Panorama

Mehr als 70 Tote Absturz bei Bischkek

Bei dem Absturz einer Boeing 737 in Kirgistan sind nach ersten Angaben mindestens 71 Menschen getötet worden. Die Maschine der in der EU mit Landeverbot belegten kirgisischen Gesellschaft Itek Air verunglückte kurz nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Bischkek und brannte völlig aus, wie das Zivilschutzministerium mitteilte. Das Gesundheitsministerium bestätigte den Tod von 71 Menschen, wie die russische Agentur Itar-Tass meldete. Mitarbeiter des Flughafens sprachen kirgisischen Medienberichtgen zufolge von mehr als 80 Toten. Die Boeing war auf dem Weg von Bischkek in die iranische Hauptstadt Teheran.

Über die Zahl der Passagiere und Crewmitglieder insgesamt gab es zunächst nur widersprüchliche Angaben. Der Flughafen von Bischkek teilte mit, es hätten 120 Passagiere für den Flug eingecheckt. Hinzu komme noch eine unbekannte Zahl von Crewmitgliedern. Dagegen gab der kirgisische Zivilschutzminister Kamtschibek Taschijew nach Angaben der Agentur Interfax bekannt, es seien insgesamt 90 Menschen an Bord gewesen, von denen 25 überlebt hätten.

Die meisten der Opfer seien iranische Staatsbürger, teilte die Regierung in Bischkek mit. Mit der Boeing 737 flog auch die kirgisische Jugend-Basketballnationalmannschaft.

Nach unbestätigten Angaben hatten die Piloten versucht, unmittelbar nach dem Start zu einer Notlandung anzusetzen. Einsatzkräfte sperrten die Unfallstelle weiträumig ab. Am Abend besuchte der kirgisische Regierungschef Igor Tschudinow den Ort der Katastrophe.

Eine undichte Kabine löste nach Angaben Tschudinows vermutlich den Absturz aus. Die 1979 gebaute Boeing sei erst im Vormonat von Grund auf gewartet worden, heißt es.

Tschudinow dementierte kirgisische Medienberichte, wonach sich an Bord eine Explosion ereignet haben soll. Die Behörden kündigten an, eine genaue Zahl von Toten und Verletzen zu nennen. Auch Stunden nach dem Absturz gab es weiterhin widersprüchliche Angaben darüber, wie viele Menschen sich an Bord der nach dem Unfall völlig ausgebrannten Maschine befanden. Die Zahlen lagen zwischen 90 und 123. Etwa 25 Personen sollen mit teils schwersten Verletzungen überlebt haben.

Itek Air steht wie alle kirgisischen Fluglinien auf der Schwarzen Liste der Europäischen Union. Wegen Mängeln bei der Sicherheit dürfen diese Airlines keine Flughäfen in der EU ansteuern.

Quelle: n-tv.de

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