Panorama

Einsparpotenzial in Millionenhöhe ARD und ZDF sitzt Geld zu locker

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Aktuell liegt der Rundfunkbeitrag bei 17,50 Euro im Monat - für viele Menschen zu hoch.

(Foto: picture alliance / dpa)

17,50 Euro zahlt jeder Haushalt im Monat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Möglicherweise ist das deutlich zu viel: Die Kommission, die den Rundfunkbeitrag berechnet, ist überzeugt: ARD, ZDF und Deutschlandradio können sparsamer arbeiten.

ARD, ZDF und das Deutschlandradio verschwenden offenbar jede Menge Geld. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hält in ihrem neuen Bericht Einsparungen in Millionenhöhe bei der Produktion von Fernsehen und Hörfunk für möglich. Ein Vergleich der durchschnittlichen Produktionskosten pro Sendeminute habe ein Sparpotenzial von bis zu 96,5 Millionen Euro im Jahr ergeben.

Demnach ist die ARD der größte Sünder: Dort gibt es laut Bericht ein Einsparpotenzial von mehr als 86 Millionen Euro jährlich. Beim ZDF sind es 9 Millionen Euro, beim Deutschlandradio noch 1,3 Millionen.

Die Kommission prüft für die Länder den Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Allein bei den Ausgaben der Sender für IT macht sie ein Einsparpotenzial von 42,4 Millionen Euro im Jahr aus. Wenn noch die Beteiligungen hinzugerechnet würden, seien es sogar 74,5 Millionen Euro jährlich, steht in dem Bericht. Von 2013 bis 2015 lagen die Ausgaben für IT insgesamt bei rund 400 Millionen Euro im Jahr.

Die ARD arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Wirtschaftlichkeit der IT zu verbessern. "Eine ARD-weite Arbeitsgruppe entwickelt bereits seit Jahresanfang ein Konzept und prüft, welche Empfehlungen zur Vereinheitlichung umgesetzt werden können", erklärte die ARD-Vorsitzende Karola Wille. "Das Projekt ist bei uns Chefsache." Die Intendanten hätten sich auf ihrer jüngsten Sitzung erneut damit beschäftigt.

Zuletzt hatte die KEF den Ländern empfohlen, den Rundfunkbeitrag aufgrund eines Überschusses von mehr als einer halben Milliarde Euro ab 2017 um 30 Cent auf 17,20 Euro im Monat zu senken. Ab 2021 könnte der Beitrag dann aber auf bis zu 19,40 Euro pro Haushalt steigen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa