Panorama

Polizei nennt Details zur Tat Belgien eröffnet Großfahndung

3ir04400.jpg4919046603731683367.jpg

Blumen am Ort des Verbrechens: Belgien trauert um die Opfer.

(Foto: dpa)

Nach der Bluttat im Jüdischen Museum in Brüssel starten die Behörden eine beispiellose Suche nach dem Täter, der vier Menschen tötete. Neue Details werden genannt, ein bislang Verdächtiger wird freigelassen.

Nach dem blutigen Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel haben die Behörden eine beispiellose Großfahndung nach dem unbekannten Täter eingeleitet. Bei dem Gewaltverbrechen starben nach Angaben der Staatsanwaltschaft vier Menschen: ein Touristenpaar aus Israel, eine Französin und einen Belgier. International wird die Tat verurteilt und Anteil an der Trauer genommen.

Der mutmaßliche Attentäter schoss am Samstag in dem Museum mit einer Kalaschnikow-Maschinenpistole um sich, teilte die Polizei in dem Fahndungsaufruf mit. Sie veröffentlichte auch Fotos und Videos, die den kaltblütigen Überfall auf die Kulturinstitution in der Brüsseler Innenstadt zeigen. Die Aufnahmen stammen von Überwachungskameras.

Der Mann trug während der Tat eine dunkle Schirmmütze und blaue Kleidung. Nach dem Überfall flüchtete er zu Fuß. Die Polizei forderte die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Der Tatverdächtige soll allein gehandelt haben und gut vorbereitet gewesen sein. Die Polizei hatte bereits am Samstag einen Mann festgenommen, der aber inzwischen wieder freigelassen wurde.

Museum will schon Dienstag wieder öffnen

Das Touristenpaar starb nach Schilderung des Museums im Eingangsbereich. Dann habe der Mann auf zwei weitere Personen geschossen, die für das Museum arbeiteten. Mehrere Quellen berichten von Schüssen ins Gesicht und in den Halsbereich. Schließlich flüchtete der Mann. Das Museum teilte mit, es habe weder Informationen noch Erklärungen für den Überfall. Auf die Frage von Journalisten, ob es sich um ein antisemitisches Attentat handele, sagte Innenministerin Joëlle Milquet: "Es gibt eine starke Vermutung." Aber es sei Sache der Ermittler, dies festzustellen. Sie kündigte verstärkten Polizeischutz für jüdische Einrichtungen im ganzen Land an.

Papst Franziskus äußerte am Sonntag tiefes Bedauern und große Trauer über den Anschlag. Er sprach bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv von einem "kriminellen Akt antisemitischen Hasses". Bei der Begrüßung des Pontifex dankte der israelische Staatspräsident Schimon Peres ihm für seine "entschlossene Haltung gegen den Antisemitismus".

Das Jüdische Museum in Brüssel wurde vor neun Jahren eröffnet. Es besitzt eine bedeutende Sammlung mit Objekten der jüdischen Geschichte. Es will nach eigenen Angaben am Dienstag wieder öffnen. Das Attentat überschattete die Parlaments-, Regional- und Europawahlen in Belgien.

Quelle: ntv.de, fma/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.