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Riekes Rückspiegel am 8.10.2019 Als der Atommüll erstmals Gorleben erreichte

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Seit 1984 lagert im Zwischenlager Gorleben radioaktiver Müll (Foto von 1986).

(Foto: imago stock&people)

Für die deutsche Anti-Atomkraftbewegung ist dieser Tag ein Graus: Vor 35 Jahren rollen mehr als 200 Fässer mit radioaktivem Abfall im Zwischenlager Gorleben ein - es ist der erste Atommüll, der das niedersächsische Dorf erreicht.

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Wussten Sie, dass … der Name eines niedersächsischen Dorfes spätestens heute vor 35 Jahren zum Feindsynonym der deutschen Anti-Atomkraftbewegung geworden ist? Am 8. Oktober 1984 rollte der erste Atommüll-Transport ins Zwischenlager Gorleben ein und manifestierte damit einen jahrzehntelangen Konflikt, der bis heute nicht vollends gelöst ist.

Trotz eines Großaufgebots der Polizei merken die damals bereits zahlreichen Atomkraftgegner zu spät, dass der erste Atommülltransport im Wendland eintrifft. Ohne großen Widerstand gelangten schließlich 210 Fässer in das Zwischenlager. Offiziell beinhalteten diese jeweils 200 Liter schwach radioaktives Material. Nach Bekanntwerden des Transnuklear-Skandals im Jahr 1987 liegt allerdings die Vermutung nahe, dass sich in den Behältern auch stärker strahlende Abfälle befunden haben.

In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten erlebte Gorleben noch viele weitere Atommüll-Transporte - darunter auch von hochradioaktivem Material in Castoren - und teils heftige Proteste. Der bislang letzte Castor-Transport erreichte Gorleben vor acht Jahren, die Erkundung des Salzstocks ist mittlerweile beendet. Das gesamtdeutsche Problem eines fehlenden Endlagers für Atommüll bleibt dennoch bestehen. Bis 2031 muss ein Standort gefunden sein - und dabei bleibt Gorleben im Rennen.

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Redakteur Christoph Rieke wirft in "Riekes Rückspiegel" täglich einen Blick in die Vergangenheit.

Quelle: n-tv.de

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