Panorama

Ebola-Verdachtsfall in Frankfurt Ärzte geben Entwarnung

In mehreren afrikanischen Staaten wütet die Ebola-Seuche - auch die Europäer sind in erhöhter Alarmbereitschaft. Bislang hat es einen Verdachtsfall in Hamburg gegeben, nun steht ein junger Medizinstudent in Frankfurt unter verstärkter Beobachtung.

Ein Ebola-Verdachtsfall hat in Frankfurt am Main für Aufregung gesorgt. Ein Flugpassagier mit Verdacht auf die lebensbedrohliche Krankheit war am Nachmittag mit einer Maschine aus Äthiopien in Frankfurt gelandet und sollte zunächst in die Uni-Klinik gebracht werden. Nachdem Ärzte den Mann in der Maschine untersucht hatten, wurde aber Entwarnung gegeben, wie der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, René Gottschalk, berichtete. "Der Passagier war kein Verdachtspatient." Eine Infektion könne ausgeschlossen werden. Ein erster Test auf Ebola in Afrika war laut Uni-Klinik bereits negativ ausgefallen.

Bei dem Mann handelte es sich um einen Medizinstudenten. Der hatte hohes Fieber und sei am Nachmittag in einem speziellen Rettungswagen direkt vom Frankfurter Flughafen auf die Isolierstation des Klinikums gekommen. Bei der Erkrankung kann es sich aber auch um Malaria handeln, hatte der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, René Gottschalk, dem Blatt gesagt.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte es in Hamburg einen Ebola-Verdachtsfall gegeben, der sich aber nicht bestätigte. Die Gefahr einer Ebola-Ansteckung für Ausländer in den betroffenen westafrikanischen Ländern ist nach Ansicht von Experten gering: Eine Ansteckung durch die Luft wie bei einem grippalen Effekt ist demnach nicht möglich. Bislang starben nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als tausend Menschen an Ebola, die meisten davon in Sierra Leone, Liberia und Guinea.

Epidemie könnte noch sechs Monate dauern

Die Ebola-Epidemie wird nach Ansicht der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) noch mindestens sechs Monate andauern. Die Helfer könnten nicht mit der sich stetig verschlechternden Lage mithalten, sagte MSF-Präsidentin Joanne Liu in Genf vor Reportern.

Nötig sei eine neue Strategie zur Seuchenbekämpfung, sagte Liu nach einer zehntägigen Reise durch die Region. Die Ausbreitung der Krankheit beschränke sich nicht auf einige Dörfer, sondern habe auch Liberias Hauptstadt Monrovia erfasst, eine Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern. In den betroffenen Regionen - von Guinea, Sierra Leone bis Liberia sowie Nigeria - herrsche ein Klima der Angst. Viele Menschen misstrauten den Gesundheitszentren.

MSF fehle es an Mitarbeitern, um alle Menschen aufzuspüren, die mit Infizierten Kontakt hatten. Liu appellierte an die internationale Gemeinschaft, alle Mittel zur Bekämpfung der Epidemie zu mobilisieren. "Das Engagement muss auf mindestens sechs Monate ausgerichtet sein", sagte sie.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa