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Mit Chemie gegen Eis und Schnee Bahn setzt erstmals Frostschutzmittel ein

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Die automatische Sprühanlage befindet sich noch im Testlauf. Sie benetzt die Zugoberfläche mit einem Frostschutzmittel.

dpa

Der Winter wird alljährlich zum Problem für die Bahn. Gleise frieren ein, Wagen werden durch umherfliegende Eisklumpen beschädigt, Züge fallen aus. In diesem Jahr will die Bahn dem Problem mit einer Mischung aus Glykol und Wasser zu Leibe rücken.

An Zugverspätungen oder -ausfälle haben sich viele Bahnfahrer bereits gewöhnt. Sobald der Winter naht, sind Gleise und Züge vereist oder nicht mehr funktionstüchtig. Die Deutsche Bahn will dem Winterchaos dieses Jahr zuvorkommen. Eis und Schnee sollen im Schnellbahnverkehr künftig kein Thema mehr sein - zumindest auf der Fahrt nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande.

Die 16 ICE-Züge der Baureihe 3, die auf diesen Strecken fahren, sollen vorbeugend mit einem Frostschutzmittel behandelt werden. Eine Pilotanlage dafür - die erste dieser Art in Deutschland - wurde in Frankfurt am Main aufgestellt.

Glykol-Wasser-Verbindung

Das Mittel, das je zur Hälfte aus Glykol und Wasser besteht, wird auf die Unterseite der Züge aufgesprüht. Sobald die Temperaturen unter drei Grad sinken und Schneefälle zu erwarten sind, entfaltet das Gemisch seine Wirkung. Das Glykol setzt den Gefrierpunkt des Wassers herunter, sodass das Wasser auch unter null Grad flüssig bleibt.

So solle verhindert werden, dass sich Schneeklumpen bilden, die auf das Gleisbett fallen und Schottersteine hochwirbeln, sagte Projektleiter Carsten Burmeister. Diese Steine seien das eigentliche Problem, denn sie schlügen mit Wucht von unten gegen das Blech der Züge und richteten Schäden an, infolgedessen die Wartung länger dauert.

Auf der Paris-Strecke haben die Steine im vergangenen Winter für immense Probleme gesorgt. Im kommenden Frühjahr soll Bilanz gezogen und entschieden werden, ob weitere Anlagen aufgestellt werden.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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