Panorama

Russische Teilrepublik Dagestan Angreifer erschießt fünf Kirchgängerinnen

imago81367554h.jpg

Russische Polizisten konnten den Angreifer ausschalten.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Mit einem Jagdgewehr erschießt ein Mann fünf Frauen am Ausgang einer Kirche. Die Polizei stellt und erschießt den Angreifer. Die Tat in der russischen Teilrepublik Dagestan soll religiöse Hintergründe haben.

Vor einer Kirche in der muslimisch geprägten südrussischen Teilrepublik Dagestan hat ein junger Mann nach Behördenangaben fünf Besucherinnen eines orthodoxen Gottesdienstes getötet. Der Mann habe am Ausgang der Kirche in der Stadt Kisliar mit einem Jagdgewehr auf die Frauen geschossen, teilte das regionale Innenministerium mit. Bei einem Schusswechsel mit Polizisten sei der Angreifer getötet worden. Zwei Polizisten seien verletzt worden.

Einem Medienbericht zufolge rief der Bewaffnete "Allahu Akbar" (Gott ist groß), als er auf die Kirche zustürmte. Laut dem Innenministerium tötete er an Ort und Stelle vier Frauen. Eine fünfte Frau erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen, wie die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Aus dem Ministerium verlautete, dass sich der Angriff "am Ausgang einer Kirche" ereignete.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verschickte über den Messenger-Dienst Telegram eine Botschaft, in der sie die Verantwortung für den Angriff übernahm. Der "Soldat des Islam Chalil Daghestani" habe in Kisliar fünf Menschen getötet und vier weitere verletzt.

Die Zeitung "RBK" zitierte den anwesenden Priester namens Pawel: Der bärtige Angreifer sei nach der Messe auf die Kirche zugerannt, habe "Allahu Akbar" gerufen und vier Menschen erschossen. "Er hatte ein Gewehr und ein Messer", fügte der Priester hinzu. "Als wir die Schüsse gehört haben, haben wie schnell die Türen geschlossen, damit er nicht reinkommt."

Das russische Ermittlungskomitee leitete Ermittlungen wegen "Mordes an zwei und mehr Personen" und Angriffen auf Polizisten ein. Bei dem Angreifer handelte es sich um einen 1995 geborenen Bewohner von Kisliar, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ermittlungskomitee meldete.

Das an der Grenze zu Tschetschenien gelegene Dagestan im Nordkaukasus gehört zu den ärmsten und unruhigsten Regionen Russlands. Der Großteil der Bevölkerung ist muslimisch. Immer wieder gibt es in Dagestan islamistische Angriffe. Die islamistischen Aufständischen in der Region haben der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. Der Angriff ereignete sich genau einen Monat vor der russischen Präsidentschaftswahl.

Quelle: ntv.de, mba/AFP