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"Hexe" in Indien getötet 55-jährige Frau stirbt nach Folter

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Noch immer werden vermeintliche "Hexen" verfolgt und getötet, wie jüngst in Indien.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Eine Inderin wird wegen des Verdachts auf Hexerei von ihrer Familie gefoltert und zu Tode geprügelt. Die Familie hatte der 55 Jahre alten Frau vorgeworfen, den Sohn ihres Schwagers krank gemacht zu haben.

Wegen des Verdachts auf Hexerei hat eine Familie in Indien eine 55-jährige Verwandte gefoltert und zu Tode geprügelt. Der Vorfall habe sich Samstagnacht im Bundesstaat Chhattisgarh ereignet, teilte die Polizei mit.

Es seien zwölf Personen festgenommen worden, darunter auch der Schwager der Frau. Die Angehörigen hätten das Opfer beschuldigt, den Sohn des Schwagers mit Hexerei krank gemacht zu haben, sagte der Polizeichef des Bezirks Bemetera.

In Indien gibt es häufig Berichte über Vorfälle, bei denen Frauen unter dem Vorwurf der Hexerei gefoltert und ermordet werden. Zwischen 2000 und 2012 wurden laut Statistik mindestens 2100 Menschen - zumeist Frauen - wegen angeblicher Hexerei umgebracht.

Laut eines Berichtes des "United Nations High Commissioner for Refugees" (UNHCR) werden in Indien jedes Jahr über 100 vermeintliche Hexen Opfer von tätlichen Angriffen, Anfeindungen oder öffentlichen Demütigungen. Obwohl es immer wieder zu Festnahmen kommt, würden jedoch weniger als ein Prozent der Angeklagten tatsächlich verurteilt, berichtet UNHCR. Oft spielten bei den Hexenjagden Erbschaften oder sozialer Neid eine Rolle.

Quelle: ntv.de, spt/dpa

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