Panorama

Gewalt, Vernachlässigung, Armut Ämter nehmen immer mehr Kinder in Obhut

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Die meisten Kinder werden von den Jugendämtern aus ihrem Elternhaus geholt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie werden geschlagen oder haben nicht ordentlich zu essen - und Tausende stranden ohne Begleitung in Deutschland. Mehr als 40.000 Minderjährige müssen vergangenes Jahr von Jugendämtern in Schutz genommen werden. Ein Rekord, der traurig stimmt.

Die deutschen Jugendämter nehmen von Jahr zu Jahr mehr Minderjährige in Obhut. Im vergangenen Jahr war dies bei 40.200 Kindern und Jugendlichen der Fall. Dies ist ein neuer Höchststand, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab. Die Statistik wird seit Mitte der 1990er Jahre geführt. Im Vorjahr waren es 38.500 Minderjährige, im Jahr 2007 sogar nur rund 28.000. Das entspricht einem sehr traurigen Plus von mehr als 40 Prozent.

Ob es Kindern in Deutschland allgemein schlechter geht, lässt sich aus diesen Zahlen nicht zwangsläufig ableiten - möglicherweise haben die Behörden öfter durchgegriffen. Häufigster Anlass für eine Inobhutnahme waren überforderte Eltern. In mehr als vier von zehn Fällen war dies der Grund für die Jugendämter zu handeln.

Auf einem erschreckend hohen Stand bewegt sich auch die Zahl der Flüchtlingskinder, die bei ihrer Einreise nach Deutschland in Obhut genommen wurden. 4800 Kinder und Jugendliche kamen ohne Begleitung über die Grenze - mehr als fünfmal so viel wie im Jahr 2007.

Jeder vierte Minderjährige konnte nach dem Eingreifen des Jugendamtes ins Elternhaus zurückkehren. Tausende kamen aber in Pflegefamilien und Heime oder wurden in Kliniken und Psychiatrien gebracht.

Quelle: ntv.de, jtw

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