Panorama

Betrug mit Bahn-Fahrkarten Auch teure Tickets gefälscht

Die Bundespolizei in Koblenz untersucht neben nachgemachten "Schönes-Wochenende-Tickets" auch weitere falsche Bahn-Fahrkarten. Tickets würden immer wieder gefälscht, das sei kein neues Phänomen, sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion.

Das "Westfalen-Blatt" hatte zuvor berichtet, dass auch teure Fahrkarten betroffen seien. Ein Bahn-Sprecher in Berlin widersprach dem jedoch: Fälschungen gebe es nur bei den "Schönes-Wochenende-Tickets" und "Schöner-Tag-Tickets". Rund 60 Fahrkarten werden im Auftrag der Staatsanwaltschaften derzeit kriminaltechnisch in der zentralen Urkundenprüfstelle in Koblenz untersucht.

Nach Recherchen des "Westfalen-Blattes" wurden in Nordrhein-Westfalen unter anderem auch falsche "Niedersachsen-Tickets" zu günstigen Preisen verkauft. Die Bundespolizei wollte mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine näheren Angaben machen. Nach Abschluss der Untersuchungen erhalte die Bahn Empfehlungen, wie sie sich gegen die Fälschungen besser wappnen könne, zitiert die Zeitung einen Sprecher der Bundespolizei. "Mit einer einfachen Wartung der Automaten ist es nicht getan." Nach früheren Angaben der Bahnpolizei waren die gefälschten "Schönes-Wochenende-Tickets" zunächst in Norddeutschland aufgetaucht. Von dort aus habe sich der Betrug nach Süden ausgebreitet, wobei es regionale Schwerpunkte gebe - darunter auch den Raum Bielefeld.

Bahn-Sprecher Achim Strauß sagte, es seien Maßnahmen getroffen worden, um den Fälschungen zu begegnen. Von einer Umrüstung der rund 9.000 Automaten sei jedoch nie die Rede gewesen. Der Umfang der Fälschungen sei sehr begrenzt. "Es gibt keinen Grund zur Panik." Bei den bekannt gewordenen falschen "Schönes-Wochenende-Tickets" hatten Kriminelle den Aufdruck "Auskunft" mit Haarspray entfernt und das Blankoformular mit Hilfe von Scanner und Drucker in ein Ticket umgewandelt. Diese Fahrkarten, die 33 Euro am Automaten kosten, wurden dann an Reisende für nur 25 bis 28 Euro verkauft.

Laut "Westfalen-Blatt" befindet sich ein 28 Jahre alter mutmaßlicher Fälscher in Untersuchungshaft. Er habe zugegeben, in vier Monaten rund 1.000 Tickets gefälscht zu haben. Die Polizei suche nach einem Unbekannten, der Fälscher und Verkäufer angeheuert und regionale Zellen einer Fälscherbande aufgebaut haben soll.

Quelle: n-tv.de