Panorama
Die Bergungsarbeiten auf der Wolga laufen auf Hochtouren. In der nächsten Woche soll die gesunkene "Bulgaria" dann gehoben werden.
Die Bergungsarbeiten auf der Wolga laufen auf Hochtouren. In der nächsten Woche soll die gesunkene "Bulgaria" dann gehoben werden.(Foto: dpa)
Mittwoch, 13. Juli 2011

100 Leichen aus der Wolga geborgen: Betreiber stehen am Pranger

Nach der Schiffskatastrophe auf der Wolga steigt die Zahl der geborgenen Leichen auf 100. Insgesamt gehen die Einsatzkräfte von 110 Toten aus. Derweil belasten Berichte die Betreiber der gesunkenen "Bulgaria" schwer. So seien kostspielige Reparaturen ausgeblieben und Crew-Mitglieder nicht bezahlt worden.

Drei Tage nach dem schweren Schiffsunglück auf der Wolga in Russland haben Taucher mittlerweile 100 Leichen aus dem Wrack geborgen. Darunter seien etwa 20 Kinder. "Wir vermuten in dem gesunkenen Ausflugsschiff "Bulgaria" weitere Tote", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte nach Angaben der Agentur Interfax.

Das Boot liege auf dem Grund auf der Seite und sei wegen der Dunkelheit in etwa 20 Metern Tiefe schwer zu durchsuchen. Nächste Woche soll die etwa 750 Kilometer östlich von Moskau bei einem Sturm untergegangene "Bulgaria" gehoben werden.

Crew inkompetent und nicht bezahlt

Wie Medien in Moskau berichteten, hätten die Betreiber des Schiffes, von denen bereits zwei festgenommen wurden, den technischen Zustand völlig vernachlässigt. Zudem sei das Boot vor einiger Zeit in "Bulgaria" umbenannt worden, da es unter dem ursprünglichen Namen "Ukraina" zu große Schulden in Wolga-Häfen angehäuft habe.

Ein Experte habe die nötigen Reparaturen an dem 1955 gebauten Boot auf umgerechnet 175.000 Euro geschätzt, dies hätten die Besitzer abgelehnt. Zudem sei die Crew seit Monaten nicht bezahlt worden. "Dass die Mannschaft rund 200 statt der erlaubten 140 Passagiere auf das Schiff ließ, beweist ihre Inkompetenz", betonte ein Ermittler.

Bilderserie

Bei dem schwersten Schiffsunglück in Russland seit 25 Jahren starben auch der Kapitän und seine Frau. Insgesamt befürchten die Rettungskräfte mehr als 110 Todesopfer. Nach letzten Angaben waren 79 der schätzungsweise 200 Menschen an Bord gerettet worden.

Quelle: n-tv.de