach von empfindlichen Strafen. "Eine Möglichkeit wäre, dass der Impfnachweis erbracht werden muss am Arbeitsplatz oder bei der Nutzung bestimmter Verkehrsmittel. Es wäre möglich, dass der Impfnachweis erbracht werden muss bei Arztbesuchen, in Kliniken und so weiter. (…) Es könnte auch einfach schlicht sporadisch kontrolliert werden wie in Österreich."

+++ 22:12 Lauterbach will verkürzten Genesenenstatus europaweit umsetzen +++
Im Streit um die Verkürzung des Genesenenstatus nach Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Drei-Monats-Frist verteidigt und will sich um Umsetzung auch auf europäischer Ebene bemühen. "Wir werden in Kürze erneut versuchen, die drei Monate auch auf europäischer Ebene umzusetzen", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"heute journal". "Nach drei Monaten kann sich derjenige, der schon mit der Delta-Variante infiziert war, erneut mit der Omikron-Variante infizieren. Somit sind die drei Monate wissenschaftlich richtig", betonte Lauterbach. Die EU-Staaten hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass sich Reisende innerhalb der Union ohne weitere Auflagen frei bewegen können sollen, wenn sie einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen. Beim Genesenennachweis wird hier eine Gültigkeit von 180 Tagen genannt, also sechs Monate. In Deutschland war der Status Mitte des Monats überraschend auf eine Zeitspanne von 28 bis 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test verkürzt worden.

+++ 21:56 US-Expertin: Bei Omikron verhältnismäßig weniger Patienten in Klinik +++
Trotz extrem hoher Corona-Fallzahlen ist die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Patientinnen und Patienten während der Omikron-Welle in den USA nicht im gleichen Maße angestiegen. "Während die Fallzahlen dramatisch zugenommen haben und fünfmal so hoch sind wie während der Deltawelle, haben die Krankenhauseinweisungen nicht im gleichen Maße zugenommen. Und die Sterbefälle sind im Vergleich zu den Fallzahlen nach wie vor gering", sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky. "Der Schweregrad der Covid-19-Erkrankung scheint bei der Omikron-Variante geringer zu sein als bei früheren Varianten." Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA Walensky zufolge rund 692.000 Neuinfektionen pro Tag, was im Vergleich zur Vorwoche einem Rückgang von 6 Prozent entspricht. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen sei um etwa 8 Prozent zurückgegangen.

+++ 21:46 Fegebank durch Infektion "ziemlich aus der Kurve getragen" +++
Nach überstandener Covid-Erkrankung hat Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank davor gewarnt, eine Corona-Infektion auf die leichte Schulter zu nehmen. "Mich hat es wirklich ziemlich aus der Kurve getragen", sagte die Wissenschaftssenatorin der Deutschen Presse-Agentur. Anfangs sei es ihr noch gut gegangen, "doch dann habe ich mich fast zwei Wochen lang richtig krank gefühlt". Sie frage sich, wie es ohne Impfung gelaufen wäre. "Trotz des vermeintlich "milden" Verlaufs hat es mir gereicht und mich auch ein bisschen demütig werden lassen." Fegebank hatte vor drei Wochen per Twitter mitgeteilt, dass ihre Familie sich mit dem Coronavirus infiziert und in Quarantäne begeben habe.

+++ 21:15 Neun Länder melden neue Höchstwerte +++
Neun Bundesländer melden heute einen neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Aus Bayern sind es etwa 32.449 und aus Baden-Württemberg 27.881 neue Fälle. Aber auch Berlin, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein toppen ihr bisheriges Maximum.

In fast allen Bundesländern steigt die Sieben-Tage-Inzidenz an. Einzige Ausnahme ist Bremen. Die stärksten Anstiege gibt es in Berlin (+202,1) Baden-Württemberg (+99,7), Saarland (92,1) und Bayern (88,4). In Berlin hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten 30 Tagen mehr als versechsfacht.

+++ 20:50 Bundesländer melden 184.027 neue Fälle +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 9.102.124 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 184.027 neue Fälle hinzu. Das ist der mit Abstand höchste Wert bisher. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Zuwachs von 58,7 Prozent. Am Mittwoch in der vergangenen Woche wurden 115.936 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 183 auf 117.170. In der Vorwoche waren 244 Todesfälle gemeldet worden. Als aktuell infiziert gelten rund 1.598.009 Personen.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,18 angegeben (Vortag: 1,21) Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 2363 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 1311 davon werden invasiv beatmet.

+++ 20:31 Ausbruch in Flensburger Pflegeheim: 26 Bewohner und 8 Mitarbeiter infiziert +++
Bei einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Flensburg haben sich 26 Bewohner und 8 Mitarbeiter angesteckt. Wie die Stadt mitteilte, waren zwei positive Schnelltests bei Mitarbeitenden am 19. Januar der Ausgangspunkt. Zwei Tage später hatte dann auch eine Bewohnerin der Awo-Wohnpflege am Sandberg einen positiven Test. Insgesamt seien daraufhin knapp 160 Menschen getestet worden. Da nahezu alle Mitarbeiter und Bewohner einen Impfschutz hätten, handele es sich bisher überwiegend um milde Verläufe, teilte die Stadt weiter mit. Lediglich eine vorerkrankte Bewohnerin sei im Krankenhaus. "Die Betroffenen wurden isoliert und werden weiter mit Vollschutz versorgt", hieß es.

+++ 19:50 Verfassungsgericht lehnt AfD-Klage gegen 2G-plus-Regel im Bundestag ab +++
Das Bundesverfassungsgericht hat einen Antrag der AfD-Bundestagsfraktion gegen die 2G-Plus-Regelung im Bundestag abgewiesen. Der Antrag der AfD sei "unzulässig", weil er nicht hinreichend begründe, dass ihr durch die beanstandete Regelung ein "schwerer Nachteil" drohe, schrieben die Karlsruher Richter in dem Beschluss. Die AfD hatte einen einstweiligen Beschluss des Gerichts beantragt, um ungeimpften Abgeordneten den Zugang zur Holocaust-Gedenkfeier des Bundestags am Donnerstag zu ermöglichen.

+++ 19:29 Lauterbach: Nur wenn man Impfpflicht jetzt umsetzt, dann für Herbst gewappnet +++
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat erneut für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht geworben. Wenn man diese jetzt umsetze, sei man im Herbst gerüstet, sagte der SPD-Politiker im Bundestag. Er wandte sich dagegen, abzuwarten. Für die Umsetzung der Impfpflicht brauche man mindestens fünf bis sechs Monate. "Wenn wir das Problem vor uns wegschieben, dann wird das Problem in voller Stärke zurückkommen." Das könne man Kindern, Pflegekräften, Ärzten und Menschen, die gefährdet seien, nicht weiter zumuten. "Wir müssen handeln". Die Freiheit gewinne man durch die Impfung zurück, fügte er hinzu. "Wir werden nicht zurückkommen zu dem Leben, was wir geliebt und geschätzt haben, ohne dass wir jetzt den Spaten drehen."

+++ 19:02 Sachsen: Polizei verhindert AfD-Demo vor Wohnhaus der Gesundheitsministerin +++
Die Polizei in Sachsen hat eine Demonstration von zwei AfD-Politkern vor dem Privathaus der SPD-Gesundheitsministerin Petra Köpping unterbunden. Laut dem sächsischen Innenministerum haben der AfD-Landtagsabgeordnete Jörg Dornau und ein weiteres AfD-Mitglied heute Nachmittag versucht, den Protest dort zu organisieren. Erst Anfang Dezember waren etwa 30 Gegner der Corona-Politik laut rufend mit Fackeln vor das Wohnhaus von Köpping gezogen. "Gerade nach den bedrohlichen Aufzügen vor Privathäusern von Amts- und Mandatsträgern sollte klar sein, dass hier rote Linien überschritten sind", sagte der sächsische Innenminister Roland Wöller. Der heutige Demonstrationsversuche zeige, dass die AfD nicht davor zurückschrecke, Politikerinnen und Politiker gezielt zu bedrohen. "Die AfD ist ein maßgeblicher Brandbeschleuniger der Radikalisierung und versucht unsere Demokratie von innen heraus zu zerstören. Dies werden wir nicht zulassen. Ich fordere die AfD auf, sich bei Petra Köpping zu entschuldigen und von ihrem Mitglied und Landtagsabgeordneten Jörg Dornau klar zu distanzieren", sagte Wöller.

+++ 18:37 Gericht: Kein Geld zurück an Bund für mangelhafte FFP2-Masken +++
In dem Streit mit Corona-Maskenhändlern hat der Bund eine Schlappe einstecken müssen. Das Bonner Landgericht wies heute eine Klage ab, mit der das Bundesgesundheitsministerium die Rückzahlung von 4,3 Millionen Euro hatte durchsetzen wollen. Diesen Betrag hatte der Bund an eine Firma aus dem Raum Frankfurt gezahlt, die im Frühjahr 2020 - wie viele andere Unternehmen auch - FFP2-Masken an den Bund geliefert hatte. Damals hatte der Staat wegen der Corona-Pandemie händeringend nach Schutztextilien gesucht und in einem sogenannten Open-House-Verfahren Masken für 4,50 Euro pro Stück geordert. Das Ausschreibungsvolumen war nach oben nicht gedeckelt und der Bund bekam viel mehr Ware als gedacht. In vielen Fällen verweigerte das Ministerium die Bezahlung und berief sich auf Qualitätsmängel, die es nach Darstellung zahlreicher Händler aber gar nicht gegeben hatte.

+++ 18:22 Baden-Württemberg und Hessen steigen bei Luca-App aus +++
Baden-Württemberg und Hessen wollen künftig nicht mehr auf die Luca-App zur Kontaktverfolgung zurückgreifen. Der Vertrag mit dem privaten Betreiber der Software werde in Baden-Württemberg nicht über Ende März hinaus verlängert, bestätigte eine Sprecherin des Sozialministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Hessens Grünen-Gesundheitsminister Kai Klose teilte in Wiesbaden mit: "Wir haben Kosten und Nutzen gegeneinander abgewogen und sind letztlich zu dem Schluss gekommen, dass wir die Zusammenarbeit über Ende März 2022 hinaus nicht fortsetzen werden."

+++ 18:11 Gysi spricht sich klar gegen allgemeine Impfpflicht aus +++
Der Linken-Politiker Gregor Gysi hat sich klar gegen die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus positioniert. Andere Länder wie Portugal, Spanien oder Dänemark hätten auch ohne eine Impfpflicht viel höhere Immunisierungsquoten erreicht, argumentierte Gysi im Bundestag. Das Pandemie-Management der Bundesregierung kritisierte er als Beispiel der "Desorganisation". Bremen zeige, dass es auch anders gehe, sagte Gysi mit Blick auf die dortige linke Gesundheitssenatorin, die mit "guter Organisation eine Impfquote - eine Zweifach-Impfquote - von 86,1 Prozent erreichen" könne. "Aus diesem und aus vielen anderen Gründen bin ich gegen eine allgemeine Impfpflicht", sagte Gysi.

+++ 18:04 Biontech-Gründer mit Landesverdienstorden in Mainz ausgezeichnet +++
Die Gründer des Impfstoffherstellers Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, sind mit dem rheinland-pfälzischen Landesverdienstorden ausgezeichnet worden. Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte den Wissenschaftlern die höchste Auszeichnung des Landes zum Auftakt des 75. Geburtsjahres des Bundeslandes in Mainz. Mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs habe das Paar "unzählig vielen Menschen das Leben gerettet", sagte Dreyer in ihrer Laudatio. Die Forscher werden mit dem Orden für ihre außergewöhnlichen wissenschaftlichen und unternehmerischen Verdienste geehrt.

Die Biontech Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei in Mainz.

Die Biontech Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei in Mainz.

(Foto: picture alliance/dpa)


+++ 17:40 Kretschmer wird Mittelfinger gezeigt: Polizei verhindert Konfrontation +++
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist heute bei einem Termin in Bischofswerda von Gegnern der Corona-Maßnahmen massiv beleidigt worden. Laut eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur zeigten mehreren Menschen dem CDU-Politiker bei dessen Ankunft mit dem Dienstwagen den Mittelfinger und riefen ihm zu: "Kretschmer muss weg". Nach Polizeiangaben hatten die Protestierenden anschließend versucht, direkt zu dem Ministerpräsidenten vorzudringen. Dies wurde jedoch durch eine Kette von etwa zwei Dutzend Bereitschaftspolizisten verhindert, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz auf Anfrage sagte. Der Einsatz sei insgesamt ohne Vorkommnisse beendet worden - es seien keine Anzeigen erstattet worden, hieß es weiter. Michael Kretschmer hatte sich in Bischofswerda über das zukünftige Gelände der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen informiert.

+++ 17:26 Unionspolitiker wirft Lauterbach Versteckspiel bei Impfpflicht vor +++
Der Unionsabgeordnete Tino Sorge hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach ein Versteckspiel bei der Impfpflicht vorgeworfen. Er habe sich geweigert, einen eigenen Vorschlag zu unterbreiten, auch Bundeskanzler Olaf Scholz gebe keine Richtung vor, kritisierte Sorge im Bundestag. "Man spielt so lange Verstecken und hofft, dass irgendjemand ein Konzept zur Impfpflicht vorlegt, wenn man nur lange genug darauf wartet."

+++ 17:15 FDP-Politiker plädiert für verpflichtende Aufklärungsgespräche über Impfung +++
Der FDP-Politiker Andrew Ullmann hat sich im Bundestag für verpflichtende Aufklärungsgespräche und notfalls eine Impfpflicht ab 50 Jahren eingesetzt. Man müsse alles versuchen, um die Bürger von der Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen, betonte er. "Wir wollen die Menschen nur als ultima ratio zur Vernunft verpflichten." Deshalb sollten alle Impfskeptiker zu wertfreien und seriösen Aufklärungsgesprächen verpflichtet werden. Sollte die nötige Impfquote dadurch nicht erreicht werden, solle es eine Impfpflicht ab 50 Jahren geben.

+++ 17:03 Unions-Fraktionsvize: Ampel ist bei Impfpflicht orientierungslos +++
In der Debatte um eine allgemeine Impfpflicht hat die stellvertretende Unions-Fraktionschefin Andrea Lindholz schwere Vorwürfe gegen die Ampel-Koalition erhoben. Wegen des Fehlens eines eigenen Gesetzentwurfs warf sie der Bundesregierung "Arbeitsverweigerung" vor. "Die Ampel ist in der Frage der Impfpflicht führungs- und orientierungslos." Die geplante Vielzahl von unterschiedlichen Anträgen im Parlament zeichne ein Bild der Planlosigkeit und führe zu Verunsicherung in der Bevölkerung. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Heike Baehrens, warb unterdessen für eine Impfpflicht für alle Erwachsenen - begrenzt auf drei Impfdosen und mit freier Impfstoffwahl.

+++ 16:53 Buschmann: Mildere Alternativen zur allgemeinen Impfpflicht prüfen +++
Bundesjustizminister Marco Buschmann plädiert vor einer Entscheidung über eine allgemeine Impfpflicht dafür, zunächst alle milderen Alternativen zu prüfen. "Ich traue mir da heute keine abschließende Meinung zu", sagte er als FDP-Bundestagsabgeordneter bei der ersten Debatte über die mögliche Einführung einer Impfpflicht gegen das Coronavirus im Bundestag. Die "mildere Alternative einer altersbezogenen, einer gestuften Impfpflicht" sei dabei sehr ernstzunehmen, erklärte Buschmann mit Verweis auf den Corona-Expertenrat, der festgestellt habe, dass vor allem von den über 50-jährigen Ungeimpften eine Gefahr für die Überlastung der Intensivstationen ausgehen würde. Es sei auch "denkbar", dass sich die Frage nach einer Impfpflicht durch den Einsatz von wirksamen Medikamenten gegen das Coronavirus erledigen könnte, gab Buschmann zu bedenken.

+++ 16:36 Söder will längeren Genesenenstatus – Ministerium will wohl bei drei Monaten bleiben +++
Nachdem das Robert-Koch-Institut (RKI) den Genesenenstatus von bisher sechs auf nun drei Monate verkürzt hat, bringt die gestrige EU-Empfehlung eine Gültigkeit von sechs Monaten umzusetzen Unmut in die Debatte. Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder fordert, die Dauer des Genesenenstatus auch in Deutschland wieder zu verlängern. "Wir brauchen ein Vorgehen mit Augenmaß", schrieb Söder auf Twitter. "Der Genesenen-Status sollte in Deutschland wieder sechs Monate gelten." Dieser nationale Alleingang sei höchst widersprüchlich, so der CSU-Politiker weiter. Laut einem Bericht des "Business-Insider" ist eine erneute Änderung in Deutschland unwahrscheinlich. So habe das Gesundheitsministerium bei einer Anfrage klargestellt, dass es keine neue Änderung in Bezug auf den Genesenenstaus geben werde, heißt es.

+++ 16:00 Studie: Zwei Drittel der positiv Getesteten in England waren zuvor bereits infiziert +++
Fast zwei Drittel aller im Januar in England positiv auf das Coronavirus Getesteten haben sich nach eigenen Angaben bereits zuvor mit dem Virus infiziert. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Studie des Imperial College in London hervor. Für die Studie wurden zwischen dem 5. und 20. Januar 100.000 PCR-Tests an Freiwillige in England geschickt. Von den knapp 3582 Teilnehmern, deren Test positiv ausfiel, gaben 64,6 Prozent an, bereits zuvor positiv auf das Virus getestet worden zu sein. Laut dem Epidemiologen Paul Elliott vom Imperial College lässt dies jedoch nicht automatisch auf eine erneute Infektion schließen. Die Betroffenen könnten auch zwei Mal auf die selbe Infektion getestet worden sein, sagte er der Zeitung "The Telegraph". "Wir wissen nicht, wann sie es hatten. Das könnte im Mai 2020 gewesen sein oder letzte Woche."

+++ 15:38 Berlin: Weniger Demonstranten gegen Impfpflicht als erwartet +++
An den angekündigten Demonstrationen gegen eine Corona-Impfpflicht im Berliner Regierungsviertel haben heute zunächst deutlich weniger Menschen teilgenommen als erwartet. Insgesamt mehr als 1000 Demonstranten versammelten sich am Nachmittag an verschiedenen Stellen außerhalb der Absperrungen der Polizei rund um das Reichstagsgebäude. Die Polizei sprach gegen 14.00 Uhr von rund 600 Menschen im Bereich des Lustgartens nahe dem Berliner Dom und 300 weiteren Demonstranten auf der Straße Unter den Linden. Dort löste die Polizei eine größere Versammlung wegen Missachtung der Corona-Regeln auf. Einige weitere kleinere Gruppen würden durch die Straßen am Regierungsviertel ziehen, hieß es. "Es ist viel Bewegung drin", sagte eine Polizeisprecherin. Bis zu zehntausend Demonstranten waren nach den vielen Aufrufen im Internet erwartet worden. Angemeldet waren die Kundgebungen fast alle nicht.

Teilnehmer bei einer Demo gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen und gegen eine geplante Corona-Impfpflicht in Berlin.

Teilnehmer bei einer Demo gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen und gegen eine geplante Corona-Impfpflicht in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 15:23 Bremen gibt "Geboostert-Bänder" aus +++
Wer bereits über eine Auffrischungsimpfung zum Schutz vor Corona-Infektionen verfügt, kann in Bremen künftig mit einem Armband etwas unkomplizierter in Restaurants oder Museen kommen. Die "Geboostert-Bänder" können von allen gastronomischen Betrieben und kulturellen Einrichtungen ausgegeben werden, die sich im Gegenzug auf ordnungsgemäße Kontrollen der Voraussetzungen verpflichten, wie die Senatsverwaltung für Wirtschaft mitteilte. Eine bereits bestehende Regelung für "2G"-Bändchen für den Einzelhandel habe sich bewährt. Die "Geboostert-Bänder" sollen Kontrollen vereinfachen und mehrfache Prüfungen vermeiden. Die Gültigkeit unterliege bis auf Weiteres keiner zeitlichen Begrenzung, solange die Bänder unbeschädigt seien.

+++ 15:02 Vorpommern-Greifswald will berufsbezogene Impfpflicht doch umsetzen +++
Nach Aufregung über Äußerungen des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat dieser die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht angekündigt. Man habe nie angekündigt, diese "nicht umsetzen zu wollen", teilte der Landkreis nun mit. "Dies ist rechtlich auch gar nicht möglich. Einen Alleingang des Kreises wird es nicht geben." Der Kreis habe auf Anfragen ausschließlich auf Probleme bei der Umsetzung verwiesen. Landkreissprecher Achim Froitzheim hatte am Dienstag erklärt, der Landkreis werde die für Mitte März geplante Impfpflicht für Mitarbeiter etwa von Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht durchsetzen können. Er verwies auf die coronabedingte Belastung von Gesundheitsamt und Teilen der Verwaltung. "Die Kontrolle und Durchsetzung dieser einrichtungsbezogenen Impfpflicht können wir deshalb nicht erfüllen."

+++ 14:44 Nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte fällt in Baden-Württemberg +++
Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Baden-Württemberg werden von Freitag an aufgehoben. Da dann in dem Land wieder die normale Alarmstufe gelte, fielen die Sperren zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens weg, sagte ein Regierungssprecher. Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, durften bisher in der Alarmstufe II nur aus zwingenden Gründen nachts das Haus verlassen. Die Ausgangsbeschränkung galt in Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mindestens 500. Dieser Grenzwert ist in allen 44 Kreisen im Land überschritten.

+++ 14:30 Gesundheitsministerium: PCR-Kapazität jetzt bei 2,8 Millionen +++
Die Kapazität der PCR-Tests in Deutschland ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 2,8 Millionen pro Woche ausgebaut worden. In der vergangenen Woche wurden noch 2,4 Millionen angegeben. Zudem soll die Vergütung für POC-NAT-Tests erhöht werden, die ebenfalls eine höhere Aussagekraft haben als Schnelltests, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Die Testverordnung, die eine Priorisierung der PCR-Test-Nutzung für besonders gefährdete Gruppen und Personal etwa im medizinischen Bereich vorsieht, solle zeitnah vorgelegt werden.

+++ 14:17 Chef der Bundesagentur für Arbeit: Impfpflicht "hilft Arbeitsmarkt" +++
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, dringt auf eine allgemeine Impfpflicht. "Die allgemeine Impfpflicht hilft dem Arbeitsmarkt", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sie erspart es bestimmten Branchen, dass bestimmte Beschwernisse der Pandemie erneut wiederkehren", fuhr er fort. Daher müsse die Politik nun eine entsprechende Regelung auf den Weg bringen. Zwar wirke eine Impfpflicht erst im kommenden Winter, sagte Scheele. "Sie hilft aber zu verhindern, dass wir erneut in eine Situation wie in diesem Winter hinein geraten, falls die Pandemie bis dahin nicht überwunden sein sollte." Käme sie nicht rechtzeitig, hätte dies für die Gastronomie oder die Veranstaltungsbranche "schmerzhafte Folgen".

+++ 14:00 Gesundheitsämter im Nordosten können Impfpflicht nicht kontrollieren +++
Die Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich nicht in der Lage, die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Krankenhäusern, Arztpraxen, Behinderteneinrichtungen und Pflege zu kontrollieren. Das teilt der Landkreistag in einem Schreiben an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit, wie der Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes, Matthias Köpp sagt. Zuerst hatte der Sender Ostseewelle berichtet. "Die Gesundheitsämter haben bereits einen umfangreichen Aufgabenkatalog, und die Spitze der Omikron-Welle rollt erst noch auf uns zu", sagt Köpp. Die Mitarbeiter seien dauerbelastet, und es hätten sich viele Überstunden angehäuft. Mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht sei ein ganzer Aufgabenkatalog für die Gesundheitsämter vorgesehen, so Köpp. So sollen sie ungeimpften Mitarbeitern in den Einrichtungen Tätigkeitsverbote aussprechen und Bußgeldverfahren einleiten. Der Sektor habe im Nordosten etwa 70.000 Beschäftigte, so Köpp. Wie viele von ihnen noch ungeimpft sind, sei unklar.

+++ 13:50 Proteste in Berlin: Erste Durchbruchsversuche zum Bundestag +++
Der unangemeldete Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin stößt auf umfangreiche Polizeikräfte rund um den Reichstag. Nachdem die Demonstranten ein Einsehen hatten, dass es kein Durchkommen zum Bundestag geben würde, setzt sich die Menge vom Pariser Platz plötzlich Richtung Alexanderplatz in Bewegung. Schon wenige hundert Meter weiter, kurz vor der russischen Botschaft, werden die wenigen hundert Teilnehmer wieder von der Polizei gestoppt. Der Protest ist bislang friedlich, allerdings tragen die Teilnehmer weder Masken noch scheinen sie sich um Mindestabstände zu kümmern. Es gibt erste Festnahmen. Bis zum Nachmittag rechnet die Berliner Polizei mit mehreren Tausend Protestteilnehmern. 1600 Polizisten seien bei den Demonstrationen im Regierungsviertel und am Brandenburger Tor im Einsatz, sagt eine Sprecherin.

+++ 13:33 Sahra Wagenknecht mit Coronavirus infiziert +++
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht ist mit dem Coronavirus infiziert. Es gebe einen positiven PCR-Test, sagt ein Fraktionssprecher. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Wagenknecht erklärt Ende vergangenen Jahres öffentlich, sie habe sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Im Januar kritisiert Wagenknecht Einschränkungen für ungeimpfte Abgeordnete im Bundestag. Damals sagt sie: "Nicht ins Restaurant zu gehen, ist noch ein Luxusproblem, nicht im Plenum mehr sein zu können, empfinde ich schon als eine echte Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Impfentscheidung, die man nicht epidemiologisch rechtfertigen kann."

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+++ 13:27 Noch 4000 Intensivbetten frei - Zahl der Covid-Patienten sinkt weiter +++
Die Zahl der freien Intensivbetten in Deutschland nimmt weiterhin ab. Gerade noch 4004 betreibbare Betten gelten derzeit als frei. Ihr Anteil sinkt von 16,6 auf 16,0 Prozent. 21.074 Intensivbetten sind derzeit belegt. Das sind 167 mehr als am Vortag.

Covid-Patienten tragen momentan nicht zu einer stärkeren Belegung der Intensivbetten bei. Ihre Zahl nimmt weiterhin ab. 2363 Covid-Patienten liegen derzeit in einem Intensivbett, das sind 33 weniger als am Vortag. Mehr als die Hälfte von ihnen muss zusätzlich beatmet werden. Konkret sind es 1311 und damit 40 weniger als am Dienstag.

+++ 13:23 Bartsch: Impfpflicht-Debatte darf nicht von anderen Defiziten ablenken +++
Die Debatte über eine allgemeine Corona-Impfpflicht darf nach Ansicht von Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch nicht von anderen Problemen im Gesundheitswesen ablenken. "Wir haben riesige Defizite im Gesundheitswesen. Darüber muss auch geredet werden", sagt er im ZDF-"Morgenmagazin". Er nennt als Beispiel die Bezahlung von Pflegekräften. Entscheidend sei auch, dass die Politik einen Beitrag leiste zur Zusammenführung der Gesellschaft. Es gebe tiefe gesellschaftliche Spaltungen beim Thema Impfpflicht. "Wir haben viele Menschen, die sich nicht mitgenommen fühlen."

+++ 13:08 Österreich hebt Lockdown für Ungeimpfte auf +++
In Österreich wird der Lockdown für Ungeimpfte am Montag beendet. Das sagt Kanzler Karl Nehammer vor der Kabinettssitzung der konservativ-grünen Bundesregierung. Trotz rekordhoher Neuinfektionen sei die Lage in den Krankenhäusern stabil. In den kommenden Wochen erwarten die Experten nach Angaben von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, dass die Neuinfektionszahlen auf bis zu 40.000 Fälle klettern. Ein Lockdown für Ungeimpfte werde aber nicht mehr als zielführende Maßnahme gesehen, so der Minister. Der 2G-Nachweis in der Gastronomie und im allgemeinen Handel sowie die FFP2-Maskenpflicht bleiben aber aufrechterhalten.

+++ 12:47 In Hamburg und Berlin gelten vier Prozent der Bevölkerung als akut infiziert +++
In Hamburg und Berlin gelten laut RKI etwa vier Prozent der Bevölkerung als akut infiziert. Die Schätzung basiert auf der Gesamtzahl der bekannten Fälle, abzüglich der Verstorbenen und (rein rechnerisch) Genesenen. Für Letzte wird die durchschnittliche Erkrankungsdauer zum jeweiligen Meldedatum addiert. Nach Ablauf dieses Zeitraums gelten sie als genesen. Das RKI weiß aber nicht mit Sicherheit, ob die betreffende Person tatsächlich gesund ist, oder beispielsweise noch auf der Intensivstation liegt.

+++ 12:31 Arbeitgeber und Industrie fordern "verhältnismäßige Impfpflicht" +++
Industrie und Arbeitgeber fordern im Fall der Einführung einer Impfpflicht verhältnismäßige Regeln. Sollte es "nach Ausschöpfung aller anderen Mittel" doch zu einer verpflichtenden Corona-Impfung kommen, müsse diese "verhältnismäßig, nachvollziehbar und praktikabel sein", fordern die Präsidenten des Industrieverbands BDI und des Arbeitgeberverbands BDA, Siegfried Russwurm und Rainer Dulger. Nur so könne eine Impfpflicht dann auch breitere Akzeptanz bei den Betroffenen finden. Es sei "gut", dass der Bundestag intensiv das Für und Wider einer allgemeinen Impfpflicht mit der erforderlichen Sensibilität diskutiere, erklären die Verbände. Sollte die Pflicht kommen, müsse der Gesetzgeber dann "schnellstmöglich auch Kontrolle und Durchsetzung klar regeln". Dies dürfe "nicht auf Unternehmen abgewälzt werden".

+++ 12:18 Demo-Toter in Wandlitz ist ehemaliges "In Extremo"-Mitglied +++
Bei dem Mann, der am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Politik im brandenburgischen Wandlitz zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben ist, handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um den Musiker Boris Pfeiffer. Der 53-Jährige ist langjähriges Mitglied der Mittelalter-Rockband In Extremo. Im Mai vergangenen Jahres verlässt er aber die Band, um eigene Wege zu gehen. Zuerst hatte die "Märkische Oderzeitung" über den Tod von Pfeiffer berichtet. Der 53-Jährige hatte nach Angaben der Polizei am Montagabend bei der Demonstration eine Polizeikette durchbrechen wollen. Polizisten stoppten ihn und stellten seine Personalien fest. Danach habe er seinen Weg fortsetzen können. Kurz darauf sei der Mann auf dem Weg zu seinem Auto zusammengebrochen, sagt eine Polizeisprecherin. Er starb wenig später im Krankenhaus.

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+++ 12:11 Kommando zurück? Ältestenrat spricht über Genesenenstatus im Bundestag +++
Über die Dauer der Anerkennung des Genesenenstatus für Bundestagsabgeordnete im Parlament soll neu beraten werden. SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast kündigt an, das Thema werde an diesem Donnerstag im Ältestenrat des Parlaments zur Sprache kommen. Sie gehe "sicher davon aus", dass die für die Abgeordneten geltenden Regeln bereits für die nächste Sitzungswoche geändert würden. Die aktuelle Allgemeinverfügung des Bundestages, die insbesondere den Zutritt zum Plenarsaal und zu Ausschusssälen regelt, geht von der Gültigkeit des Genesenenstatus von sechs Monaten aus. Außerhalb des Parlaments gilt jedoch seit eineinhalb Wochen aufgrund einer Entscheidung des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur noch eine Gültigkeit von 90 Tagen. Die Abweichung hatte zu Kritik geführt, von einer Ungleichbehandlung war die Rede.

+++ 12:00 Zu wenig Kapazität? Laborverband wehrt sich gegen Wien-Vergleich +++
Der Laborverband ALM weist den Vorwurf zurück, dass die deutschen PCR-Kapazitäten im internationalen Vergleich nicht mithalten könnten. "Wenn Vergleiche angestellt werden, dann müssen auch Äpfel mit Äpfeln verglichen werden. Dieses betrifft sowohl die Art durchgeführter Tests als auch deren Zählweise", sagt Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM. Konkret gehe es um die sogenannten PCR-Pooltests. Ein einzelner in Deutschland gezählter PCR-Pooltest - etwa aus einer Kita oder Schule - könne bis zu 20 Einzelproben enthalten. "In manchen Ländern werden die Einzelbefunde eines PCR-Pools gezählt, als seien es einzelne PCR-Analysen", erklärt Kotsopoulos. Demnach hätte Deutschland nach dieser "Wiener Zählweise" in der dritten Kalenderwoche mindestens 5,5 Millionen "PCR-Tests" untersucht, sagt der ALM-Vorstand. Das entspreche rund 785.000 PCR-Tests am Tag. In der gestern vom ALM veröffentlichten Statistik waren es nach der "deutschen Zählweise" in der vergangenen Woche 2,4 Millionen durchgeführte PCR-Untersuchungen in den Laboren, bei einer durchschnittlichen Auslastung von 95 Prozent. Wien gilt als Vorreiter bei der PCR-Teststruktur. Die Hauptstadt Österreichs könnte nach eigener Aussage mithilfe der Pooltestung und eines PCR-Gurgeltests rund 800.000 Proben täglich untersuchen.

+++ 11:44 Personalausfälle bei Feuerwehr und in Kliniken häufen sich in Berlin +++
Wie hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen entwickelt? Wie ist die Lage auf den Intensivstationen? Mit aktuellen Fakten zum Infektionsgeschehen ordnen die ntv-Moderatorinnen Anne-Kathrin Cyrus und Vivian Bahlmann zusammen mit dem Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens die Corona-Lage in Deutschland und der Welt ein.

+++ 11:44 Dänemark hebt Corona-Beschränkungen zum 1. Februar auf +++
Trotz Rekord-Fallzahlen in Dänemark will die Regierung kommenden Monat alle Corona-Restriktionen aufheben. Er wolle, dass die Einstufung von Covid-19 als Bedrohung für die Gesellschaft ab dem 1. Februar gestrichen werden, verkündet Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Dies würde de facto die Aufhebung der nationalen Corona-Restriktionen bedeuten, die derzeit gelten, wie etwa eine Maskenpflicht und verkürzte Öffnungszeiten für Lokale. Heunicke begründet sein Vorhaben mit der hohen Corona-Impfquote in Dänemark.

+++ 11:26 Impfkampagne stagniert weiter - Booster-Nachfrage immer geringer +++
Das Tempo der Impfkampagne in Deutschland lässt weiter nach. Im Sieben-Tage-Schnitt werden derzeit täglich nur noch 441.690 Impfdosen verabreicht.

Von den gestern verimpften 443.736 Dosen entfallen allein 335.851 auf Auffrischungsimpfungen und nur 37.038 sind Erstimpfungen, die weiterhin stagnieren bzw. sogar abnehmen. Der große Rückgang in den letzten 14 Tagen ist allerdings vor allem auf die sinkende Zahl an Boosterimpfungen zurückzuführen.

Die Impfquote der Gesamtbevölkerung bewegt sich daher kaum. 73,6 Prozent besitzen die Grundimmunisierung (zwei Impfdosen oder eine von Johnson&Johnson), weitere 2 Prozent haben wenigstens eine Impfung erhalten. 24,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind nach wie vor ungeimpft.

Betrachtet man dagegen nur die Bevölkerung über fünf Jahren, liegt die Quote der Grundimmunisierten bei 77,2 Prozent, insgesamt 79,3 Prozent haben demnach eine Impfdosis erhalten.

Das Gefälle bei den Impfquoten der Bundesländer ist nach wie vor hoch. Es reicht von 62,4 Prozent Anteil vollständig Geimpfter in Sachsen bis 86,2 Prozent in Bremen. Neben Sachsen weisen nur Thüringen und Brandenburg eine Impfquote unter 70 Prozent in der Gesamtbevölkerung aus.

Beim Blick auf die Impfquoten der einzelnen Altersgruppen in den Bundesländern gibt es ein gemischtes Bild. Während Bremen die Erwachsenen überaus erfolgreich impft, ist Schleswig-Holstein besonders gut bei den 12- bis 17-Jährigen unterwegs. In Berlin ist dagegen die Nachfrage bei den ab 5-Jährigen besonders hoch.

+++ 11:06 Streeck: "Antigentest erkennt sehr gut infektiöse Phase" +++
Die Labore stoßen bei den PCR-Tests bereits an ihre Grenzen und die Omikron-Zahlen schrauben sich weiter rasant in die Höhe. Corona-Schnelltests gelten als vergleichsweise unsicher, können gerade aber dennoch genau das richtige Mittel sein, erklärt Virologe Hendrik Streeck.

+++ 10:36 Baden-Württemberg lockert Regeln für Großveranstaltungen +++
Baden-Württemberg lockert seine Corona-Regeln für Großveranstaltungen. Im Fußballstadion sind in der normalen Alarmstufe wieder bis zu 6000 Zuschauer zugelassen, wenn der Veranstalter die 2G-plus-Regel anwendet, erklärt Regierungschef Winfried Kretschmann. Das heißt, die Besucherinnen und Besucher müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein. Wenn die Veranstalter mit der 2G-Regel arbeiten wollen, gilt eine Obergrenze von 3000 Zuschauern. Bei Kulturveranstaltungen wie Konzerten sind in geschlossenen Räumen 3000 Besucher zugelassen - unter der Bedingung, dass 2G plus am Eingang angewendet wird. Bei 2G ist die Obergrenze 1500. Für alle Veranstaltungen gelte, dass höchstens die Hälfte der Kapazitäten ausgeschöpft werden dürfe. Das gilt auch für Fastnachtsfeste. "Umzüge im Freien müssen wir leider untersagen", sagt Kretschmann.

+++ 10:14 Bremen verteilt 300.000 FFP2-Masken an sozial Schwache +++
Bremen will zur Eindämmung der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen 300.000 kostenlose FFP2-Masken verteilen. Wie der Senat mitteilt, richtet sich das Angebot vor allem an Menschen mit geringem Einkommen. "Wer diesen Schutz nutzen kann, darf nicht vom Geldbeutel abhängen", begründet Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard die Aktion. Die Masken sollen nun in ganz Bremen und Bremerhaven ausgegeben werden - unter anderem über das Jobcenter, die Bremer Straßenbahn AG und die öffentliche Wohnungsbaugesellschaft Gewoba. Das Sozialressort wolle zudem beispielsweise Unterkünfte für Obdachlose, Sozialzentren, Jugend- und Seniorentreffs oder die Bremer Tafel mit Mund- und Nasenschutz nach dem FFP2-Standard versorgen.

+++ 09:56 Karagiannidis: Haben keinen Schimmer, wie viele Krankenhausbetten täglich vorhanden sind +++
Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis fordert den sofortigen Aufbau eines Corona-Registers für die Krankenhäuser in Deutschland. "Wir haben keinen blassen Schimmer, wie viele betreibbare Krankenhausbetten wir tagesaktuell in Deutschland haben, wie viele davon belegt sind und wie viele Pflegekräfte wirklich zur Verfügung stehen", kritisiert das Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung in der "Augsburger Allgemeinen". Als Vorbild verweist er auf das von ihm mit aufgebaute Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Dieses gibt unter anderem über die Kapazitäten bei Intensivbetten Auskunft. Es gehe jetzt aber darum, "wie viele Corona-Patientinnen und -patienten nicht nur auf der Intensivstation, sondern auch auf den Normalstationen liegen", betont der Mediziner.

+++ 09:35 Union will eigenen Antrag zur Impfpflicht vorlegen +++
Die Unionsfraktion im Bundestag will einen eigenen Antrag zur Corona-Impfpflicht einbringen. Dies kündigt der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Tino Sorge, in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv an. Die Union werde sich keinem der drei in Vorbereitung befindlichen Gruppenanträge anschließen, so Sorge. Diese würden die Diskussion "zersplittern". "Wir werden als Union nach der Orientierungsdebatte einen eigenen Antrag vorlegen." "Wir werden einen differenzierten Vorschlag unterbreiten, der auch zur Befriedung in der Diskussion beitragen wird", kündigt Sorge an. Die Union werde die Orientierungsdebatte am Mittwoch im Bundestag abwarten, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

+++ 09:20 Dahmen plädiert für Impfpflicht ab 18 aber gegen Impfregister +++
Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen zeigt sich zuversichtlich hinsichtlich einer breiten Einigung zur Impfpflicht im Bundestag. Er sei optimistisch, dass die Argumente der Befürworter so gewichtig seien, dass sie am Ende überzeugen könnten, sagt Dahmen. Der Bundestag diskutiert am Mittwoch im Rahmen einer Orientierungsdebatte erstmals über die Impfpflicht. Dahmen befürwortet eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren, sieht aber "große Übereinstimmung" mit dem Vorstoß des FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann, der ein Modell zur Impfpflicht ab 50 vorschlägt. Dahmen spricht dabei von den möglichen Sanktionen zur Durchsetzung der Impfpflicht und der Frage eines Impfregisters, dessen Einführung zur Durchsetzung der Impfpflicht er nicht befürwortet. Bei der Frage, ob die Impfpflicht auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt werden solle oder nicht, müsse aber geklärt werden, ob die jeweilige Regelung verhältnismäßig und wirkungsvoll sei. Ablehnend äußerte sich Dahmen zu dem Vorschlag Ullmanns, die Impfpflicht mit einer Beratungspflicht zu verbinden. Er bezweifle, dass dies den gewünschten Erfolg bringt, so der Grünen-Politiker.

+++ 08:59 Korrigierter Inzidenzwert - Deutschland bereits bei 1000? +++
Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner erreicht aktuell den Rekordwert von 940,6. Der korrigierte Inzidenzwert, in den Nachmeldungen einfließen, liegt bereits gestern bei 951,4 – und damit um 57,1 höher als der vom RKI angegebene. Die Differenz zwischen gemeldeter und nachträglich korrigierter Inzidenz ist derzeit sehr hoch. Seit 16. Januar pendelt dieser Wert zwischen 53,4 und 87,1. Da Hamburg heute gar keine Daten liefert, wird die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz heute tatsächlich wohl bereits vierstellig sein.

+++ 08:39 Bahn verringert Angebot - bisher kein großer Omikron-Effekt +++
Die Deutsche Bahn verringert wegen der Omikron-Welle ihr Angebot im Fernverkehr leicht. Die Sitzplatzkapazität sei seit dem 10. Januar um etwa drei Prozent reduziert, heißt es in einem Lagebild für den Aufsichtsrat. So würden in einigen Fällen kürzere Züge eingesetzt, um vorsorglich die Instandhaltungswerke zu entlasten. In einigen Werken ist die Krankenquote demnach schon zweistellig. Weitere "Reduktionsszenarien" seien für den Fall vorbereitet, dass die Krankenstände stark stiegen. Die Bahn hatte im Dezember ihr Angebot ein weiteres Mal aufgestockt, weil sie laufend neue Züge erhält. Es fahren derzeit aber nur halb so viele Menschen mit den ICE- und Intercity-Zügen wie vor der Pandemie. "Aktuell läuft der Betrieb ruhig und weitgehend reibungslos", teilt ein Bahnsprecher mit. "Wir haben derzeit nur minimale Anpassungen im Fahrplan vorgenommen, indem auf einigen Verbindungen - etwa zwischen Köln und Frankfurt - zu Zeiten mit weniger Fahrgästen statt zwei Zugteilen nur einer unterwegs ist." Bei Regionalzügen gibt das Lagebild das Angebot mit "weitestgehend 100 Prozent" an. Nur vereinzelt fielen Verstärkerfahrten weg. Die Fahrgastnachfrage liege bei 55 bis 60 Prozent des Vor-Corona-Niveaus - bei starken regionalen Unterschieden. Die Krankmeldungsquoten bei Planern, Disponenten, Instandhaltungsmitarbeitern und Lokführern steigen demnach, sind aber noch deutlich einstellig.

+++ 08:14 Fallzahlen sinken - Indien meldet dennoch 286.000 Neuinfektionen +++
Indien meldet aktuell knapp 286.000 Neuinfektionen. Damit bleiben die Zahlen auf hohem Niveau, deuten aber einen klaren Abwärtstrend an. Im Sieben-Tage-Schnitt infizieren sich aktuell knapp 312.000 Menschen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus steigt gegenüber dem Schnitt an. Aktuell melden die Behörden 665 weitere Todesfälle, im Sieben-Tage-Schnitt sind es zuletzt 561.

+++ 07:48 Rekord bei Neuinfektionen, obwohl Hamburg nicht meldet: 164.000 Fälle +++
Das Robert-Koch-Institut meldet aktuell 164.000 Neuinfektionen. Das ist in Deutschland neuer Höchstwert seit Pandemiebeginn. Der Anstieg gegenüber der Vorwoche, als erstmals mehr als 100.000 neue Fälle gemeldet werden (112.323) beträgt damit 46 Prozent. In den aktuellen Werten fehlen allerdings Zahlen aus Hamburg.

Bundesweit melden 14 Regionen keine aktuellen Zahlen. Hamburg ist Region Nummer 15, wird jedoch wegen der Meldung von "-1" Fall nicht in der Übersicht geführt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner steigt entsprechend des neuen Höchststands der Neuinfektionen ebenfalls in bisher nicht erreichte Sphären. Der Wert 940,6 stellt gegenüber dem Vortag (894,3) einen sehr deutlichen Anstieg dar, und das auf ohnehin schon hohem Niveau.

Die Sieben-Tage-Inzidenz macht auch in vielen Bundesländern einen Satz nach oben. In Hamburg bricht der Inzidenzwert dagegen ein – von 1547,4 auf 1250,3. Das liegt daran, dass der Stadtstaat heute keine Zahlen liefert. Ansonsten überschreiten mittlerweile sechs Bundesländer die neuralgische Marke von 1000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Der Freistaat Bayern ist neu im "Club der 1000er".

Berlin dominiert beim Blick auf die lokalen Inzidenzwerte weiterhin das Bild. Die Plätze eins bis sechs in der Liste der Inzidenz-Hotspots werden von Bezirken der Bundeshauptstadt belegt. Ganz oben steht nach wie vor der Bezirk Mitte mit nunmehr 3109,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Fünf weitere Bezirke überschreiten die Marke von 2000.

Der Blick auf die Deutschlandkarte offenbart noch immer starke Clusterbildungen in einigen Regionen. Es wird aber auch deutlich, dass die Infektionslage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sich langsam wieder verschärft. Diese Bundesländer sind bisher vergleichsweise wenig von der Omikron-Variante betroffen und weisen daher deutlich geringere Inzidenzwerte auf als andere Bundesländer. Gerade für viele städtische Regionen werden mittlerweile Inzidenzen über 500 angegeben.

+++ 07:19 Tschechien meldet neuen Tagesrekord: 39.614 Neuinfektionen +++
Tschechien meldet 39.614 Neuinfektionen und damit einen neuen Rekordwert seit Pandemiebeginn. Der bisherige Höchstwert wird vor zwei Tagen mit 30.367 Fällen aufgestellt. Der Sieben-Tage-Schnitt (25.822 tägliche Neuinfektionen) liegt momentan deutlich unter den aktuellen Fallzahlen, was auf einen sprunghaften Anstieg in den letzten Tagen deutet. Die Verlaufskurve der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus nimmt derweil den gegenteiligen Verlauf. Aktuell werden fünf weitere Todesfälle gemeldet, im Sieben-Tage-Schnitt sind es derzeit 17.

+++ 06:58 Mehrheit der Deutschen glaubt, Impfpflicht befördert Spaltung der Gesellschaft +++
Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland ist der Meinung, dass die geplante Corona-Impfpflicht zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertreten 62 Prozent der Befragten diese Auffassung. 26 Prozent sehen die Gefahr einer weiteren Spaltung dagegen nicht, 12 Prozent machen keine Angaben. 79 Prozent sagen, die Gesellschaft sei schon jetzt - zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie - in Geimpfte und Ungeimpfte gespalten. Nur 15 Prozent sind der Meinung, dass das nicht der Fall ist. 6 Prozent machen keine Angaben dazu.

+++ 06:39 Kritik an Ausnahme beim Genesenenstatus im Bundestag +++
Rechtsexperten und Politiker kritisieren die Ausnahme für Bundestagsabgeordnete bei der allgemein verschärften Genesenen-Regelung. Der Verfassungsrechtsexperte Christian Hillgruber von der Universität Bonn sagt der "Bild"-Zeitung, dass es für die "Ungleichbehandlung" von Bürgern und Politikern keinerlei Rechtfertigung gebe: "Entweder die Verkürzung des Genesenen-Status ist aus fachlich-gesundheitlicher Sicht geboten oder nicht, Abgeordnetenstatus hin oder her." Die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus sagt der Zeitung: "Sonderregelungen im Bundestag darf es nicht geben." Sie fordert eine Änderung der zugrundeliegenden Allgemeinverfügung - möglichst noch in den nächsten Tagen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagt "Bild" wiederum: "Den Genesenen-Status fachlich fragwürdig auf drei Monate zu verkürzen, aber für den Bundestag bei sechs Monaten zu belassen, ist eine Unverschämtheit."

+++ 06:21 Ein Viertel aller Messen bereits abgesagt oder verschoben +++
Für die Messebranche zeichnet sich ein weiteres schweres Corona-Jahr ab. "Wenigstens 100 der 390 geplanten Messen sind bereits in spätere Monate oder das kommende Jahr verschoben oder gestrichen worden", teilt der Verband der deutschen Messewirtschaft (Auma) mit. Damit belaufe sich der wirtschaftliche Schaden für die Branche in diesem Jahr bereits auf rund fünf Milliarden Euro. "Corona-Verordnungen der Länder, die vier Wochen oder weniger Gültigkeit haben, sind keine Geschäftsgrundlage", kritisiert Auma-Geschäftsführer Jörn Holtmeier. "Hilfspakete wären verzichtbar, wenn die Messewirtschaft im dritten Jahr dieser Pandemie nicht weiter daran gehindert würde, sicher machbare Messen veranstalten zu können." Demnach beliefen sich die wirtschaftlichen Schäden aufgrund der Pandemie in den vergangenen beiden Jahren auf zusammen rund 46 Milliarden Euro. Der vom Bund aufgelegte Sonderfonds für Messen umfasse inzwischen nur noch wenige betroffene Veranstalter.

+++ 05:56 Delta-Variante lässt auch Kinder schwerer erkranken +++
Die Delta-Variante des Coronavirus führt offenbar auch bei Kindern öfter zu schweren Erkrankungen als die vorherigen Virus-Typen. Das zeigen Patientenzahlen des Haunerschen Kinderspitals am LMU Klinikum München. Im November 2021 werden dort 14 Kinder und Jugendliche behandelt - ein Höchststand, wie das Klinikum anlässlich der ersten Corona-Fälle in Deutschland vor zwei Jahren berichtet. Insgesamt wurden bisher 60 Kinder mit Covid-Infektion im Haunerschen Kinderspital behandelt, 15 von ihnen auf der Intensivstation, hiervon wiederum die meisten mit schweren Vorerkrankungen. Spezifische Erfahrungen mit der Omikron-Variante bei Kindern und Jugendlichen gebe es noch nicht. "Auch wenn bereits einige unserer Patienten mit Omikron infiziert waren, war der Verlauf nicht von dem der Delta-Variante zu unterscheiden", sagt der stellvertretende Direktor der Kinderheilkunde im Haunerschen Kinderspital, Johannes Hübner.

+++ 04:55 Neuer Höchstwert: RKI meldet 164.000 Neuinfektionen +++
Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 164.000 Neuinfektionen gemeldet, so viele wie nie zuvor. Vor einer Woche waren es 112.323 Ansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 960,6 an. Am Vortag lag der Wert noch bei 894,3. 166 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 03:43 NRW will Novavax-Impfstoff vorrangig an Mitarbeiter im Gesundheitswesen vergeben +++
Nordrhein-Westfalen will den Impfstoff von Novavax vorrangig an Mitarbeiter in den Gesundheitsdiensten verimpfen, in denen künftig eine Impfpflicht gelten soll. "Damit sollen Beschäftigte, die sich bislang noch nicht für eine Covid-Schutzimpfung entscheiden konnten, die Möglichkeit erhalten, zeitnah noch eine vollständige Impfung mit dem neuen Impfstoff Novavax zu erlangen", sagt ein Sprecher von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der "Rheinischen Post". Der Impfstoff werde voraussichtlich ab Ende Februar zur Verfügung stehen.

+++ 02:41 Kubicki lehnt auch altersabhängige Impfpflicht ab +++
FDP-Vize Wolfgang Kubicki bekräftigt hält eine allgemeine Corona-Impfpflicht unabhängig von Altersbeschränkungen für verfassungswidrig. "Bei der altersgebundenen Impfpflicht gelten die Argumente gegen eine Impfpflicht ab 18 fort. Einen Kompromiss in grundrechtsrelevanten Fragen zu erwägen, halte ich für problematisch", sagt Kubicki der "Rheinischen Post" mit Blick auf einen Abstimmungsantrag, der eine Impfpflicht ab 50 Jahren vorsieht. Kubicki weist auch die Idee zurück, die Impfpflicht zu befristen oder von Indikatoren wie der Impfquote abhängig zu machen. "Aus meiner Sicht ist die Tatsache, dass auch Geimpfte und Geboosterte andere infizieren können, ausschlaggebend. Weitere Bedingungen erübrigen sich auf dieser Grundlage".

+++ 02:00 Erste Paxlovid-Lieferung für Ende Januar geplant +++
Die Bundesregierung erwartet Ende Januar die erste Lieferung des Corona-Arzneimittels Paxlovid des US-Herstellers Pfizer nach Deutschland. "Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Vorvertrag zum Kauf von Paxlovid abgeschlossen und befindet sich derzeit in Verhandlungen über einen endgültigen Vertragsabschluss", heißt es in der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Unions-Bundestagsfraktion. Sie liegt der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vor. "Nach den bislang vorliegenden Daten führt die Einnahme von Paxlovid innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten von Symptomen einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu einer statistisch signifikanten Verringerung der Hospitalisierung- und Sterberate", schreibt das Ministerium.

+++ 01:06 Mecklenburg-Vorpommern: Keine Schließung von Kulturbetrieben mehr +++
Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat beschlossen, die Corona-Regeln für Theater, Museen und Kinos anzupassen. Auch in der höchsten Stufe der Landes-Corona-Ampel dürfen Kulturbetriebe demnach in Zukunft geöffnet bleiben, jedoch haben nur Geimpfte und Genesene mit zusätzlichen Corona-Test (2G plus) Zugang. Außerdem besteht auch am Platz eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske und die Kapazität bleibt eingeschränkt. Die Änderungen sollen gelten, sobald eine geänderte Corona-Landesverordnung beschlossen ist.

+++ 00:18 Sozialverband VdK sieht Bedarf für niedrigschwellige Impfangebote +++
Der Sozialverband VdK Deutschland ruft die Bundesregierung dazu auf, dringend für mehr niedrigschwellige Informationen und Impfangebote zu sorgen. "Mehrsprachige Integrationsmanager und Sozialarbeiter sollten bundesweit als Impf- und Informationsbotschafter geschult werden und die Menschen dort aufsuchen, wo sie leben", sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denkbar sei auch, dass Krankenkassen ältere Ungeimpfte direkt kontaktieren, "möglichst schon mit einem Impfangebot.

+++ 23:11 Polen führt wieder Fernunterricht ein +++
Polen stellt wieder großflächig auf Online-Unterricht in Schulen um. "Wir mussten die Entscheidung treffen, den Präsenzunterricht einzuschränken", sagte Bildungsminister Przemyslaw Czarnek. Von Donnerstag an sollen Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse demnach bis Ende Februar nicht mehr zur Schule kommen. Die polnische Regierung war wegen ihres Umgangs mit der Pandemie zuletzt in die Kritik geraten. 13 der 17 Corona-Experten des nationalen Beratungsgremiums traten aus Protest zurück. Mit einer Impfquote bei Erwachsenen von weniger als zwei Dritteln liegt Polen deutlich unter dem Durchschnitt der EU-Staaten.

+++ 22:25 Mehr als 500.000 Neuinfektionen in Frankreich +++
Wie die französische Gesundheitsbehörde heute angab, wurden binnen 24 Stunden 501.635 neue Ansteckungen registriert – ein neuer Höchststand. Allerdings liegen die Werte montags oft deutlich niedriger als an anderen Wochentagen. Die bereits enorm hohen Fallzahlen in Frankreich stiegen damit erneut weiter an. Der Inzidenzwert, also die Zahl der Ansteckungen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche, lag landesweit zuletzt bei etwa 3726. Die Omikron-Variante macht in dem Land mit seinen gut 67 Millionen Einwohnern mittlerweile mehr als 95 Prozent der Fälle aus.

+++ 22:02 Berlin: Omikron-Welle sorgt für Personalausfälle bei Feuerwehr und medizinischer Versorgung +++
Die Omikron-Welle hat in der kritischen Infrastruktur der Hauptstadt zunehmende Personalausfälle zur Folge. Im Durchschnitt liege die Ausfallquote bei den Beschäftigten um die 15 Prozent oder leicht darüber, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Eine steigende Tendenz sei bei der Feuerwehr und bei der medizinischen Versorgung zu beobachten. Am stärksten betroffen seien indes das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und das Bezirksamt Neukölln. Hier stehe die Ampel des vierstufigen Monitoringsystems auf Rot - was eine kritische Beeinträchtigung bedeutet. Zur kritischen Infrastruktur zählen etwa Polizei und Feuerwehr, der Gesundheitsbereich, Kliniken, Wasserwerke, Energieversorger, Verkehrsunternehmen, aber auch Stadtreinigung, Lebensmittelhandel oder Justiz.

+++ 21:29 Soll zuvor positiv getestet worden sein: Leugner und Bolsonaro-Guru Olavo de Carvalho gestorben +++
Der als Guru des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro geltende Olavo de Carvalho ist im Alter von 74 Jahren in den USA gestorben. "Mit großem Bedauern teilt die Familie von Professor Olavo de Carvalho die Nachricht von seinem Tod am Abend des 24. Januar in der Region von Richmond, Virginia, mit, wo er im Krankenhaus lag", hieß es in einem Tweet auf dem Profil Carvalhos. Die Todesursache wurde darin nicht genannt. Heloísa de Carvalho, die mit ihrem Vater gebrochen hat, twitterte, dass er im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Nach Medienberichten unter Berufung auf Anhänger Olavo de Carvalhos war er kürzlich positiv auf das Coronavirus getestet worden. Carvalho spielte das Virus immer wieder herunter. Der brasilianische Präsident Bolsonaro, ein Corona-Verharmloser und Impfskeptiker, bezeichnete Carvalho als "einen der größten Denker der Geschichte unseres Landes“.

+++ 21:08 Vorpommern-Greifswald wird berufsbezogene Impfpflicht nicht durchsetzen +++
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald wird nach eigenen Angaben die für Mitte März geplante Impfpflicht für Mitarbeiter von Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht durchsetzen. Man stelle fest, "dass mit den ganzen anderen coronabedingten Maßnahmen, die wir schon seit zwei Jahren tragen, das Gesundheitsamt und auch große Teile der Verwaltung völlig ausgelastet sind", sagte Landkreissprecher Achim Froitzheim der Deutschen Presse-Agentur. "Die Kontrolle und Durchsetzung dieser einrichtungsbezogenen Impfpflicht können wir deshalb nicht erfüllen."

+++ 20:38 Lauterbach redet in Impfpflicht-Debatte - Scholz nicht +++
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird an diesem Mittwoch in der Bundestagsdebatte über die Corona-Impfpflicht als SPD-Abgeordneter das Wort ergreifen - Kanzler Olaf Scholz dagegen nicht. Das geht aus der Rednerliste hervor, auf die sich die SPD-Fraktion verständigte. Darauf stehen zwölf Abgeordnete, darunter die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dagmar Schmidt und Dirk Wiese, die zusammen mit Parlamentariern von Grünen und FDP einen Antrag für eine Impfpflicht ab 18 Jahren vorbereiten. Die Bundesregierung hatte sich entschieden, keinen eigenen Gesetzentwurf vorzubereiten und die Entscheidung damit ganz dem Parlament zu überlassen, das ohne Fraktionszwang vor Ende März darüber abstimmen soll. Scholz und Lauterbach haben sich aber als Abgeordnete klar für eine Impfpflicht ab 18 ausgesprochen.

+++ 20:06 Sechs Länder melden neue Tageshöchstwerte +++
In sechs Bundesländern wurden heute so viele Neuinfektionen wie bisher noch nie an einem einzigen Tag gemeldet. Betroffen sind Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Allein aus NRW sind es gut 33.000 neue Fälle.

+++ 19:43 Bundesländer registrieren 143.593 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 8.918.097 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 143.593 neue Fälle hinzu. Das sind 56,3 Prozent mehr als Dienstag vor einer Woche. Damals wurden 91.869 Neuinfektionen registriert. Die heutige Zahl an neuen Fällen ist die bisher höchste seit Beginn der Pandemie. Der Zuwachs liegt noch über den 140.670 am vergangenen Freitag registrierten Ansteckungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 170 auf 116.987. Vor einer Woche wurden 198 Tote gemeldet. Als aktuell infiziert gelten rund 1.468.945 Personen.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,21 angegeben (Vortag: 1,21). Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 2396 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 1351 davon werden invasiv beatmet.


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Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP/rts

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