Panorama

Nach Granatenbeschuss 500 Bergleute sitzen unter Tage fest

imago54080952h.jpg

Nicht zum ersten Mal sitzen Kumpel in der Sasjadko-Grube in der Ostukraine fest (Archivbild).

(Foto: imago stock&people)

In der Nähe der umkämpften Stadt Donezk schlägt eine Granate in ein Elektrizitätswerk ein. Dadurch fällt der Strom in einer Kohlemine aus - zu dem Zeitpunkt sind 500 Kumpel unter der Erde. Die Rettungsaktion läuft an, doch die Mine ist für Unfälle schon bekannt.

In einem Bergwerk in der umkämpften Ostukraine stecken fast 500 Bergarbeiter unter Tage fest. In der Kohlegrube sei der Strom ausgefallen, erklärte das Katastrophenschutzministerium der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk. Zuvor sei ein regionales Umspannwerk von einer Granate getroffen worden.

Zum Zeitpunkt des Stromausfalls seien 496 Kumpel unter Tage gewesen, sagte ein Ministeriumssprecher. Derzeit liefen Vorbereitungen, um die Arbeiter sicher nach oben zu bringen. "Das Belüftungssystem funktioniert. Lebensgefahr besteht für die Kumpel nicht", ergänzte ein Minister der "Volksrepublik", Julian Bedilo. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Verteidigungsministeriums der selbsternannten Volksrepublik wurden 110 Kumpel bereits in Sicherheit gebracht.

Nicht der erste Zwischenfall

Bereits am 11. Januar saßen mehr als 300 Bergarbeiter in derselben Mine stundenlang unter Tage fest. Auch damals fiel der Strom nach dem Einschlag eines Geschosses in einem regionalen Umspannwerk vorübergehend aus. Alle Kumpel wurden gerettet.

Die Sasjadko-Grube nahe der von prorussischen Rebellen kontrollierten Stadt Donezk gehört zu den größten Bergwerken in Osteuropa. Bis zu 10.000 Arbeiter arbeiten dort. Bei einer Gasexplosion im Jahr 2007 waren in der Grube mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen.

Seit neun Monaten liefern sich ukrainische Regierungstruppen und prorussische Rebellen im Osten des Landes Gefechte. In den vergangenen Tagen nahmen sie wieder an Heftigkeit zu. Seit April 2014 wurden fast 5100 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, hla/AFP