Panorama

Sexualverbrechen ausgeschlossen Bodenfelde: Noch kein Geständnis

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Rest des Absperrbandes der Polizei nahe des Fundortes der beiden Getöteten.

(Foto: dpa)

Der Doppelmord von Bodenfelde in Niedersachsen kann womöglich schnell aufgeklärt werden. Allmählich machen sich die Ermittler ein Bild vom Tathergang. Ausschließen können sie bereits, dass es sich um ein Sexualdelikt gehandelt hat. Zudem wird ein der Tat dringend Verdächtiger festgenommen.

Erster Fahndungserfolg nach dem Doppelmord an dem 13-jährigen Tobias und der ein Jahr älteren Nina in Bodenfelde: Die Polizei hat einen Tatverdächtigen gefasst. Der 26-Jährige stammt aus dem südniedersächsischen Northeim und wurde in der Nacht zum Dienstag am Bahnhof Bodenfelde festgenommen. Der Mann schweigt und hat bisher kein Geständnis abgelegt, sagte der Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft, Hans Hugo Heimgärtner: "Er macht keine Angaben zur Sache". Dennoch wurde angesichts einer Fülle von Indizien ein Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Im Lauf des Tages seien immer mehr belastende Beweise gegen den Mann hinzugekommen, sagte Heimgärtner. Es handele sich um "handfeste Sachbeweise".

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Erinnerung in Bodenfelde an die beiden Jugendlichen.

(Foto: dpa)

Wie die Mordkommission auf die Spur des Verdächtigen gekommen ist und ob sie den entscheidenden Hinweis von Bürgern erhalten hat, wollte der Sprecher nicht mitteilen. Am Montag hatte die Polizei die Bodenfelder dazu aufgerufen, verdächtige Beobachtungen zu melden.

Doppelmord kein Sexualdelikt

Am Mittwochvormittag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz abhalten. Zu den Ergebnissen der Obduktion im gerichtsmedizinischen Institut der Universität Göttingen wird man sich dann jedoch nicht äußern. Allerdings könne laut Heimgärtner ein Sexualverbrechen ausgeschlossen werden. Erwartet wird, dass die Ermittler Details zu Tatzeit und -ort bekannt geben. Noch ist unklar, ob die beiden Kinder auch am Fundort, einem Waldstück am Rand von Bodenfelde, zu Tode kamen. 

Die 14-jährige Nina war bereits vergangenen Dienstag von ihrern Eltern als vermisst gemeldet worden und hatte sich laut Polizeiinformationen in den Folgetagen in Bodefelde aufgehalten. Ob sie in dieser Zeit auf ihren Mörder getroffen war und sich möglicherweise bei ihm aufgehalten hatte, blieb zunächst unklar. Tobias hatte am Samstag gegen 20 Uhr einen Freund zum Bahnhof gebracht. Seine Leiche wurde am Sonntagnachmittag von seiner Mutter gefunden. Nicht weit entfernt fand die Polizei wenig später die tote Nina.

Keine Verbindung zu Mirco

Zwischen dem Doppelmord und dem Verschwinden von Mirco aus Grefrath in Nordrhein-Westfalen gibt es nach Polizeiangaben keinerlei Verbindung. "Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist zwischen beiden Fällen kein Zusammenhang erkennbar", sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Leiter der Sonderkommission Mirco sowie der Mordkommission im Fall Bodenfelde hatten zuvor telefoniert und routinegemäß die Spurenlage verglichen.

Am Abend fand in Bodenfelde ein Trauergottesdienst statt. Angehörige, Mitschüler und Nachbarn von Nina und Tobias waren in die Christuskirche der niedersächsischen Gemeinde gekommen. Kirchenvorsteherin Hera Dietrich sagte: "Wir sind in Gedanken und im Herzen bei Nina und Tobias". Der Tod der Jugendlichen sei eine harte Prüfung. Viele Trauernde hatten vor dem Altar und am Taufbecken Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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