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Bushido sollte Abfindung zahlen Anklage gegen vier Clan-Brüder erhoben

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Viele Jahre sind Bushido (Bild) und Arafat Abou-Chaker Geschäftspartner.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst im Januar wird der frühere Geschäftspartner von Bushido überraschend verhaftet. Doch damals sind die Anschuldigungen nicht haltbar. Arafat Abou-Chaker kommt frei. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft wieder Anklage gegen Mitglieder von dessen arabischstämmiger Großfamilie.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in der Hauptstadt sowie drei seiner Brüder angeklagt. In der umfangreichen Anklage von etwa 100 Seiten gehe es zum einen um Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit.

Der heute 43-jährige mutmaßliche Haupttäter soll demnach im Dezember 2017 versucht haben, von Bushido eine Abfindung für dessen Trennung der langjährigen Geschäftsbeziehungen zu erpressen. Dabei soll der Musiker in einem Büro eingesperrt und mit einer Flasche beworfen worden sein. Laut Sprecherin lauten die Vorwürfe gegen den 43-Jährigen versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Beleidigung. Den anderen werde Beihilfe vorgeworfen.

Einem 38 Jahre alten Beschuldigten wird zum anderen laut Sprecherin die Entziehung Minderjähriger zur Last gelegt. Er soll vor knapp einem Jahr seine zwei Kinder aus Dänemark entführt und nach Deutschland zu seiner Mutter gebracht haben. Die Ehefrau und Mutter der Kinder soll mit ihnen ins Ausland geflüchtet sein. Die Verdächtigen sind auf freiem Fuß.

Das Landgericht muss nun entscheiden, ob die Anklage zulässig ist. Erst wenn dies bejaht ist, kann der Termin für eine Hauptverhandlung festgelegt werden. Zuletzt war der frühere Geschäftspartner von Bushido im Januar überraschend in einem Berliner Gerichtssaal verhaftet worden, der Haftbefehl wurde aber wenig später aufgehoben. Der dringende Tatverdacht zu einer versuchten Anstiftung zur Entführung von Familienangehörigen Bushidos sei nicht haltbar, hieß es damals.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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