Panorama

Corona-Lage spitzt sich zu Bundeswehr fliegt Erkrankte aus Rumänien ein

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Das Gesundheitssystem in Rumänien ist mit der Corona-Situation überfordert.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Inzidenz liegt bei mehr als 1000 neue Fälle in 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Die Impfquote beträgt gerade einmal rund 33 Prozent. Rumänien bekommt die Corona-Pandemie nicht in den Griff. Die Regierung bittet Deutschland daher um Hilfe.

Angesichts der Zuspitzung der Corona-Lage in Rumänien nimmt Deutschland Patientinnen und Patienten aus dem EU-Land auf. Das teilte ein Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr auf Anfrage in Koblenz mit. Am Vormittag flog demnach ein Spezialflugzeug der Bundeswehr nach Bukarest, um eine erste Gruppe von sechs schwer Erkrankten auszufliegen.

An Bord des ersten Flugzeugs befanden sich demnach rund 20 Sanitätsfachkräfte der Bundeswehr. Am Dienstag solle die rumänische Luftwaffe dann sechs weitere Patientinnen und Patienten nach Deutschland bringen. Für Mittwoch sei ein weiterer Flug der Bundeswehr-Spezialmaschine AirMedEvac geplant, hieß es. Insgesamt sollen bis Mittwochabend voraussichtlich 18 Erkrankte aus Rumänen zur Weiterbehandlung in deutschen Kliniken aufgenommen werden.

Zum Gesundheitszustand liegen bislang keine näheren Angaben vor. Alle Auszufliegenden benötigen aber laut Bundeswehr intensivmedizinische Behandlung. Laut dem Portal "The Pioneer" müssen alle Erkrankten der ersten Gruppe beatmet werden.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung teilte mit, vier dieser Menschen sollten in Krankenhäuser des Landes in Bochum, Krefeld und Bergisch Gladbach gebracht werden, die beiden weiteren demnach in das Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz. "Nordrhein-Westfalen steht solidarisch zu seinen europäischen Freunden", erklärte dazu der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Antikörpermedikament wird geliefert

Ursprünglich hatte die rumänische Regierung laut "The Pioneer" medizinische Intensivteams aus Deutschland zur Bewältigung der sich rasch zuspitzenden Lage vor Ort angefordert. Diesem Wunsch habe die Bundeswehr jedoch nicht nachkommen können.

Der Sprecher des Sanitätsdienstes wies darauf hin, dass die Bundeswehr gemäß einem Auftrag der Bundesregierung tätig werde. Weiter hieß es dazu vonseiten des Verteidigungsministeriums, bereits in der vergangenen Woche sei ein Erkundungsteam der Bundeswehr nach Bukarest entsandt worden. Ziel der Aktion sei "die Entlastung des rumänischen Gesundheitssystems durch Übernahme intensivpflichtiger, invasiv-beatmeter Patienten mit Covid-19".

Bereits vergangene Woche hatte die Bundesregierung Rumänien laut "The Pioneer" die Lieferung von 12.720 Dosen des Antikörpermedikaments Casirivimab/Imdevimab zugesagt. Das Gesundheitssystem des Landes ist derzeit massiv überfordert. Der Inzidenzwert war in den vergangenen Tagen auf mehr als 1000 neue Fälle in 14 Tagen pro 100.000 Einwohner gestiegen, nur knapp ein Drittel der Bevölkerung Rumäniens ist vollständig geimpft.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP

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