Panorama

"Nicht eine weniger" Argentinier protestieren gegen Frauenmorde

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Zehntausende Menschen gingen bei strömenden Regen in Buenos Aires auf die Straße.

(Foto: picture alliance / dpa)

286 Frauen und Mädchen wurden im Jahr 2015 in Argentinien ermordet, allein in diesem Oktober verzeichnete das Land bereits 19 Femizide. Die Vergewaltigung und der Tod einer Minderjährigen bringen das Fass nun zum Überlaufen.

Zehntausende Menschen sind in Buenos Aires bei strömendem Regen auf die Straße gegangen, um gegen die häufigen Frauenmorde in Argentinien zu protestieren. Auch in zahlreichen weiteren Städten des Landes gab es am Mittwoch Kundgebungen, zu denen die Fraueninitiative "#Ni Una Menos" (Nicht eine weniger) nach der Vergewaltigung und dem Tod einer Minderjährigen in Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires, aufgerufen hatte.

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"Wir wollen Leben", steht auf dem Schild der jungen Frau.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mehrere Tausend Frauen legten vor den Demos demonstrativ ihre Arbeit für eine Stunde nieder. Auf den Straßen von Buenos Aires waren die schwarz gekleideten Frauen zu sehen, die dem Streikaufruf folgten, wie die Nachrichtenagentur Télam berichtete. Mehrere Nachrichtensendungen im Fernsehen wurden am Mittwochmittag (Ortszeit) zur Streikstunde nur von Männern geführt, weil die Journalistinnen an dem Protest teilnahmen.

Das 16 Jahre alte Mädchen starb, weil ihm die beiden Vergewaltiger nach Angaben der zuständigen Staatsanwältin eine hohe Menge Kokain gegeben hatten. Die mutmaßlichen Täter wurden verhaftet. Im laufenden Monat Oktober wurden in Argentinien schon 19 Frauen von Männern ermordet. 2015 wurden 286 sogenannte Femizide verzeichnet und 3746 Vergewaltigungen angezeigt. Bei der ersten Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen im Juni 2015 hatten sich in Buenos Aires 200.000 Menschen versammelt.

Eine ähnliche Bewegung gibt es auch in Peru. Dort demonstrierten im August rund 150.000 Menschen in Lima und anderen Städten bei einer der bisher größten Kundgebungen Perus gegen Übergriffe auf Frauen und die im Land vorherrschende Macho-Kultur. Das Motto lautete: "Wer eine anfasst, fasst alle an." In Peru wurden in diesem Jahr bis August schon 54 Frauen getötet. Damit hat Peru nach Darstellung von Frauenministerin Ana Romero Lozada weltweit einen der höchsten Werte bei gewaltsamen Übergriffen auf Frauen, gemessen an der Bevölkerungszahl.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa