Panorama

Anführer der Sekte bleibt flüchtig Baby als Anti-Christ verbrannt

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Mit Fahndungsbildern wurden noch weitere Mitglieder der Sekte in Chile gesucht.

(Foto: dpa)

Mitglieder einer Sekte sollen in Chile ein Baby bei lebendigem Leib verbrannt haben. Es soll sich um einen Ritualmord handeln. Laut Staatanwaltschaft gesteht die Mutter die Tat. Drei weitere Sekten-Mitglieder stellen sich. Der Anführer der Sekte soll sich nach Peru abgesetzt haben, um dort eine neue Sekte zu bilden.

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Die Mutter des getöteten Babys kurz nach der Verhaftung.

(Foto: dpa)

Im Zusammenhang mit einem Ritualmord an einem zwei Tage alten Baby in Chile hat die Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Die Mitglieder einer Sekte, ein Mann und zwei Frauen, hätten sich gestellt, teilte die Polizei mit. Bereits am Vortag hatten die Behörden die Festnahme von vier verdächtigen Sektenmitgliedern, die an der Ermordung des Säuglings im November beteiligt gewesen sein sollen, bekanntgegeben.

Unter den Festgenommenen ist nach offiziellen Angaben auch die Mutter des getöteten Kindes. Das Neugeborene soll in einer rituellen Zeremonie auf einem Bauernhof in der Gemeinde Quilpué, etwa 110 Kilometer westlich der Hauptstadt Santiago de Chile, bei lebendigem Leib verbrannt worden sein. Die Frau habe ihre Teilnahme an dem Ritualmord bereits zugegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Sekten-Anführer auf der Flucht

Der 36-jährige Anführer der kleinen Sekte Juan Emilio Gatica soll der Vater des  geopferten Babys sein. Nach Polizeiangaben nennt er sich "Antares de la luz" (Antares des Lichts), befindet sich auf der Flucht und verließ Chile im Februar in Richtung Peru. Die Mutter des Babys sagte den Ermittlern, es sei stets klar gewesen, dass ihr Kind getötet würde.

Die Polizei vermutet, dass Antares sich nach Peru abgesetzt und dort möglicherweise eine neue Sektengruppe gebildet hat. Der Sektenführer soll seine Anhänger aufgefordert haben, alle geliebten Objekte und Beziehungen zu entbehren, weil sie finstere Kräfte vertreten würden, die geopfert werden müssten.

Drogen und Sex

Die Mitglieder der Sekte sind bekannt dafür, ein halluzinogenes Getränk zu sich zu nehmen. Laut Polizei kontrollierte der Sektenführer seine Anhänger und unterhielt sexuelle Beziehungen mit fünf Frauen der Gruppe. Als eine von ihnen schwanger wurde, sperrte er sie monatelang ein und überzeugte sie von der Tötung des Kindes mit dem Argument, es sei der Anti-Christ.

Die Überreste des getöteten Babys wurden von der Polizei gefunden. Das zwei Tage alte Kind sei lebend verbrannt worden, wie die Zeitung "La Segunda" berichtete. Die Ermittlungen hatten wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels begonnen.

Quelle: n-tv.de, jze/dpa/AFP

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