Panorama

Gezielte Suche im Pädophilen-Netz 22-Jähriger gesteht Tat in Belgien

0d9533d9d4108dc2aac2cd4e7597173a.jpg

In seinem Heimatort galt der Angeklagte als netter junger Mann.

(Foto: dpa)

Ein 22-Jähriger muss sich für den Missbrauch an einem Jungen verantworten. Der junge Mann gibt vor Gericht Ungeheuerliches zu.

Ein 22-Jähriger hat vor dem Landgericht Hannover die Vergewaltigung eines elf Jahre alten Jungen in Belgien gestanden, der von seinem Vater im Internet zum Missbrauch angeboten worden sein soll. Über seinen Verteidiger ließ der 22-Jährige zu Prozessbeginn erklären, dass er sich gezielt in den pädophilen Kreis des Vaters begeben habe. Er sei mit dem Ziel, den Jungen zu missbrauchen, nach Mechelen in Belgien gefahren.

Auf die Spur der erschütternden Tat kamen australische Ermittler bei der Fahndung nach Sexualstraftätern im Internet. Sie verfolgten die digitalen Spuren eines Filmes, den der Vater von dem Missbrauch gemacht und anschließend ins Netz gestellt hatte. Obwohl der Film im Darknet, also dem anonymen Bereich des Internets, veröffentlicht worden war, fanden sie heraus, dass er von Belgien aus hochgeladen worden war. So kamen die Ermittlungen in Belgien und später in Niedersachsen ins Rollen.

Die Ermittler konnten rekonstruieren, dass der 45-jährige Belgier seinen Sohn zum Missbrauch angeboten hatte. Der 22-Jährige aus dem Raum Hameln nahm das Angebot an und reiste Anfang März ins belgische Mechelen, wo es dann zusammen mit dem Vater zu dem Missbrauch des Kindes kam. Die Anklage vor dem Landgericht Hannover lautet auf sexuellen Missbrauch in einem besonders schweren Fall.

Vor dem Prozessauftakt hatte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mechelen, Nele Poelmans, gesagt, bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass der Belgier seinen Sohn noch durch weitere Männer habe missbrauchen lassen. Im Prozess wurde allerdings die Vernehmung des Opfers durch die belgische Polizei verlesen. Darin schildert der Elfjährige den jahrelangen brutalen Missbrauch durch seinen Vater. Fotos davon stellte der Mann nach Angaben des Schülers auf einer speziellen Plattform im Internet ein. Der Junge lebte teils bei seinem Vater, einem Postbeschäftigten, in Mechelen, teils bei seiner Mutter in Berchem. Der 45-Jährige sitzt in Belgien ebenfalls in Haft; ihm soll dort der Prozess gemacht werden.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.