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Nicht ihr erster Marathon, aber mit 5000 Kilometern einer der härtesten für die kalifornische Schnellgeherin Yolanda Holder.
Nicht ihr erster Marathon, aber mit 5000 Kilometern einer der härtesten für die kalifornische Schnellgeherin Yolanda Holder.(Foto: picture alliance / Jowan Gauthie)
Mittwoch, 09. August 2017

"Walking Diva": Amerikanerin geht 5000 Kilometer in 52 Tagen

Sie läuft rund 100 Kilometer am Tag und schläft nur sehr wenig - hat aber 30 modische Outfits im Gepäck. So erreicht die Kalifornierin Yolanda Holder nach 5000 Kilometern zu Fuß das Ziel des härtesten Marathons der USA.

Eine 59-jährige US-Amerikanerin hat in 52 Tagen knapp 5000 Kilometer im Schnellgang zurückgelegt. Yolanda Holder war am 18. Juni auf einem Parcours im New Yorker Stadtbezirk Queens gestartet und erreichte ihr Ziel nach 4988 Kilometer in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit).

Holder lebt im kalifornischen Corona, aber die meiste Zeit verbringt sie durch das Land reisend, immer auf der Suche nach neuen herausfordernden Rennen. Ob konventionelle 42-Kilometer-Marathons oder Ultra-Marathons, die um ein Vielfaches länger sind – ihr ist kein Weg zu weit.

Die wegen ihrer modischen Erscheinung auch als "Walking Diva" bekannte Sportlerin hatte nach dem Tod beider Eltern durch Diabetes mit Power-Walking und Gehen begonnen. 2010 stellte sie ihren ersten Guinness-Buch-Weltrekord auf: Sie nahm an 106 Marathon-Rennen in einem Kalenderjahr teil, mehr als je eine Frau vor ihr. 2012 verdiente sie sich den zweiten Guinness-Rekord mit 120 Rennen in einem Jahr.

Von Schildkröten und Hasen

Der New Yorker Ultra-Marathon über 3100 Meilen (das sind 4988 Kilometer) war bislang Holders größte Herausforderung. Das "Sri Chinmoy Self-Transcendence 3100 Mile"-Rennen ist dem indischen, spirituellen Lehrer Sri Chinmoy (1931-2007) gewidmet und fand bereits zum 21. Mal statt. Sechs Männer und vier Frauen nahmen an dem Extremmarathon teil – alles Läufer, außer Yolanda Holder. "Es ist wie mit der Schildkröte und dem Hasen", erzählt Shamus Babcock, einer von Holders Unterstützern, der "New York Times". "Es gibt neun Hasen und eine Schildkröte."

Gehen sei viel weniger anstrengend als Rennen, behauptet die Kalifornierin. Somit würden ihr ein oder zwei 15-minütige Powernaps genügen, um ihre Konkurrenten nachts, wenn diese schlafen müssen, einzuholen. Ihr Mantra: "Ich gehe, du rennst, letztendlich kommen wir beide ins Ziel."

Ins Ziel schaffte es Holder auch diesmal. Sie bewältigte pro Tag rund 100 Kilometer und legte auch in der Nacht nur kurze Schlafpausen ein. Dreimal sei sie kurz davor gewesen, aufzugeben, sagte Holder. "Ich war krank und wusste nicht, wie ich es schaffen sollte. In dieser Zeit fiel ich 45 Kilometer zurück." Dennoch hielt sie durch: "Jeder weiß, wenn Yolanda sich etwas vornimmt, bringt sie das auch zu Ende."

Quelle: n-tv.de