Panorama
Auch das Führerhaus des mit Kohle beladenen LKWs wurde völlig zerquetscht.
Auch das Führerhaus des mit Kohle beladenen LKWs wurde völlig zerquetscht.(Foto: imago/Xinhua)
Dienstag, 11. November 2014

Frontalzusammenstoß in Pakistan: 58 Menschen sterben nach Busunglück

Eine neblige Straße, keine Zulassung und hohe Geschwindigkeit - dies sind die Rahmenbedingungen, als in Pakistan ein Reisebus auf einen LKW. Dutzende Menschen kommen ums Leben, darunter auch viele Kinder. Der Busfahrer wurde zuvor bereits auffällig.

Bei einem schweren Busunglück im Süden Pakistans sind am Dienstag mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen, viele weitere überlebten teils schwerverletzt. Den Behörden zufolge stieß der Bus nahe der Stadt Khairpur frontal mit einem Kohle-Schwertransporter zusammen. Unter den Toten waren auch 17 Frauen und 19 Kinder.

Nach Angaben eines Arztes und der Polizei war der Bus mit Familien aus dem Swat-Tal im Nordwesten Pakistans unterwegs in die südliche Hafenstadt Karachi, als er etwa 450 Kilometer vor dem Ziel mit dem Lastwagen zusammenstieß.

Ein Vertreter der Autobahnpolizei sagte, der schlechte Zustand der Straße könnte neben den mangelnden Fahrkünsten des Busfahrers zu dem Unfall beigetragen haben: Demnach könnte er in eine tiefe Spurrille gefahren sein, bevor er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, auf die Gegenfahrbahn geriet und mit dem Lastwagen zusammenprallte. Vermutlich sei der Bus auf der extrem nebligen Strecke außerdem zu schnell gefahren. Ein Sprecher der Autobahnpolizei sagte, der Bus sei überfüllt gewesen und habe keine Zulassung der Straßenverkehrsbehörde gehabt.

Ein anderer Polizist berichtete, der Busfahrer sei erst vor kurzem wegen Überladung bestraft und gezwungen worden, vier seiner Passagiere sofort abzusetzen. Nach seinen Angaben stießen beide Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 Stundenkilometer aufeinander. Sie seien derart ineinander verkeilt gewesen, dass sie nur mit Kränen und speziellem Schneidwerkzeug getrennt werden konnten, sagte der Polizist.

Laut dem behandelnden Arzt Jaffer Soomro vom Krankenhaus von Khairpur handelt es sich bei den Passagieren um Paschtunen, die nur Paschtu sprechen. Das Krankenhaus habe einen Übersetzer holen müssen, um sich mit den Überlebenden zu verständigen - "vor allem mit den Kindern, die in jämmerlichem Zustand sind".

Quelle: n-tv.de