Panorama

Temperaturen auf Rekordniveau "Am Freitag besteht fast schon Grillpflicht"

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Osterglocken auf der Karl-Marx-Allee in Berlin.

(Foto: dpa)

Am Freitag herrscht laue und trockene Frühlingsstimmung in Deutschland – nur im Westen sollte man sich etwas früher an den Grill stellen. Am Wochenende wird es wechselhafter.

n-tv.de: Vor einigen Wochen hattest du schon mal darauf hingewiesen, dass dieser März rekordverdächtig warm sein könnte. Hat sich diese Vermutung bewahrheitet?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

n-tv-Wettermoderator Björn Alexander.

Björn Alexander: Es ist ein richtig spannendes Rennen um die Spitzenposition der Rekordmärze. Zu schlagen wäre der März 1989 mit einer Abweichung von 3,6 Grad, dahinter folgen 2012 und 2014 mit jeweils knapp 3,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Und in diesem Bereich wird der März 2017 auch ankommen. Zumal wir am Freitag Temperaturen verbreitet zwischen 20 und 25 Grad erwarten. Stellenweise vielleicht sogar noch etwas darüber. Viel mehr geht Ende März einfach nicht, so dass wir uns auch was die Tageshöchstwerte angeht auf Rekordniveau bewegen.

Der Freitag wird also warm. Wird er auch schön?

Der Märzfrühling legt definitiv zum großen Finale auf. Verbreitet können wir uns auf 9 bis 12 Sonnenstunden mit harmlosen hohen Schleierwolken neben der Sonne freuen. Zudem weht ein warmer Südwind, durch den nur noch an einigen Küstenabschnitten die Temperaturen bei unter 20 Grad verbleiben.

Ideale Bedingungen auch fürs Grillen?

Eigentlich besteht fast schon Grillpflicht. Für die meisten von uns bleibt's nämlich bei der lauen und trockenen Frühlingsstimmung, die um 20 Uhr noch meistens Werte zwischen 15 und 20 Grad im Gepäck hat. Nur in den westlichen Landesteilen sind im Laufe des Abends einzelne Schauer und Gewitter nicht ganz auszuschließen. Hier lohnt sich also der frühe Start am Grill.

Und dann folgt der April. Auch mit dem entsprechenden Aprilwetter?

Aprilwetter light, würde ich sagen. Denn es wird am Wochenende zwar wechselhafter und weniger warm. Aber allzu schlimm sieht es nach jetzigem Stand nicht aus.

Wie sind die Details?

Am Samstag in den östlichen Landesteilen lange sonnig und erst zum Abend ansteigendes Schauer- und Gewitterrisiko. Sonst teils wechselnd wolkig, teils aber auch längere schöne Abschnitte und zwischendurch nur einzelne Schauer oder Gewitter, besonders im Nordwesten und über den Bergen. Und dort können die Allergiker dann vorübergehend auch mal Durchatmen. Denn inzwischen sind vor allem die Birkenpollen verbreitet in mäßigen bis starken Konzentrationen unterwegs.

Was machen die Temperaturen am Samstag?

Auf den nordfriesischen Inseln bleibt's frisch bei um die 11 Grad. In Hochlagen der Eifel rund 15 Grad, im Westen und Südwesten vielfach zwischen 15 und 20 Grad, im Osten nochmals 20 bis 24, vielleicht örtlich sogar bis 25 Grad.

Wie geht es am Sonntag weiter?

Alles in allem noch leicht unbeständig mit einzelnen Schauern, gelegentlich vielleicht auch mit Blitz und Donner. Freundliche Phasen werden definitiv aber auch dabei sein. Am meisten Sonne dürfte es in den westlichen Landesteilen geben, denn von dort naht bereits das nächste Hoch. Die Temperaturen erreichen rund 10 Grad auf den Inseln und bis zu 20 Grad von der Saale bis in die Lausitz und zum Oderbruch. Für Aprilwetter also insgesamt doch sehr okay.

Neues Hoch, neues Wetterglück?

Zu Beginn der nächsten Woche auf jeden Fall. Letzte Schauer sind rasch durch und die Sonne übernimmt wieder der Regie. Die Temperaturen bleiben tagsüber mild bis sehr mild. Am Montag bei meist 12 bis 19 Grad. Dienstag oft 13 bis 20 Grad. An der Küste werden es um die 10 Grad. Ob das Hochdruck-Glück danach anhält ist momentan aber leider noch sehr unsicher.

Warum?

Es gibt bei den Wettermodellen durchaus mal Ansätze, die das Hoch zu den Britischen Inseln weiterziehen lassen. Ein für uns beziehungsweise für den Frühling eher ungünstiger Verlauf. Denn dadurch würde der Weg frei für kalte Polarluft, die direkt aus Norden nach Mitteleuropa strömen könnte. Die Folgen wären ein deutlicher Temperatursturz mit Schnee- oder Graupelschauern bis ins Flachland und Nachtfrost.

Bitte nicht.

Wie gesagt: Es sind nur Ansätze, die uns allerdings zeigen, dass der Winter noch nicht ganz passé ist. Ein ganzer Teil der Computerberechnungen verfolgt aber auch den Ansatz, dass es frühlingshaft mild weitergehen wird. Derzeit ist die Spannweite der möglichen Wetterszenarien ab Mitte der nächsten Woche einfach enorm groß. Hoffen wir einfach auf den Dauerfrühling und genießen bis dahin die Sonne und Wärme.

Quelle: ntv.de

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