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Interview mit Homosexuellem Ägyptischer TV-Moderator muss ins Gefängnis

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(Foto: picture alliance/dpa)

Homosexuelle finden in den ägyptischen Medien nicht statt, ihnen sind Auftritte verboten. Ein Fernsehmoderator lädt trotzdem einen schwulen Sexarbeiter zum Interview ein. Dafür kommt er jetzt hinter Gitter.

Der ägyptische TV-Moderator Mohamed al-Ghiety ist zu einer einjährigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von umgerechnet 150 Euro verurteilt worden, weil er in seiner Sendung einen Homosexuellen interviewt hat.

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Der unkenntlich gemachte Gast hatte in der TV-Sendung im August 2018 von seiner Arbeit als Prositiuierter im Rotlichtmilieu erzählt. Außerdem beschrieb er seine Beziehung zu einem anderen Mann und äußerste sein Bedauern über seine sexuelle Orientierung. Ungeachtet dessen und auch des Umstands, dass Moderator al-Ghiety selbst in der Vergangenheit mehrfach durch homophobe Aussagen auffiel, befand das Gericht den Moderator für schuldig, zur Unsittlichkeit ermutigt zu haben.

"Finanzielle Vorteile angepriesen"

Der Staatsanwalt warf al-Ghiety unter anderem vor, finanzielle Vorteile durch das "Ausüben der Homosexualität" angepriesen so haben. Das berichtet die britische BBC unter Berufung auf die staatliche ägyptische Zeitung "Al-Ahram". Nach Verbüßung seiner Haftstrafe bleibt der Moderator noch ein Jahr lang unter staatlicher Beobachtung. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Homosexualität ist in Ägypten nicht grundsätzlich illegal, wird aber in dem konservativen, überwiegend muslimischen Land als Tabu angesehen. Die Behörden gehen gegen sichtbare Homosexualität vor, indem sie Mitglieder der LGBT-Community wegen "Blasphemie", "Unmoral" oder "Pornographie" inhaftieren. Dabei stützen sie sich auf das Prostitutionsgesetz, das unter anderem "gewohnheitsmäßige Ausschweifungen" unter Strafe stellt.

Quelle: n-tv.de, nan

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