Panorama

Tollpatsch, Engel, Currywurst Asyl im Deutschen

Der aus dem Ungarischen kommende "Tollpatsch" ist das "beste eingewanderte Wort" in Deutschland. Platz zwei und drei beim Wettbewerb des Goethe-Instituts und des Deutschen Sprachrates um die schönsten "Wörter mit Migrationshintergrund" belegen die deutsch-tamilische Verbindung "Currywurst" und der aus dem Griechischen entlehnte "Engel".

Die Sieger wurden beim internationalen Goethe-Symposium zum Thema "Nationalkultur" im Berliner Bode-Museum gekürt. Zur Jury gehörten neben der früheren Goethe-Präsidentin Jutta Limbach auch Loriot, Anne Will und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Bis Ende Februar hatten sich über 3500 Einsender aus 45 Ländern beteiligt, wie die Veranstalter mitteilten.

"Talpas" schnell integriert

Die Hauptgewinnerin, Barbara Eulberg aus Berlin, überzeugte die Jury mit ihrer Begründung für das Wort "Tollpatsch": "Dieses Wort ist viele Kilometer gelaufen und hat Grenzen überwunden...es hat sich auf seinem weiten Weg von Ungarn nach Deutschland die Sohlen abgelaufen...Wir lachen über den Neuankömmling, aber integrieren den Migranten schnell und so konsequent, dass wir seinen Migrationshintergrund ganz vergessen haben.

"Talpas" nannte man ungarische Fußsoldaten im 17. Jahrhundert. "Breitfüßig, schwerfällig" war die Bedeutung dieses Spitznamens", der vom ungarischen Wort "Talp" für Sohle oder Fuß abstammt. Die Gewinnerin erhält eine Reise für zwei Personen nach Ungarn.

Einverleibt und willkommen

Mark Mühlhäusler aus Bad Suderode in Sachsen-Anhalt erklärte die "Currywurst" zu seinem liebsten eingewanderten Wort: "Ein Traumpaar: die urdeutsche "Wurst" lebt mit "Curry" in glücklicher Ehe." Platz drei ging an Klaus Göldner aus Maxhütte-Haidhof in Bayern für sein Lieblingswort "Engel": "Er hat lächelnd Grenzen, Kulturen und Zeiten durchschritten. Überall war und ist er willkommen und ihm öffneten sich Welten und Herzen."

Als besten Beitrag einer Schulklasse wählte die Jury den "Milchshake": Die Klasse 8a des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen in Bayern nannte das Wort einen "Sprachcocktail, der aus Englisch und Deutsch geschüttelt ist und der zeigt, dass das Deutsche keine Berührungsängste mit anderen Sprachen hat." Und: "Wer möchte schon einen "Milchschüttel" trinken?" Das Buch zum Wettbewerb ("Eingewanderte Wörter") ist im Hueber-Verlag erschienen.

Quelle: ntv.de

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