Panorama
Freitag, 02. August 2013

Kein Allheilmittel: Bhutan zweifelt am "Bruttonationalglück"

Das Königreich Bhutan ist durch eine besondere Staatsdoktrin bekannt geworden: Der kleine Staat im Himalaya hat 2008 das Bruttonationalglück, einen Index für die Zufriedenheit seiner Bürger, in der Verfassung verankert. Dem neuen Ministerpräsidenten kommen nun erste Zweifel.

Spiritualität, Gerechtigkeit, Umweltschutz und Harmonie - das sind nur einige der Kategorien, mit denen versucht wird, das Glück der Bhutaner zu messen.
Spiritualität, Gerechtigkeit, Umweltschutz und Harmonie - das sind nur einige der Kategorien, mit denen versucht wird, das Glück der Bhutaner zu messen.(Foto: AP)

Das Streben nach dem "Bruttonationalglück" (BNG) hat Bhutan weltweit als Modellstaat für alternative Entwicklung bekannt gemacht - der neue Regierungschef Tshering Tobgay aber zweifelt am Streben nach Glück als politisches Allheilmittel. Die Doktrin habe von den Problemen des Landes abgelenkt, sagte er nun wenige Tage nach seinem Amtsantritt.

Tobgay hatte die Wahlen im Juli gewonnen und am Montag sein Büro in der Hauptstadt Thimphu bezogen. Nach den Worten des neuen "Lyonchen", wie die Ministerpräsidenten in dem abgeschiedenen Himalaya-Königreich heißen, wurde der Begriff des Bruttonationalglücks von "einigen Menschen" überstrapaziert.

Für ihn sei es nur schwer zu verstehen, wie das BNG helfen solle, drängende Probleme wie etwa die zunehmende Verschuldung, Arbeitslosigkeit und wachsende Korruption in den Griff zu bekommen, sagte er. Gleichzeitig aber glaubt auch Tobgay weiterhin, dass allein das Streben nach Wirtschaftswachstum ebenfalls keine Lösung ist. Die konstitutionelle Monarchie in Südasien hat als einziges Land weltweit ein "Bruttonationalglück" eingeführt, das auf das Wohlbefinden der Menschen, die Bewahrung der Kultur und der Umwelt, aber auch auf wirtschaftliches Wachstum ausgerichtet ist.

Quelle: n-tv.de

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