Panorama

Malteser-Mitarbeiter gestehen 8-Jährige im Bus vergessen

Zwei Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes in Bremen haben zugegeben, ein achtjähriges behindertes Mädchen über Nacht in einem Kleinbus vergessen zu haben. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Das autistische Mädchen war am Donnerstag in der Garage des Hilfsdienstes angeschnallt in dem Auto entdeckt worden. Die Eltern hatten Miriam am Vorabend als vermisst gemeldet.

Ein 32 Jahre alter Malteser-Fahrer und ein 22 Jahre alter Zivildienstleistender gestanden bei polizeilichen Vernehmungen ihren Fehler. Die Sprecherin des Malters Hilfsdienstes in Bremen und Bremerhaven, Angelika Gabriel, kündigte personelle Konsequenzen an.

Malteser bedauern den Vorfall

"Wir sind zutiefst erschüttert", sagte Gabriel. Die Verantwortlichen der Wohlfahrtsorganisation bedauerten den Vorfall und hätten den Eltern ihr Mitempfinden ausgedrückt. Sie könne sich nicht erklären, wie es zu der Panne kommen konnte. "Wir bilden unsere Mitarbeiter aus, wir haben Vorschriften", sagte sie. Allen Fahrern sei klar, dass sie die ihnen anvertrauten Kinder den Eltern übergeben müssten. Die Dienststelle Bremen transportiere am Tag etwa 170 Menschen. "Die gelangen auch alle nach Hause."

Miriam konnte sich nicht melden

Der Fahrer und der Zivildienstleistende galten als "nette und freundliche" Mitarbeiter. Der Dienst des 22-Jährigen ende im kommenden Monat turnusgemäß. Die beiden Fahrer sollten das behinderte Mädchen am Mittwoch zu seinen Eltern bringen. Dort kam es aber nicht an. Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei in der Nacht zu Donnerstag nach dem Kind gesucht. Am Donnerstagmorgen fand der 32-Jährige Miriam angeschnallt in dem Auto. Wegen ihrer Behinderung konnte sie nicht auf sich aufmerksam machen.

Der Fahrer habe sein Fehlverhalten mit Routineabläufen während der Transporte erklärt, hieß es bei der Polizei. Auch beim Parken des Autos nach Feierabend sei beiden Männern das stille Kind im Passagierraum nicht aufgefallen. Ob die Beiden sich auch strafrechtlich für den Vorfall verantworten müssen, werde noch geprüft.

Quelle: n-tv.de