Panorama
Mittwoch, 29. Juni 2011

Schürhaken gegen Einbrecher: Briten dürfen Waffen nutzen

Weil die Zahl der Wohnungseinbrüche zunimmt, sieht sich der britische Justizminister Clarke zu einer Gesetzesinitiative genötigt. Das Ziel ist Chancengleichheit zwischen Einbrechern und Überfallenen.

Die Briten dürfen Räuber oder Einbrecher künftig verstärkt mit Waffen abwehren. Justizminister Kenneth Clarke kündigte eine entsprechende Initiative im Parlament an. Sie soll das bereits bestehende Recht auf Selbstverteidigung erweitern und klarstellen.

Die Briten sollen bei einer Verteidigungshandlung straffrei bleiben.
Die Briten sollen bei einer Verteidigungshandlung straffrei bleiben.

"Wenn eine alte Frau bemerkt, dass ein 18-Jähriger in ihr Haus einbricht, und sie nimmt ein Küchenmesser und sticht es ihm in den Leib, dann macht sie sich keiner Straftat schuldig", sagte Clarke der BBC.

"Wir werden klarmachen, dass man auf einen Einbrecher mit dem Schürhaken losgehen kann, wenn das die beste Möglichkeit zur Verteidigung ist", sagte der Minister. Fliehenden Räubern in den Rücken zu schießen, bleibe aber weiterhin verboten.

In Großbritannien war die Zahl schwerer Kriminaldelikte zuletzt eher rückläufig. Die Einbrüche nahmen aber in der Hauptstadt London rapide zu. Im Mai 2011 gab es nach Angaben der Londoner Polizei über 1000 Einbrüche mehr als noch vor einem Jahr. Das bedeute eine Steigerung um 18,5 Prozent bei den Wohnungseinbrüchen und um 9 Prozent bei den Einbrüchen in andere Gebäude.

Quelle: n-tv.de