Panorama

Mitgliedermangel Brandstifter darf weiter löschen

Vor drei Jahren wurde er wegen Brandstiftung verurteilt. Jetzt darf ein 20-Jähriger wieder Brände löschen - hoffentlich nicht die, die er selber gelegt hat. Der Landesfeuerwehrverband sieht das Ansehen der Wehren in Gefahr.

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Ein verurteilter Brandstifter aus Sachsen- Anhalt darf wieder bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen. Grund: Mitgliedermangel. "Wir sind eine kleine Wehr, haben zu wenig Aktive. Bei uns kommt es auf jeden Kameraden an", sagte der Leiter der Feuerwehr in Edersleben im Südharz, Renato Weidemann, der "Bild"- Zeitung . Der 20-Jährige habe seine Eignung als Feuerwehrmann bewiesen. "Wir geben ihm eine zweite Chance." Der Mann war der "Bild" zufolge im Herbst 2007 wegen Brandstiftung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Die Entscheidung der Freiwilligen Feuerwehr rief Kritik hervor. Das Landesinnenministerium betonte, Mitgliedermangel sei kein Argument, einen verurteilten Brandstifter wieder aufzunehmen. Aber der Fall verstoße nicht gegen geltendes Recht. Der Landesfeuerwehrverband sieht das Ansehen der Wehren in Gefahr. "Das ist für die Feuerwehr ein Imageschaden", sagte Verbandschef Ingolf Hirsch.

Quelle: ntv.de, dpa