Panorama

Wertvolle Darwin-Ausgabe Buch war 122 Jahre "ausgeliehen"

Richtige Leseratten wissen genau, wie so etwas passiert. Man leiht ein Buch aus und kann sich einfach nicht mehr davon trennen. Irgendwann geraten das Buch und seine Herkunft in Vergessenheit, darüber vergehen manchmal über hundert Jahre. In Australien findet eine solche Geschichte nun ein furioses Ende.

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Nicht jedes Buch findet den Weg zurück in die Regale.

(Foto: AP)

Nach über 122 Jahren hat die Bibliothek Camden im australischen Sydney jetzt ein verliehenes Buch zurückerhalten. Die wertvolle Erstausgabe von Charles Darwin über fleischfressende Pflanzen, die noch den Ausgabestempel vom 30. Januar 1889 trug, war über mehrere "Besitzer" - alles Veterinäre - als Geschenk an die Universität Sydney gelangt. Erst dort wurde der Stempel der Bibliothek erkannt.

"Soweit wir das sagen können, hat das Buch eine ganz schöne Reise hinter sich", sagte Linda Campbell vom Gemeinderat. Möglicherweise habe es aber auch lange Zeit hinter einem Sofa gelegen. Campell zufolge ist das Buch in gutem Zustand und kann von den Lesern eingesehen, allerdings nicht mehr ausgeliehen werden. Der unzuverlässige Leiher von 1889 habe der Bibliothek möglicherweise sogar einen Gefallen getan. Hätten sich die Leser nicht für das Buch interessiert, wäre es höchstwahrscheinlich ausgesondert worden.

Bibliotheks-Leiterin Kathryn Baget-Juleff war nach Berichten der örtlichen Presse so begeistert von der Rückkehr des Buches, dass sie auf die fälligen Gebühren verzichtete. Mit den Jahren hätten sich insgesamt 35.000 australische Dollar (rund 25.800 Euro) angesammelt.

"Ich habe schon von Büchern gehört, die nach 50 Jahre zurückgegeben wurden, aber noch nie von Büchern, die 100 Jahre verschwunden waren", sagte sie.

Rund ein halbes Jahrhundert lang war Darwins Werk Teil der Sammlung des pensionierten Tierarztes Ron Hyne. Der zerbricht sich nach eigenen Angaben seitdem den Kopf, wie er an das Buch gekommen war. Möglicherweise habe er es in den 50er Jahren von einem anderen Tierarzt oder einem Wissenschaftler erhalten.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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