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Familienschatz unterm Hammer Auktion von Orléans-Erbe bringt Rekorde

Nach jahrelangem Rechtsstreit um das Orléans-Erbe wird der gesamte Besitz der Königsnachkommen versteigert. Der Erlös liegt weit über Schätzwert.

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Der Familienschatz des französischen Hauses Orléans wurde versteigert - und hat dabei gleich mehrere Rekorde aufgestellt. Für die Auktion der 232 Gemälde und Möbelstücke aus dem Besitz der Nachfahren von König Ludwig XIII. waren zwei Tage veranschlagt. Bereits am ersten Abend erzielten 85 Prozent der Stücke mehr als ihren Schätzwert, erklärte das Auktionshaus Sotheby's.

Unter den Hammer kam unter anderem ein kostbares Service aus Sèvres-Porzellan. Es stammt ursprünglich aus dem Besitz von Königin Marie-Amélie. Das Porzellan fand für 531.000 Euro einen neuen Besitzer. Das entspricht etwa dem vier- bis fünffachen des Schätzwertes. Das Gemälde "Louis Philipp, Herzog von Valois in der Wiege" von Nicolas-Bernard Lépicié ging für 231.000 Euro ans Schloss von Versailles. Andere Werke sicherten sich der Louvre und die französische Ehrenlegion.

Henri von Orléans hatte vor seinem Tod 1999 in seinem Testament verfügt, dass das gesamte Familienerbe bei seinem Tod einer Stiftung übergeben werden soll. Er lag mit seinen Kindern im Streit und wollte sie auf diese Weise enterben. Nach jahrelangem Rechtsstreit erklärte die französische Justiz die Enterbung schließlich für unrechtmäßig und verfügte, den Schatz den Erben zurückzugeben. Die Versteigerung war die einzige Möglichkeit, das Erbe gerecht unter den zehn lebenden Orléans-Nachfahren aufzuteilen.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP