Panorama

Drei Mädchen und ein Junge Asylbewerberin bekommt Vierlinge

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Die glücklichen Eltern: Oltjana Koci und Vebi Keta.

(Foto: dpa)

Vier auf einen Streich: Eine 26-Jährige bringt in Jena Vierlinge auf die Welt. Die jungen Eltern stammen aus Albanien. Weil die medizinische Versorgung in ihrer Heimat so schlecht ist, waren sie im Sommer nach Deutschland gekommen.

Oltjana Koci atmet leise auf. Die 26-Jährige, die aus Albanien nach Deutschland geflohen ist, hat vor wenigen Augenblicken in der Uni-Klinik Jena Vierlinge zur Welt gebracht. Die Erschöpfung steht ihr ins Gesicht geschrieben. In gebrochenem Deutsch sagt sie "Dankeschön" und blickt dabei die Ärzte an. Ob die Geburt der vier Kinder in ihrer Heimatstadt Tirana so reibungslos verlaufen wäre, weiß sie nicht. "Die medizinische Versorgung ist nicht so gut", sagt ihr Mann Vebi Keta. Albanien sei ein armes Land, Krankenhäuser seien schlecht ausgestattet.

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Frederic und seine Schwestern sind wohlauf.

(Foto: dpa)

Im Kreißsaal ist es an diesem Vormittag eng. Acht Kinderärzte kümmern sich neben vielen Schwestern und Assistenten um Oltjana Koci. Im Minutentakt holt der Direktor der Geburtshilfe, Prof. Ekkehard Schleußner, die Kinder per Kaiserschnitt in der 32. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Solche Schwangerschaften sind nach seinen Angaben extrem selten. "Auf 600.000 Geburten kommt rechnerisch eine Vierlingsschwangerschaft", sagt er.

Die drei Mädchen und der Junge seien wohlauf, berichtet der Leiter der Neonatologie, Prof. Hans Proquitté, nach der ersten Untersuchung. "Ihnen geht es den altersgemäßen Umständen entsprechend gut." Sie erhalten Atemunterstützung. Drei der vier Babys bekommen laut Proquitté ein Medikament, das die Lunge stabilisiert.

Wegen der Babys Albanien verlassen

Die Babys Olivia, Amelia, Xhesika und Frederic werden die nächsten acht Wochen in der Klinik bleiben. Sie wiegen zwischen 1200 und 1655 Gramm. Der Vater blickt sie strahlend an, der Mutter kullern Tränen übers Gesicht. Für sie sind es die ersten Kinder. "Die Chance, in Albanien, eine solche Schwangerschaft intakt zu Ende zu bringen, ist nicht null, aber sie geht gegen null", sagt Proquitté. Das sei den Eltern klar signalisiert worden. Deshalb hätten sie sich der Klinik als Flüchtlinge vorgestellt, die wegen der schlechten medizinischen Versorgung Albanien verließen.

Seit Juli sind die 26-Jährige und ihr 36 Jahre alter Mann in Deutschland. Sie arbeitete in Albanien in einer Fabrik, er als Zahntechniker. Über Dortmund kamen sie zunächst in die Erstaufnahmeunterkunft im ostthüringischen Eisenberg. Der Asylantrag sei gestellt, erzählt Vebi Keta, dem ein Dolmetscher zur Seite steht. Eine Entscheidung steht noch aus.

Der Geburtsmediziner Schleußner hat sich für die Familie eingesetzt. "Flüchtlinge, die registriert sind, haben einen Anspruch auf Hilfe bei Krankheit und auch bei Schwangerschaft", betont er. Die Klinik selbst rechnet wegen der vielen Flüchtlinge mit steigenden Patientenzahlen. Darauf müssten sich alle Krankenhäuser in Deutschland einstellen, sagt Proquitté. "Auch die Kinderkliniken, denn man geht davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Flüchtlinge Kinder sind."

Quelle: ntv.de, Christian Thiele, dpa

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