Panorama

Drogenkrieg in Mexiko Armee erschießt Drogenbaron

Die mexikanische Armee bringt einen der mächtigsten Drogenbosse des Landes zur Strecke. Für die Ergreifung von Ignacio "Nacho" Coronel waren insgesamt 5,7 Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt. Unterdessen findet die Polizei die Leichen von 15 Menschen, die offenbar in den Drogenkrieg verwickelt waren.

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Mexikanische Soldaten nach der Aktion in Guadalajara.

(Foto: REUTERS)

Bei einer Operation gegen den Rauschgifthandel hat die mexikanische Armee Ignacio "Nacho" Coronel, einen der Bosse des Sinaloa-Kartells getötet. Wie das Verteidigungsministerium in Mexiko-Stadt weiter berichtete, gelang der Schlag gegen die organisierte Kriminalität am Rande der Stadt Guadalajara, 580 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt.

Coronel, für dessen Ergreifung in Mexiko und in den USA insgesamt umgerechnet 5,7 Millionen Euro (7,4 Millionen Dollar) ausgesetzt sind, habe versucht, der Festnahme zu entgehen, und dabei einen Soldaten erschossen, teilte das Ministerium mit.

Nach Angaben des Vize-Chefs des Generalstabs, Edgar Ruiz Villegas, hat der 56-jährige Bandenboss die Operationen des Sinaloa-Kartells im Westen Mexikos geführt und die sogenannte Pazifikroute des Kokainhandels in Richtung USA kontrolliert. Bei der Aktion mit rund 150 Soldaten wurde auch ein Vertrauter von Coronel festgenommen.

15 Leichen an Landstraße gefunden

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Ignacio "Nacho" Coronel auf einem der seltenen Fotos.

(Foto: dpa)

Coronel gehörte zu den meistgesuchten Drogenbossen in Mexiko. In der Hierarchie des Sinaloa-Kartells nahm er nach Joaquin "El Chapo" Guzman und Ismael "El Mayo" Zambada den dritten Rang ein. Im mexikanischen Drogenkrieg sind seit Ende 2006 über 25.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Präsident Felipe Calderón den Kartellen den Krieg erklärt.

Zu den Opfern der blutigen Auseinandersetzungen sind offenbar auch 15 Leichen zu zählen, die im Norden Mexikos entdeckt wurden. Sie wurden laut Polizeiangaben an einer Landstraße bei der Stadt Matamoros im Bundesstaat Tamaulipas abgelegt.

Die Leichen trugen weiße Hemden mit dem Buchstaben "Z", was auf eine Mitgliedschaft im Kartell der "Los Zetas" hindeutet. Die "Los Zetas" kämpfen gegen das Golf-Kartell um die Kontrolle über den Drogenhandel in Tamaulipas an der Grenze zu den USA. Mitte Juni hatte die Polizei schon einmal zwölf Leichen an einer Straße in Tamaulipas gefunden. Ende Juni war in diesem Bundesstaat ein Kandidat für den Gouverneursposten ermordet worden.

Quelle: ntv.de, dpa

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