Panorama

Reaktion auf Erpressung Anglikaner-Bischof hat sein Coming-out

Immer mehr Priester der Anglikanischen Kirche sprechen offen über ihre Homosexualität. Erstmals erlebt nun auch ein englischer Bischof sein Coming-out. Er reagiert damit auf eine Erpressung durch eine Zeitung.

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(Foto: picture alliance / dpa)

In England hat sich erstmals ein Bischof der anglikanischen Kirche öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. In einem "Guardian"-Interview erklärte Nicholas Chamberlain, Bischof von Grantham, er lebe in einer "enthaltsamen" Partnerschaft mit einem Mann.

Als Statement für eine Modernisierung der Kirche wollte Chamberlain sein Coming-out aber nicht verstanden wissen. "Es war nicht meine Entscheidung, eine große Sache aus meinem Coming-out zu machen", sagte er dem "Guardian". Er habe sich dazu entschlossen, weil eine Sonntagszeitung damit gedroht habe, über seine sexuelle Orientierung zu berichten. Er habe seine Homosexualität nie versteckt. Auch der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, habe vor seiner Weihe zum Bischof darüber Bescheid gewusst.

Der "Church of England" droht eine Zerreißprobe zwischen liberalen Kräften, die eine Öffnung der Kirche für gleichgeschlechtliche Partnerschaften fordern und konservativen Kreisen, die mit Abspaltung drohen. Offiziell dürfen Priester der "Church of England" keine gleichgeschlechtliche Ehe eingehen und werden dazu angehalten, ihre sexuelle Neigung nicht auszuleben. Immer mehr Priester erleben aber inzwischen in Comig-out und setzen sich über die Verbote hinweg.

Streit mit Episkopalkirche

In der anglikanischen Episkopalkirche in den USA, einer Schwesterkirche der britischen Anglikaner, wurde allerdings bereits 2010 eine bekennende Homosexuelle zur Bischöfin geweiht. Der Schritt hatte zu scharfen Protesten geführt. Erst im Januar diesen Jahres wurde die US-Episkopalkirche von der weltweiten Führung der anglikanischen Kirchen im Streit um den Umgang mit Homosexualität und der Homo-Ehe mit Sanktionen belegt.

 Bei einem Treffen der Bischöfe aus aller Welt im englischen Canterbury wurde die Episkopalkirche für drei Jahre von den gemeinschaftlichen Entscheidungen ausgeschlossen. Die Kirche habe sich durch ihre Zustimmung zur Homo-Ehe grundsätzlich von Glaube und Lehre der anglikanischen Kirchen abgewandt, heiß es.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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