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Kündigung wegen Abwesenheit Beamter drückt sich 24 Jahre lang vor Arbeit

Es ist lange her, dass der Ingenieur der Stadtentwicklungsbehörde in Neu Delhi das letzte Mal im Büro war - 24 Jahre, um genau zu sein. Sein Gehalt bekam er in all den Jahren trotzdem. Doch nun ist die Geduld der Behörde erschöpft.

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Der Mann mochte einfach nicht mehr ins Büro.

(Foto: imago/Indiapicture)

Nachdem er sich fast ein Vierteljahrhundert lang vor der Arbeit gedrückt hatte, ist ein indischer Beamter entlassen worden. Der leitende Ingenieur des Ministeriums für Stadtentwicklung in Neu Delhi sei das letzte Mal im Dezember 1990 bei der Arbeit erschienen, teilte die Regierung des Landes mit.

Der Beamte habe seine Beurlaubung immer weiter verlängert, ohne bestraft zu werden. Zudem habe er Anweisungen, zur Arbeit zu erscheinen, ignoriert. Obwohl er bereits im Jahr 1992 der "vorsätzlichen Abwesenheit vom Dienst" für schuldig befunden worden sei, habe die Regierung mehr als zwei Jahrzehnte gebraucht, um etwas gegen ihn zu unternehmen.

Vor seiner Krankschreibung hatte der Mann bereits zehn Jahre bei der Behörde gearbeitet. Doch mit der Krankheit kam offenbar die totale Arbeitsunlust. Immer wieder wurde er aufgefordert, wieder an seinem Schreibtisch zu erscheinen, allerdings ohne jedes Resultat. Offiziell blieb der Mann im Dienst, doch die Arbeit machten andere.

Erst 2007 wurde schließlich ein formelles Entlassungsverfahren gegen ihn eingeleitet. Und wieder mahlten die Mühlen der indischen Bürokratie. Auf Anweisung von Stadtentwicklungsminister Venkaiah Naidu wurde der Mann erst jetzt entlassen.

Der indische Verwaltungsapparat ist für seine Nachlässigkeit, Verspätungen und Bürokratie berüchtigt. Behördenmitarbeiter kommen demnach dauernd zu spät zur Arbeit, machen lange Mittagspausen und vergnügen sich im Dienst mit anderen Dingen, zum Beispiel mit Golfspielen. 2012 stufte eine in Hongkong ansässige Beratungsfirma die indische Bürokratie als die schlechteste aller größeren asiatischen Staaten ein.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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