Panorama

Maximal 76 Euro erlaubt Ärzte stellen oft zu teure Totenscheine aus

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(Foto: imago/JOKER)

Umsonst ist nur der Tod, heißt es – das gilt allerdings nicht für Totenscheine. Für die dürfen Ärzte laut Gebührenordnung maximal 76 Euro berechnen. Doch oft verlangen sie deutlich höhere Summen.

Ärzte stellen einem Medienbericht zufolge für Totenscheine offenbar häufig überhöhte Rechnungen aus. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" sind Zahlungsaufforderungen von 150 oder 200 Euro an die Angehörigen Verstorbener verbreitet. Die Gebührenordnung für Ärzte sehe aber vor, dass für diese Privatzahler-Leistung maximal 76 Euro berechnet werden dürften.

Der Sprecher des Trauerbegleitungs-Vereins Aeternitas, Alexander Helbach, sagte der Zeitung: "Wir vermuten, dass es gängige Praxis ist, überhöhte Rechnungen für Totenscheine auszustellen." Auch die Verbraucherzentrale NRW berichte von derartigen Fällen.

Dem Bericht zufolge erstellten niedergelassene Ärzte im vergangenen Jahr für fast eine halbe Million Menschen einen Totenschein. Die Zeitung berichtete von Phantasieleistungen wie etwa 42,90 Euro für einen "Besuch" beim Verstorbenen oder einen Zuschlag für Leistungen an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 19,82 Euro.

Die Bundesärztekammer erklärte demnach zu dem Thema, sie halte die in der Gebührenordnung vorgesehenen Abrechnungssätze für zu niedrig. Angemessen sei ein Abrechnungssatz von 170 Euro für eine Totenschau.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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