Panorama

Rassismus im Kindergarten Briten wehren den Anfängen

Wenn sich kleine Kinder abfällig über scharfe Speisen äußern, kann das nach Ansicht britischer Kinderschützer ein Anzeichen für Rassismus im Frühstadium sein. Erst recht sollten Mitarbeiter von Kindergärten einschreiten, wenn ihre Kleinen farbige Spielgefährten als "Blackie" oder asiatische als "Pakis" bezeichnen, wenn sie hochmütig von "diesen Leuten" oder davon sprechen, dass andere "riechen" würden. Diese und weitere Empfehlungen werden nach Angaben des Senders BBC in einer 336 Seiten umfassenden Richtlinie zur Bekämpfung von Rassismus in Kindergärten gegeben.

Erstellt wurde das Dokument vom National Children's Bureau (NCB), der staatlich geförderten Dachorganisation von Kinderschutzvereinen in England und Nordirland. Schon der Ausruf "Igittigitt!" eines Kleinkindes beim Anblick eines Curry-Gerichtes kann nach Meinung der NCB-Experten ein Hinweis auf rassistische Tendenzen sein. "Ein Kind kann negativ auf eine kulinarische Tradition reagieren, die nicht seine eigene ist."

Erzieher sollten es melden, wenn ihnen eine Häufung solcher Äußerungen auffällt. Sie sollten zudem dagegen einschreiten, wenngleich mit der gebotenen Sensibilität, sagte Jane Lane, die Autorin der Richtlinie. "Es geht darum, alarmiert zu sein und Fragen zu stellen, zugleich sensibel zu sein und niemals Kinder anzugreifen, aber stets darüber nachzudenken, warum sie dieses oder jenes gesagt oder getan haben." Das NCB wird jährlich mit 12 Millionen Pfund (15,2 Millionen Euro) aus Steuermitteln gefördert.

Quelle: ntv.de