Panorama

Appell aus Bistum in Polen Bischof ruft schwulen Priester zur Umkehr auf

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Krzysztof Charamsa nach seinem Coming-out auf einer Pressekonferenz in Rom.

(Foto: dpa)

Der Vatikan ist geschockt über das öffentliche Bekenntnis eines Priesters zu seiner Homosexualität. Das Heimatbistum des Polen appelliert an den Geistlichen, auf den rechten Weg zurückzukehren. Der erste Schritt zu einer Suspendierung wird ebenfalls eingeleitet.

Das polnische Heimatbistum des Vatikan-Theologen Krzysztof Charamsa hat den Priester nach seinem öffentlichen Coming Out zur Umkehr aufgerufen. In einer Erklärung des Bistums in Peblin wurden die Gläubigen des nordpolnischen Bistums aufgefordert, für Charamsa zu beten. Charamsa werde aufgerufen, "auf den Weg des Priestertums Christi zurück zu kehren", hieß es in der Stellungnahme weiter. Die Äußerungen Charamsas stünden im Widerspruch zum Evangelium und der Lehre der katholischen Kirche.

Zudem habe der Bischof von Pelplin, Ryszard Kasyna, gegenüber Krzysztof Charamsa eine Verwarnung ausgesprochen, hieß es weiter. Die Verwarnung des Bischofs sei der erste Schritt auf dem Weg zu einer Suspendierung des Pfarrers, sagte der Chef der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI, Marcin Przeciszewski. Charamsa habe nicht gegen Kirchenrecht verstoßen, etwa durch Pädophilie. Es sei also normal, dass er zur Ordnung gerufen werde. Es sei allerdings wahrscheinlich, dass der Priester weiter öffentlich schwul leben wolle, und dies verstoße gegen die kirchliche Moral. Somit könne ein längerer Prozess der Suspendierung vom Priesteramt folgen.

Priester zeigt sich in Rom mit seinem Partner

Charamsa hatte mit seinem Coming-out einen Tag vor Beginn der Familiensynode im Vatikan für einen handfesten Skandal gesorgt. Der 43-Jährige hatte der polnischen Ausgabe des Magazins "Newsweek" vom Samstag gesagt, der Klerus sei "überwiegend homosexuell und traurigerweise auch homophob". Der Zeitung "Corriere della Sera" sagte er, die katholische Kirche müsse hinsichtlich gläubiger Homosexueller "die Augen öffnen und verstehen, dass ihre Lösung, totale Abstinenz und ein Leben ohne Liebe zu leben, unmenschlich ist". Der Priester zeigte sich in Rom bei einer Pressekonferenz demonstrativ mit seinem Partner.

Der Vatikan reagierte erbost und zog umgehend Konsequenzen: Er enthob Charamsa seines Amts in der Glaubenskongregation. Über seine priesterliche Zukunft müsse sein zuständiger Bischof entscheiden, erklärte Sprecher Federico Lombardi, der Charamsas Äußerungen als "schwerwiegend und unverantwortlich" bezeichnete.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP

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