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R-Wert über kritischer Marke Ämter melden niedrigste Corona-Toten-Zahl seit März

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Abstand halten: Trotz der insgesamt rückläufigen Infektionszahlen kommt es immer wieder zu lokalen Corona-Ausbrüchen.

(Foto: imago images/Future Image)

Die Zahlen der bestätigten Corona-Infektionen und Todesfälle in Deutschland sinken weiter. Über die Pfingsttage melden allerdings nicht alle Bundesländern akutelle Zahlen. Zudem fällt das Infektionsgeschehen regional unterschiedlich aus.

In den vergangenen 24 Stunden haben Gesundheitsbehörden der Bundesländer zehn neue Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gemeldet. Das ist die niedrigste Zahl seit dem 18. März. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer der Pandemie in Deuschtland auf 8914. Zudem registrierten die Behörden nach ntv.de-Berechnung 306 neue Infektionen. Der Sieben-Tage-Trend der Neuinfektionen sank damit weiter auf 460 Fälle. Wie an den vergangenen Wochenenden und Feiertagen dürfte die eingeschränkte Tätigkeit einiger Behörden allerdings zu den niedrigen Zahlen beigetragen haben. Bremen und Sachsen-Anhalt melden während der Feiertage gar keine Infektionszahlen.

Die Ansteckungsrate bleibt nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts allerdings weiter über dem kritischen Wert von 1 und steigt sogar noch einmal leicht an. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt demzufolge aktuell 1,04. Am Vortag war sie bereits auf 1,03 geklettert. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Vom RKI hieß es zu dem Wert aktuell auch, dass er empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen reagiere, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. "Dies kann insbesondere bei insgesamt kleinerer Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen." Der etwas weniger schwankungsanfällig Siebentage-R-Wert sank laut RKI leicht von 0,95 gestern auf aktuell 0,90.

Regional entwickelt sich das Infektionsgeschehen höchst unterschiedlich. In Berlin stieg Reproduktionszahl auf 1,41. Damit lag der Wert deutlich über der kritischen Schwelle von 1,2 in Berlin. Bei geringen Fallzahlen sei die Reproduktionszahl allerdings schwankungsanfällig, hieß es von der Senatsverwaltung. Zur Berliner Lagebewertung gibt es drei Indikatoren: Neben der Reproduktionszahl die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner sowie der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Die anderen beiden Indikatoren lagen am Sonntag im grünen Bereich.

Das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern meldeten am Sonntag keine neuen Infektionsfälle. In mehreren Regionen gibt es jedoch erhebliche lokale Ausbrüche. In Niedersachen, wo sich in der vergangenen Woche mehrere Dutzend Menschen auf Familienfeiern infiziert hatten, wurden auch aus einem Flüchtlingsheim im Landkreis Gifhorn mehrere bestätigte Corona-Fälle gemeldet.

Quelle: ntv.de, mbo