Panorama

Mit Herzproblemen auf den Mount Everest 80-Jähriger bezwingt den Berg der Berge

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Yuichiro Miura und sein Sohn Gota machen eine Pause auf ihrem Weg Richtung Gipfel.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Das ist das absolute Anti-Aging", sagt Yuichiro Miura über sein ungewöhnliches Hobby. Der 80 Jahre alte Rekordjäger besteigt den Mount Everest. Damit ist er der Japaner der älteste Bezwinger des höchsten Bergs der Welt. Doch sein Konkurrent ist hammerhart.

Der Japaner Yuichiro Miura hat seinen Rekord zurück: Mit 80 Jahren ist er der älteste Mensch, der den höchsten Berg der Welt erklommen hat. Miura bestieg den 8850 Meter hohen Mount Everest, sagte die Sprecherin seines Managements in Tokio. Miura habe den Gipfel um 09.00 Uhr Ortszeit erreicht. Es war Miuras dritte Besteigung - obwohl ihn aktuell Herzprobleme plagen.

"Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch der Welt", wird der rüstige Herr auf seiner Website zitiert. Dort gibt er auch zu. "So wie jetzt habe ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt, allerdings war ich auch noch nie so erschöpft." 

Bereits mit 70 Jahren hatte er als damals ältester Mensch den Everest bestiegen. Mit 75 machte er es noch einmal. Jetzt übertrumpfte er den bisherigen Rekordhalter, den Nepalesen Min Bahadur Sherchan, und hält erneut den Rekord als ältester Mensch.

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Miuras Konkurrent Sherchan nach seiner Tour von 2008 - sein Gesicht ist von den Strapazen gezeichnet.

(Foto: AP)

Miura und seine Helfer, die sogenannten Sherpa, waren vom letzten von sechs Basislagern auf einer Höhe von 8500 Metern in der Nacht kurz nach 02.00 Uhr Ortszeit aufgebrochen. Weniger als sieben Stunden später erreichten sie den Gipfel.

Konkurrent Sherchan ist schon 81

Damit brach der Japaner den bisherigen Rekord von Sherchan, der 2008 im Alter von 76 Jahren auf dem höchsten Berg der Welt stand. Der inzwischen 81 Jahre alte Nepalese will japanischen Medienberichten zufolge aber erneut versuchen, den Mount Evererst zu erklimmen.

"Das ist das absolute Anti-Aging", hatte der neue Rekordhalter Miura kurz vor seiner Abreise nach Nepal gesagt. Es gehe ihm nicht so sehr um den Rekord, sondern um die Herausforderung. Miura hatte in letzter Zeit mit Herzrhythmusstörungen zu kämpfen. Erst im Januar war er zum vierten Mal operiert worden.

1970 war der Abenteurer den Everest als erster Mensch aus 8000 Metern Höhe auf Skiern herabgefahren. Seitdem packt ihn der Mythos Mount Everest immer wieder - ein wenig zum Leidwesen seiner Angehörigen. Auch dieses Mal fieberten seine Tochter Emiri und seine Frau Miura von Tokio aus mit. Gleich nach seinem Gipfelsturm telefonierten sie mit ihrem Helden.

Von seiner spektakulären Abfahrt mit Hilfe eines Fallschirms, die er fast mit dem Leben bezahlt hätte, handelt der Film "The Man Who Skied Down Everest" von 1975, der den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Miura liegt der Wagemut offenbar in den Genen: Sein Vater war noch mit 99  Jahren den Mont Blanc auf Skiern hinabgefahren.

Quelle: n-tv.de, jtw/dpa/AFP

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