Panorama

"Besonders schwerer Fall" Anklage gegen Kachelmann

Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage gegen TV-Wettermoderator Kachelmann wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall. Der 51-Jährige soll seine frühere Lebensgefährtin vergewaltigt, mit einem Messer verletzt und mit dem Tode bedroht haben.

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Jörg Kachelmann wird am 24.03.2010 im Amtsgericht Mannheim zu einem Polizeiwagen gebracht.

(Foto: dpa)

TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann droht ein Prozess wegen Vergewaltigung seiner früheren Lebensgefährtin. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhob Anklage gegen den 51-jährigen Schweizer wegen des Verdachts der Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall sowie wegen gefährlicher Körperverletzung, wie ein Sprecher der Behörde sagte.

Bis zu fünf Jahre Haft drohen

Der 51-Jährige sitzt seit dem 20. März in Mannheim in Untersuchungshaft. Er soll im Februar seine langjährige Freundin vergewaltigt haben, die sich von ihm trennen wollte. Dabei soll Kachelmann laut Anklage der Frau in deren Schwetzinger Wohnung ein Küchenmesser mit acht Zentimeter langer Klinge so sehr an den Hals gedrückt haben, dass das Opfer dadurch verletzt worden ist. Zudem habe er die Frau während und nach der Vergewaltigung mit dem Tod bedroht. Sollte das Gericht der Anklage folgen, droht Kachelmann eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft.

Die Ermittler stützen ihre Anschuldigungen nach eigenen Angaben auf Aussagen der Frau, die Kachelmann angezeigt hatte, sowie auf kriminaltechnische und rechtsmedizinische Untersuchungen. Kachelmann beteuerte seine Unschuld und wies die Vorwürfe als "haltlos" und "frei erfunden" zurück.

Kachelmann bleibt in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit der Anklageerhebung vor dem Landgericht Mannheim zudem, die Untersuchungshaft für Kachelmann andauern zu lassen. Damit ist der für den 1. Juni geplante mündliche Haftprüfungstermin vor dem Haftrichter hinfällig. Über die Fortdauer der Untersuchungshaft und die  Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nun die zuständige Große Strafkammer des Landgerichts. Bis zu einer Entscheidung können Wochen vergehen.

Kachelmann war am 20. März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden.

Kachelmanns Ex-Freundin hatte zwar laut "Spiegel" einen Teil ihrer Beschuldigungen zurückgenommen, den Vorwurf der Vergewaltigung hatte sie aber aufrechterhalten. In einem presserechtlichen Verfahren vor dem Landgericht Köln habe die 37-Jährige zwei Punkte ihrer Aussage korrigiert, nachdem die Staatsanwaltschaft Mannheim neue Ermittlungsergebnisse präsentiert hatte, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Gerichtssprecher.

"Frauen aus Kachelmanns Umfeld" als Zeuginnen

Die Staatsanwaltschaft hatte auch ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Frau veranlasst. Nach den Worten des Sprechers Andreas Grossmann ist dieses aussagepsychologische Gutachten zwar noch nicht endgültig fertiggestellt. Eine "Kurzmitteilung" der  Gutachterin lasse jedoch den Schluss zu, dass "der Tatverdacht gegen Kachelmann nicht entkräftet wurde". Grossmann zufolge wurden auch "Frauen aus Kachelmanns Umfeld" als  Zeuginnen benannt.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP