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Insulin-Überdosis als "Gnadenakt" Altenpfleger tötet elf Senioren

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein Altenheim-Pfleger in Spanien hat gestanden, elf unter seiner Obhut stehende Senioren getötet zu haben. Der Mann habe ein Geständnis abgelegt, berichtete die Tageszeitung "El Mundo" auf ihrer Internetseite. Der Pfleger, der jahrelang psychiatrisch behandelt wurde, habe von "Gnadenakten" für die schwer erkrankten Menschen gesprochen, sagte sein Anwalt der Zeitung.

Der mutmaßliche Täter gab dem Bericht zufolge an, er habe den alten Menschen tödliche Medikamenten-Cocktails verabreicht oder eine Überdosis Insulin gespritzt. Die Ärzte des Altenheims hatten bei acht Opfern einen natürlichen Tod festgestellt. Der Mord an einer alten Frau machte die Mediziner dann misstrauisch: Die 85-Jährige war Mitte Oktober mit Verbrennungen in Mund und Hals ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Pfleger, der am nächsten Tag festgenommen wurde, gestand nun, er habe die alte Frau und zwei weitere Opfer gezwungen, Bleichmittel zu trinken.

Morde über zwei Jahre verteilt

Der 45-Jährige arbeitete seit 2005 in einem Altenheim in der Stadt Olot im Nordosten Spaniens. Er habe mit seinen Taten "das Leiden der Opfer beenden wollen", erklärte sein Anwalt "El Mundo". Die schwer kranken Menschen, die teilweise unter Alzheimer litten, hätten ihn "bewundert und geliebt". Keiner der neun Frauen und zwei Männer habe ihn allerdings darum gebeten, ihnen beim Sterben zu helfen. "Wenn ich mich in diesem Zustand befände, würde ich wollen, dass man mir hilft zu sterben", wurde der Pfleger zitiert.

Der Geständige wurde in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses untergebracht. Er selbst wurde jahrelang psychiatrisch behandelt. Den ersten Mord beging er nach Angaben seines Verteidigers im August 2009, einen zweiten im selben Jahr sowie die neun anderen Morde 2010.

Laut der Zeitung "El País" starben in den fünf Jahren, in denen der Pfleger in dem Heim arbeitete, 59 Senioren. Davon verschieden 27, während der mutmaßliche Mörder Dienst hatte. Er habe aber jegliche weitere Morde ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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