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Euskirchen sucht Ursache für Explosion Bombe war in Beton versteckt

Als die Schaufel seines Baggers auf den Blindgänger trifft, hat der Fahrzeugführer keine Chance mehr. Der Sprengsatz detoniert, der Mann ist sofort tot. Schuld daran ist offenbar eine nach dem Zweiten Weltkrieg gängige Praxis.

Der tödliche Blindgänger von Euskirchen war laut Polizei möglicherweise in einem Betonblock versteckt. Bei einer Explosion der Bombe oder Luftmine waren ein 50-jähriger Baggerfahrer getötet und mindestens 13 Menschen verletzt worden. Dabei könnte sich eine weit verbreitete Praxis im Umgang mit den explosiven Überbleibseln in und nach dem Zweiten Weltkrieg gerächt haben. "Damals wurden die Blindgänger oft mit Beton übergossen, wenn man sie nicht abtransportieren konnte", sagte die Polizei.

Als ein Bagger Bauschutt zerkleinerte, hatte die verheerende Detonation in mehreren hundert Metern Umkreis Fenster zerstört und Fassaden demoliert. "Das war eine gewaltige Druckwelle", sagte Polizeisprecher Norbert Hardt. Offenbar sei mit einer Ladung Schutt unbemerkt ein größerer Sprengkörper angeliefert worden. Sollte der Blindgänger sich in einem Betonblock befunden haben, habe der Baggerfahrer keine Chance gehabt, ihn zu erkennen. Experten des Landeskriminalamts hätten inzwischen Metallteile des Blindgängers und Sprengstoff-Spuren sichern können.

Luftminen oft unentdeckt

Sie halten es für möglich, dass es sich bei der Munition um eine Luftmine handelte. Diese werden als Blindgänger wesentlich seltener entdeckt als die häufigeren Fünf- oder Zehn-Zentner-Bomben, von denen allein in Nordrhein-Westfalen in jedem Jahr Hunderte gefunden und entschärft werden. Zuletzt wurde eine nicht gezündete, 1,8 Tonnen schwere Luftmine im November in Dortmund entschärft.

In der Regel werden Blindgänger bei systematischen Suchen rechtzeitig entdeckt, vor allem durch die Auswertung von Luftbildern. Im Jahr 2012 machte der Kampfmittelräumdienst 706 Bomben unschädlich.

Quelle: n-tv.de, sko/dpa

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